Alle Artikel in: HOHE LUFT

DIE ZUKUNFT UNSERER ZUKUNFT

Kommendes Wochenende findet in Krems die GLOBART-Academy 2014 statt. Vier Tage lang tauschen sich verschiedene Referenten zum Thema „UN-sichtbar“ über eine enkeltaugliche Zukunft aus. Wir haben Wirtschaftsphilosoph Rahim Taghizadegan und Wirtschaftsredakteur Michael Kerbler einige Fragen zur Zukunft unserer Zukunft gestellt. Beide werden kommenden Freitag auch auf der GLOBART sprechen: Ab 14:00: Panel mit Rahim Taghizadegan, Andrea Grisold, Martin Schenk & Peter Rosner: „Die unsichtbare Hand von Adam Smith“ Um 20:00: Peter Sloterdijk im Gespräch mit Michael Kerbler: „Was die Zukunft bringt? Die unsichtbare Zukunft?“ INTERVIEW: CHRISTINA GEYER

Design + Philosophie = Design-Philosophie?

Diese Gleichung scheint nicht wirklich aufzugehen. Jedes Unternehmen, das irgendetwas entwirft, hat heute eine Design-Philosophie. Mit Philosophie hat das, was gemeinhin darunter verstanden wird, jedoch relativ wenig zu tun. Egal ob es sich um Autos, Möbel, Küchengeräte oder Mode handelt – irgendeine „Philosophie“ muss hinter jedem neuen Entwurf stehen, um dem Produkt einen spezifischen Mehrwert, eine metaphysische Aura zu verleihen.

Der bewegte Mensch

Arbeiten wann und wo man will – das ist der Anspruch der »Digitalen Nomaden«. Dank der neuen Technologien und der nahezu flächendeckenden Internetversorgung braucht man für viele Tätigkeiten nicht mehr im Büro zu sitzen. Doch nicht alle finden den Gedanken des tragbaren Büros praktisch. Einige sehen in der steigenden Mobilität die Gefahren von Entwurzelung und Orientierungslosigkeit. Bedeutet Mobilität Ortlosigkeit? Oder gewinnt der Ortsbegriff in einer mobilen Gesellschaft nur eine neue Bedeutung? Hier können Sie den Artikel »Der bewegte Mensch« aus der aktuellen Ausgabe online lesen. Viel Vergnügen!

Zahlen ist menschlich

Der britische Lehrer David Bolam wurde vor fünf Monaten in Libyen entführt. Nun wurde er vor einigen Tagen endlich freigelassen, höchstwahrscheinlich gegen ein hohes Lösegeld.  Während europäische Staaten häufig zu solchen Zahlungen bereit sind, verweigern sich die USA und Großbritannien meist solchen Forderungen. Auf tagesschau.de kritisiert der Antiterrorexperte Philip Mud das Vorgehen der Europäer: “Die Amerikaner zahlen kein Lösegeld, die Europäer schon. Das bringt einen kurzfristigen Vorteil. Wenn sie Geiseln nehmen und eine Menge Geld verlangen, erhalten sie unter Umständen genug Geld, um die ganze Organisation zu finanzieren“.  Und nicht nur das: Die Zahlungen schaffen auch Anreize für potentielle Nachahmungstäter. Nur eine strikte Verweigerung der kompletten Gesellschaft könnte also auf lange Sicht dazu führen, dass sich Entführungen nicht mehr lohnen. So betrachtet liegt der generelle Verzicht auf Lösegeld im Interesse aller Bürger. Entgegen der offiziellen Devise zahlen offenbar auch manche Briten Lösegeld, wie der Fall Bolam zeigt. Laut dem britischen Philosophen Nigel Warburton ist dies ein eindeutiger Beweis dafür, dass Menschen sich nicht immer rational entscheiden. Jeder könne das an sich selbst überprüfen: Was, wenn die eigene …

Ohne Krise geht es nicht!

Seit drei Jahren betreibt Rene Tichy seine Philosophische Praxis „Verrückt nach Sokrates“ im 7. Wiener-Gemeindebezirk. Ganz sokratisch ist auch die Lage: Seine Praxis ist ein Gassenlokal, das jeden dazu einlädt, einzutreten. Über 30 Jahre war der studierte Philosoph Rene Tichy in der Wirtschaft tätig, bis er 2008 umschulte und sich bei Gerd B. Achenbach, dem Begründer der Philosophischen Praxis, zum philosophischen Praktiker ausbilden ließ. HOHE LUFT-Redakteurin Christina Geyer hat Rene Tichy in seiner Praxis besucht und ihm einige Fragen zur Praxis der Philosophischen Praxis gestellt. HOHE LUFT: Wo verorten Sie die Philosophische Praxis? Inwieweit lässt sie sich von Psychotherapie und Coaching abgrenzen? RENE TICHY: Philosophische Praxis hebt die Einseitigkeit von Psychotherapie und Coaching auf. Es geht nicht ohne Psychologie und Therapie, aber das allein ist zu wenig. Philosophische Praxis konzentriert sich auf die Bewusstmachung des Bewussten – das Unbewusste überlassen wir den Therapeuten. Anders als Coaching ist Philosophie auch eine Kritik der Wünsche. Sie fragt, ob unsere Wünsche legitim sind und zu uns passen. Richtig wünschen muss man können, das ist gar nicht so einfach. …

Die Kunst des Kunstverständnis‘

Kunst boomt. Deutsche Museen verzeichnen jährlich konstant über 100 Millionen Besucher – Tendenz steigend. Doch nicht nur die Besucherzahlen steigen, auch die Unsicherheit in Gegenwart moderner Kunst wächst. Als hätte Schriftsteller Edmond de Goncourt einen Blick in die Zukunft gewagt, stellte er vor über 135 Jahren fest: „Niemand auf der Welt bekommt so viel dummes Zeug zu hören wie die Bilder in einem Museum.“ Vom Minimalismus erdrückt, fällt es schwer, Einblick in die tiefere Botschaft eines kleinen schwarzen Punkts auf weißer Leinwand zu erhalten. Wie gut, dass wir auf das Urteil der Kunstelite zurückgreifen können. Oder? Ganz im Gegenteil, wettert Alain de Botton, Philosoph und Mitbegründer der School of Life in London. Wir müssen nicht für wichtig halten, was Andere für wichtig halten: Wenn wir im kleinen schwarzen Punkt die schönste Liebeserklärung aller Zeiten erkennen wollen, so ist das unser gutes Recht. Mehr noch: De Botton sieht darin sogar die Erfüllung des Sinns von Kunst. Kunst ist nichts eindeutig Festgelegtes, sondern eine Einladung zur Spiegelung unseres Selbst. Indem wir uns den Freiraum nehmen, Kunst unvoreingenommen …

Ein totalitärer Denker

Unter dem Hashtag #schlussmitheidegger plädieren wir derzeit dafür, endlich mit der Verteidigung des umstrittenen Philosophen Martin Heidegger aufzuhören. Nicht alle teilen diese Meinung, es werden auch Gegenstimmen laut. Im Rahmen dieser Diskussion möchten wir Ihnen den ausführlichen Artikel „Ein totalitärer Denker“ unseres Chefredakteurs Thomas Vašek nicht vorenthalten, der in der Ausgabe 06/14 am 25.09. erschienen ist. Ab sofort ist der Artikel hier in voller Länge zu lesen.  Wir sind weiterhin gespannt auf Ihre Meinung! Sollen wir ohne Heidegger denken? Oder geht es nicht ohne ihn? Schreiben Sie uns auf Facebook oder twitter.

125 Jahre sind genug

Seit der Veröffentlichung der „Schwarzen Hefte“ ist klar: Das nationalsozialistische Gedankengut ist fest in der Philosophie des umstrittenen Denkers Martin Heidegger verankert. „Heideggers Philosophie ist im Kern anti-liberal, anti-demokratisch, anti-humanistisch, anti-rational“ schreibt HOHE LUFT Chefredakteur Thomas Vašek in der neuen Ausgabe.  Morgen würde Heidegger 125 Jahre alt. Ein guter Anlass um zu sagen: Schluss mit Heidegger! Wir sollten aufhören, seine Philosophie zu verteidigen. Was sagen Sie dazu? Nutzen Sie den Hashtag #schlussmitheidegger und sagen Sie uns Ihre Meinung! HOHE LUFT auf Facebook und twitter.

Die Wirklichkeit und ihre Spiegelung – Philosophisches Rätsel

Zwei Philosophen sitzen an einem stillen Bergsee, in dem sich die umliegenden Gipfel spiegeln. Der See ist völlig glatt – ein perfekter Spiegel. Der eine Philosoph sinniert: »Wie soll man noch unterscheiden zwischen der wirklichen Welt und ihrer Spiegelung, wenn das Abbild bis ins Letzte genauso aussieht wie das Abgebildete?« Der andere sagt: »Auch wenn das Abbild perfekt ist, es gibt immer einen bestimmten Unterschied zwischen Bild und Abbild.« Welchen Unterschied suchen wir?