Aktuell HOHE LUFT

Die große Täuschung

Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen, zieht sich aus Facebook und Twitter zurück. Er will dort nicht mehr posten, keine politischen Statements, keine Aufrufe zur Wahl, […]

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Aktuell

Richtig streiten #6: Der Beweggrund der Meinungsäußerung

Wir hatten bisher gesehen, dass eine Meinungsäußerung im politischen Meinungsstreit niemals eine bloße Tatsachenbehauptung ist, sondern dass sie immer durch ein persönliches Interesse des Sprechenden […]

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Die Fiktion der Wahrheit

Das, was vor wenigen Tagen über die Fälschungen von Reportagen beim Spiegel ans Licht gekommen ist, wirft Fragen nach der Wahrheit von Werken mit realem Bezug überhaupt auf. Die Frage, wann eine Reportage etwas Wahres erzählt, kann Anlass sein, über die Wahrheit von Geschichten überhaupt nachzudenken. Wann ist eine Geschichte wahr? Wann ist eine Geschichte Fiktion, wann sind fiktionale Geschichten wahr und was macht vielleicht sogar eine wahre Geschichte zur Fiktion? Ist es am Ende überhaupt eine Fiktion, dass wahre Geschichten die Wahrheit erzählen und unwahre Geschichten eben nicht?

Es wäre unzureichend, wenn wir jetzt nur über den Extremfall des Betrügers diskutieren, der womöglich Personen und Ereignisse ohne jede Verbindung zu Tatsachen frei erfunden und als Ergebnis von Recherchen ausgegeben hat. Das soll aufgeklärt und berichtet werden, und Redaktionen sollen darüber nachdenken, wie sie solchen Betrug zukünftig verhindern können. In diesem Text geht es nicht um den Fall Relotius, schon gar nicht soll das Handeln dieses Mannes gerechtfertigt oder relativiert werden. Es geht um das Verhältnis von Wahrheit und Fiktion, das sozusagen die Bedingung der Möglichkeit dieses Handelns ist. Den ganzen Artikel lesen

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Richtig streiten #5: Die Kontinuität des Begründens

Zur Logik, zum vernünftigen Sprechen, gehört, dass man bereit ist, Gründe für seine Aussagen anzugeben. Diese Gründe müssen aber wenigstens so sein, dass man vermuten kann, dass der andere sie als Begründung akzeptiert. Wer wahrhaftig ist, muss auch nachsichtig sein: Er weiß, dass es zwischen Begründung und Aussage oft eine Lücke gibt, die aus Gemeinsamkeiten der Diskussionsteilnehmer erst geschlossen werden muss. Zudem wird er vermuten, dass alle Äußerungen des Gesprächspartners – sowohl die Meinungen als auch die Begründungen – sinnvoll verstanden werden können, auch wenn sie mit der eigenen Sprachpraxis nicht zusammenpassen. Ein wahrhafter und nachsichtiger Streit wird nicht mit dem Ziel geführt, die Sprachpraxis des anderen zu korrigieren, sondern den Sinn seiner Äußerungen zu verstehen und die Lücken zwischen seinen Begründungen und den geäußerten Meinungen zu schließen.

Eine notwendige Gemeinsamkeit ist, dass eine gemeinsame Vorstellung davon existiert, wie es zu Ereignissen in der Wirklichkeit kommen kann, welche Gründe als Begründungen für Meinungen  dienen können. Den ganzen Artikel lesen

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Richtig streiten #4: Prinzipien und die herrschende Meinung

Die Logik des Begründens von Meinungen soll uns in dieser Serie beschäftigen. Dazu müssen jedoch immer noch einige Vorarbeiten geleistet werden, die das Feld, auf dem diese Logik wirkt, genauer beschreiben und damit den Gegenstand, das vernünftige Streiten um Meinungen, erst einmal hinreichend genau bestimmen. Schon diese Beschreibung liefert uns wertvolle Einsichten, auch wenn sie noch nicht die Logik des Streitens sind.

Im ersten Teil dieser Serie hatte ich das vernünftige Sprechen durch die Bereitschaft des Sprechers bestimmt, für seine Meinung Begründungen anzugeben. Das begründete Sprechen hatte ich mit dem vernünftigen Sprechen identifiziert und die Ablehnung der Angabe von Gründen als unvernünftig gekennzeichnet.
Allerdings kennen wir im Alltag viele Situationen, in denen eine Person es als absurd empfindet, Begründungen für ihre Meinung angeben zu sollen. Häufig stimmt sie darin mit der Mehrzahl derer überein, die sich an dem Gespräch beteiligen, in welchem die Meinung geäußert wurde.

Golfspieler vor einem Waldbrand

Ein aktuelles Beispiel soll das erläutern: Vor einigen Tagen wurde in sozialen Online-Netzwerken häufig ein Bild gepostet, auf dem Personen beim Golfspiel zu sehen waren, während im Hintergrund ein Wald brannte. Ein verlinkter Artikel erläuterte, dass das Bild anlässlich der aktuellen Waldbrände in den USA aufgenommen worden war und dass die Golfspieler durch einen Fluss von dem brennenden Waldgebiet getrennt waren.

Die Kommentatoren zu diesem Bild waren ziemlich einhellig der Meinung, dass sich die Golfspieler falsch verhalten. Mehr noch: Für viele war das Bild ein klares Symbol dafür, dass auf der Welt, in der Gesellschaft, etwas völlig falsch laufe. Das Golfspielen in Sichtweite eines Waldbrandes wurde einhellig abgelehnt, die Reaktionen reichten von Unverständnis für die Golfspieler bis zu offener Empörung über ihr Verhalten. Diese Meinungen wurden nicht begründet oder erläutert, sondern übereinstimmend und kurz schlicht geäußert. Den ganzen Artikel lesen

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HOHE LUFT Leserumfrage

Liebe Leserinnen und Leser,

Ihre Meinung ist uns wichtig, denn wir arbeiten ständig daran, HOHE LUFT noch besser zu machen. Darum würden wir uns freuen, wenn Sie sich einen Augenblick Zeit nehmen würden, um an unserer Leserumfrage teilzunehmen:

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Als Dankeschön gibt es auch etwas zu gewinnen: Wir verlosen unter allen Teilnehmern zehn Jahresabos eines der Magazine unseres Verlages Inspiring Network (welches, dürfen Sie sich aussuchen).

Herzlichen Dank im Voraus und viele Grüße

Ihr HOHE LUFT-Team

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Richtig streiten #3: Die Struktur der Meinung

Was im Streit zum Gegenstand wird, ist eine Meinung oder eine Erwartung. Diese Wörter sind geeignet, das zu benennen, was umstritten ist, weil sie wichtige Merkmale des Strittigen sofort augenscheinlich machen: Meinungen und Erwartungen sind niemals direkt und unmittelbar überprüfbar. Sie betreffen oft Zukünftiges, im gewissen Sinne vielleicht immer Zukünftiges. Sie sind persönlich. Und sie sind, auch wenn wir ihrer ziemlich sicher sind, niemals ganz gewiss.

Ein paar Beispiele:

„Man kann nicht mal mehr der Tageschau voll vertrauen.“

„Ich fürchte, der Trump wird auch die nächsten Wahlen gewinnen.“

„Hoffentlich gibt es bald Neuwahlen und dann kommen endlich mal andere an die Macht.“

Wenn wir mit Meinungen entsprechend des Prinzips der Nachsichtigkeit umgehen ist es Selbstverständlich, dass wir weder das Persönliche in diesen Meinungen ignorieren noch verlangen, dass es irgendwie aus den Meinungsäußerungen eliminiert werden muss. Nicht immer ist das Persönliche der Meinung schon im Satz ausdrücklich erkennbar, nicht immer steht da ein „Ich“ – aber wir können voraussetzen, dass eine Meinungsäußerung eben immer eine persönliche ist. Der erste Satz meiner Beispiele ist mit dem Satz „Ich meine, dass man nicht mal mehr der Tagesschau voll vertrauen kann“ identisch. Wenn man jemanden auf einen der Beispielsätze hin fragen würde: „Ist das deine Meinung?“ würde der wohl meistens antworten: „Ja natürlich!“ Den ganzen Artikel lesen

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Ja zum »Nein«

HOHE LUFT Ausgabe 1/2019 ist da! 

Neinsagen fällt oft schwer, gilt als destruktiv und unhöflich. In der neuen Ausgabe widmen wir uns seiner konstruktiven Seite, denn: Jedes Nein macht Platz für neue Möglichkeiten, für Freiheit und Differenz.

Pflanzen können mehr als wir ihnen zutrauen, so meint der Philosoph Emanuele Coccia. Im Interview erklärt er, warum es sich lohnt, auch die fremdartig wirkende Welt der Pflanzen in unserem Denken zu berücksichtigen – und wieso vegane Ernährungsweisen in seinen Augen nicht unbedingt moralischer sind als andere.

Weitere Themen: Hat alles einen Grund? Historiker Jörg Baberowski über Gewalt. Was das Gesicht über uns verrät. Was ist Faschismus? Zug-Design. Der Universalgelehrte Nikolaus von Kues. Philosophie und Architektur.

Und unsere Serie »Die Weisheit der Gefühle« geht mit diesem Heft in die zweite Runde. Im Mittelpunkt stehen dieses Mal zwei unbeliebte Emotionen, die weiser sind als gedacht: Neid und Scham.

Viel Freude bei der Lektüre!

Hier finden Sie unseren Online-Shop

…und hier das neue Inhaltsverzeichnis.

Sie haben Lob, Anregungen, Kritik? Schreiben Sie uns: kontakt(at)hoheluft-magazin.de

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie an unserer neuen Leserumfrage teilnehmen würden, da wir immer bemüht sind, HOHE LUFT noch besser zu machen. Es gibt als Dankeschön auch etwas zu gewinnen…

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Richtig streiten #2: Das Prinzip der Nachsichtigkeit

Vernünftig streiten heißt, die Frage nach dem Grund einer Meinung oder einer Erwartung zu akzeptieren und bereit zu sein, Gründe anzugeben. Das reicht aber noch nicht: Die Gründe müssen für den, dem sie gegeben werden, als Grund akzeptabel sein. Das heißt nicht, dass er ihnen zustimmen muss, dass er sie als richtig ansehen muss.  Sie müssen ihm nicht einleuchten, er kann sie bestreiten, aber sie müssen überhaupt als Gründe in Frage kommen. Sie müssen irgendetwas mit der geäußerten Meinung zu tun haben, was sie als Begründung in frage kommen lässt.

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Richtig streiten #1: Das begründete Sprechen

Von Jörg Phil Friedrich

Es wird viel gestritten, in Talkshows, bei Facebook, in der Familie und unter Freunden. Es geht um alles Mögliche, um die Umwelt oder das nächste Urlaubsziel, um den amerikanischen Präsidenten, das Bedingungslose Grundeinkommen, die Dieselfahrverbote. Um den leeren Kühlschrank oder den vollen Mülleimer. Vor allem wenn es um Politik geht, kommt die Frage, wie wir streiten, ins Spiel. Irrational zu sein, nicht logisch zu argumentieren, ist dann ein oft gehörter Vorwurf. Dem politischen Gegner wird gern unterstellt, die Regeln der Logik zu verletzen, nicht rational zu argumentieren. Es hat den Anschein, als gäbe es irgendwo ein Regelwerk, an welches sich jede Person halten müsste und könnte, die an einem Streit teilnehmen will – und wer sich nicht an diese einfachen Regeln hält, der ist auch nicht berechtigt, mitzureden. Schließlich soll der Streit zwar engagiert, aber am Ende doch konstruktiv sein. Und um konstruktiv zu sein, so meint man, müssen sich alle an die Regeln der Logik halten. Den ganzen Artikel lesen

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Selphi statt Selfie

Die neue Epidemie des Sich-selbst-Fotografierens hat auch eine philosophische Komponente. Und zwar keine schlechte!
Im neuen Sonderheft HOHE LUFT kompakt »Total digital!« plädiert Tobias Hürter dafür, das Selfie nicht als reinen Narzissmus oder als Albernheit abzutun.

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Total digital! Total menschlich?

Die Digitalisierung verändert unsere Lebens- und Arbeitswelt dramatisch. Während manche Visionäre vom digitalen Fortschritt die Lösung aller Menschheitsprobleme erwarten, fürchten die anderen den Untergang der Demokratie, ja, das Ende des Menschen überhaupt. Zwischen überzogenen Heilsversprechen und hysterischen Alarmrufen bleibt kaum Raum für reflektiertes Nachdenken. Ebendiese Reflexion brauchen wir aber, um den Wandel, von dem alle reden, wirklich zu verstehen. In diesem Sonderheft versuchen wir, die digitale Transformation philosophisch aus verschiedenen Blickwinkeln zu durchdringen, von den Möglichkeiten und Grenzen der künstlichen Intelligenz über die Privatsphäre im Internet bis zu den vielfältigen Zerstreuungen des digitalen Alltags. Unsere leitende These ist ebenso einfach wie radikal: Im digitalen Wandel geht es nicht primär um das Digitale. Es geht um den Menschen und die Rolle, die wir in einer zunehmend digitalisierten Welt spielen wollen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre.
Ihr HOHE LUFT-Team

Lob, Anregungen oder Kritik richten Sie gerne an: kontakt(at)hoheluft-magazin.de

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