Reich wie nie
Superreiche versus Habenichtse – in Deutschland wird intensiv diskutiert über die Umverteilung von Vermögen, die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich und exorbitant hohe Managergehälter. Es geht um die Verteilungsgerechtigkeit. Nur die Gehälter im Profi-Fußball werden nicht erwähnt. Dabei steht die WM vor der Tür. Zum Vergleich: Philipp Lahm verdient inklusive Werbeeinnahmen um die 14 Millionen Euro. Volkswagen Chef Martin Winterkorn hat 2013 15 Millionen Euro verdient und 2011 waren es sogar 17,4 Millionen. Das hat in der öffentlichen Diskussion so hohe Wellen der Empörung hervorgerufen, dass sich der VW-Aufsichtsrat auf neue Vergütungsregeln geeinigt hat. Manager Gehälter werden also als ungerecht empfunden, Gehälter im Profi-Fußball hingegen werden akzeptiert. Wie kann das sein? Man könnte mit den Utilitaristen argumentieren und nach dem Nutzen fragen: „Richtig ist, was das größte Glück für die größte Zahl von Menschen bewirkt“. Gerechtigkeit ist im utilitaristischen Verständnis wertvoll, wenn sie etwas zur allgemeinen Glücksvermehrung beiträgt. Im Gegensatz zum Manager schafft ein Fußballer keine Arbeitsplätze, produziert keine Güter und hat keine Mitarbeiterverantwortung. Aber ein Millionenpublikum will ihn auf dem Platz spielen sehen. …
