HOHE LUFTpost – Das Fremde fremd sein lassen
HOHE LUFTpost vom 09.01.15: Das Fremde fremd sein lassen Unsere Zeit ist nicht nur von schönen Tönen geprägt. Von »Islamismus« ist viel die Rede, und von »Fremdenhass«. Warum wirkt das Fremde auf viele Menschen so feindlich, so bedrohlich? Mit diesen Fragen beschäftigt sich seit langem der in München lebende Philosoph Bernhard Waldenfels. Seine Antwort ist einfach, aber überzeugend: Das Fremde ist uns nicht geheuer, weil es sich nicht in unsere Ordnungen fügt – sonst wäre es ja nicht fremd. Da wir aber die Neigung haben, alles zu ordnen und zu kategorisieren, widerstrebt uns alles Fremde. Was wäre eine bessere Haltung gegenüber dem Fremden? Nach Waldenfels ist es nicht der richtige Weg, das Fremde verstehen zu wollen. Denn auch Verstehen hat unweigerlich etwas von Einordnen und Kategorisieren. Es würde dem Fremden die Fremdheit nehmen – und damit einen Teil seines Wesens. Waldenfels hält es für besser, das Fremde erst einmal auf sich wirken zu lassen. Zu fragen: Was löst es in mir aus? Und sich jedes Urteils, ob positiv oder negativ, zu enthalten. Wäre diese Haltung …
