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Was verlieren wir, wenn wir sterben?

„Der Tod nimmt uns Chancen, etwas aus dem Leben zu machen“, sagt Ronald Dworkin im Interview mit der HOHEN LUFT (4. Ausgabe, S. 38). Héctor Wittwer, der sich viel mit dem Tod beschäftigt, sieht das ganz ähnlich. Dennoch glaubt er, dass wir „nur dann wissen, dass der Tod schlecht ist, wenn wir auch wissen, was er ist, d. h. was ihn wesentlich ausmacht.“ Mehr dazu in dem Interview “Den eigenen Tod zu verdrängen, ist ein Stück weit vernünftig.”

Des Rätsels Lösung

Unser Rätsel war diesmal besonders knifflig. Wir haben zahlreiche Antworten erhalten, aber nur eine einzige war richtig. Herzlichen Glückwunsch an den Gewinner, den wir bereits informiert haben! Danke auch allen anderen Teilnehmern, die so viel Spaß am Denken hatten. Hier noch einmal die Frage: Lassen wir Achilles auf einem langen Gummiband laufen! Er schafft 250 Meter pro Minute. Das Band ist anfangs 25 Kilometer lang. Aber am Ende jeder Minute dehnt es sich plötzlich um weitere 25 Kilometer. Achilles, der unermüdliche Held, rennt weiter und weiter. Wird er je das andere Ende des Bands erreichen? Die Lösung lautet: Ja! Aber er muss verdammt lange rennen. Am Ende der ersten Minute hat Achilles 1/100 des Gummibands geschafft. Am Ende der zweiten Minute 1/100 + 1/200. Allgemein nach n Minuten: 1/100 × (1/1 + 1/2 + … + 1/n). Der Ausdruck in Klammern ist die sogenannte harmonische Reihe, die beliebig groß wird – allerdings sehr langsam. Sobald er die Größe 100 erreicht, ist Achilles am anderen Ende des Bandes angelangt. Dafür brauchen die harmonische Reihe und Achilles …

Klose und Kant

Immanuel Kant hätte seine Freude an Miroslav Klose. Der deutsche Stürmer, der bei Lazio Rom spielt, wurde diese Woche in aller Welt gelobt, weil er ein Tor nicht geschossen hat. Am Mittwoch im Spitzenspiel der Serie A gegen SSC Neapel brachte Klose zwar den Ball ins Tor, gestand dem Schiedsrichter aber gleich darauf, dass es Handspiel war. Daraufhin annulierte der Schiri das Tor.

Achilles, die Schildkröte und ein Gummiband

  Eines der ältesten philosophischen Rätsel ist das Paradox von Zenon: Achilles, der schnellste Läufer der griechischen Mythen, läuft einer Schildkröte hinterher, um sie einzuholen. Aber wenn er dort ankommt, wo die Schildkröte zu Anfang war, ist die Schildkröte schon ein Stückchen weiter gekrochen, das Achilles auch noch einholen muss. Wenn er dieses Stückchen zurückgelegt hat, ist die Schildkröte schon wieder etwas weiter. Und so geht es ewig weiter, behauptete Zenon. Achilles holt die Schildkröte niemals ein. Zenons verwegene Folgerung: Bewegung ist grundsätzlich unmöglich. Heute sehen wir das entspannter. Spätestens Newtons Infinitesimalrechnung hat Zenons Paradox aufgelöst. Bewegung vollzieht sich nicht abschnittsweise, wie Zenon sie beschrieb, sondern kontinuierlich. Aber hier ist eine Variante von Zenons Paradox, die auch mit Newton im Rücken nicht so leicht zu knacken ist: Lassen wir Achilles auf einem langen Gummiband laufen! Er schafft 250 Meter pro Minute. Das Band ist anfangs 25 Kilometer lang. Aber am Ende jeder Minute dehnt es sich plötzlich um weitere 25 Kilometer. Achilles, der unermüdliche Held, rennt weiter und weiter. Wird er je das andere Ende …

(K)eine Frage der Ehre

Ein Schmähvideo über den Propheten Mohammed hat einen neuen Keil zwischen die westliche und die islamische Welt getrieben. Die Beleidigung des Propheten Mohammed veranlasst Muslime zu Demonstrationen und Gewalt, die mit dem Tod mehrerer Menschen endete. Auf der westlichen Seite herrscht Bestürzung und Unverständnis über die drastischen Folgen einer Beleidigung.

Hohe Luft Nr. 4 ist da!

Es ist soweit: Seit heute ist HOHE LUFT Nr. 4 erhältlich! In der Titelgeschichte widmen wir uns der Frage, ob wir überhaupt irgendwas müssen. Außerdem im neuen Heft: Der amerikanische Rechtsphilosoph Ronald Dworkin spricht über die Kunst, richtig zu leben. Ludwig Wittgenstein bedroht Karl Popper mit einem Schüreisen. Wir fragen uns, wie Information frei sein kann. Und vieles mehr!