Aktuell HOHE LUFT

Richtig streiten #1: Das begründete Sprechen

Von Jörg Phil Friedrich Es wird viel gestritten, in Talkshows, bei Facebook, in der Familie und unter Freunden. Es geht um alles Mögliche, um die Umwelt […]

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Aktuell HOHE LUFT Leseprobe Netz

Selphi statt Selfie

Die neue Epidemie des Sich-selbst-Fotografierens hat auch eine philosophische Komponente. Und zwar keine schlechte! Im neuen Sonderheft HOHE LUFT kompakt »Total digital!« plädiert Tobias Hürter […]

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Total digital! Total menschlich?

Die Digitalisierung verändert unsere Lebens- und Arbeitswelt dramatisch. Während manche Visionäre vom digitalen Fortschritt die Lösung aller Menschheitsprobleme erwarten, fürchten die anderen den Untergang der Demokratie, ja, das Ende des Menschen überhaupt. Zwischen überzogenen Heilsversprechen und hysterischen Alarmrufen bleibt kaum Raum für reflektiertes Nachdenken. Ebendiese Reflexion brauchen wir aber, um den Wandel, von dem alle reden, wirklich zu verstehen. In diesem Sonderheft versuchen wir, die digitale Transformation philosophisch aus verschiedenen Blickwinkeln zu durchdringen, von den Möglichkeiten und Grenzen der künstlichen Intelligenz über die Privatsphäre im Internet bis zu den vielfältigen Zerstreuungen des digitalen Alltags. Unsere leitende These ist ebenso einfach wie radikal: Im digitalen Wandel geht es nicht primär um das Digitale. Es geht um den Menschen und die Rolle, die wir in einer zunehmend digitalisierten Welt spielen wollen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre.
Ihr HOHE LUFT-Team

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Angstlust! HOHE LUFT 6/2018

Angst und Lust – es gibt kaum gegensätzlichere Empfindungen. Vor der Angst fliehen wir, der Lust jagen wir nach. Und doch dominiert heute eine Art Hybrid – eine »Angstlust«, die uns beides zugleich fühlen lässt. In der neuen Ausgabe HOHE LUFT starten wir eine Serie, die sich um die Weisheit der Gefühle dreht. Im Mittelpunkt des ersten Teils steht der »Thrill«, die rätselhafte Kombination von Angst und Lust. In der nächsten Ausgabe folgt das Gefühlspaar Neid und Scham.

In gleich drei weiteren Essays in diesem Heft gehen wir dunklen, schwer greifbaren Phänomenen nach, die auf ihre je eigene Weise Angstlust machen: Das Monströse, die Menschenmasse, der Fake.

Weitere Themen dieses Mal: Über die Gastfreundschaft. Was ist Antisemitismus? Das Doppelleben des Meister Eckhart. Was kann experimentelle Philosophie?
Und im Gespräch: Der Philosoph Christian Neuhäuser fasst Reichtum als moralisches Problem auf und möchte ihn begrenzen – aus Gründen der Selbstachtung.

Wir wünschen viel Freude mit dem neuen Heft!

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Links und Rechts

Von Jörg Phil Friedrich

Nach der Legende beginnt die Einordnung politischer Strömungen in rechte und linke mit dem Parlamentarismus irgendwann um die vorige Jahrhundertwende. Da saßen rechts die, die die alte Gesellschaft erhalten wollten, während links die Platz genommen hatten, die meinten, dass die Gesellschaft radikal verändert werden musste. Allerdings hatte die Gesellschaft sich schon verändert, sonst hätten diese Leute nicht friedlich zusammen im Parlament gesessen.

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Das Alltägliche ist nicht schlecht

Beim Symposion versammelten sich die Freunde des Sokrates, um in Ruhe und Gelassenheit sowie mit der gebotenen Ausführlichkeit ein Thema zu diskutieren. Dieses Ziel verfolgt auch das HOHE LUFT Online-Symposium: Nacheinander kommen mehrere Stimmen zu einem Thema zu Wort, nehmen aufeinander Bezug und kritisieren die Argumente des anderen. Dieses Mal schreibt Jörg Phil Friedrich über den Wert des Alltäglichen. Die Antwort von HOHE LUFT-Chefredakteur Thomas Vašek folgt in Kürze. 

Es gibt in der Philosophie einen Hang zum Außergewöhnlichen. Diesen Hang findet man schon in Platons Höhlengleichnis: uns interessiert der Außergewöhnliche, der, der sich aus den Ketten befreit und sich ans Licht kämpft, nicht seine Kameraden, die in der Höhle bleiben und über die Schattenspiele nachdenken. Der Trend setzt sich bis in die moderne Philosophie fort. Wittgenstein meinte, ein philosophisches Problem habe die Form „Ich kenne mich nicht aus“ – aber warum? Warum ist nicht eher der Satz „Ich kenne mich aus“ ein philosophisches Problem?

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»Die Moderne ist unglaublich anstrengend«

Seit dem Ausstieg Mesut Özils aus der Fußball-Nationalmannschaft und seinem Vorwurf, rassistische Anfeindungen erlebt zu haben, wird wieder über Rassismus diskutiert. Unter dem Hashtag #metwo schildern zahlreiche Menschen ihre schmerzlichen Erfahrungen mit Alltagsrassismus.
Thomas Vašek und Tobias Hürter sprachen mit dem Soziologen Armin Nassehi über die Entstehung von Rassismus und darüber, wie er sich überwinden ließe. Außerdem spricht der an der Münchner LMU lehrende Soziologe über die AfD, rechtes und linkes Denken und darüber, was uns wirklich veranlasst, Dinge zu tun.

Hier geht’s zum Interview (erschienen in HOHE LUFT 4/2016).

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Der Populist in uns

»Populisten sind die Pest«, so etwas sagt sich ganz leicht. Aber neigen wir nicht alle dazu, Dinge zu vereinfachen? Wenn wir den Populismus bekämpfen wollen, sollten wir daher beginnen, uns selbst zu verstehen.

Die Flüchtlinge rennen uns die Türen ein, der Rechtsstaat ist ausgehebelt, das politische Establishment nicht vertrauenswürdig. So nehmen »Populisten« die Lage wahr. Sie vereinfachen die Probleme, sie spitzen sie aufs Äußerste zu – und sie beanspruchen für sich, als Einzige den Durchblick zu haben, während alle anderen unfähig oder verblendet sind. So oder ähnlich lauten gängige Definitionen populistischer Politik.

Aber wie viel Populismus steckt in jedem von uns? Neigen wir nicht alle manchmal zu grober Vereinfachung, wenn wir über die Welt und die anderen urteilen? Womöglich verstehen wir den Populismus besser, wenn wir unsere eigenen Denkmuster und Wahrnehmungsschablonen auf den Prüfstand stellen. Wir nehmen uns heraus, andere Menschen nach dem Augenschein einzuschätzen, ohne Näheres über sie zu wissen. Wir schließen von uns selbst auf andere. Wir orientieren uns an Stimmungen und Atmosphären. Wir behaupten irgendwelche Dinge, ohne den Wahrheitsgehalt überprüft zu haben. Oft genug halten wir unsere eigene Meinung für die objektiv gültige. Wie die Populisten den Beifall der Menge brauchen, um sich stark fühlen zu können, so brauchen wir die Likes in unserer Facebook-Filterblase. Schon ein kleiner Wortwechsel mit dem Nachbarn im Treppenhaus genügt, um ihn jäh zum Feind zu erklären.

Der politische Populismus hat es auch deshalb so leicht, weil er an solche vorhandenen Mechanismen anknüpfen kann. Früher artikulierte sich der Demagoge von nebenan am Stammtisch, heute twittert und postet er seine Tiraden. Das soll nicht heißen, dass es keine realen Probleme gibt. Die Probleme existieren. Aber der Populist in uns neigt dazu, auf den Tisch zu hauen und zu sagen: »So geht’s nicht weiter mit diesem Land!« Insofern ist er eine Art Stammtisch-Held – einer von denen also, die nicht nur wissen, wie man richtig Fußball spielt, sondern auch, wie man die Weltprobleme löst. Der Populist in uns will keine langwierigen demokratischen Entscheidungsprozesse abwarten. Er will die Lösung sofort und ohne Kompromisse. Er ist im Innersten seines Herzens kein Demokrat, sondern ein Rechthaber, ein kleiner Diktator. Das macht ihn so gefährlich, wenn er unbeobachtet in der Wahlzelle seine Stimme abgeben soll – und sich dann womöglich an allen rächt, die ihm nicht folgen wollen und seine Sache unnötig verzögern. Der Populist in uns muss nicht unbedingt ein Rechter sein. Er kann auch aus der wohlmeinenden Linksliberalen sprechen, die meint, das Migrationsproblem müsse sich doch ganz einfach lösen lassen. Nämlich auf ihre Weise. Der Populist in uns erschwert es, die realen Probleme differenziert wahrzunehmen und zu pragmatischen Lösungen zu kommen. Der Stammtisch-Held in uns ist der, der alles besser weiß, aber in der Praxis auf lange Sicht scheitert. Denn die Welt widersetzt sich immer wieder unseren Versuchen, sie einer vereinfachenden Sichtweise zu unterwerfen.

Man kann den Populisten in uns nicht austreiben, aber man kann ihn auf eine erträgliche Weise kleinhalten. Die Lösung liegt aber nicht darin, ihm seine Denkfehler nachzuweisen oder ihn sonstwie intellektuell zu belehren. Die Lösung liegt vielleicht in einer Politik, für die das Stammtisch-Heldentum zwar eine Stimme hat, aber eben nur eine unter vielen. Vielleicht stecken auch in uns selbst mehr Stimmen, als wir ahnen. Stimmen, die sich Gehör verschaffen wollen. Die Stimme des Verunsicherten, des Einsamen, des Liebesuchenden oder Anerkennungsbedürftigen, der einfach nicht so recht weiß, wie es mit ihm weitergeht.

Rebekka Reinhard, Thomas Vašek

Dieser Text stammt aus der aktuellen Ausgabe HOHE LUFT (5/2018). Hier können Sie das Heft versandkostenfrei bestellen.

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Lasst uns streiten! Ausgabe 5/2018

Streiten Sie sich gerne? Dann wurde Ihnen vielleicht schon vorgeworfen, unbeherrscht oder irrational zu sein. Der Streit hat einen schlechten Ruf, Harmonie gilt als viel erstrebenswerter. Dabei kann ein beherzter Zoff ungemein belebend und bereichernd wirken. Wir plädieren im Titelessay der neuen Ausgabe dafür, den Streit philosophisch ernst zu nehmen – gerade in seiner oft unberechenbaren Emotionalität.

Weitere Themen im neuen Heft: Die Vielschichtigkeit der Manipulation. Wie das Wohnen unser Leben formt. Philosophen und die Liebe. Brauchen wir mehr Verbote? Die Philosophie der Blockchain. Ist Ungleichheit immer schlecht? Die Herrschaft der Dinge.

Und: »Freiheit ist keine Trophäe, sondern der Modus der Entfaltung« – die Berliner Philosophin Rahel Jaeggi spricht im Interview über Fortschritt, Rückschritt und Emanzipation.

Viel Freude beim Lesen!

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Arbeit neu denken! Hohe Luft kompakt

Arbeit ist ein großer Teil des Lebens. Sie bringt uns Geld, sie stellt uns vor immer neue Herausforderungen, sie stiftet Identität. So viel wie heute haben wir schon lange nicht mehr über Arbeit diskutiert. Denn wir stecken mitten in einem epochalen Wandel, dem größten Umbruch seit der industriellen Revolution: Jenem der Digitalisierung. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit lösen sich auf, Algorithmen, Roboter und Künstliche Intelligenz erleichtern uns die Arbeit, werfen aber auch neue Fragen auf: Wie gehen wir mit der gefühlten Beschleunigung um? Werden viele Jobs bald von Robotern erledigt? In dieser Verunsicherung liegt auch die Chance, über Arbeit neu nachzudenken. In unserem neuen HOHE LUFT kompakt (1/2018) blicken wir neugierig auf das Hier und Jetzt – und versuchen daraus Einsichten für die Zukunft zu gewinnen.

Einige Themen im neuen Heft: Herausforderung Job, Karl Marx im digitalen Kapitalismus, Mythos Team, Was ist gute Arbeit? Kreativität für Manager. Anpassen oder querdenken? Mut zur Auszeit. Arbeitszufriedenheit. Die lieben Kollegen.

Viel Spaß beim Lesen!

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Urlaubsethik – darf man überall hinreisen?

Viele Urlauber sind unsicher, wie es um die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen ihrer Reisepläne steht, wenn sie ein Land bereisen wollen, das gemeinhin als arm oder strukturschwach gilt. Stärke ich die Region, wenn ich dort Urlaub mache – oder schade ich ihr womöglich? Wenn ich Geld im Land lasse, könnte das doch der Wirtschaft nutzen und den Wohlstand anheben. Oder kommt der Geldsegen nur einigen Strippenziehern zugute während Einheimische ausgebeutet werden, die Natur zerstört wird und ich mir womöglich den Vorwurf einhandle, »Slum-Tourismus« zu betreiben? Wer profitiert, wenn man Urlaub in einem ärmeren Land macht? Den ganzen Artikel lesen

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Wann ist Sommer?

Am 1. Juni begann der meteorologische Sommer, der kalendarische Sommeranfang steht erst diese Woche an. Und für manche ist Sommer eher ein Gefühl. Unser Kolumnist Jörg Phil Friedrich, Philosoph und Unternehmer, fragt sich: Wann ist denn nun Sommer? 

Jetzt sind wir wieder genau in diesen Tagen, in denen man, wenn es nicht so heiß wäre, darüber streiten könnte, ob nun schon Sommer ist, oder noch nicht. Kluge Menschen unterscheiden den meteorologischen Sommeranfang vom kalendarischen. Aber welcher ist der richtige? Der kalendarische ist älter, und nach ihm beginnt der Sommer genau an dem Tag, an dem die Sonne am längsten am Himmel steht. Den meteorologischen Sommeranfang haben sich – das sagt der Name schon – die Meteorologen ausgedacht, um es sich einfach zu machen: Sie haben ihn einfach auf einen Monatsanfang gelegt, damit sie beim Zusammenzählen von Sonnenstunden und Regentagen einfach die Monatswerte addieren können. Den ganzen Artikel lesen

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