Alle Artikel in: HOHE LUFT

Der schwarze Philosoph

Sein Leben liest sich beinahe wie ein Märchen: Anton Wilhelm Amo wird im 18. Jahrhundert als Kleinkind in Ghana von Sklavenhändlern verschleppt, kommt über Umwege nach Deutschland und promoviert dort in Philosophie. Nur eines fehlt: Das Happy End. Robin Droemer setzt sich in der aktuellen Ausgabe von HOHE LUFT mit dem Schicksal des Philosophen Amo auseinander. Der ganze Artikel kann jetzt auch hier online gelesen werden.

Ein voller Erfolg für die Gerechtigkeit!

Gestern Nacht ging unser Schreibwettbewerb zum Thema Gerechtigkeit zu Ende. In über drei Monaten wuchs unsere HOHE LUFT-Community auf 485 Mitglieder an. Insgesamt wurden 202 Essays hochgeladen und unglaubliche 1641 Kommentare verfasst. Wir sind überwältigt und wollen uns ganz herzlich bei allen bedanken, die zu diesem tollen Ergebnis beigetragen haben! Die Jury wird im Laufe der nächsten Woche online vorgestellt. Die sieben Gewinner werden Anfang September benachrichtigt. Es bleibt spannend. Alle Essays können nach wie vor hier eingesehen und kommentiert werden.

Kann der Mensch wollen, was er will?

HOHE LUFT_live ging am 07.08. in die nächste Runde. In einer ausgebuchten modern life school diskutierte HOHE LUFT Chefredakteur Thomas Vašek mit dem Philosophen Ho-Seoung Moon das Thema „freier Wille“. Ho-Seoung Moon, der eine philosophische Praxis in Göttingen betreibt, versteht den freien Willen als eine Form des Vermögens, seine eigenen Wünsche zu reflektieren und umzusetzen. Dabei ist die Frage nach der Existenz eines freien Willens seiner Ansicht nach nicht inhaltlich zu beantworten, sondern funktional. Wir müssen gar nicht zwingend definieren, was der freie Wille ist, da wir ein intuitives Alltagsverständnis davon haben, so Ho-Seoung Moon. Der Begriff ist dadurch bestimmt, wie wir ihn erleben, ähnlich wie die Liebe oder die Vernunft. Thomas Vašek widerspricht diesen Ausführungen: „meiner Meinung nach ist die Existenz des freien Willens tatsächlich ein Problem und kein Scheinproblem.“ Wenn wir wirklich in unserem Verhalten komplett determiniert (d.h. kausal vorherbestimmt) sind, hätte das massive Auswirkungen auf unser Leben. Ohne die Freiheit des Willens, kann es keine Verantwortung geben. Alles, was wir tun und als rationale Entscheidungen ansehen wäre sinnlos, wenn wir nicht willensfrei …

Das Arschloch-Prinzip

Sie sind überall – entkommen kann man ihnen nicht. Wir begegnen ihnen morgens im Stau, tagsüber auf der Arbeit und abends im Supermarkt. Man kennt sie auch aus dem Finanzsektor und der Künstlerszene – aus dem Trash-TV sowieso. Die Rede ist von Arschlöchern. Wir alle kennen sie und wir alle müssen mit ihnen leben. Aber was genau ist ein Arschloch? Wie böse sind Arschlöcher? Und: Warum geht uns das Arschloch eigentlich nicht am Arsch vorbei? Christina Geyer fühlt dem Alltagsbegriff in der aktuellen Ausgabe von HOHE LUFT philosophisch nach. Den ganzen Artikel können Sie nun auch hier online lesen. Viel Spaß!

Der Eigensinnige – philosophisches Rätsel

Als ein Philosoph vor ein paar Jahren einen Vortrag auf einer Konferenz hielt, kam ein anderer auf allen Vieren zum Rednerpult gekrochen, schnappte sich ein paar Blätter Papier von dort und kroch von dannen: der Vorredner, der sein Manuskript liegengelassen hatte. Es sollte unauffällig sein, aber natürlich war es das genaue Gegenteil davon. Jener, der da kroch, war nicht irgendwer. Eine Umfrage unter Philosophen ergab vor ein paar Jahren, dass er zu den zehn wichtigsten Philosophen der letzten 200 Jahre zählt, noch vor Friedrich Nietzsche und Karl Marx. Seinen überragenden Ruf verdankt er seinen Leistungen auf dem Gebiet der philosophischen Logik. Zum Beispiel zeigte er, dass eine Sprache ohne Widersprüche ihr eigenes Wahrheitsprädikat enthalten kann – das hatten Philosophen bis dahin für unmöglich gehalten. Berühmt ist vor allem seine Theorie der Eigennamen, laut der Eigennamen (»die Venus«) grundlegend anders funktionieren als beschreibende sprachliche Ausdrücke (»der Abendstern«). Dass er zu Großem geboren ist, zeichnete sich schon früh ab. Er galt als Wunderkind, brachte sich schon als Kleinkind fremde Sprachen bei und lernte Theaterstücke auswendig. Als Schüler half er der Luftwaffe beim Lösen …

Die neue HOHE LUFT ist da!

Am 25. Juli erscheint die neue HOHE LUFT. Diesmal mit folgenden Themen: Wie viel Demokratie brauchen wir? Demokratie hat sich bisher als die bestmögliche Staatsform erwiesen. Aber sie ist kein Wert an sich. Was bedeutet das für die Zukunft Europas? Außerdem im Heft: Ein philosophisches Argument für (mehr) Überwachung. Interview mit dem australischen Philosophen David Chalmers über das Rätsel des Bewusstseins. Das Arschloch-Prinzip. Was ist Buddhismus? Erbschaften sind ungerecht. Achtung! Der HOHE LUFT-Schreibwettbewerb wird aufgrund des regen Interesses verlängert! Deadline ist aktuell der 09.08. Machen Sie mit!

Soziale Rasterfahndung

Was verändert sich, wenn man nicht mehr nach Menschen, sondern nach ihren Eigenschaften sucht? „Graph Search“ heißt die neue Facebook-Suchfunktion und ermöglicht bald auch für deutsche User eine gezielte, an gemeinsamen Interessen orientierte Suche nach Benutzern des sozialen Netzwerkes. Durch Suchaufträge wie „Leute, die in Hamburg wohnen und Philosophie mögen“ soll es leichter sein, Freunde mit ähnlichen Interessen zu finden und sich mit ihnen auszutauschen. Beziehungsstatus, Arbeitsplatz, Alter, Wohnort, bevorzugte Fernsehserien und Filme, politische oder religiöse Zugehörigkeit, jedes persönliche Merkmal kann als Suchalgorithmus verwendet werden und zeigt die entsprechenden Personen auf Facebook an.

Weimarer Visionen – Die 8. FestSpiele des Denkens

„Es gibt einen Platz, den du füllen musst, den niemand sonst füllen kann, und es gibt etwas für dich zu tun, das niemand sonst tun kann.“ – Platon Irgendwann bewegt sie uns alle: die Frage nach dem Sinn des Lebens. Manchmal erwischt sie uns eiskalt – als Ausdruck einer inneren Krise. Dann heißt es, sich neu zu orientieren. Das ist in einer Gesellschaft, die im steten Wandel begriffen ist, nicht leicht. Burnout, „innere Kündigung“, Finanzkrise – es herrscht eine Unsicherheit, die uns alle zum Umdenken zwingt. Ein solcher Wertewandel allerdings bietet auch Chancen für alle. Wie aber gehen wir mit diesen Chancen und Schwierigkeiten um? Wie verwandeln wir schwierige Situationen in Möglichkeiten und wie finden wir einen neuen Sinn für uns? Bei den Weimarer Visionen dreht sich dieses Jahr alles um diesen einen, großen Begriff: „Sinn“. In Vorträgen, Lesungen, Veranstaltungen und kreativen Darbietungen nähern Teilnehmer und Veranstalter sich im gemeinsamen Dialog diesem Begriff an. Termin: 03. – 06.10.2013 Ort: Weimar Das ausführliche Programm sowie Informationen zur Anmeldung können Sie hier herunterladen.