„Ohne Worte“ können Gedanken schwerlich gefasst, Wahrnehmungen nicht geschildert werden. Doch das Sprachwerkzeug hilft nicht nur, es schränkt auch ein. Nur eine Realität existiert, aber sie wird von Benutzern verschiedener Muttersprachen bereits unterschiedlich wahrgenommen, und wir tragen vielerlei zusätzliche „Brillen“, die wir nicht einfach ablegen können. Wissbegierige mögen eine Methode der Beobachtung verfolgen, um Grade von Objektivität zu erreichen. Schaulustige mögen sich an der Subjektivität erfreuen, der Vielfalt, der kreativen Anreicherung ihrer Wahrnehmungen. Jede Wahrnehmung ist teils Beobachtung (stärker kognitiv, stärker aktiv), teils Schauen (eher emotional, eher passiv), stets aber konstruktorisch, und die Schilderungen fallen mehr oder weniger artifiziell aus. Eine Reise, die aus gewohnter Umgebung herausführt, kann uns hier zur philosophisch-psychologischen Selbstwahrnehmung verhelfen – eine Schiffsreise zwischen Wellen, Küsten und Städten, zwischen Berufstätigen und Urlaubern, zwischen Natur und Technik, Gesellschaft und Kunst. Die schönste Landschaft vermag uns nur begrenzt zu faszinieren, solange wir noch unser Gleichgewicht auf schwankendem Deck suchen. Ist der Genuss dann vollkommen, kann die Hochstimmung auf das Bild abfärben, das wir uns von der Kreuzfahrt-Society machen. Wir witzeln über die Banausen, …