Alle Artikel in: HOHE LUFT

Ab heute im Handel: die neue Hohe Luft!

Macht wird als erstes mit Unterdrückung, Missbrauch und Ungerechtigkeit assoziiert. Wir machen uns in der neuen HOHE LUFT–Ausgabe auf die Suche nach einem produktiven Machtbegriff. Die Veröffentlichung der „Schwarzen Hefte“ hat wegen antisemitischer Passagen eine neue Diskussion über Martin Heidegger ausgelöst. Ist es an der Zeit, sich von seiner Philosophie zu verabschieden? Weitere spannende Themen im neuen Heft sind außerdem: Was kann die Klugheit? Wie geht Innovation? Ist Mobilität ein moderner Fluch oder Segen? Vom neuen Trend, sich zum Opfer zu machen. Und der französische Mathematiker und Philosoph Alain Badiou spricht im Interview über Kapitalismus, Liebe und Demokratie.  Sie wollen das Heft online kaufen? Dann hier entlang.

Inzest verbieten?

Der Deutsche Ethikrat hat sich dafür ausgesprochen, das deutsche Inzestverbot zu überarbeiten. Einvernehmlicher Sex zwischen Erwachsenen sollte demnach nicht mehr unter Strafe stehen.  Das Thema ist umstritten, auch innerhalb des Ethikrates: Von den 23 Mitgliedern stimmten 9 gegen eine Lockerung des Gesetzes. Auch innerhalb der HOHE LUFT Redaktion führte die Entscheidung des Gremiums zu kontroversen Diskussionen. Sollte man wirklich mit diesem Tabu brechen?  Lesen Sie zwei Kommentare für und wider eine Lockerung des Inzestverbots von Robin Droemer und Danilo Flores und lassen Sie uns Ihre Meinung zu dem Thema wissen. Sollte das Verbot von Inzest aufgehoben werden? PRO  Für mehr Freiheit Die Fantasy-Serie „Game of Thrones“ ist momentan der hellste Stern am Serienhimmel. Sex, Liebe und Intrigen, dazu noch die ein oder andere epische Schlacht: Das ist der Stoff, aus dem (Fernseh-) Legenden gemacht sind. Zusätzlich zeigt die Serie aber auch ein wirklich provokantes Thema: Die Königin und ihr Bruder führen eine heimliche Liebesbeziehung – und zeugen drei Kinder gemeinsam. Inzest ist eines der letzten universalen Tabus dieser Welt. Fast überall ächtet man ihn als „Blutschande“, insbesondere zwischen Geschwistern. Dafür mag …

Öffnet die Grenzen!

Innerhalb Deutschlands stehen wir für Chancengleichheit ein. Doch wenn es um die nationalen Außengrenzen geht, hört dieser Anspruch auf. Ist es moralisch vertretbar, Flüchtlinge abzuweisen? Nein, das ist es nicht, meint HOHE LUFT Redakteur Robin Droemer. Im Leitartikel der neuen Ausgabe plädiert er für eine liberalere Einwanderungspolitik. Sie können den Artikel schon vor Erscheinen hier in voller Länge lesen.

HATTE SCHOPENHAUER DOCH RECHT?

Empathie und Mitleid sind dasselbe. Letzteres war für den Philosophen Arthur Schopenhauer zugleich auch der Quell aller Moral. Schopenhauer konnte sich partout nicht für die Pflichtethik seines großen Vorbilds Kant begeistern, dessen große Errungenschaften er auf dem Gebiet der Erkenntnistheorie sah, nicht aber auf dem Gebiet der Moralphilosophie. Kants Versuch,  Moral aus Vernunftgesetzen herzuleiten, gehörte für Schopenhauer nach „Wolkenkuckucksheim“. Schopenhauers eigene Begründung der Moral lief auf eine Heiligsprechung des Mitleids hinaus. Einzig das Erlebnis des Mit-Fühlens und Mit-Erleidens der Pein eines Anderen – ob Tier oder Mensch – bewege uns zu altruistischen Handlungen. Die Grenze zwischen „Ich“ und „Du“ verschwimme im Moment der empathischen Identifikation mit dem Leid des Gegenübers. Deshalb setzten manche Leute ihr Leben für das von anderen aufs Spiel – weil ihnen die instinktiv erfühlte Verbundenheit aller leidenden Kreatur die fremde Existenz als genauso bedeutsam erscheinen lässt wie die eigene. Mitleid ist für Schopenhauer die Überwindung des Egoismus. Zwar sei der Wille zur Selbsterhaltung der stärkere Trieb im Menschen, doch deute unser Vermögen zum Mitleiden darauf hin, dass selbstloses Verhalten den sprichwörtlichen „Krieg aller gegen alle“ in gewissen Momenten …

Vom Verschwinden der Dinge

Leerstehende Fabriken, Industrieruinen, verlassene Villen, ausrangierte Güterwagen – das lässt die Herzen sogenannter „Urban-Explorer“ höher schlagen. Eine von ihnen ist die freiberufliche Journalistin und Informationsarchitektin Anna Livsic. Sie lebt in Berlin und betreibt ein Blog, das sich mit der Magie verlassener Orte auseinandersetzt. In Berlin etwa verändern sich ganze Straßenzüge innerhalb kürzester Zeit – sie verkommen zu teuren Betonwüsten. Ohne Herz, Sinn und Verstand. Eine Kolumne von Anna Livsic. Vor einigen Jahren bin ich in die Chausseestraße gezogen. Es ist eine Straße der mittelmäßigen Hässlichkeit, die Berlins Bezirke Mitte und Wedding verbindet. Alles war hier zu finden, Plattenbauten und dunkle, gemütliche Häuser aus der Gründerzeit und verlassene Fabriken mit leeren Fenstern und buntem Gestrüpp vor den schweren Metalltoren. Im Innenhof des „Viva Mexico!“ Hauses lagen Künstlerateliers. Was dort alles geschah, kann ich nicht erklären. Ein Hämmern und Schamanenrufe waren zu hören. Ein Mal ging das Tor auf und ein bärtiger und betrunkener Don Juan fiel heraus. Er sprach Gedichte von Bertolt Brecht und schenkte mir einen dicken Pinsel aus echtem Eichhörnchenhaar. Ob Zufall oder Wissen dem Bärtigen die …

Im Zweifel für den Zweifel?

Im Fackelschein eines olympischen Feuers und unter den wachsamen Augen einer bronzenen Platon-Büste fand am 27.08. in der Modern Life School wieder einmal HOHE LUFT_live statt. Das Gespräch zwischen HOHE LUFT Chefredakteur Thomas Vašek und der Philosophin Heidi Salaverría drehte sich dieses Mal um das Thema „Zweifel“. Geboten wurde dem zahlreich erschienenen Publikum ein mitreißender und streckenweise überaus leidenschaftlich geführter Disput, der auch von Beiträgen der Zuschauer bereichert wurde.

Was Kunst kann

Kunst ist angenehm, denn Kunst unterhält. Kunst ist der Vergnügungsdampfer, auf dem wir anheuern, wenn wir mal wieder eine Pause von all den wirklich wichtigen Dingen brauchen. Mitnichten, so Immanuel Kant. Als Domäne der Schönheit bedarf die Kunst einer weitreichenden Wertschätzung.