Aktuell HOHE LUFTpost Politik

HOHE LUFTpost – Trump und Sarkasmus

HOHE LUFTpost vom 19.08.2016: Trump und Sarkasmus Ich muss noch mal auf Donald Trump zurückkommen, den erstaunlichen Präsidentschaftskandidaten der amerikanischen Republikaner. Letzte Woche sagte er […]

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Aktuell Veranstaltung Zitate

Das schöne Motto und das wahre Motto

Eigentlich lässt mich Olympia eher kalt. Aber »Dabei sein ist alles« – dieser olympische Gedanke klingt so sympathisch, so nahbar, so versöhnend! Schließlich geht es schon […]

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Na logisch! Die Ad-nauseam-Argumentation

Kolumne über Logik, Rhetorik und Argumentationstheorie von Daniel-Pascal Zorn. Heute: Reden, bis der Arzt kommt – Die Ad-nauseam-Argumentation

Jeder, der schon einmal als Kind eine Abkürzung genommen hat, weiß: Es macht so viel mehr Spaß, mitten durch eine Wiese zu laufen, statt um sie herum. Je mehr Leute der Spur folgen, desto deutlicher wird sie und desto mehr eine Einladung für alle anderen, es ihnen gleichzutun. Manchmal, wenn ein schmaler zu einem breiten Trampelpfad geworden ist, bleibt dem Besitzer nichts anderes übrig, als ihn mit Kies aufzuschütten und damit ‚offiziell‘ zu machen. Das wiederholte Ablaufen immer derselben Strecke etabliert irgendwann eine Spur, die zum Weg wird. Den ganzen Artikel lesen

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HOHE LUFTpost – Männlein, Weiblein und Olympia

HOHE LUFTpost vom 01. Juli 2016: Männlein, Weiblein und Olympia

Es gibt Männer, es gibt Frauen, und es gibt Philosophen, die bestreiten, dass es Männer und Frauen gibt. Ein Axiom der rege diskutierten »Gender Theory« ist, dass die Geschlechter nur soziale Konstrukte sind. Männlichkeit und Weiblichkeit seien nicht naturgegeben, sondern Ideale einer Kultur. Den ganzen Artikel lesen

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Der Brexit und die Verantwortung

Verlässt Großbritannien die Europäische Union? Allein der Umstand, dass diese Frage jetzt noch diskutiert wird, zeigt, dass etwas Grundsätzliches faul ist im Staate Großbritannien nach dem Referendum des letzten Donnerstags. Austreten oder nicht, das ist eine souveräne Entscheidung Britanniens, und der Volkssouverän hat gesprochen. Was also gibt es noch zu deuteln? Den ganzen Artikel lesen

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Großbritannien geht

Überraschung und Entsetzen weithin in Europa: Die Briten haben sich dafür entschieden, die Europäische Union zu verlassen.

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HOHE LUFTpost – Wir gewinnt

HOHE LUFTpost vom 17. Juni 2016: Wir gewinnt

In Europa grassiert das Fußballfieber, und auch meine Temperatur ist leicht erhöht. Es ist noch viel zu früh für ein Resumee, die Infektion ist ja noch nicht einmal voll ausgebrochen, aber zu diesem Zeitpunkt kann man sagen: Es war bisher ein Turnier der Kollektive, nicht der Einzelspieler. Mannschaften wie Italien zeigen, wie man Gegner von deutlich höherer individueller Klasse mit einem gut zusammenspielenden Team überwinden kann. Ein erstaunliches Phänomen, auch aus philosophischer Sicht. Die Mannschaftsleistung übersteigt die Summe der Beiträge aller Mitspieler. Es scheint geradezu, als habe die Mannschaft ein Eigenleben, als könne sie selbst denken und handeln. So ist es auch, sagt der irische Philosoph Philip Pettit, der eine Theorie der »Group Agency« entwickelt hat. Gut kooperierende Gruppen haben einen eigenen Geist, sie treffen Entscheidungen, sie sind Akteure, sagt Pettit. Wie gelingt es Menschen, sich zu solchen Superakteuren zu formieren? Durch ihre Fähigkeit zu »Wir-Intentionalität«, sagt Pettits amerikanischer Fachkollege John Searle: Sie können gemeinsame Absichten und Ziele haben, die mehr sind als die Schnittmenge ihrer einzelnen Absichten und Ziele. Eine fundamentale Fähigkeit, sagt Searle, die nicht auf individuelles Denken reduzierbar ist. Aus elf Ichs wird auf wundersame Weise ein Wir.

– Tobias Hürter

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Na logisch! Der Ad-ignorantiam-Fehlschluss

Daniel-Pascal Zorn schreibt in seiner Kolumne Na logisch! über Logik, Rhetorik und Argumentationstheorie. Heute: Der Ad-ignorantiam-Fehlschluss 

Es klingt vielleicht auf den ersten Blick unglaubwürdig: Aber manche der hier verhandelten Fehlschlüsse waren verantwortlich für die Entscheidung über die gesellschaftliche Ächtung oder sogar über Leben und Tod vieler Menschen. Zwei Beispiele können das illustrieren: Den ganzen Artikel lesen

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HOHE LUFTpost – Gift oder nicht?

HOHE LUFTpost vom 10. Juni 2016: Gift oder nicht?

In Brüssel tobt gerade ein Lobbykampf um die Zulassung von Glyphosat. Es ist das weltweit meistverwendete Unkrautbekämpfungsmittel, in Deutschland wird es auf 40 Prozent der Ackerfläche eingesetzt. Wie giftig ist Glyphosat? Kann es Krebs auslösen? Unzählige wissenschaftliche Studien beschäftigen sich mit den Wirkungen des Mittels. Jede Seite beruft sich auf die Studien, die ihr ins Konzept passen. Warum können Forscher keine klare Antworten auf diese Fragen finden? Die Glyphosat-Debatte zeigt auch, wie verbreitet Missverständnisse über die Wissenschaft sind. Einzelne Studien haben wenig Aussagekraft – das ist zwar den Wissenschaftlern selbst klar, nicht aber vielen Laien. Was zählt ist das große Bild, das alle Studien zusammengenommen ergeben. Doch das sieht man nur mit unvoreingenommenem Blick. Wer einzelne Studien herauspickt, kann so ziemlich alles begründen. »Eine neue Studie zeigt, dass Zucker Krebs fördern kann«, meldete kürzlich ein großer Fernsehsender. »Fürze riechen kann Krebs verhindern, behaupten Wissenschaftler«, schrieb ein großes Nachrichtenportal. Damit illustrieren sie, wie gefährlich die interessengebundene Instrumentalisierung wissenschaftlicher Studien ist. Auch in Sachen Glyphosat sollten wir daher auf die Interessen selbst schauen, nicht auf die Studien, hinter denen sie versteckt werden sollen.

– Tobias Hürter

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Na logisch! Selbst-Heroisierung: Die zweite Hauptrolle im Immunisierungs-Drama

Die Na logisch!-Kolumne über Logik, Rhetorik und Argumentationstheorie schreibt normalerweise Daniel-Pascal Zorn. Nach seinem Text über Selbst-Viktimisierung hat die Soziologin Paula-Irene Villa (Braslavsky) einen Gastbeitrag zur Selbst-Heroisierung verfasst. Die Autorin hat den Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie und Gender Studies an der LMU München inne. 

Wie in dieser Kolumne und auch anderweitig bereits trefflich analysiert, erfreut sich die rhetorische Strategie der Selbst-Viktimisierung medial und politisch derzeit besonderer Beliebtheit. Sie beinhaltet im Kern, sich ohne Differenzierung und jenseits von Fakten oder nachvollziehbarer Praktiken – letztlich also nicht selten schlicht gelogen – als Opfer einer Übermacht zu inszenieren, der man (meist viel zu lange schon) ausgeliefert sei. Den ganzen Artikel lesen

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Die Philosophie des Eierkraulens

Die Philosophie des Eierkraulens

Wie kann man sich nur vor Fernsehkameras an den Eiern kraulen – und dann auch noch an der eigenen Hand schnüffeln? Das fragen sich seit einigen Tagen alle, die dieses Video von Bundestrainer Jogi Löw gesehen haben. Und das sind weltweit eine ganze Menge. Zu sehen ist, wie der deutsche Bundestrainer am Spielfeldrand gründlich in seiner Bügelfaltenhose herumstochert und die Hand anschließend an die Nase führt. Das ist unappetitlich und unangemessen. Dennoch ist es nicht nur die Handlung selbst, die den Vorfall so brisant macht. Vielmehr staunt die Welt darüber, dass sich der Bundestrainer so verhält, als säße er unbeobachtet zu Hause auf der Couch, obwohl er stattdessen vor Millionen von Zuschauern steht.

Dabei müsste Jogi Löw eigentlich ein Medienprofi sein. Seit 2006 trainiert er die deutsche Nationalmannschaft, unter seiner Führung wurden wir Weltmeister. Wie viele Live-Interviews, Nachgespräche, öffentliche Trainings und Länderspiele muss ein Mensch absolvieren, um zu wissen, dass alles genauestens beobachtet wird, was er tut?

Wie Lukas Podolski in seiner direkten Art anmerkt, kraulen sich wahrscheinlich viele Männer mal an den Eiern. Allerdings zu Hause, nicht im Fernsehen. Die klare Trennung zwischen einer öffentlichen und einer privaten Sphäre ist für unser Leben von fundamentaler Bedeutung. Dabei bedingen sich beide gegenseitig: »Ohne das Private lässt sich das Öffentliche nicht denken« schreibt der Berliner Philosoph Volker Gerhard. Öffentlichkeit sei die Grundbedingung, in der sich das menschliche (Zusammen-)Leben entfalte. Genauso brauchen wir den privaten Raum, der uns vor dem Licht der Öffentlichkeit verbirgt, damit wir ganz bei uns selbst sein können (was auch immer das bei Jogi Löw konkret bedeutet).

Mit dem Internet hat sich eine Öffentlichkeit gebildet, die sich für viele oft ganz privat anfühlt. Man sitzt alleine vor dem Rechner,  während man gleichzeitig Informationen mit der ganzen Welt teilt. Je mehr man sich im Netz bewegt, desto leichter vergisst man spontan seine Öffentlichkeit – und gibt eventuell ganz persönliche Sachen preis. Das kann ein intimer Post auf Facebook sein oder der Besuch einer Pornoseite, was ebenfalls Spuren im Netz hinterlässt. Vielleicht ist Jogi Löws Eierkrauler das Ergebnis eines ähnlichen Prozesses: Einerseits hat sich im Zuge der EM das mediale Interesse an seiner Person enorm erhöht. Kameras beobachten jeden seiner Schritte, vom Training ins Hotel bis in die Coaching-Zone. Mit der Gewöhnung an diese Form der Öffentlichkeit schwand sein Bewusstsein für sie. Gleichzeitig verkleinern sich für Löw durch die ständige Beobachtung die für jeden Menschen essentiellen privaten Räume. Kombiniert man das mit dem Druck durch einen nicht gerade exzellenten Auftritt der deutschen Mannschaft, ist es vielleicht plötzlich nicht mehr so abwegig, sich spontan ganz privat zu verhalten. Jedem, der im Netz schon mal etwas getan hat, was er nicht unbedingt auf einem Marktplatz tun würde, ist im Grunde etwas Ähnliches passiert – auch wenn dabei (hoffentlich) keine Eier im Spiel waren.

Robin Droemer

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Der Markt soll Verantwortung für die Philosophie übernehmen

Universitätsprofessor Peter Trawny antwortet auf den letzten Beitrag von HOHE LUFT-Chefredakteur Thomas Vašek und macht konstruktive Vorschläge, wie sich die Sphären von Philosophie und Markt auf fruchtbare Weise verbinden lassen könnten. Alle Beiträge zur Debatte um die Popularisierung der Philosophie finden Sie unten. 

Ich teile mit Thomas Vašek die Ansicht, dass die Philosophie eine Öffentlichkeit braucht. Diese Öffentlichkeit entspringt der Philosophie selbst, dieser spezifischen Denkform. Niemand ist von ihr ausgeschlossen. Jede und jeder, die und der ihre Voraussetzungen anerkennt, ist eingeladen. Ja, sogar der oder die, der oder die sie nicht anerkennen kann oder will, wird aufgerufen, sich an ihr zu beteiligen. Eine zentrale Voraussetzung dieser Öffentlichkeit ist übrigens, dass ihr Öffentlichsein nicht beeinträchtigt werden darf. Ich sehe z.B. bei Hannah Arendt und natürlich in der „Kritischen Theorie“ ein Interesse an ihrer theoretischen Ausarbeitung.    Den ganzen Artikel lesen

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