Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kunst

HOHE LUFT kompakt – Der Wert der Kunst

Zwischen Design und Technologie Die Kunst ist so präsent wie nie zuvor. Im neuen Sonderheft »HOHE LUFT kompakt« (erscheint am 29. Mai 2019) widmen wir uns der Frage nach ihrem Wert. Heute, da die Grenzen zwischen Kunst, Design und Technologie zunehmend verschwimmen, geht der ästhetische Wert von Kunstwerken nicht mehr einfach so aus einem bestimmten Kanon hervor. Philosophie kann dabei helfen, subjektive ästhetische Erfahrungen zu reflektieren und zu verstehen, was Kunst heute eigentlich ist und soll. Auch die Künstler selbst kommen zu Wort – im Schwerpunkt zum Thema Kunst in München. Wir stellen etablierte wie aufstrebende Protagonisten der Kunstszene vor und treten mit ihnen in einen philosophischen Dialog. Themen im neuen Sonderheft sind unter anderem außerdem: Was ist schön? Kultur als Marke Kunst und Kapitalismus Geschmack Ästhetisches Erleben Wann ist Kunst? Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre! Hier können Sie das neue Sonderheft versandkostenfrei bestellen.

Das Wrack des Unglaublichen

Was hat Kunst mit alternativen Fakten zu tun? Mittlerweile vieles. Der Künstler Damien Hirst liefert den Beweis. Im Jahr 2008 fand man auf dem Grund des Indischen Ozeans ein riesiges Schiff voller Schätze, das »Wrack des Unglaublichen« (»Apistos«). In seinem Inneren: 100 Statuen und Torsi von Pharaonen, Göttinnen und Dämonen, Masken und andere, teils mit Korallen, Algen und Seewürmern bedeckte Objekte aus Afrika, China, Griechenland, Indien – alles Besitztümer des ehemaligen Sklaven Cif Amotan II, der nach seiner Freilassung zu großem Reichtum gelangt war. Die Bergung dieser einzigartigen Sammlung nahm fast zehn Jahre in Anspruch und wurde von dem schwerreichen Künstler Damien Hirst mitfinanziert. Zu bestaunen waren die Schätze im Frühjahr 2017 auf der Biennale in Venedig, verteilt über zwei Museen, die dem Unternehmer, Multimilliardär und Kunstsammler François Pinault gehören. Im Atrium des Palazzo Grassi wird man von einem über 18 Meter hohen mesopotamischen Dämon begrüßt, der Kopie einer kleineren Bronze, die man auf dem Schiff fand. Eine Unterwasser-Videodokumentation zeigt die aufwendigen Bergungsarbeiten. Man schreitet durch die Säle voller Kostbarkeiten aus Bronze, Jade, Achat, Carrara-Marmor …

»Die Zeit ist knapp« – die neue HOHE LUFT ist da!

Neu: Ausgabe 04/2016 Die Zeit ist knapp – Warum das gut für unser Leben ist Haben Sie auch ständig das Gefühl, keine Zeit zu haben? In der neuen Ausgabe werfen wir einen Blick auf unser Verhältnis zur Zeit und zeigen, wie wir es verbessern können. Weiterhin sprechen wir mit dem Soziologen Armin Nassehi über die gespaltene Gesellschaft und die neue Rechte. Außerdem: Schwerpunkt Pragmatismus, Wozu Wahrhaftigkeit? Von Regeln und Normen, Im Fokus: Kunst. Lässt sich über Geschmack streiten? In einer neuen Rubrik antworten sieben Prominente auf »Die große Frage«. Dazu widmen wir uns in einer Sonderbeilage auf 28 Seiten dem Thema »Was heißt Führung?«, prüfen aktuelle Trends und stellen Denkweisen moderner Führung vor. Mit diesem Heft verabschieden wir uns in die Sommerpause, die nächste reguläre Ausgabe erscheint am 22.09. Dafür wird es ab dem 11.07. ein neues HOHE LUFT kompakt zum Thema Wirtschaft geben. Abonnenten erhalten dieses automatisch anstatt der Juli-Ausgabe. Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe. Sie möchten das neue Heft oder ältere Ausgaben versandkostenfrei bestellen? Hier entlang. Wir wünschen viel Freude …

HOHE LUFTpost – Kunst, Kontext und Jan Böhmermann

HOHE LUFTpost vom 15. April 2016: Kunst, Kontext und Jan Böhmermann Vor hundert Jahren vollbrachte Marcel Duchamp ein Wunder: Er hob ein gewöhnliches Pinkelbecken (unbenutzt) auf einen Sockel – und es ward Kunst. Mit seinen »Readymades« stürzte er die Kunst in eine Krise, die zu einem gründlich neuen Verständnis dessen führte, was Kunst überhaupt ist. Eine der Lehren von damals war, dass alles vom Kontext abhängt. Von zwei physikalisch gleichen Objekten kann eines ein Kunstwerk und das andere nicht, nur weil wir unterschiedlich mit ihnen umgehen.

Zur Ästhetik von Topfreinigern

Seit jeher produzieren Menschen Kunst – und setzen sich mit dieser auseinander. Von Platon über Arthur Schopenhauer bis hin zu Martin Heidegger wurde immer schon versucht, Kunst auch philosophisch zu ergründen. Was ist der Sinn von Kunst? Ist sie selbsterklärend? Muss jeder Mensch ein Kunstwerk gleichermaßen begreifen können? Nicht nur die Kunst selbst, auch die Ansätze zur Erklärung ihres Sinns haben sich im Laufe der Zeit immer wieder stark verändert. Platon etwa war noch davon überzeugt, Kunst müsse zu einem tugendhaften Leben erziehen. Für ihn war Kunst eine pädagogische Maßnahme – etwas, das uns nach Wahrheit und Werten streben lassen sollte. Dabei unterschied Platon zwischen Künstlern, die etwas schöpferisch herstellen, wie etwa ein Tischler, und Künstlern, die sich mit der Darstellung der Wirklichkeit befassen, wie etwa Maler. Letztere würden Ideen der Wirklichkeit immer nur nachahmen, während Erstere  Ideen verwirklichen – und der Wahrheit somit näher stehen. Heute hingegen nehmen wir diese Unterscheidung kaum mehr vor – selten werden Baumeister Künstler genannt. Ruhm und Ehre scheint jenen Künstlern vorbehalten, die „Bilder zweiter Ordnung“ schaffen. Welche Idee …

Die Lust am Original

Im größten Kunstfälscherprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte ist letzte Woche das Urteil gefallen. Der Fälscher Wolfgang Beltracchi muss sechs Jahre ins Gefängnis, seine Frau und seine Komplizen müssen ebenfalls jahrelang in Haft. Juristisch ist der Fall erledigt. Philosophisch bleiben Fragen: Was genau stört uns so sehr an Fälschungen? Warum haben wir so viel weniger Freude an ihnen als an Originalen? Die Beltracchis haben betrogen, das ist klar, aber irgendwie scheint ihr Betrug über andere Betrügereien hinauszugehen, sie haben nicht nur betrogen, sondern auch gefälscht. Was ist es, das ihnen jetzt so viel Aufmerksamkeit verschafft? Das sind Fragen, mit denen sich Soziologen und Psychologen seit langem beschäftigen. Eine gängige Antwort ist: Wir hängen an Originalen, weil wir Snobs sind. Originale haben einen sozial höheren Status als Imitate. Dieser höhere Status überträgt sich auf die Besitzer, und Status ist, was wir alle wollen. Unsere Versessenheit auf Originale sei nichts als ein kulturelles Konstrukt.