Aktuell, HOHE LUFT
Kommentare 1

Zu dumm für die Zukunft? Unsere Ausgabe 3/2020 ist da!

Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an die Zukunft denken? Haben Sie lachende Kinder in gesunden Wäldern vor Augen – oder sehen Sie Hamburg im Hochwasser versinken? Vielen erscheint die Zukunft heute bedrohlicher und ungewisser denn je. Wir fragen uns, ob wir überhaupt die nötigen Kompetenzen besitzen, um mit den Problemen von morgen fertig zu werden – und ob nicht bald ohnehin eine technologische Hyperintelligenz das Steuer übernehmen wird. Im Guten wie im Schlimmsten. In unserem Titelessay ergründen wir, wie sich »dumm« und »klug« in einer Welt verhalten werden, die wir noch gar nicht beschreiben können.

Extremen Zukunftsszenarien steht allerdings eine gesellschaftliche Gegenwart entgegen, die die lau­warme Mitte sucht, wie Maja Beckers in ihrem Essay schreibt. Die digitale Transformation ist schon jetzt in vollem Gange – wie sich dies in einer neuen Dominanz der männlichen Norm bemerkbar macht, erklärt Rebekka Reinhard. Allen gängigen Normen entzieht sich die 88-jährige Freiburger Künstlerin Helga Marten, die ihre philosophischen Betrachtungen über Malerei als Akt der Freiheit in einem Interview erklärt. Und ein weiteres Interview gibt es im Heft: Die Philosophin Lisa Herzog spricht über Neue Arbeit, Selbstverwirklichung und die Bedeutung von Demokratie in Unternehmen.

Weitere Themen: Vom Sinn der Vergänglichkeit, Nudging, Eliten und Demokratie, Zeugenaussagen und was sie uns über die menschliche Erkenntnis verraten und ein Portrait von Henri Bergson.

Und aus aktuellem Anlass, hat Rebekka Reinhard sich Gedanken gemacht, was die Verbreitung des neuartigen Corona-Virus für unsere Idee der Zukunft bedeutet. Den Text lesen Sie hier online.

Und noch ein Hinweis: Vor Kurzem ist unser neues »HOHE LUFT kompakt«-Heft zum Thema Führung erschienen. Es trägt den Titel »Metanoia. Führen in Zeiten des Wandels« – im Sinne einer Neuorientierung im Denken. Mehr Infos gibts hier.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!

Das neue Inhaltsverzeichnis können Sie sich hier ansehen. 

Hier können Sie die aktuelle sowie ältere Ausgaben versandkostenfrei bestellen. 

Lob, Kritik, Fragen und Anregungen nehmen wir gerne entgegen unter: kontakt(at)hoheluft-magazin.de

Titelillustration: Aad Goudappel

1 Kommentare

  1. Philip Meier sagt

    Zum Artikel „Männliche Norm“ kommt mir der der Gedanke, dass bei dem Thema meistens am Kern vorbei diskutiert wird. Die naheliegende und empirisch gut begründete Debatte um Gleichberechtigung der Frau ist nicht verkehrt. Ganz im Gegenteil ist noch lange nicht alles erreicht. Auch das Engagement für die Rechte der verschiedensten Minderheiten ist weiterhin bitter nötig.

    Mit dem Kern meine ich, dass das Problem nicht in den unterdrückten Minderheiten liegt, sondern, wie das Thema eigentlich schon nahelegt, in der unterdrückenden Norm. (Bei Frauen kann ja auch kaum von einer Minderheit gesprochen werden.) Deutlich wird das, wenn der Blick von den Opfern auf die Mechanismen der Täter gerichtet wird: Die Motive sind die uralten Rituale um Macht und Einfluss. Das „Spiel“ funktioniert, solange die Anhängerschaft groß genug ist und der weitverbreitete Irrglaube, dass jeder ein bisschen „Obermacker“ sein kann oder wenigstens von guten Beziehungen zu einem profitieren kann, ungebrochen sein unterdrückerisches Werk vollbringen kann. Es funktioniert und nährt sich aus dem Bedürfnis, auf jemanden, der vermeintlich unter einem steht, zu spucken. Unter diesem System leiden – bewusst oder unbewusst – sicher die allermeisten Menschen, eben auch Männer. Das äußert sich im Stress durch Karrierestreben, in der irrationalen Wahl des nächsten, natürlich größeren, Geschäftswagens, in Schulden für Statussymbole, Mid-life-Krisen, Burn-Out.

    Ein prominenter Ansatz, diese Struktur ohne Blutvergießen aufzubrechen, ist 2000 Jahre alt: Dem Mit-Menschen mit Liebe und Respekt zu begegnen. Leider mit mäßigem Erfolg, global betrachtet. Das könnte an den „Nachwuchsorganisationen“ wie z.B. Studentenverbindungen liegen, die nicht viel mehr bezwecken, als die männliche Norm in mächtigen Positionen zu festigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.