Kategorie: Aktuell


Wann ist Sommer?

Am 1. Juni begann der meteorologische Sommer, der kalendarische Sommeranfang steht erst diese Woche an. Und für manche ist Sommer eher ein Gefühl. Unser Kolumnist Jörg Phil Friedrich, Philosoph und Unternehmer, fragt sich: Wann ist denn nun Sommer? 

Jetzt sind wir wieder genau in diesen Tagen, in denen man, wenn es nicht so heiß wäre, darüber streiten könnte, ob nun schon Sommer ist, oder noch nicht. Kluge Menschen unterscheiden den meteorologischen Sommeranfang vom kalendarischen. Aber welcher ist der richtige? Der kalendarische ist älter, und nach ihm beginnt der Sommer genau an dem Tag, an dem die Sonne am längsten am Himmel steht. Den meteorologischen Sommeranfang haben sich – das sagt der Name schon – die Meteorologen ausgedacht, um es sich einfach zu machen: Sie haben ihn einfach auf einen Monatsanfang gelegt, damit sie beim Zusammenzählen von Sonnenstunden und Regentagen einfach die Monatswerte addieren können. Den ganzen Artikel lesen

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Der Fluch der Potenz

Bis vor kurzem schien die Welt in bester patriarchaler Ordnung. Dann kam #MeToo. Eine sexistisch geführte Debatte gegen Sexismus, die die Menschheit in zwei Lager spaltete. Weibliche Opfer vs. Männliche Täter. Wer hat diese Rollenverteilung zu verantworten? Das Patriarchat, sagt die Feministin Margarete Stokowski. Der „totalitäre Feminismus“, findet der Feuilletonist Jens Jessen. Die Frauen selbst, meint die Philosophin Svenja Flaßpöhler, die mit ihrem aufklärerischen Appell zur Selbstermächtigung der „potenten Frau“ die Vernunft ins Spiel bringen möchte. Den ganzen Artikel lesen

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Das große Ganze – Heft 4/18 ist da

Wir sind kosmosvergessen. Lieber starren wir stundenlang auf unser Smartphone als auf das unermessliche, funkelnde Display über uns. Und doch gibt es Momente, in denen wir das große Ganze erahnen, zu dem wir gehören, mit dem wir auf irgendeine rätselhafte Weise verbunden sind – ohne, dass man dafür zum Mystiker werden muss. Im neuen Heft (ab 24. Mai 2018 im Handel) fragen wir nach der Bedeutung des Kosmos‘ für die Philosophie und unsere eigene Existenz.

»Wir erleben heute eine brutale Wiederkehr der Metaphysik« beklagt der Philosoph Markus Gabriel. Wir haben Gabriel, einen der wichtigsten Vertreter des neuen Realismus, in Paris getroffen. Warum in seinen Augen die Metaphysik eine Mitschuld am Populismus trägt, lesen Sie in der neuen Ausgabe.

Weitere Themen: Sterben für Ideen – was treibt Märtyrer? Der Mann als Opfer des Patriarchats. Kann man das Leben würfeln? Luise Meier erklärt, wie man den Kapitalismus sabotiert. Wozu ist Sport gut? Mit Ludwig Wittgenstein im Schützengraben. Und: Like mich am Arsch? – was Facebook und Co. trotz Datenskandal so anziehend macht.

Das HOHE LUFT-Team wünscht viel Freude beim Lesen!

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Sie haben Lob, Kritik, Anregungen für uns? Schreiben Sie an: kontakt(at)hoheluft-magazin.de

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Normal sein – warum eigentlich? Ausgabe 3/2018

Es ist paradox: Wir möchten normal sein und doch einzigartig. Als durchschnittlich wollen wir nicht gelten, aber auch nicht ständig anecken. Doch was ist heute überhaupt normal? In der neuen Ausgabe HOHE LUFT fragen wir nach der Bedeutung von Normalität und ihrer Rolle in unserem Leben.

Weitere Themen: Das Ende der Rechts-Links-Unterscheidung? Die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal über Wege aus dem Sexismus. Was es heißt, einen Menschen zu verstehen. Über das Warten. Philosophie der Midlife-Crisis. Kreativität im digitalen Zeitalter. Was sagt uns die Stille?

Und: »Der Mensch ist nie allein« – wir trafen den Freiburger Philosophen Rainer Marten zum Interview über das Verhältnis von Denken und Leben.

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit dem neuen Heft!

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Philosophie in Bewegung

Wolfram Eilenberger stellt der deutschsprachigen Philosophie ein verheerendes Zeugnis aus. Sie sei in einem „desolaten Zustand“, schreibt der Publizist – und selbst Philosoph – in der ZEIT vom 01. März 2018: keine neuen Köpfe in Sicht, keine Antworten auf große und drängende Fragen, nicht einmal Ansätze dazu. Der Nachwuchs werde – vergleichbar jungen Fußballprofis – immer gewiefter, verliere aber jeden eigenen Charakter. Die Zunft reagiert mit abgeklärtem Achselzucken. Hinter vorgehaltener Hand flüstert man sich „Volltreffer“ zu, andere wehren sich gegen die Vorwürfe. 

Wenn Verteidigung sinnlos wird, hilft freilich nur noch bessermachen. HOHE LUFT startet deshalb eine Initiative: akademische Philosophie soll zeigen dürfen, was sie kann, wenn man sie nur lässt. Wir geben Raum für Projekte, die mehr sind als nur Glasperlenspiele – Projekte, die mit entscheidenden Fragen unserer Zeit zu tun haben. 

Den Anfang macht ein Vorhaben der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main. Es geht um die Zukunft des Verkehrswesens und das autonome Fahren. Wenn alle Autos sich bald selbst steuern und untereinander abstimmen, ergäbe sich daraus nicht die Möglichkeit, es endlich einmal gerecht zugehen zu lassen? Vollkommene Chancengleichheit? Oder werden die Reichen am Ende wieder alle Vorteile für sich haben? Nur durch einen neuen Gesellschaftsvertrag kann das geklärt werden, meint Martin Gessmann.

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Die unheimliche Macht des Begehrens

Worum geht es wirklich in der #metoo-Debatte? Auf den ersten Blick scheint die Sache klar zu sei. Seit Monaten reden wir über sexuelle Übergriffe, über Sexismus und sexualisierte Gewalt. Doch wir reden zuwenig über das eigentliche Thema, das hinter all dem steht. Wir reden zuwenig über Sex, genauer: über sexuelles Begehren. Den ganzen Artikel lesen

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Staunen – eine philosophische Haltung

Die Volkshochschule Essen (VHS) lädt für Sonntag, 8. April, von 11 bis 13 Uhr, zum Café philosophique in das Kulturforum Steele, Dreiringstr. 7, ein. Die philosophische Frage der Veranstaltung wird sein, welche Funktion das Staunen hat und welche Wirkungen es entfaltet. Den ganzen Artikel lesen

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Verständliche Philosophie in einer schwer verständlichen Welt?

Wer möchte nicht verständlich sein? Zwar wird manchmal behauptet, es gäbe Philosophen, die würden extra so schreiben, dass sie keiner versteht. Sie würden, so hört man, sich ganz bewusst einer Sprache bedienen, die irgendwie geheimnisvoll und wichtig klingt, aber eigentlich inhaltsleer ist. Sie sagen nichts, tun das aber auf eine Weise, die nach sehr viel klingt. Am Ende kann dann jeder in die Worte des Philosophen hineinlegen, was er selbst möchte, aber was der Philosoph wirklich sagen wollte, bleibt unverständlich, vielleicht, so meint man, weil es da auch gar nichts zu verstehen gibt.

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Die dunkle Seite der Philosophie

„Künftig muss das Unverständliche gewagt werden,“ schrieb Martin Heidegger einmal: „Jedes Zugeständnis an Verständlichkeit ist schon Zerstörung.“ Der Satz ist wie ein Schlag ins Gesicht für jeden, der an die Kraft des nachvollziehbaren Arguments glaubt, an die Verantwortung begründender Rede. „Unverständlich“ solle die Philosophie bleiben, ja mehr noch, nur die Unverständlichkeit sichere ihre Existenz.

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Das Böse im System

Der unfassbare Skandal um Tier- und Menschenversuche der deutschen Automobilindustrie wirft eine Reihe von Fragen auf. Handelt es sich hier primär um ein ethisches Versagen? Oder liegt das Problem im System? Und welcher Zusammenhang besteht zwischen der »ethischen« und der »systemischen« Dimension? Die deutsche Autoindustrie beherrscht und durchdringt dieses Land bis in den letzten Winkel. Sie hat ein System hervorgebracht, das  kaum noch wirksam kontrollierbar ist, nicht zuletzt wegen ihrer Verflechtungen mit der Politik – ein System, nach dessen Eigenlogik offenbar der Zweck das Mittel heiligt. Ethisches Fehlverhalten und der totalitäre Charakter dieses Systems hängen zusammen.  Die Diesel-Tricksereien und die Tier- und Menschenversuche entspringen letztlich der gleichen Eigenlogik – der Eigenlogik einer Automobilindustrie, die sich vom Verbrennungsmotor, im besonderen vom Diesel, abhängig gemacht hat. Ethiker und Systemtheoretiker sollten diesen Zusammenhang im Auftrag der nächsten Bundesregierung gemeinsam untersuchen. Mit Entschuldigungen der Spitzenmanager ist es nicht getan. Man muss vielmehr fragen, ob in diesem System die Übernahme von Verantwortung überhaupt noch möglich ist. Politisch ist die Frage zu stellen, ob das System der deutschen Automobilindustrie noch reformierbar ist – oder ob es zerschlagen werden muss. Thomas Vašek

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