Alle Artikel in: Aktuell

Wer rettet den Helden? Ausgabe 4/19 ist da

Als Kind finden wir Helden und ihre Geschichten meistens toll. Doch heute steckt das Heldentum in der Krise. Helden haben – historisch ausnahmslos Männer – ein schlechtes Image. Niemand braucht mehr solche Kraftkerle, die sich selbst und anderen andauernd etwas beweisen müssen. Dennoch brauchen wir immer noch Menschen, die mutig Entscheidungen treffen, die andere beschützen und für eine gerechte Sache ein­ treten. Der Held braucht also eine General­überholung! In unserem neuen Titelessay werfen wir einen Blick auf die mythologischen Ursprünge des Helden und seine aktu­elle Lage – und fragen, was vom tradierten Heroismus übrig geblieben ist. Spätestens seit der #MeToo-Debatte ist der Feminismus aus der öffentlichen Debatte nicht mehr wegzudenken. Im Schwerpunkt des neuen Hefts machen wir eine eine kritische Bestandsaufnahme und stellen vier Thesen zum modernen Feminismus auf. Weitere Themen: Das Gute am Nützlichen. Die Seele der Natur. Arthur Schopenhauer und seine Welt. Ist die Kultur am Ende? Warum nichts Neues passiert. Deutsche Comedy: Gute-Laune-Populismus? Und im großen Interview sprechen wir mit dem US-Politikwissenschaftler Francis Fukuyama über seine Kritik an linker und rechter Identitätspolitik …

Die Deutschen und ihr Auto

Dieses Land hat ein romantisches und imperiales Verhältnis zum Fahren. Dem gehorchen sowohl Kfz-Besitzer wie auch die Industrie. Bloß bringt das niemanden in die Zukunft. Warum die Deutschen das Auto loswerden sollten. Den ganzen Essay von HOHE LUFT-Chefredakteur Thomas Vašek finden Sie hier auf ZEIT online: https://www.zeit.de/kultur/2019-04/deutsche-autofahrer-autobranche-bedeutung-symbol

Mit den anderen leben

„Mit Rechten reden?“ Soll man, darf man, muss man? Heftig wird in den Feuilletons über diese Fragen debattiert. Leider immer sehr prinzipiell und pauschalisierend. Immer lässt das Ergebnis nur zwei Antworten zu. Ja oder Nein. Entweder – Oder. So zu antworten ist nicht nur realitätsblind, sondern auch wenig konstruktiv. Im wirklichen Leben geht es nicht nur um „ob überhaupt“. Es geht auch um das wann und das wie – und das warum. Es geht darum, ob die Frage sinnvoll gestellt ist. Wir schlagen vor: erstens die Diskussion nicht auf „die Rechten“ zu beschränken, sondern sie auszuweiten auf all jene, deren Positionen, Haltungen, Lebensformen einem selbst inakzeptabel erscheinen. Die Linken. Die Populisten. Die Sexisten. Die Traditionalisten. Zweitens das Abstrakt-Prinzipielle zu konkretisieren. Wie, wann und worüber soll ein überzeugter Grüner mit einem Konservativen reden, der gerade die AfD gewählt hat? Wie und wann soll eine Feministin mit einem Macho reden, der um den Verlust seiner männlichen Privilegien fürchtet? Und drittens zwischen verschiedenen Arten des „Redens“ zu differenzieren. Wir schlagen folgende Unterscheidung vor: Beim diskursiven Reden geht es …

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Wie erwachsen werden? Heft 3/2019

HOHE LUFT 3/2019 – ab 14. März 2019 im Handel! Die erste Beziehung, der erste Job, der Tod der Eltern – Erwachsen werden, das heißt für jeden von uns etwas anderes. Und doch gibt es gewisse Dinge, die für uns alle zum Erwachsenwerden dazu gehören, wie, seine Unmündigkeit abzulegen und Verantwortung zu übernehmen. Was Erwachsensein bedeutet, reflektieren wir in unserem neuen Titelessay.

Streit ums Urheberrecht – Das digitale Leben der anderen

Von Lena Frings Was soll die von der EU beschlossene Urheberrechtsreform leisten? Und wieso wird die Debatte darüber mit so viel Unverständnis auf allen Seiten geführt? Unsere Autorin meint, hier prallen verschiedene Lebensformen aufeinander. Ein Versuch, die verworrene Diskussion um Uploadfilter, Freiheit und Lebensrealitäten zu verstehen.  Eltern verstehen ihre Kinder oftmals nicht mehr, wenn diese Tage mit ihrem Smartphone im Bett verbringen, wenn sie plötzlich alte verwaschene Klamotten aus den 90er Jahren tragen, ihr ganzes Geld für ein weiteres Paar 97er Air Max ausgeben und behaupten Gras sei weniger schädlich als Alkohol. Warum tönt jetzt schon wieder diese eintönige Stimme von diesem Yung Hurn aus dem Kinderzimmer? Was soll das heißen: „Lachs Anthem“? Die Jugendlichen finden neue Peergroups mit denen sie sich identifizieren und mit denen sie eine andere Sprache sprechen. Nicht selten haben sie das Gefühl, dass die Eltern nicht mehr wissen, worum es dabei geht. Einen ähnlichen Anschein machte die Debatte um die EU-Urheberrechtsreform, die mit viel Polemik und wenig Verständnis geführt wurde. Die Befürworter der Reform, in dieser Analogie die Eltern, verstanden …

Bezahlbarer (T)Raum? 

Glückseligkeit ist für Aristoteles das einzige Gut, welches um seiner selbst willen angestrebt wird. Aber auch der „Glückselige wird wohl in äußeren guten Verhältnissen leben müssen“. Unter guten Verhältnissen versteht Aristoteles kein angehäuftes Vermögen, sondern lediglich ausreichend materielle Güter, um sich dem tugendhaften Handeln widmen zu können. Auch Martha Nussbaum philosophiert in Anlehnung an Aristoteles darüber, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit Menschen gut leben und ihr Potential entfalten können. Erst bestimmte Minimalbedingungen ermöglichen ein „truly flourishing human life“; Nussbaum spricht von »Fähigkeiten« (capabilities). So entspringt die menschliche Fähigkeit eine Unterkunft zu haben, dem tiefen menschlichen Bedürfnis nach Schutz. Eine Unterkunft scheint jedoch nicht immer selbstverständlich zu sein, zumindest nicht zu einem angemessenen Preis, denn zehntausende trieb es am 06. und 07. April deutschlandweit für bezahlbaren Wohnraum auf die Straßen. Was heißt es, die eigene Wohnung nach einer Mieterhöhung nicht mehr zahlen zu können? Die Sorgen, die damit einhergehen, sind für viel existentiell. Es kann bedeuten, an den Stadtrand verdrängt zu werden, enger zusammen rücken zu müssen oder einfach nicht in München studieren zu können. …

Kann ich, was ich will?

Oft ist die Rede von Freiheit, Autonomie, Selbstbestimmung. Was aber ist die Selbstständigkeit? Ein wichtiger Begriff, da sie vom Umgang mit unserem eigenen Können handelt. Und genau darüber werden wir noch nachdenken müssen – im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Als der griechische Held Ödipus an der Sphinx vorbeiwollte, jenem mythischen Ungeheuer, das die Stadt Theben belagerte, musste er wie alle Reisenden eine Frage beantworten, um nicht auf der Stelle gefressen zu werden: »Was geht am Morgen auf vier Füßen, am Mittag auf zweien und am Abend auf dreien?« Als einziger knackte Ödipus das Rätsel. Die Antwort lautet: der Mensch. Als Kleinkind krabbelt er auf allen vieren, als Erwachsener geht er aufrecht auf zwei Beinen, im Alter braucht er womöglich einen Stock. Die Sphinx stürzte sich daraufhin vom Felsen. Wir aber verdanken dem schlauen Ödipus nicht nur eine schöne Metapher für das menschliche Leben. Im »Rätsel der Sphinx« steckt bis heute auch die vielleicht einfachste, intuitivste Definition dessen, was wir unter dem rätselhaften Begriff »Selbstständigkeit« verstehen. Selbständig sind wir dann, wenn wir gewissermaßen »aufrecht gehen« können, …