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Wer hat an der Uhr gedreht?

Zeitmangel scheint ein Charakteristikum unserer Zeit zu sein: Kaum einer wünscht sich nicht mehr Zeit, weil er schlicht „keine Zeit“ hat. Das ist erstaunlich – hat doch der Tag für alle Menschen gleichermaßen 24 Stunden. Und doch kämpfen wir oft um mehr Zeit: Wir planen und organisieren und takten. Aber kann uns ein gutes Zeitmanagement überhaupt zu mehr Zeit verhelfen? Nicht immer war Zeiteinteilung so wichtig wie heute: In früheren Gesellschaften etwa wurde Bedürfnissen zeitunabhängig nachgegeben. War man hungrig, aß man, war man müde, schlief man. Der Soziologe Norbert Elias unterschied im Zusammenhang damit zwischen passiver und aktiver Zeitbestimmung. Mit der Ablösung der passiven durch die aktive Zeitbestimmung sei die moderne Gesellschaft schließlich dazu gezwungen worden, „ihre physiologische Uhr an einer sozialen Uhr auszurichten“. Die Zeit wurde gewissermaßen zu domestizieren versucht – obwohl sie uns mehr denn je zu dominieren scheint. Aber was ist Zeit überhaupt? Ist sie etwas, das objektiv, unabhängig von der Bestimmung durch den Menschen, existiert oder ist sie erfunden worden, um das Leben erst strukturieren zu können? Womöglich gibt es die …

Wo die Ewigkeit wohnt

Friedrich Nietzsche würde heute vielleicht 169 Jahre alt werden, wenn er der von ihm geprägte Übermensch gewesen wäre. In Gedenken an den großen Philosophen hat der stellvertretende HOHE LUFT Chefredakteur Tobias Hürter einen Artikel über Nietzsches letzte Jahre verfasst, die von Krankheit und dem abgeschiedenen Leben im alpinen Oberengadin geprägt waren. Wie Nietzsche in einer ständigen Zerrissenheit zwischen Schwäche und Macht, Todessehnsucht und Lebensbejahung in den Bergen auf Zarathustra stieß, können Sie hier nachlesen oder in der allerersten Ausgabe HOHE LUFT.

Zur Ästhetik von Topfreinigern

Seit jeher produzieren Menschen Kunst – und setzen sich mit dieser auseinander. Von Platon über Arthur Schopenhauer bis hin zu Martin Heidegger wurde immer schon versucht, Kunst auch philosophisch zu ergründen. Was ist der Sinn von Kunst? Ist sie selbsterklärend? Muss jeder Mensch ein Kunstwerk gleichermaßen begreifen können? Nicht nur die Kunst selbst, auch die Ansätze zur Erklärung ihres Sinns haben sich im Laufe der Zeit immer wieder stark verändert. Platon etwa war noch davon überzeugt, Kunst müsse zu einem tugendhaften Leben erziehen. Für ihn war Kunst eine pädagogische Maßnahme – etwas, das uns nach Wahrheit und Werten streben lassen sollte. Dabei unterschied Platon zwischen Künstlern, die etwas schöpferisch herstellen, wie etwa ein Tischler, und Künstlern, die sich mit der Darstellung der Wirklichkeit befassen, wie etwa Maler. Letztere würden Ideen der Wirklichkeit immer nur nachahmen, während Erstere  Ideen verwirklichen – und der Wahrheit somit näher stehen. Heute hingegen nehmen wir diese Unterscheidung kaum mehr vor – selten werden Baumeister Künstler genannt. Ruhm und Ehre scheint jenen Künstlern vorbehalten, die „Bilder zweiter Ordnung“ schaffen. Welche Idee …

„Na, wie war ich?“

Seit heute ist die neue HOHE LUFT im Handel – mit vielen spannenden Themen. Der Leitartikel befasst sich mit den Wahlen. Die HOHE LUFT-Autoren Tobias Hürter und Thomas Vašek machen einen ungewöhnlichen Vorschlag: Was Politiker heute tun, entscheidet über morgen. Aber zu oft denken sie nur an heute: an die nächste Wahl. Das führt dazu, dass auf lange Sicht etwas systematisch falsch läuft: Schulden? Sollen meine Nachfolger abtragen. Klimawandel? Nach mir die Sintflut! Jeder weiß, dass diese Haltung zum Schaden der Allgemeinheit ist. Aber aus der Froschperspektive der Politiker ist sie nun mal die natürliche Haltung: Ohne Wahlsieg geht halt gar nichts. Daher schlagen wir vor, die Regeln zu ändern, und zwar so, dass ein Wahlsieg nicht mehr alles ist. Wir schlagen vor, dass bei jeder Wahl die Wähler nicht nur über die künftige Regierung abstimmen, sondern auch über die Leistung einer vergangenen Regierung. Den vollständigen Artikel können Sie hier bereits lesen, auch wenn Sie die aktuelle Ausgabe der HOHEN LUFT noch nicht gekauft haben: „Na, wie war ich?“ (PDF)  

Risiko und Selbstbestimmung

Was macht es heute für viele junge Menschen so attraktiv, sich selbstständig zu machen? Offenbar ist es verlockend, sein eigener Chef zu sein. Aber wird nicht der Ruf nach Absicherung und klaren Strukturen ebenfalls immer lauter? Das Bedürfnis nach Sicherheit steigt heute in fast allen Lebensbereichen. Ein Bedürfnis, das ein Start-Up-Unternehmen, das vor allem anfänglich mit Risiken verbunden ist, kaum befriedigt. Jean-Paul Sartre (1905 – 1980) war als Vertreter des Existentialismus der Ansicht, dass Leben überhaupt erst im Begreifen und Benutzen der eigenen Freiheit stattfindet. „Der Mensch ist nichts anderes als wozu er sich macht“ sagte er. Da der Mensch für sich selbst, sein Leben und seine Identität selbst verantwortlich ist, muss er auch selbst handeln. Sich in vorgefertigte Formen einzufügen, wird der dem Menschen eigentümlichen Freiheit nicht gerecht. Dass der Mensch frei ist, ist sowohl ein Segen als auch ein Fluch. Denn er kann niemanden für sein Handeln verantwortlich machen als sich selbst, hat aber gleichzeitig die Möglichkeit und die Pflicht, über sich selbst zu bestimmen.

Der schwarze Philosoph

Sein Leben liest sich beinahe wie ein Märchen: Anton Wilhelm Amo wird im 18. Jahrhundert als Kleinkind in Ghana von Sklavenhändlern verschleppt, kommt über Umwege nach Deutschland und promoviert dort in Philosophie. Nur eines fehlt: Das Happy End. Robin Droemer setzt sich in der aktuellen Ausgabe von HOHE LUFT mit dem Schicksal des Philosophen Amo auseinander. Der ganze Artikel kann jetzt auch hier online gelesen werden.

Das Arschloch-Prinzip

Sie sind überall – entkommen kann man ihnen nicht. Wir begegnen ihnen morgens im Stau, tagsüber auf der Arbeit und abends im Supermarkt. Man kennt sie auch aus dem Finanzsektor und der Künstlerszene – aus dem Trash-TV sowieso. Die Rede ist von Arschlöchern. Wir alle kennen sie und wir alle müssen mit ihnen leben. Aber was genau ist ein Arschloch? Wie böse sind Arschlöcher? Und: Warum geht uns das Arschloch eigentlich nicht am Arsch vorbei? Christina Geyer fühlt dem Alltagsbegriff in der aktuellen Ausgabe von HOHE LUFT philosophisch nach. Den ganzen Artikel können Sie nun auch hier online lesen. Viel Spaß!

Soziale Rasterfahndung

Was verändert sich, wenn man nicht mehr nach Menschen, sondern nach ihren Eigenschaften sucht? „Graph Search“ heißt die neue Facebook-Suchfunktion und ermöglicht bald auch für deutsche User eine gezielte, an gemeinsamen Interessen orientierte Suche nach Benutzern des sozialen Netzwerkes. Durch Suchaufträge wie „Leute, die in Hamburg wohnen und Philosophie mögen“ soll es leichter sein, Freunde mit ähnlichen Interessen zu finden und sich mit ihnen auszutauschen. Beziehungsstatus, Arbeitsplatz, Alter, Wohnort, bevorzugte Fernsehserien und Filme, politische oder religiöse Zugehörigkeit, jedes persönliche Merkmal kann als Suchalgorithmus verwendet werden und zeigt die entsprechenden Personen auf Facebook an.

PRISM? Noch nie gehört.
Wir fordern mehr Aufrichtigkeit

In der Bespitzelungsaffäre um die NSA ließ eine klare Stellungnahme von Seiten der Bundesregierung lange auf sich warten. Nun heißt es, man habe von dem Überwachungsprogramm PRISM überhaupt nichts gewusst. Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass viele deutsche Politiker und sonstige Machtinhaber sehr wohl Kenntnis von den Überwachungsmaßnahmen hatten und jetzt nicht aufrichtig genug sind, dies zuzugeben.