Aktuell Europa HOHE LUFT

Wie erwachsen werden? Ausgabe 3/2019

HOHE LUFT 3/2019 – ab 14. März 2019 im Handel! Die erste Beziehung, der erste Job, der Tod der Eltern – Erwachsen werden, das heißt […]

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Aktuell HOHE LUFT

Framing und Dialektik

Framing ist in den letzten Jahren zu einem Begriff geworden, an dem sich die Gemüter erhitzen. Gemeint ist mit diesem Begriff eine Methode, Aussagen durch […]

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Post-Faktisch – Über die unheimliche Macht der Fake-News

Wie entfalten Fake-News ihre Wirkung, obgleich sie nicht wahr sind? Manuel Güntert meint: Selbst eine falsche Information kann reale Folgen haben und trägt insofern eine »doppelte Wahrheit« in sich. 

Obschon es in jüngerer Vergangenheit omnipräsent wirkt, ist das Phänomen der Fake-News mitnichten eines, das erst kürzlich in den Diskurs gerutscht ist. Im Gegenteil ist die Geschichte der Menschheit eine, die durchsetzt ist von Lügen, Intrigen, Verdrehungen, Verzerrungen und Verfälschungen. Dem amerikanischen Soziologen William Isaac Thomas verdanken wir eine profunde Einsicht, anhand derer sich potentielle Folgewirkungen der Fake-News beschreiben lassen. Dem nach ihm benannten „Thomas-Theorem“ zufolge werden Situationen, die von Menschen als wirklich definiert werden, in ihren Konsequenzen tatsächlich wirklich.[1] Denn wer glaubt oder zu glauben vorgibt, eine Situation, die vorgängig als wirklich aufgefasst wird, wäre das auch, der neigt dazu, zu handeln, als ob sie wirklich wäre. Dadurch erst macht er sie wirklich(er). Den ganzen Artikel lesen

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Reflexe #12: Wege ins griechische Denken

Es gehört zu den Selbstverständlichkeiten der europäischen Philosophietradition, dass sie ihre Wurzeln bei den Denkern im alten Griechenland hat. Viele der Sätze, die Thales, Heraklit, Anaximander und anderen zugeschrieben werden oder die sich in den Schriften von Platon, Aristoteles finden lassen, haben es in unsere Alltagssprache geschafft, wenn auch oft zum Sprichwort verkürzt und kaum noch wiederzuerkennen. Und bis in die Philosophie unserer Tage hinein kreist das philosophische Denken um Fragen, die in den Fragmenten der Vorsokratiker, den Dialogen des Platon und Aristoteles‘ Schriften gefunden werden können.

Man könnte daraus schließen, dass jeder ernsthafte Philosoph versucht, die Gedanken den alten Griechen in ihrem Wortlaut zu folgen und dass es sicherlich einige Einführungen in die Sprache der alten Griechen gibt, die uns das Denken dieser Philosophen in ihrem Wortlaut erfahrbar machen. Doch so viele gibt es davon nicht. Den ganzen Artikel lesen

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Richtig streiten #10: Warum streiten wir überhaupt?

Nachdem es in der letzten Folge dieser Serie darum ging, plausibel zu machen, dass Meinungen im Streit zumeist nicht als Behauptungen zu verstehen sind, denen sich die anderen Streitenden zwingen anschließen müssten, bleibt die Frage, was es denn sonst mit diesen Meinungsäußerungen auf sich hat. Wenn wir unsere Meinungen zumeist gar nicht äußern, um andere davon zu überzeugen, warum äußern wir sie dann? Warum streiten wir überhaupt?

Alles Spekulation

Nun ist die Philosophie keine empirische Wissenschaft. Wir machen also keine Umfrage, befragen streitende Menschen nicht, warum sie streiten. Im Gegenteil, Philosophie pflegt ein gewisses Misstrauen gegen solche Empirie. Warum sollten die Befragten in der Umfrage „die Wahrheit“ sagen? Vielleicht steuert die Fragestellung schon das Verständnis der Befragten vom Gegenstand der Frage? Woher sollen wir überhaupt sicher sein, dass die Streitenden selbst wissen oder sagen können, warum sie streiten? Den ganzen Artikel lesen

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Richtig streiten #9: Was heißt „Geltung“?

Als Reaktion auf den letzten Teil meiner Serie wurde unter Anderem gefragt, ob man tatsächlich annehmen kann, dass die Streitenden für ihre geäußerten Meinungen keine Geltung beanspruchen würden. Um diese Frage zu beantworten, kann man zwei Wege beschreiten: Zum einen wäre zu klären, was „Geltung beanspruchen“ eigentlich bedeutet, dazu muss natürlich gefragt werden, was Geltung heißt und was beanspruchen heißt. Zum anderen können wir überlegen, um was es wahrhaftigen und nachsichtigen Streitenden in einem Streit tatsächlich gehen kann – um anschließend zu prüfen, ob eines der gefunden Ziele als „Geltung beanspruchen“ bezeichnet werden kann. Dem ersten Weg ist dieser Teil gewidmet, im nächsten Teil geht es um den zweiten Weg.

„Geltung beanspruchen“ in der Theorie

Was „Geltung“ heißt, kann man ohne Angabe des Kontextes, in dem das Wort verwendet wird, vermutlich nicht klären. Allerdings geben uns unstrittige Verwendungsweisen in bestimmten sozialen Bereichen Hinweise darauf, was das Wort in anderen Bereichen bedeuten könnte. Wir müssen also einen kleinen Umweg machen, um zur Bedeutung dieses Wortes im Streit vorzudringen. Den ganzen Artikel lesen

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Richtig streiten #8: Geltungsansprüche und Fehlschlüsse

Haben Meinungen im Streit einen Geltungsanspruch? In dieser Serie ist schon mehrfach deutlich geworden, dass Meinungen immer eine persönliche Modulation durch die Person, die sich äußert, haben. Es ist meine Meinung, die ich äußere. Wenn man in einer Diskussion nachfragt, ob der andere sich sicher ist, dass es sich wirklich so verhält, wie er sagt, wird man oft die Antwort bekommen „Es ist meine Meinung!“. Meinungen werde selten mit dem Anspruch geäußert, dass jeder ihr zustimmen muss. Auch wenn Alice, die die Meinung äußert, dass „Trump ein Idiot ist“, sich sehr sicher ist, dass es sich so verhält, wird sie vermutlich nicht der Meinung sein, dass Bob zwingend zustimmen muss, schon gar nicht, dass ihre Argumente, mit denen sie ihre Meinung stützt, ihn zwingend überzeugen müssen.

Geltungsanspruch für mich

Alices Meinung gibt darüber Auskunft, wie sie die Welt sieht. Sie beansprucht keine Geltung in dem Sinne, dass Bob ihre Sicht teilen muss. Deshalb ist jede Argumentation, in der Bob dies behauptet, schon ein ungeeigneter Einstieg in den Streit, gesetzt, beide haben die Absicht, dem jeweils anderen ihre Meinung plausibel zu machen und womöglich sogar den anderen von der eigenen Meinung zu überzeugen und ihn in der bisherigen Überzeugung zu erschüttern. Wenn Bob, im Gegensatz zu Alice, der Meinung ist, Trump sei ein kluger Mann und ein guter Präsident, dann tun beide gut daran, wenn sie abgleichen, was für die eine und was für die andere Meinung spricht. Beide sollten darüber einig sein, dass es sein kann, dass sie beide irren. Den ganzen Artikel lesen

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HOHE LUFT-Newsletter: Neues Anmeldeverfahren

Liebe Leserinnen und Leser,

im Zuge der DSGVO haben wir ein neues Anmeldeverfahren für unseren Newsletter etabliert.

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Ihr HOHE LUFT-Team

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Ausgabe 2/19: Wie viel Moral ist gut für uns?

HOHE LUFT 2/2019 ist da!

Begriffe wie »Gutmenschentum« geistern durch den öffentlichen Diskurs. Zeit, einen Schritt zurückzutreten und sich zu fragen: Wozu ist Moral gut? Wo liegen ihre Grenzen? In unserem Titelessay versuchen wir, eine differenziertere Sicht auf die angebliche »Hypermoral« und ihre Funktion in der Demokratie zu werfen.

Im dritten Teil unserer Serie »Die Weisheit der Gefühle« geht es diesmal um Traurigkeit und Wut – zwei Gefühle, die uns auf unterschiedliche Weise energetisieren; und die uns zeigen können, was uns wichtig ist und was wir unerträglich finden.

Weitere Themen im Heft: Freundschaft im digitalen Zeitalter. Joseph Vogl spricht über Kapitalismus und den Tod des Intellektuellen. Sigmund Freud – ein Philosoph? Was wir von chinesischer Kunst über das Netz lernen können. Was bedeutet Selbstständigkeit? Der weise Lord, Philosoph und Aktivist Bertrand Russell. Ist Identität ein Rhythmus?
Und: 55 Fragen – zum Nachdenken, Grübeln, Weitergeben.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!

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Fragen, Kritik oder Lob senden Sie gerne an: kontakt(at)hoheluft-magazin.de

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Richtig streiten #7: Die Spontanität der Äußerung

Wenn jemand für das kritisiert wird, was er sagt, liegt der Kritik zumeist die Vorstellung zugrunde, dass der Sprecher sich zuvor überlegt hat, was er sagen wird. Das gilt sicherlich, wenn jemand eine Rede hält, zumal, wenn er sie vom Blatt abliest. Es gilt aber sicherlich nicht unbedingt beim Streit. Häufig fordert man zwar von Anderen, dass sie erst nachdenken sollen, bevor sie sprechen. Aber ist das wirklich möglich? Wie wäre es umgekehrt: Wenn wir besser streiten wollen, müssen wir bedenken, dass Äußerungen im Streit spontan erfolgen, undurchdacht, intuitiv und emotional. Sowohl Zuhörer als auch Sprecher müssen mit dieser Spontanität umgehen. Auch das gehört zu dem bereits genannten Prinzip der Nachsichtigkeit.

Was heißt „spontan?

Wir wollen als spontan eine Äußerung dann bezeichnen, wenn sie vor der Mitteilung nicht ausdrücklich gedacht und erst recht nicht gedanklich in Worten ausformuliert worden ist. Wie viele spontane Äußerungen man in Gesprächen zum Besten gibt, kann jeder Mensch nur durch Selbstbeobachtung herausfinden. Der Schreiber dieser Zeilen muss zugeben, dass die meisten seiner Äußerungen in Gesprächen spontan sind. Es gibt zwar durchaus den Fall, dass ich mir überlege, was ich sagen will, aber vieles von dem, was ich sage, habe ich zuvor nicht genau bedacht. Es „kommt in mir hoch“ und „es will hinaus“. Den ganzen Artikel lesen

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Die große Täuschung

Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen, zieht sich aus Facebook und Twitter zurück. Er will dort nicht mehr posten, keine politischen Statements, keine Aufrufe zur Wahl, keine Hinweise auf Fernsehsendungen und Interviews und auch keine kleinen Einblicke in die private Welt. Das wir nun von vielen Seiten kritisch kommentiert: Als Politiker, so heißt es, muss man heute unbedingt in den Sozialen Medien präsent sein, man soll nicht nur posten, sondern natürlich auch die Kommentare lesen, die man als Reaktionen erhält. Dort, bei Facebook und Twitter, spricht heute das Volk, da kann man herausfinden, was die Leute, die Wähler denken.

Diesen Eindruck bekommt man auch, wenn man andere Medien verfolgt. Im Radio erzählen die Moderatoren, was die Leute gerade twittern und posten, die Hörer werden aufgefordert, ihre Meinung zum Programm per Facebook-Posting zu teilen, und gleich darauf werden die ersten Reaktionen verlesen. Alle scheinen bei Facebook zu sein, jeder scheint zu twittern. Die Öffentlichkeit, die Kneipe, der Marktplatz, so scheint es, ist heute die Social-Media-Welt. Den ganzen Artikel lesen

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Richtig streiten #6: Der Beweggrund der Meinungsäußerung

Wir hatten bisher gesehen, dass eine Meinungsäußerung im politischen Meinungsstreit niemals eine bloße Tatsachenbehauptung ist, sondern dass sie immer durch ein persönliches Interesse des Sprechenden moduliert ist. Das gilt auch, wenn die Aussage für sich genommen wie ein Aussagesatz klingt, etwa, wenn Alice sagt: „Trump wird die nächste Wahl auch gewinnen!“ oder wenn Bob äußert „In den Medien herrschen überhaupt keine Qualitätsstandards mehr!“. Im Falle von Alice ist noch klar, dass es sich nicht um eine Tatsachenbehauptung handelt, da ihr Satz die Zukunft betrifft. Allerdings könnte man auch hier vermuten, dass es sich um eine sachliche Hypothese handelt, die nicht durch persönliche Modulation eine Angst, Hoffnung oder Sorge ausdrücken soll. Bobs Satz, für sich genommen, hat allerdings die Form einer einfachen Tatsachenbehauptung. Trotzdem wird es sich in einer Diskussion unter Freunden nur sehr selten um eine sachliche Hypothese handeln. Vielmehr darf man vermuten, dass Alice und Bob davon überzeugt sind, dass die anderen die jeweilige Modulation kennen. Wenn Alice äußert, dass Trump auch die nächste Wahl gewinnen wird, ist sie sicher, dass die anderen wissen, dass ihr diese Aussicht Sorgen macht. Man wird es aus ihren bisherigen Äußerungen sicher und intuitiv schließen. Wenn es sie nicht mit Sorgen erfüllen würde, so können wir annehmen, würde sie es gar nicht sagen. Aus dem Satz spricht mehr Sorge als eine sichere Prognose. Ebenso ist es be Bob, dem es Sorgen macht, dass er in den Medien immer mehr Beiträge liest, die qualitativ minderwertig sind. Würde ihn diese Tatsache gar nicht bekümmern, dann würde er sich zu dieser Frage wahrscheinlich gar nicht äußern.

„Das ist meine Meinung!“

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