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HOHE LUFTpost – Das Fremde fremd sein lassen

HOHE LUFTpost vom 09.01.15: Das Fremde fremd sein lassen Unsere Zeit ist nicht nur von schönen Tönen geprägt. Von »Islamismus« ist viel die Rede, und von »Fremdenhass«. Warum wirkt das Fremde auf viele Menschen so feindlich, so bedrohlich? Mit diesen Fragen beschäftigt sich seit langem der in München lebende Philosoph Bernhard Waldenfels. Seine Antwort ist einfach, aber überzeugend: Das Fremde ist uns nicht geheuer, weil es sich nicht in unsere Ordnungen fügt – sonst wäre es ja nicht fremd. Da wir aber die Neigung haben, alles zu ordnen und zu kategorisieren, widerstrebt uns alles Fremde. Was wäre eine bessere Haltung gegenüber dem Fremden? Nach Waldenfels ist es nicht der richtige Weg, das Fremde verstehen zu wollen. Denn auch Verstehen hat unweigerlich etwas von Einordnen und Kategorisieren. Es würde dem Fremden die Fremdheit nehmen – und damit einen Teil seines Wesens. Waldenfels hält es für besser, das Fremde erst einmal auf sich wirken zu lassen. Zu fragen: Was löst es in mir aus? Und sich jedes Urteils, ob positiv oder negativ, zu enthalten. Wäre diese Haltung …

»Wenn du etwas kannst, dann hast du Verantwortung«

Van Bo Le-Mentzel bezeichnet sich selbst als »Karma-Ökonom«. Der ausgebildete Architekt hat die »HartzIV-Möbel« erfunden – eine Reihe leicht nachzubauender Möbel, deren Baupläne frei zugänglich sind. Er hat verschiedene Crowdfunding-Projekte wie die Karma-Chakhs oder die Vortragsreihe #dclass ins Leben gerufen und setzt sich für Open Source und Sharing-Konzepte ein. Am 14. März 2015 war Van Bo Le-Mentzel als Referent beim Hamburger Kongress Work in Progress zu Gast. HOHE LUFT traf ihn dort zum Interview. Darin erklärt er, was sowohl Eigentum als auch persönliche Fähigkeiten mit Verantwortung zu tun haben und wieso man sich an Spiderman ein Beispiel nehmen sollte. Teile aus dem Interview erscheinen außerdem in unserer Sonderbeilage »Verantwortung« (ab 21.05. im Handel). 

Tödliches Vertrauen

Vertrauen bedeutet, verletzbar zu sein. Das zeigt der Absturz der Germanwings-Maschine, der offenbar vom Kopiloten absichtlich herbeigeführt wurde, auf furchtbare Weise. Wer jemandem vertraut, geht immer ein Risiko ein. Man verzichtet darauf, den anderen zu überwachen, man räumt ihm einen Spielraum ein. Der andere kann diesen Spielraum missbrauchen, doch man ist zuversichtlich, dass er es nicht tun wird.

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Miteinander oder gegeneinander? Die neue HOHE LUFT

Ab morgen im Handel: Miteinander oder gegeneinander? Der Islam und die Aufklärung  Die Attentate von Paris und Kopenhagen spielen denen in die Karten, die tiefverankerte Werte der westlichen Welt durch den Islam bedroht sehen und „gegen die Islamisierung des Abendlandes“ auf die Straße gehen. Doch wie steht es bei uns um Werte wie Freiheit, Toleranz und Vielfalt? In der neuen Ausgabe HOHE LUFT plädieren wir für eine Kultur des offenen Miteinanders. Weitere Themen sind dieses Mal: Was macht Musik so besonders? Wieso Selbstoptimierung gar nicht so schlecht ist, Karl-Otto Apel im Interview, Was heißt „psychisch krank“? Und: Martin Heidegger gilt als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Doch neue Antisemitismus-Vorwürfe treffen seine Philosophie schwer (siehe dazu auch unsere Online-Beiträge). In einem Schwerpunkt zum „Fall Heidegger“ äussern sich führende Experten, darunter Marion Heinz, Günter Figal und der ehemalige Heidegger-Schüler Rainer Marten zu den Enthüllungen. Hier geht es zum neuen Inhaltsverzeichnis. Heft bequem und versandkostenfrei nach Hause liefern lassen? Bitte hier entlang. Wie gefällt Ihnen die neue Ausgabe? Schreiben Sie uns unter redaktion(at)hoheluft-magazin.de, auf unserer Facebookseite oder …

Schwarze Stellen und „grosse Politik“. Zur Umstellung der Heidegger-Kontroverse

Reinhard Mehring lehrt Politikwissenschaft und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Er ist Autor der Carl-Schmitt-Biografie und wirft einen kritischen Blick auf die Rezeption von Heideggers Schwarzen Heften. Sich dabei nur auf die antisemitistischen Stellen zu berufen, sei zu verkürzt. Viel mehr gilt es Heideggers Intention hinter seiner Gesamtausgabe zu betrachten: ein neues Denken zu etablieren. Dem „Fall Heidegger“ ist auch ein Schwerpunkt im neuen HOHE LUFT Heft gewidmet, das morgen erscheint.

Fall Heidegger: Begeistert von Hitler

Im Deutschen Literaturarchiv in Marbach liegt der Briefwechsel zwischen den Brüdern Martin und Fritz Heidegger. Sie dürfen von der Forschung eingesehen, aber nur nach Genehmigung der Erben zitiert werden. Dabei sind sie ein entscheidendes Dokument im Rätsel um Heideggers Antisemitismus. Und sie sprechen eine deutliche Sprache… Der Fall Heidegger ist ein Schwerpunktthema der neuen HOHE LUFT Ausgabe, die am 19. März erscheint. Verschiedene Experten äußern sich darin über die Verstrickung von Heideggers Philosophie mit den Idealen des Nationalsozialismus. „Heidegger war kein Ahnungsloser“ schreibt Marion Heinz von der Universität Siegen. Entgegen der Annahme, Heidegger hätte schon früh mit der NS-Ideologie gebrochen, zeugen die Briefe an seinen Bruder zu Beginn des NS-Regimes von einer „bruchlosen Unterstützung der NS-Bewegung“. Die Briefe sind, wie Marion Heinz darlegt, ein weiterer Mosaikstein aus denen gerade im Lichte der Neuveröffentlichungen aus Heideggers Nachlass ein neues, dunkles Bild des Freiburger Philosophen entsteht. Den Beitrag von Marion Heinz können Sie in voller Länge im neuen Heft lesen. Dazu spricht Günter Figal über seinen Rücktritt als Vorsitzender der Heidegger-Gesellschaft im Januar 2015 und der Heidegger-Schüler Rainer Marten …