Schlagwort: Digitalisierung


Selphi statt Selfie

Die neue Epidemie des Sich-selbst-Fotografierens hat auch eine philosophische Komponente. Und zwar keine schlechte!
Im neuen Sonderheft HOHE LUFT kompakt »Total digital!« plädiert Tobias Hürter dafür, das Selfie nicht als reinen Narzissmus oder als Albernheit abzutun.

Hier geht’s zum ganzen Text.

Lust auf mehr Digital-Themen? Hier können Sie unsere Sonderhefte versandkostenfrei bestellen.

Kommentieren

Total digital! Total menschlich?

Die Digitalisierung verändert unsere Lebens- und Arbeitswelt dramatisch. Während manche Visionäre vom digitalen Fortschritt die Lösung aller Menschheitsprobleme erwarten, fürchten die anderen den Untergang der Demokratie, ja, das Ende des Menschen überhaupt. Zwischen überzogenen Heilsversprechen und hysterischen Alarmrufen bleibt kaum Raum für reflektiertes Nachdenken. Ebendiese Reflexion brauchen wir aber, um den Wandel, von dem alle reden, wirklich zu verstehen. In diesem Sonderheft versuchen wir, die digitale Transformation philosophisch aus verschiedenen Blickwinkeln zu durchdringen, von den Möglichkeiten und Grenzen der künstlichen Intelligenz über die Privatsphäre im Internet bis zu den vielfältigen Zerstreuungen des digitalen Alltags. Unsere leitende These ist ebenso einfach wie radikal: Im digitalen Wandel geht es nicht primär um das Digitale. Es geht um den Menschen und die Rolle, die wir in einer zunehmend digitalisierten Welt spielen wollen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre.
Ihr HOHE LUFT-Team

Lob, Anregungen oder Kritik richten Sie gerne an: kontakt(at)hoheluft-magazin.de

Hier geht’s zum Onlineshop.

Kommentieren (1)

Arbeit neu denken! Hohe Luft kompakt

Arbeit ist ein großer Teil des Lebens. Sie bringt uns Geld, sie stellt uns vor immer neue Herausforderungen, sie stiftet Identität. So viel wie heute haben wir schon lange nicht mehr über Arbeit diskutiert. Denn wir stecken mitten in einem epochalen Wandel, dem größten Umbruch seit der industriellen Revolution: Jenem der Digitalisierung. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit lösen sich auf, Algorithmen, Roboter und Künstliche Intelligenz erleichtern uns die Arbeit, werfen aber auch neue Fragen auf: Wie gehen wir mit der gefühlten Beschleunigung um? Werden viele Jobs bald von Robotern erledigt? In dieser Verunsicherung liegt auch die Chance, über Arbeit neu nachzudenken. In unserem neuen HOHE LUFT kompakt (1/2018) blicken wir neugierig auf das Hier und Jetzt – und versuchen daraus Einsichten für die Zukunft zu gewinnen.

Einige Themen im neuen Heft: Herausforderung Job, Karl Marx im digitalen Kapitalismus, Mythos Team, Was ist gute Arbeit? Kreativität für Manager. Anpassen oder querdenken? Mut zur Auszeit. Arbeitszufriedenheit. Die lieben Kollegen.

Viel Spaß beim Lesen!

Hier können Sie das neue Sonderheft (und ältere) versandkostenfrei bestellen. 

Anregungen, Lob und Kritik richten Sie gerne an: kontakt(at)hoheluft-magazin.de

Kommentieren (2)

Philosophie in Bewegung

Wolfram Eilenberger stellt der deutschsprachigen Philosophie ein verheerendes Zeugnis aus. Sie sei in einem „desolaten Zustand“, schreibt der Publizist – und selbst Philosoph – in der ZEIT vom 01. März 2018: keine neuen Köpfe in Sicht, keine Antworten auf große und drängende Fragen, nicht einmal Ansätze dazu. Der Nachwuchs werde – vergleichbar jungen Fußballprofis – immer gewiefter, verliere aber jeden eigenen Charakter. Die Zunft reagiert mit abgeklärtem Achselzucken. Hinter vorgehaltener Hand flüstert man sich „Volltreffer“ zu, andere wehren sich gegen die Vorwürfe. 

Wenn Verteidigung sinnlos wird, hilft freilich nur noch bessermachen. HOHE LUFT startet deshalb eine Initiative: akademische Philosophie soll zeigen dürfen, was sie kann, wenn man sie nur lässt. Wir geben Raum für Projekte, die mehr sind als nur Glasperlenspiele – Projekte, die mit entscheidenden Fragen unserer Zeit zu tun haben. 

Den Anfang macht ein Vorhaben der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main. Es geht um die Zukunft des Verkehrswesens und das autonome Fahren. Wenn alle Autos sich bald selbst steuern und untereinander abstimmen, ergäbe sich daraus nicht die Möglichkeit, es endlich einmal gerecht zugehen zu lassen? Vollkommene Chancengleichheit? Oder werden die Reichen am Ende wieder alle Vorteile für sich haben? Nur durch einen neuen Gesellschaftsvertrag kann das geklärt werden, meint Martin Gessmann.

Den ganzen Artikel lesen

Kommentieren (1)

Wer ist schuld? Das Internet!

Hä? Sind wir jetzt völlig verrückt geworden? Vielleicht. Aber vielleicht auch nicht. Wir stellen fünf Eigenschaften des Netzes zur Diskussion, die – so meint die HOHE LUFT-Redaktion – für viele Übel dieser Welt verantwortlich sind.

 

1. SICHTBARKEIT

Hass gibt es nicht erst, seit es das Internet gibt. Aber das Internet bringt ihn an die Oberfläche: In Kommentarspalten, Tweets und Facebook-Posts oder auf Blogs ergießt sich der Hass ungehemmt in die Weiten des Netzes. Was vorher im stillen Kämmerlein gedacht, am Stammtisch in den Bierkrug genuschelt wurde, taucht jetzt aus der Versenkung auf, wird allgegenwärtig.

2. VERSTÄRKUNG

Das Internet bringt eine neue Form des ungebremsten Kapitalismus in Reinform hervor: Im Datenkapitalismus verdienen Google und Co. mit Informationen über die Nutzer Geld. Relevanz wird neu verhandelt: Kleinste Themen und Diskurse werden aufgeblasen und in einer sich selbst verstärkenden Reflexionsschleife bis ins Äußerste wiedergekäut. Emotionen und Meinungen bestärken sich gegenseitig, schaukeln sich hoch bis zu explosiven Ausmaßen.

3. FRAGMENTIERUNG

Obwohl alle Welt im Netz ist, lassen wir nur bestimmte Informationen und Personen zu uns durchdringen. Im Internet bewegt sich jeder in seiner eigenen Filterblase, die sein Weltbild bestimmt. Der Trend geht zur Personalisierung: Nur noch lesen, was den eigenen Interessen und Ansichten entspricht, statt sich zu konfrontieren mit anderen Meinungen und Ideen.

4. ENTGRENZUNG

Im Netz ist alles jederzeit verfügbar. Kam man früher nur übers Hinterzimmer der Videotheken an Pornos, kann man sich davor im Netz kaum retten. Jede Nische wird im Internet bedient, man findet Informationen, Bilder, Videos aus aller Welt zu allen Themen. Die Grenze zwischen Online- und Offline-Welt verschwimmt, wir sind eigentlich immer online. So gut wie überall auf der Welt gibt es Internetzugang, und wo es ihn nicht gibt, soll er irgendwann hinkommen.

5. NIVELLIERUNG

Das Internet – der große Gleichmacher. Seit Food-, Mode- und Einrichtungstrends um die ganze Welt gehen, gleicht sich die Ästhetik weltweit an. Ob man in Bangkok oder Hamburg ins Café geht, macht keinen großen Unterschied mehr. Vor dem Internet sind auch im demokratischen Sinne alle gleich. Das ist positiv. Die Kehrseite allerdings ist: Jeder kann reinschreiben, was ihm beliebt.

Wenn das Internet an so vielem schuld ist, dann ist das eine gute Nachricht. Und zwar nicht, um einen Sündenbock zu haben, sondern weil es uns mit einem Raum konfrontiert, der zwar einerseits als eigene Sphäre funktioniert, andererseits aber vor allem Dinge modifiziert, verstärkt, sichtbar macht und transportiert, die es ohnehin schon gibt und gab. Das Internet wirft sie quasi auf uns zurück, direkt vor unsere Füße, und fordert uns auf, uns damit auseinanderzusetzen.

Alle großen Themen unserer Zeit sind auch Internet- Themen. Es geht nicht darum, das Internet abzuschaffen. Wir wollen es als Phänomen, als Medium, als Lebensraum ernst nehmen und mit Ihnen darüber ins Gespräch kommen.

Wie denken Sie darüber? Bitte schreiben Sie uns unter redaktion(at)hoheluft-magazin.de

Dieser Text stammt aus der aktuellen Ausgabe 6/2017. Hier können Sie diese und ältere Ausgaben versandkostenfrei bestellen. 

Kommentieren (3)

Was wollen Sie eigentlich? Heft 1/2017 ist da

hl_blogbild_0117-mit-beilageWoher wissen wir, was wir wollen? Und wieso tun wir offenbar manchmal Dinge, die gar nicht unserem Willen entsprechen? Kann man den Willen trainieren? Im neuen Heft gehen wir dem »Kompass des Geistes« auf die Spur und untersuchen, wie uns ein starker Wille zu uns selbst führt.

Können Roboter Kollegen sein? Brauchen Maschinen Moral? Führt uns die Virtual Reality in die Höhle oder hinaus? Um diese und andere Fragen geht es in der neuen Spezial-Beilage zu einem der spannendsten und weitreichendsten Trends unserer Zeit: der Digitalisierung.

Weitere spannende Themen dieses Mal: Eine andere Sicht des Holocaust. Warum Handwerk glücklich macht. Wie denken die neuen Rechten? Leben und Denken des Michel Foucault. Wann ist Eifersucht gerechtfertigt? Die Jenaer Romantik. Und der britische Philosoph Simon Blackburn erklärt im Gespräch, warum Ethik wie Gärtnern ist.

Viel Freude beim Lesen!

Hier finden Sie das Inhaltsverzeichnis

Und hier geht’s zur versandkostenfreien Heftbestellung!

Kommentieren (2)

Ich knipse, also bin ich

Der Vergleich zweier Fotos zeigt es deutlich: In den acht Jahren seit der letzten Papstwahl hat sich die Welt technisch sehr verändert. Immer häufiger betrachten Menschen nicht nur besondere Ereignisse, sondern auch ihren Alltag durch das Display ihres Tablets, Handys oder der digitalen Kamera. Statt den Moment mit all ihren Sinnen zu erfassen, sind sie mehr mit ihrem technischen Gerät beschäftigt und verspüren den Drang, jede Sekunde digital festzuhalten. Die Filme und Fotos – und das ist wichtig! – werden später auf Youtube und Facebook veröffentlicht. So sieht alle Welt: Ich war dabei.

Doch was hat man eigentlich davon? Wäre es nicht viel sinnvoller, zunächst das Ereignis zu genießen (von ein, zwei Erinnerungsfotos abgesehen) und sich später in Ruhe Filme und Fotos von Profis anzuschauen, als Ergänzung zum eigenen, unmittelbaren Erleben? So haben wir es früher gemacht. Aber das genügt nicht mehr. Fast scheint es so, als wäre man sich im digitalen Zeitalter seiner selbst nicht mehr sicher, wenn man nicht sein ganzes Leben in Bild und Ton festhalten würde. Das beinah zwanghafte Knipsen und Filmen scheint zur eigenen Identitätsbildung wichtig zu sein. Erst wenn ich die Wirklichkeit digital abgebildet habe, kann ich mir sicher sein, dass ich auch dabei war, dass alles genau so war, wie ich es erlebt habe. Und wenn meine Internetfreunde meine Beiträge anschließend zuhauf liken und teilen, gibt mir das eine zusätzliche Bestätigung: Mein Leben findet Beachtung. Es kann so unbedeutend nicht sein.

– Katharina Burkhardt –

 

Kommentieren (2)