Alle Artikel in: HOHE LUFT

Zweifelnd glauben

»Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube« lässt Goethe seinen Faust ausrufen. Seither steht dieses Zitat für den Zweifel an der Religion und ihrer Lehre wie Auferstehung, Wundervollbringung oder Schöpfungsgeschichte. Die Wahrheit von etwas zu bezweifeln, das sich nicht beweisen lässt, ist doch auch ziemlich naheliegend, oder? Wieso glauben wir trotzdem so vieles, das wir nicht erklären können?

Der Deutsche Preis für Philosophie und Sozialethik

100.000 Euro sind eine Menge Geld. Erst recht, wenn man sie mit Philosophie verdienen will. Der Münsteraner Philosophie-Professor Michael Quante hat genau dies geschafft. Ihm wurde gestern Abend zum ersten Mal der Deutsche Preis für Philosophie und Sozialethik verliehen. Der von der Max-Uwe-Redler Stiftung gespendete Preis ehrt herausragende Philosophen, die das fünfzigste Lebensjahr noch nicht wesentlich überschritten haben. Im mit dunklem Holz getäfelten Hörsaal B der Universität Hamburg trafen sich zu diesem Anlass namenhafte Philosophen wie Volker Gerhardt, Birgit Recki oder Julian Nida-Rümelin. Seltsam nur, dass so wenige Medien über diese Preisverleihung berichten. Immerhin handelt es sich um den höchstdotierten Preis für Philosophie in Deutschland. Für die chronisch benachteiligten Geisteswissenschaft ein großes Event – man denke etwa an den Nobelpreis, wo mit Literatur nur ein einziges Fach vertreten ist. In diesem Sinne nutzte der Preisträger seine Redezeit, um auf die Unverzichtbarkeit der Philosophie hinzuweisen. Er würdigte sie als Insel der Reflexion in einer beschleunigten Moderne, die mit ihrem kritischem Scharfsinn alle Dinge prinzipiell bezweifeln oder begründen könne. Philosophie sei eine Disziplin, die sich nicht hinter …

Ich like dich

Früher haben wir Dinge gemocht, vielleicht sogar geliebt. Heute liken wir sie. Neue Kommunikationstechnik transportiert nicht nur Sprache auf neuen Kanälen, sie verändert auch die Sprache. Das Verb »liken« ist eines der eindrucksvollsten Beispiele der letzten Zeit. Fast jeder kennt es, fast jeder versteht es. Im Duden steht es nicht – noch nicht. Ohne Facebook würden wir nicht »liken«, wir würden wohl immer noch mögen oder lieben. Aber ist das wirklich nur ein anderes Wort, liken statt mögen?

Der Wert der Werte

Welche Werte sind Ihnen wichtig? Was sind Werte überhaupt? Und warum brauchen wir sie? Das sind bedeutende Fragen, die uns dazu bewogen haben, den Werten im Jahr 2014 besondere Beachtung zu schenken – mit Artikeln und Veranstaltungen. Auch unser diesjähriger Essay-Wettbewerb wird den Werten gewidmet sein. Tobias Hürter, stellvertretender Chefredakteur von HOHE LUFT, spricht im Interview mit Nordwest Radio (Radio Bremen) über Werte und kürt Wahrheit, Nachsichtigkeit und Liebe zu seinen Top 3-Werten. Das ganze Interview können Sie hier hören. Viel Spaß!

Die neue HOHE LUFT!

Ab morgen ist die neue HOHE LUFT im Handel! Im neuen Jahr widmen wir uns gleich einem großen Begriff: dem der Autonomie. Er wird oft mit maximaler Unabhängigkeit oder Freiheit gleichgesetzt. Christopher Schmidt macht sich in der morgen erscheinenden HOHE LUFT-Ausgabe für einen neuen Autonomiebegriff stark, der auch positive Abhängigkeiten mit einschließt. Im Interview spricht diesmal Martine Nida-Rümelin über die Herausforderung des subjektiven Erlebens. Außerdem viele weitere spannende Themen, unter Anderem „Der Gott des Lasters: Marquis de Sade“ und „Warum bestrafen wir Verbrecher“? Als Einstimmung kann der Leitartikel schon heute hier online gelesen werden. Viel Spaß!

„Wer gesehen werden will, den kann man auch leicht überwachen“

Wenn Deutschlands wohl bekanntester Internet-Experte einräumt, er habe sich im Hinblick auf das Internet geirrt und es im gleichen Atemzug für „kaputt“ erklärt, kommt das, so der FOCUS, durchaus einer Zäsur gleich. Sascha Lobo setzt das Internet angesichts des NSA-Skandals mit „Totalüberwachung“ gleich – Anlass genug, das Netz auf Lobos Vorwürfe hin zu prüfen. HOHE LUFT-Chefredakteur Thomas Vašek hat den Versuch unternommen und festgestellt, dass wir nicht nur mit unserer Privatsphäre bezahlen – vielmehr zerstört Überwachung auch unser Vertrauen in das Netz. Sascha Lobo scheint diese These zu bestätigen. Der ganze Artikel aus der neuen HOHE LUFT-Ausgabe, die heute in einer Woche erscheint, kann bereits jetzt hier gelesen werden. Viel Spaß!

»Ich mach mir die Welt…

…wie sie mir gefällt.« Singt die schwedische Kindheitsheldin Pippi Langstrumpf und verbreitet damit die frohe Botschaft, dass alles möglich ist, wenn man es nur will. In ihrer Welt wird man durch die Krummelus-Pille niemals erwachsen und zwei mal drei macht vier. Kann man sich einfach hinstellen und seine eigene Welt erfinden?

Ab in die Tonne!

2014 jährt sich der Beginn des ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Millionen von Menschen verloren ihr Leben für einen Krieg ohne Sieger, einen sinnlosen Kampf um Prestige und Einfluss. Es war die bis dahin größte Katastrophe dieser Art – aber bei weitem nicht die erste. Denn Kriege kennen die Menschen seit den Auseinandersetzungen zwischen Stammesgesellschaften. Philosophen sucht man allerdings meist vergeblich im Schützengraben. Ihre Front ist der Hörsaal, das Kaminzimmer ihr Schlachtfeld, das Wort ihr Gewehr. Doch auch damit kann man Schaden anrichten.