Autor: Thomas Vašek

Kann ich, was ich will?

Oft ist die Rede von Freiheit, Autonomie, Selbstbestimmung. Was aber ist die Selbstständigkeit? Ein wichtiger Begriff, da sie vom Umgang mit unserem eigenen Können handelt. Und genau darüber werden wir noch nachdenken müssen – im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Als der griechische Held Ödipus an der Sphinx vorbeiwollte, jenem mythischen Ungeheuer, das die Stadt Theben belagerte, musste er wie alle Reisenden eine Frage beantworten, um nicht auf der Stelle gefressen zu werden: »Was geht am Morgen auf vier Füßen, am Mittag auf zweien und am Abend auf dreien?« Als einziger knackte Ödipus das Rätsel. Die Antwort lautet: der Mensch. Als Kleinkind krabbelt er auf allen vieren, als Erwachsener geht er aufrecht auf zwei Beinen, im Alter braucht er womöglich einen Stock. Die Sphinx stürzte sich daraufhin vom Felsen. Wir aber verdanken dem schlauen Ödipus nicht nur eine schöne Metapher für das menschliche Leben. Im »Rätsel der Sphinx« steckt bis heute auch die vielleicht einfachste, intuitivste Definition dessen, was wir unter dem rätselhaften Begriff »Selbstständigkeit« verstehen. Selbständig sind wir dann, wenn wir gewissermaßen »aufrecht gehen« können, …

Die dunkle Seite der Philosophie

„Künftig muss das Unverständliche gewagt werden,“ schrieb Martin Heidegger einmal: „Jedes Zugeständnis an Verständlichkeit ist schon Zerstörung.“ Der Satz ist wie ein Schlag ins Gesicht für jeden, der an die Kraft des nachvollziehbaren Arguments glaubt, an die Verantwortung begründender Rede. „Unverständlich“ solle die Philosophie bleiben, ja mehr noch, nur die Unverständlichkeit sichere ihre Existenz.

Tödliches Vertrauen

Vertrauen bedeutet, verletzbar zu sein. Das zeigt der Absturz der Germanwings-Maschine, der offenbar vom Kopiloten absichtlich herbeigeführt wurde, auf furchtbare Weise. Wer jemandem vertraut, geht immer ein Risiko ein. Man verzichtet darauf, den anderen zu überwachen, man räumt ihm einen Spielraum ein. Der andere kann diesen Spielraum missbrauchen, doch man ist zuversichtlich, dass er es nicht tun wird.

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Die neue HOHE LUFT jetzt im Handel und auf dem Tablet

Seit dem 22.03. ist die zweite Ausgabe von HOHE LUFT im Handel sowie als eMagazine im App Store und auf Google Play erhältlich. Das Titelthema „Misstraut uns! – Vertrauen ist kostbar“ stellt aktuelle Bezüge zur politischen Vertrauenskrise bis zur Finanzkrise her. Weitere Inhalte u.a. „Die Hybris der Hirnforschung“, „Die Verblendung der Atheisten“ und der Beitrag „Wozu Privatsphäre“ über den Boom sozialer Netzwerke und eine neue Definition des Begriffs Privatsphäre im Netzzeitalter“. Und ab sofort gibt es HOHE LUFT auch im Abo: www.hoheluft-magazin.de/abo Wir freuen uns auf euer Feedback! Viele Grüße Das HOHE LUFT Team

HOHE LUFT geht ab März in Serie!

Es ist soweit: Die nächste Ausgabe von HOHE LUFT (2/2012) kommt am Donnerstag, dem 22. März, in den Handel. Heft 3/2012 erscheint am 24. Mai. Die weiteren Erscheinungstermine sind am 20. September und am 22. November 2012. Mehr Informationen zum Abo gibt es demnächst an dieser Stelle. Illustrationen werden weiterhin die zentrale Optik des Magazins bilden. Auch das Coverkonzept, Heftaufbau sowie die Themenmischung aus Gesellschaft & Kultur, Politik & Wirtschaft bleiben erhalten. Die bisherige Resonanz hat unsere Erwartungen übertroffen. Vielen Dank an alle Leser und Fans von HOHE LUFT, wir freuen uns sehr über das positive und konstruktive Feedback! Viele Grüße Das Team von HOHE LUFT

Mensch Wulff: Ein Fall von Willensschwäche?

Was heißt es, Mensch zu sein? Fragen wir Christian Wulff. Als Bundespräsident müsse man „die Dinge so im Griff haben, dass einem das eben nicht passiert“, sagte er im Fernsehinterview zu seinem Anruf bei Bild-Chefredakteur Kai Diekmann: „Und trotzdem ist man Mensch, und man macht Fehler“. Darin muss man Wulff uneingeschränkt zustimmen. In der Tat: Menschen machen Fehler, sie schätzen Situationen falsch ein oder handeln schlicht unüberlegt. Der Bundespräsident hat sich für seinen „schweren Fehler“ entschuldigt, das macht ihn besonders menschlich. Zu denken gibt allerdings seine Begründung. Der Anruf bei Diekmann sei mit seinem „eigenen Amtsverständnis nicht vereinbar“, sagte Wulff: „Denn ich will natürlich besonnen, objektiv, neutral, mit Distanz als Bundespräsident agieren. Und ich möchte vor allem Respekt vor den Grundrechten, auch dem der Presse und Meinungsfreiheit haben (…).“ Zu Recht fragte der Interviewer nach: Wenn Wulff das alles wirklich will, wenn er davon so überzeugt ist – warum dann der fatale „Drohanruf“ in eigener Sache?