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Der Robin Hood der Informationsgesellschaft?

Kontroverse um „Whistleblower“
Edward Snowden

Als „Whistleblower“ hat der ehemalige Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA, Edward Snowden, streng geheime Informationen über das weltweite Überwachungsprogramm PRISM an die Öffentlichkeit weitergegeben. Unter einem Whistleblower versteht man jemanden, der unter Verschluss gehaltene Informationen nach außen trägt, mit der Absicht, Unrecht aufzudecken und zu beenden – um dadurch der Gesellschaft einen Dienst zu erweisen. Handelt es sich dabei um eine Heldentat oder schlicht um Verrat?

Aus Sicht der amerikanischen Regierung ist Snowden ein Straftäter. Dies scheint schwer zu bestreiten, schließlich hat er vorsätzlich die Verschwiegenheitspflicht gegenüber seinem Arbeitgeber verletzt und somit Vertragsbruch begangen. Die US-Regierung wirft Snowden eine Gefährdung der nationalen Sicherheit vor. Lässt sich Snowdens Verhalten dennoch rechtfertigen?

Snowdens Enthüllungen könnten als Form des zivilen Ungehorsams gewertet werden. Ziviler Ungehorsam ist eine Variante des politischen Protests, bei dem ein bewusster Rechtsbruch begangen wird, um auf unrechtmäßiges Verhalten der Regierung hinzuweisen. Laut dem amerikanischen Moralphilosophen John Rawls (1921 – 2002) kann ein Rechtsbruch als ziviler Ungehorsam dann gerechtfertigt sein, wenn der Staat auf eklatante Weise gegen Prinzipien der Gerechtigkeit verstößt. Ziviler Ungehorsam kann sich aber auch gegen Regierungsmaßnahmen wenden, die als maßgebliche Verletzungen von gesellschaftlich anerkannten Werten empfunden werden.
Die private Kommunikation Unwissender auszuspionieren stellt einen erheblichen Eingriff in die Privatsphäre dar. Snowden hat demnach sein Recht auf zivilen Ungehorsam wahrgenommen und somit als eine Art Robin Hood der Informationsgesellschaft agiert. Dass er offenbar vertrauliche Informationen verraten und damit gegen die Geheimhaltungspflicht verstoßen hat, lässt sich nicht leugnen. Dennoch gehen wir davon aus, dass Menschen moralische Pflichten der Gesellschaft gegenüber haben, die über die Pflichten einem Arbeitgeber gegenüber hinausgehen – auch wenn der Arbeitgeber der Staat ist. Blinder Gehorsam kann keine Rechtfertigung dafür sein, die eigenen moralischen Maßstäbe aufzugeben. Laut Rawls erfordert ziviler Ungehorsam auch die Bereitschaft, sich den Behörden zu stellen und eine etwaige Bestrafung zu akzeptieren, um damit Respekt gegenüber der Rechtsordnung zu zeigen. Aus dieser Sicht dürfte sich auch ein Whistleblower wie Edward Snowden nicht einfach der Strafverfolgung und somit einem Gerichtsverfahren entziehen.

Sollte Snowden sich also stellen oder muss man ihm Asyl gewähren? Verdient er eine Bestrafung? Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare!

– Greta Luehrs –

26 Kommentare

  1. snu sagt

    das, was geschieht, als unrecht, hier: hinterrücks privatkram auszuspionieren, aufzuzeigen, öffentlich zu machen, ist mutig, anständig, keinesfalls eine straftat, die es zu ahnden gilt. illoyalität einem schlechten arbeitgeber gegenüber ist es auch nicht.
    und, das nur nebenbei: dieser ganze hype geht ja nun nicht auf herrn snowdens äußerungen zurück, sondern auf das bereitwillige aufnehmen selbiger durch alles, was sich in der öffentlichkeit tummelt.
    für den einzelnen, jeden, steht die frage dahinter: schaue ich hin oder schaue ich weg, und berichte ich öffentlich, was ich sehe.

    • Greta Lührs sagt

      Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!
      Ich kann Ihre Haltung gut nachvollziehen, der moralischen Pflicht ein höheres Gewicht beizumessen. Es würde mich interessieren, weshalb das Whistleblowing in diesem Fall für Sie kein Beispiel von Illoyalität darstellt. Ist das Einhalten von Verträgen nicht ganz generell auch ein hohes Gut?
      Ich freue mich auf Ihre Antwort
      Herzliche Grüße
      Greta Lührs

  2. pia schaf sagt

    asyl gewähren! Ein jeder ist eigenverantwortlich seinem Gewissen gegenüber verpflichtet. Hätte er Steuersünder aufgedeckt, hätte der Staat ihn reich belohnt. Nun hat er aufgezeigt, wie der Staat mit seinem Volk, seinen „Freunden“ umgeht. Ein Akt von Zivilcourage, konnte er doch vorher ahnen, wie es um die Moral unseren Gesellschaft im allgemeinen steht.

  3. Anna sagt

    Ich persönlich war etwas enttäuscht das Deutschland im kein Asyl gewährte.
    Wir hätten nie von PRISM erfahren, wenn er es nicht publik gemacht hätte.
    Es war sehr mutig von Snowden und ich bin mir sicher er konnte die Konsequenzen (welche riesig sind) und die Gefahr in die er sich begibt, überblicken. Ich persönlich hab großen Respekt vor seinem Handeln. Er riskierte viel um uns etwas zu offenbaren, wovon wir vermutlich nie erfahren hätten. Das traurige ist, dass ich das Gefühl habe , dass PRISM ehr unsere Staatssicherheit gefährdet, als der „Verrat“ Snowdens der Staatssicherheit der USA geschadet hat.
    Aus diesen Gründen ist er der Robin Hood und sollte nicht bestrafft werden, auch wenn die USA gerne hätte, weil diese ganze Geschichte für diese zum Problem werden kann und wird.

  4. Als Rosa Parks sich 1955 auf einen für Weiße reservierten Sitzplatz setzte, brach sie eine Vorschrift, die falsch war. Edward Snowden musste das Gesetz brechen, um einen Misstand zu offenbaren, doch es ging um die Information, nicht um den Gesetzesbruch. Würden die Millionen Marihuana-Konsumenten in Deutschland oder die Abermillionen Genießer illegal kopierter Musik und Filme sich zu ihren Vergehen bekennen und der Strafjustiz stellen, könnte man die Macht des zivilen Ungehorsam sehen, die Gesetze würden fragwürdig. Carl von Ossietzky beschloss, in Deutschland zu bleiben, damit die Nazis ihn nicht als flüchtigen Kriminellen darstellen konnten, sondern sein Handeln als Widerstand wahrgenommen wird. Ein guter Grund, ins Gefängnis zu gehen. Und nicht dass die müde Rosa Parks illegal saß, sondern dass sie verhaftet wurde, löste die Proteste aus, die schließlich zur Aufhebung der Rassentrennung in Bus und Bahn führten. Edward Snowden hingegen erreicht für die Gesellschaft nichts, wenn er sich der Justiz stellt. Hier kommt man mit Rawls kaum weiter.

    Der wäre aber zu fragen, ob das persönliche Gewissen einem Recht Respekt erweisen kann, dass es für Unrecht hält. Auch wenn dieses Gewissen im Widerspruch zu gesellschaftlich akzeptierten Werten steht. Oder ob man zu warten hat, bis spätere Generationen entscheiden, ob es Recht oder Unrecht war. Sich der Verletzung der Nürnberger Rassegesetze wegen z.B. erst einmal verhaften lassen? Das ist in Modellen immer recht einfach, in der Praxis bald überkomplex.

    Einfacher ist die strategische Erwägung. Aus der heraus kann ich das als zivilen Ungehorsam definieren, was dadurch gewinnt, dafür ins Gefängnis zu gehen. Im Unterschied zu anderen Strategien, wie etwa dem Kampf, dem Dienst nach Vorschrift oder eben dem Geheimnisverrat.

    Die Frage, ob Edward Snowden sich stellen soll, ist (außer für ihn selbst und seine Verfolger) irrelevant. (Und die, ob er bestraft gehört, eine des Standpunkts.)

    • Greta Lührs sagt

      Auch Ihnen vielen Dank für die Antwort!
      Ich finde Ihre Überlegungen hilfreich, mich würde vor allem interessieren, warum Sie meinen, dass Snowden mit einer Stellung nichts erreichen würde. Wäre es nicht denkbar, dass ein Prozess gegen ihn, unter den Augen der Öffentlichkeit, politische Wirkung haben und Druck auf die USA ausüben könnte?
      Viele Grüße
      Greta Lührs

      • Holger sagt

        Herr Snowden sollte nicht auf halbem Wege stehen bleiben, sondern in die USA zurückkehren (leichter geschrieben, als getan). Der unvermeidliche Strafprozess käme einer Offenbarung gleich. Natürlich würde die US-Gerichtsbarkeit Herrn Snowden schuldig sprechen. Doch allein das Strafmaß wäre ein Indikator dafür, wie freiheitlich es sich in den USA nach 9/11 leben lässt (Diktaturen würden kurzerhand lebenslänglich verpassen). Seine Flucht nach Moskau symbolisiert eindeutig: Snowden hat große Angst vor den juristischen Folgen seiner hochbrisanten Veröffentlichungen.

  5. Chris sagt

    Edward Snowden ist definitiv einer der wenigen Menschen, die man heutzutage als Held bezeichnen kann. Ohne ihn wäre die ganze NSA-Problematik entweder nie, oder erst sehr viel später aufgeflogen. Er hat alles aufgegeben was er hatte, außer seiner persönlichen Freiheit. Aber was hatte er davon? Nichts weltliches zumindest, im gegenteil. Er hat seinen Job (natürlich), seine Familie, seine Freunde und seine Heimat verloren und das nur um uns zu zeigen, was die Regierung von Menschenrechten hält. Auch der BND spioniert uns aus! Dank Snowden wissen wir es. Ich persönlich denke, dass Snowden sich durch seine tat schon selbst bestraffte, wegen eben gennanten Verlusten. Wir sollten uns alle eine Scheibe von ihm abschneiden und uns fragen: „Würde ich mein Leben für die Freiheit anderer aufs Spiel setzten?“. Ein Mann der sich um die Freiheit der Bürger bemüht wird jetzt per Haftbefehl gesucht…. Das zeigt mal wieder hervorragend, wie die USA eingestellt sind. Das schokierende ist für mich, dass unsere Regierung keinen Deut besser ist! Vielleicht stehe ich ja just in dem Moment, in dem ich auf „Kommentar abschicken“ Klicke schon auf irgeneiner Liste des BDN…
    Klingt unrealistich? Vielleicht, aber ausschließen kann ich nichts mehr!

    Edward Snowden sollte den Respekt erhalten, den er verdient hat! Und vielleicht wird er eines Tages eine ähnliche Heldenverehrung erfahren, wie Guy Fawkes. Er sollte für uns alle eine Symbolfigur für den Kampf um unsere persönliche Freiheit sein!

    • HeinrichVonBourbon sagt

      Das Ziel eines jeden deutschen Bundesbürger sollte sein, auf einer Liste des BND zu stehen. Denn dann kostet man alle Freiheit aus, die einem ein demokratischer Staat einräumt!

  6. Marc J. sagt

    Ich sehe hier verschiedene Amsätze. Snowden hat Recht, wie es in seinem Land gilt, gebrochen. Das Land selbst hat Recht gebrochen, in den Ländern, die nicht die Gesetze haben, wie sie selbst. Es ist die Frage wie mit den Steuer CDs. Darf man Gesetze brechen, um gebrochene Gesetze bestrafen zu können? Ist es Moral, nach der wir versuchen hier zu urteilen oder Gerechtigkeit? Es geht hier nur um die Interpretation der einzelnen Sachverhalte. Jeder sieht sich im Recht. Die USA so oder so. Der Staat bricht Recht, sammelt zB Daten aus Deutschland und der Schweiz und versucht nun, wie vorher Deutschland auch, bereits vorhandene Daten zu legalisieren und setzen einen, wenn auch kleinen, aber einen Staat unter Druck, welcher ein demokratisches System hat. Wer wirft hier, wie die USA es der Schweiz vorgeworfen hat, das Firmen mit schweizer Herkunft sich sich in amerikanischen Ländern falsch verhalten haben, da sie gewinnorientiert gehandelt haben und Gesetze bis zum Rand ausnutzten? Die USA tut selbiges. Schon immer. Ich bin kein Befürworter von Asyl. Ich wünsche ihm aber, das er sicher untertauchen kann. Ist nicht schon oft so etwas geschehen, wo durch geschickte Inszenierung ein ganz anderes Ziel hervor kam? Ich werde abwarten, was da später wirklich noch kommt. Die sog. Freiheit, hier im Web war noch nie vorhanden. Seit der ersten Übertragung von Daten im Web, lief in den USA das System parallel. Nur weil es jetzt in den Medien den Menschen bewusst gemacht wird, ist die Art von Empörung, welche man für diesen Umfang als gerecht erachten würde, doch ausgeblieben. Ein paar politische Äußerungen, ein wenig hier und da. Doch in ein paar Monaten werden die Menschen es vergessen haben. Wie alle solche überzogenen Fälle. Und es wird weiter gesammelt und spioniert. Alleine die Äußerung von Obama dazu, hätte man in jedem Kindergarten brillanter hören können. Doch was sagt uns diese Geschichte? Ist Fortschritt nun nicht mehr toll? Ist Sicherheit durch Aufgabe von Freiheit nun ein Gut?
    Ich sehe es für mich so, ein Zeichen sich öfter real zu treffen, nicht wichtige Dinge zu posten, sondern den Menschen dabei in die Augen zu sehen. Mehr Realität leben, anstatt sich einer Welt zu verlieren, die nur aus 2 Zahlen besteht und dafür das fühlbare Leben, welches nicht einfach abgehört werden kann, zu vernachlässigen! Ein Beispiel, nach einem langen und unangenehmen Winter scheint nun endlich etwas Sommer angekommen zu sein, wer lag mal wieder mit einem gedruckten Buch unterm Baum und spürte die Welt? Wer soll einem dieses Gefühl klauen, abhören oder speichern?

  7. Christian sagt

    Die Bespitzelung der Bürger hat auch eine politische Dimension. Ein technologieorientiertes Land ist darauf angewiesen, kreative und damit individualistische Bürger an sich zu binden. Das machte die Anziehungskraft der USA auf eine wissenschaftliche und technologische Elite aus. Totalitäre Staaten wie die Sowjetunion sind daran gescheitert. Die chinesische Führung wird sich diesem Problem stellen müssen. Die Türkei wie Ägypten ringen gerade um den richtigen Weg zwischen alter Ordnung und Kreativität. Mit einer flächendeckenden Bespitzelung untergraben die USA die Fundamente ihres Erfolges. Es ist daher nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit sondern auch der Zweckmäßigkeit, dies auf relevante Einzelfälle zu beschränken. Insofern hat Snowdon dazu beigetragen, die USA vor einer verhängnisvollen Fehlentwicklung zu bewahren. Die USA sollten ihm ein Denkmal setzen.

  8. Andreas Urstadt sagt

    Rawls muss nicht unbedingt rangezogen werden. Das ist zu kleinlich.

    Die Ueberwachungsgesellschaften (das ist Foucault et al) waren durch Macht/Gegenmachtverhaeltnisse definiert.

    Was ist Aufklaerung fragte Foucault

    sich nicht dermassen regieren lassen

    Das ist die Antwort in einer Ueberwachungsgesellschaft.

    Was passiert ist aber das Unterlaufen des Gewaltmonopols des Staates von aussen. Bzw der betroffenen Staaten. Macht /Gegenmacht ist dadurch nicht mehr moeglich, die Dinge sind demokratisch buergerlicher Transparenz entzogen, dadurch entsteht ein Gewaltverhaeltnis.

    Edward Snowden deckt also wesentlich Weitreichenderes und Groesseres auf und auch, dass hier Aufklaerung nicht in einem emanzipativ politischen Sinn gebraucht wurde. Dazu kann Kant s kategorischer Imperativ addiert werden.

    Verteidigt werden kann das nicht mit Hannah Arendt s Verstaendnis von Geheimnissen, sie spricht Staaten das Recht zu, Dinge geheim zu halten. Das geht aber nicht kongruent mit der totalen Ausspaehung aller Sphaeren privaten und oeffentlichen Lebens.

    Was Edward Snowden aufgedeckt hat, sind Gewaltverhaeltnisse ohne Moeglichkeiten der Gegenmacht. Sowas nennt man Krieg, Kampf etc als Situation. Politiker verglichen mit kriegerischen Akten.

    Rawls laesst sich auf zivile Konstellationen anwenden, das Verhaeltnis ist gesprengt.

    Gemeinschaft und internationale Gemeinschaft funktioniert (Habermas etc) auf Basics und Grundwerten, das totale Ausspaehen aller Bereiche vernichtet das Soziale. Kongruent gehen Arendt und Habermas. Die hier gar nicht juridisch argumentieren (Habermas ist immanent Verfassungspatriot und nicht weit von Snowden).

    Snowden setzt praktisch den verdeckten Stand der Aufklaerung wieder ein. Geschichte muss nicht progressiv verlaufen und tat es offensichtlich auch nicht. Snowden liegt hoeher als der rawl sche Diskurs.

    Aufgedeckt wurde die totale Pervertierung von governmentalite, das Zusammenfallen von Gauck-Behoerde und Stasi. Die Ausspaehung erfolgt in technisch- industrialisierter Verwaltung, zuletzt von den Nazis methodisch so ausgefuehrt, totalitaer.

    Edward Snowden hat die moralische Power des Tagebuchs von Anne Frank, alles andere verfehlt die Reichweite.

    Die Antwort ist angemessen der Friedensnobelpreis an Edward Snowden (den paradoxerweise sowohl EU als auch Obama haben, was immer auch Oslo da geritten hat).

  9. HeinrichVonBourbon sagt

    Als rechtschaffener Whistleblower hätte sich Herr Snowden eigentlich selbstständig den Behörden zur Verfügung stellen müssen; zumindest sollte man in einer Demokratie (wie die USA ja gesehen werden will) keine Angst vor unfairen Prozessen oder unverhältnismäßigen Repressalien haben. Allerdings hat Herr Snowden einen Rechtsbruch der Regierung am eigenen Volk aufgedeckt, dass selber auf paradoxe Art und Weise nach immer mehr Sicherheit und Einschränkungen des Privaten giert – alles im Namen des Schutzes vor Terrorismus. Deshalb musste er sich selbst schützen, bevor er der Willkür der amerikanischen Regierung unter Legitimation eines wilden Mobs ausgeliefert worden wäre.
    Wahrscheinlich hätten die Informationen dann nie selbst das Land verlassen und wir Europäer hätten nie etwas von einem Edward Snowden gehört!

    Also, mein Fazit lautet: Es war vollkommen richtig, wie er sich verhalten hat und hat der westlichen Welt einen großen Dienst erwiesen. Ich frage mich viel eher: Wie souverän ist eigentlich der deutsche Staat in Wirklichkeit? Ist der kalte Krieg denn wirklich vorbei? Oder wird er nur unter Auschluß der Öffentlichkeit und mit viel perfideren Methoden seit seinem offiziellen Ende weitergeführt?

  10. Seit Wochen ist Edward Snowden als Wistleblower in den internationalen Medien und wurde zum Spielball der einzigen Weltmacht USA und der verblichenen Großmacht Russland. Mit dem Programm Prizm spionieren die USA und in GB die GCHQ mit dem Programm Tempora die private digitale Kommunikation der Bürger auch ihrer Bündnispartner aus. Die Regierungen der ausspionierten Bürger wiederum reagieren einfältig, hilflos und überfordert.

    Die Frage, inwieweit zum Schutz vor Terroranschlägen die Zivilbevölkerung mit den Mitteln der Spionage beobachtet und kontrolliert werden darf, wird damit nicht nur für die jeweiligen Regierungen eine unangenehme, sondern auch eine für die Zivilgesellschaft, deren Persönlichkeitsrechte seit Bestehen (mehrere Jahre) der Programme durch Überwachungen menschenunwürdig unterminiert wurden

    Davon ausgehend, dass jeder normsetzende Staat der westlichen Demokratien Gesetze zum Datenschutz verabschiedet hat (Deutschland prägte den Begriff der informationellen Selbstbestimmung, Österreich schützt vor allem die personenbezogenen Daten) und auch die EU als EG noch eine Datenschutzrichtlinie (95/46/EG) erlassen hat, des Weiteren die Spionage als eigene verbotene strafrechtlich relevante Schutznorm zusätzlich die USA und GB völkerrechtlich durch die einzelnen EU-Staaten oder durch die EU selbst unter Druck gesetzt werden könnten und Aufklärung gefordert werden müsste (und nicht als verniedlichender Ausdruck „Spitzelaffaire“), lassen die Regierungen ihre Zivilbevölkerungen mit einzigartiger Hilflosigkeit und Einfältigkeit im Stich und flüchten sich im karge Worthülsen, da die Regierungen selbst an der digitalen Spionage beteiligt sind.

    Aber ich denke, dass auch Elemente eines vorauseilenden Gehorsams und nach den Experimenten Milgrams auch eine Unterwürfigkeit der demokratisch gewählten Mandatare für das Dulden der Spionage verantwortlich sind. Grundlage ist die Angst vor einer angenommenen Autorität wie es die US Administration darzustellen scheint. Aber auch die USA sind durch die Terroranschläge vom 11. September 2001 traumatisiert und reagieren angstvoll, indem sie diese Kontrolle zur Selbstkontrolle aufrecht zu erhalten versuchen – ohne Rücksicht auf Persönlichkeitsrechte.

    Wenn der Begriff „Wistleblower“ für den Begriff eines Aufdeckers steht, müsste dieser Begriff auch eine Nähe zu den Begriffen „zivilen Ungehorsam“ haben, wie auch eine Nähe zum „Widerstand“. Das Widerstandsrecht ist im Grundgesetz Deutschlands festgeschrieben und es haben auch einige Bundesländer in den Landesverfassungen diese verankert. Alle demokratisch orientierten Staaten geben ihren Bürgern Mittel für Streik und Demonstrationen in die Hand, die zumeist als legitimer passiver Widerstand politisch genützt werden können. Der Unterschied liegt jedoch in einer globalisiert-digitalen Welt darin, dass andere Staaten misstrauisch in Friedenszeiten alle Bürger ohne Selektion ausspionieren und damit unter Generalverdacht stellen. Übliche forensische Investigationen dürfen rechtsstaatlich erst bei einem „begründeten“ Verdacht überhaupt begonnen werden. Gerade dieser Unterschied macht die autokratische Anmaßung der USA und GB deutlich.

    Diese rechtlichen Möglichkeiten für die Bürger und die politische Realität der jetzt offenkundigen Spionagetätigkeit befreundeter Staaten, sowie die eigene Teilnahme machen die Politiker der EU nicht nur handlungsunfähig, sondern zeigt auch eine demokratiepolitisch unverantwortliche Feigheit. Wenn man bedenkt, dass die Regierungen in Deutschland und Österreich im Herbst gewählt werden, wählt man eigentlich keine Volksvertreter, auf die vertraut werden könnte, sondern bestenfalls Sub-Administratoren der USA und GB.

    Die flächendeckende digitale Überwachung aller Bürger, auch wenn mangels Speicherkapazität, nur für wenige Tage, gekoppelt mit der Löschung von um die 90 Prozent der Daten, bleibt die Frage, welche Entwicklung eine Gesellschaft nimmt, die dies Unwidersprochen zulässt?

    Totalitäre Regierungsformen versuchen, alle gesellschaftlichen Bereiche kontrollierend zu durchdringen (wie Nationalsozialismus und Kommunismus). Dabei stellt sich die Frage nach der Methode, die in analogen Zeiten vor allem durch Denunziation und gegenseitiges Bespitzeln erreicht wurde. Das Neighbourhood-Watch in den USA ist eine (nicht immer milde) Fortsetzung dieser Praxis. Mit den Begriffen Normenstaat und Maßnahmenstaat wird festgehalten, dass auch totalitäre Staaten als Zugeständnis an die Bürgergesellschaft den Anschein von Rechtsstaatlichkeit vorgeben wollen und sich die Maßnahmen an die zu unterdrückenden Bevölkerungsteile richten. Nach der Verhärtung der autokratischen Strukturen (wie im Nationalsozialismus) wurde nicht einmal der Anschein eines Normenstaates gewahrt. Neben den unterdrückenden Normen unterwerfen sich die meisten Menschen leider zusätzlich ungeschriebenen Gesetzen, den Konventionen.

    Im digitalen Zeitalter ist diese Überwachung möglich geworden und weckt Begehrlichkeiten, die nicht nur Regierungsorganisationen (wie die NSA und GCHQ) haben, sondern auch die meisten digital interessierten Bürger. Aber es ist ein Unterschied, ob im privaten Bereich horizontal Daten getauscht und angesehen werden, oder ob Regierungsorganisationen vertikal rechtswidrig spionieren und Profile erstellen. Aufgrund der Datenmenge (1,9 Terrabit per second) auch der Metadaten ist eine forensische Investigation nicht möglich, weshalb wirtschaftsorientierte Spionage und Manipulation kohärent angenommen werde muss. Diese investigativen Informationsvorteile der USA könnten die Wirtschaften Europas schwächen.

    Aber auch die Zivilgesellschaft könnte durch solche Maßnahmen geschwächt werden und es könnte auch bedeuten, sich unausgesprochenen digitalen Konventionen beugen und bestimmte sprachliche Ausdrucksmittel und Wörter nicht mehr zu verwenden. Wie in allen Diktaturen gibt es auch in einer digital überwachten Welt „Sprachregelungen“, deren Verletzung zu Sanktionen führt. Auch wenn dies nach George Orwells Roman 1984 klingt, so bin ich aufgrund der Struktur der bekannt gewordenen Überwachungsparameter eher überzeugt, dass es weniger um Macht als um Informationen geht, die durchaus gegen Gesellschaften westlicher Prägung gerichtet werden könnten.

    Das heißt aber auch, dass die Zivilgesellschaften auf sich selbst gestellt sind und ihrerseits zivilen Ungehorsam und Widerstand leisten müssten, da vom hilflosen Verhalten gerade der europäischen Regierungen für den Moment keine Volksvertretung möglich ist. Dies nicht nur aus Gründen der Solidarität gegenüber Edward Snowden, sondern als Souverän politisch agierend.

    Ziviler Ungehorsam könnte entgegen dem oben Gesagten bedeuten, erst recht millionenfach verdächtige Schlüsselwörter in Mails, SMS und Chats zu verwenden, damit Ressourcen der Spionageorganisationen gebunden werden und die Absurditäten der Datensammlungen unschuldiger Bürger deutlich gemacht werden – dies neben Kryptografie und Nützung lokaler Server, sowie Securitysoftware.

    Für diese neue virtuelle Welt scheint zudem das zum Verständnis notwendige Abstraktionsniveau zu fehlen. Dieses zu erhöhen, müsste Anliegen aller Bürger werden, damit mit diesem neuen Verständnis der Abläufe digitaler algorithmischer Prozesse schnell auf Überwachungsversuche und Kontrollabsichten reagiert werden kann.

    Ich halte Edward Snowden für eine wichtige Persönlichkeit, die unterstützt werden sollte (auch von Österreich oder Deutschland), da diese neben den sich zu sehr Fügenden eigenständig Gewissensentscheidungen treffen. Die Science Fiction Literatur und die Filme der POP Kultur haben eine ansehnliche künstlerische Sammlung solcher Heldengeschichten, sowohl als Utopien wie auch als Dystopien. Wenn „Die Zeit“ fragt, ob jemand Edward Snowden aufnehmen würde, könnte ich dies mit „Ja“ beantworten.

  11. Ihr Freund sagt

    Zwar ist es aus der Sicht des amerikanischen Staates rechtswiedrig, dass Herr Snowden die Daten einfach ohne Zustimmung verbreitet hat, doch ist es gut
    nachvollziehbar, warum er das machte: Kein Mensch sollte unaufgeklärt darüber sein, was der Staat mit den Daten macht und überhaupt, dass irgend ein Staat sich ohne Erlaubniss Zugang zu den persönlichen Daten macht. Das schrengt die Privatsphäre der zuschaden kommenden Meschen massiv ein. Die Vereinigten Staaten von Amerika sollten sich auch in die Lage der Bürger versetzen. Die Mitarbeiter der NSA würde es bestimmt auch nicht gefallen, wenn irgendeiner in ihren privaten Angelegenheiten schnüffeln würde. Herr Snowden ist auch somit ein Held, denn würden Sie ihr Leben aufs Spiel setzen und wären Sie bereit alles was sie erarbeitet haben aufzugeben, nur um den anderen Menschen über eine Spähaffäre aufzuklären? Man sollte die NSA gemeinsam eine Lektion erteilen und Herrn Snowden unterstützen, denn die NSA hat immerhin die Menschenrechte misshandelt.

  12. Lk Philo Gy.Waldstrasse sagt

    Zuerst möchte ich Ihnen ein großes Lob für Ihren Artikel aussprechen.Nun möchte ich mich mit dem Thema hinblicklich Eward Snowden äußern. Zuerst einmal muss man sagen, dass Erward Snowden einen großen Schritt gewagt hat nämlich die Spionage der NSA publik zu machen.Es ist defenitiv mutig, sehr anständig und kann keinesfalls als eine Straftrat betrachtet werden .Daher ist es völlig unfair und unangebrachtet, Edward Snowden so ein großes Strafmaß auszusprechen.Darüber hinaus muss man sagen, dass Herr Snowden in der Hinsicht ein „Held“ ist, da er sein Leben auf’s Spiel setzt ,um die amerikanische Bevölkerung hinsichtlich ihrer Privatsphäre aufzuklären.Wir würden uns sehr auf eine Rückmeldung freuen.
    Mfg LK Philo des Gymnasiums Waldstraße(2016)

    • Greta Lührs sagt

      Vielen Dank für die plötzliche, zahlreiche Resonanz auf diesen doch schon etwas älteren Artikel.
      Befassen Sie sich im Rahmen des Philosophie-LKs mit Snowden?

      • Lk.Philo Gy-Waldstrasse sagt

        Sehr geehrte Frau Greta Lührs,
        ihre Frage kann ich mit „ja“ beantworteten bezüglich des Thema Edward Snowden
        welches auch wenn die Affäre schon gut 3 Jahre zurück liegt noch ein brisantes Thema ist und auch noch heiß diskutiert wird ob Snowden ein Held oder ein Verräter ist.
        Mit freundlichen Grüßen
        Lk Philo

  13. Jonas, Piet und Ole sagt

    Als der „Whistleblower“ Edward Snowden Mitte 2013 mit seinen Enthüllungen die so genannte NSA-Affäre lostrat, entstand in aller Welt in den Medien eine große Diskussion darüber, inwiefern er das Richtige getan und somit der Gesellschaft einen Dienst erwiesen hat. Auch heute ist dieses Thema noch von großer Bedeutung.

    Unserer Meinung nach hat Snowden mit seiner Entscheidung, die geheimen Informationen bezüglich verschiedenster Geheimdienste, insbesondere der NSA, einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung über Rechtsverletzungen durch moderne Spionageprogramme geleistet. Dank ihm hat nun jeder Bürger Kenntnis davon, inwieweit es den Geheimdiensten anderer Staaten möglich ist, ihn auch im eigenen Land zu überwachen und empfindliche Informationen über sein Privatleben zu erhalten.

    Seit der französischen Revolution ist klar, dass der Staat nicht die Aufgabe hat, über die Bevölkerung zu herrschen und uns in unseren Rechten einzuschränken, sondern eben diese zu schützen und uns vor Unrecht zu bewahren. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass der Staat, um diesen Schutz zu gewährleisten, in gewissem Maße die Erlaubnis haben muss, den einzelnen Bürger in seiner persönlichen Freiheit einzuschränken. Jedoch gilt dies nur in Einzelfällen, die auf einem festen Verdacht bestehen. Eine flächendeckende Überwachung als Präventivmaßnahme, wie sie durch die NSA durchgeführt wurde und wird, ist unserer Meinung nach unzulässig und kann nicht mit stichhaltigen Argumenten begründet werden.

    Aus diesem Grunde sprechen wir uns dafür aus, dass Snowden für seine Handlungen keine Strafe erhalten sollte, da er in seinem konkreten Fall die Dokumente aufdeckte, um auf Missstände in der Gesellschaft hinzuweisen. Zwar sollte bei Zivilem Ungehorsam laut dem Philosophen Jürgen Habermaß auch die entsprechende Strafe angenommen werden, dennoch zeigt sowohl der Fall Bradley Manning sowie die Jagd der US-Regierung auf Snowden, dass den Whistleblower, sollte er gefasst werden, kein gerechter Prozess erwartet.

    Nun stellt sich jedoch die Frage, inwiefern sich Snowdens Mühen für die Freiheit der Bürger gelohnt haben. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, wie abhängig die westeuropäischen Regierungen von den USA sind und wie wenig die Bürger eigentlich auf ihren Datenschutz geben. Auch mit dem Wissen über die Überwachungsstrategien der Geheimdienste werden weiterhin persönliche Daten und Bilder ohne großes Nachdenken ins Netz gestellt. Auch unsere Regierung hat es bisher nicht geschafft, etwas handfestes gegen die Rechtsverletzungen zu tun, und versucht selbst, den nur wenig erfolgreichen Untersuchungsausschuss einzuschränken.

    Abschließend lässt sich also sagen, dass Edward Snowden mit seinen Enthüllungen eindeutig das Richtige getan hat, es allerdings an der Bereitschaft der Betroffenen mangelt, sich aktiv gegen das Unrecht, dass sie erfahren, zu wehren.

  14. Philo-Kari678 sagt

    In vielen Augen ist Edward Snowden ein Verräter und ein Staatsfeind.
    Was genau hat er für diesen Ruf getan?

    2013 missbrauchte Edward Snowden das Vertrauen seiner Vorgesetzten als technischer Mitarbeiter bei der NSA, indem er geheime Daten bezüglich der Internetüberwachung und Spionage Amerikas für die Gesellschaft öffentlich machte.
    Dadurch wurde er für Amerika zum Vertragsbrecher und die Tatsache der Flucht verstärkt dieses Bild.
    Doch als er seine Identität bekannt gab, wurde deutlich, dass er für seine Tat gerade steht, dass er es selber nicht für ein Verbrechen hält.
    Durch die Veröffentlichung dieser geheimen Daten, klärte er nicht nur über die Spionageaffäre, sondern vor allem über die Missachtung der Menschenrechte von Seiten des amerikanischen Staates auf, welche das Recht auf Freiheit, Eigentum und Privatsphäre beinhalten.
    Snowdens Tat war außerdem moralisch begründet und half mehr Menschen, als er ihnen schadete. Daher kann man von zivilem Ungehorsam und nicht von Gesetzesbruch sprechen.
    Aus diesen Gründen ist Snowden weder Held, noch Verräter, da er durch seinen Vertrauensmissbrauch die Menschen über die Internetüberwachung aufklärte und wir nur durch ihn jetzt wissen, welche Risiken wir mit der Nutzung von sozialen Netzwerken eingehen.
    Nicht Verräter oder Held- Snowden ist ein moderner Aufklärer.

  15. Aus meiner Sicht ist Edward Snowden ein wahrer Held-Der Robin Hood der Neuzeit. Das werde ich in den nächsten Zeilen erklären.
    Zuerst einmal bin ich der Meinung dass es sehr mutig von Snowden war und ich bin mir sicher er konnte die Konsequenzen (welche riesig sind) und die Gefahr in die er sich begibt voraussehen

    Also, mein Fazit lautet: Es war vollkommen richtig, wie er sich verhalten hat und hat der westlichen Welt einen großen Dienst erwiesen. Ich frage mich viel eher: Wie souverän ist eigentlich der deutsche Staat in Wirklichkeit? Ist der kalte Krieg denn wirklich vorbei? Oder wird er nur unter Auschluß der Öffentlichkeit und mit viel perfideren Methoden seit seinem offiziellen Ende weitergeführt?

  16. Edward Snowden sagt

    Ob Edward Snowden für mich wirklich ein Robin Hood der Informationsgesellschaft ist? Definitiv.
    Meiner Meinung nach wurde er zum Held, da er seine Existenz aufs Spiel setzte um der Menschheit, durch die Veröffentlichung von streng geheimen Dokumenten, die Augen zu öffnen. Den ganzen Druck und die Angst gefangen genommen zu werden, sowie einen ganzen Monat lang in einem fensterlosen Raum eingesperrt zu sein, zeugen von großer Willenskraft und Stärke. Mit seinem Mut gelang es ihm den amerikanischen Staat bloßzustellen und stellte das Wohl der Allgemeinheit vor sein Eigenes.
    Das oben Aufgelistete macht für mich einen Helden der Neuzeit aus.

  17. A.B sagt

    Die Frage, ob Edward Snowden ein Held ist, ist ziemlich strittig, da er weder Weltfrieden (oder zumindest einen Ansatz) gestiftet hat, noch Menschenleben damit retten konnte, was seine „Aufklärung“ angeht. Aber trotzdem gab er den Menschen und den Staaten der Welt die Möglichkeit zu erfahren, wie brutal und anstandslos die US-Regierung ausspioniert und diese Daten zu ihren eigenen, meist fraglichen, Zwecken nutzen bzw. missbrauchen. Jeder Bürger hat das Recht zu erfahren, wie die Regierung mit den eigenen Daten umgeht. Außerdem werden nicht nur die einzelnen Bürger ausspioniert, sondern auch Staaten, die vermeidliche „Freunde“ der USA und von Wirtschafts- / und Politik-Spionage betroffen sind.

    Im Grund wird hier das Recht auf Privatsphäre verletzt, und dieses wurde erst durch Snowden realisiert. Snowden hat mit seiner Enthüllung niemandem Schaden hinzugefügt, außer sich selber und der USA, aber genau dies war indirekt seine Absicht. Und vielleicht wurde der Ruf der NSA (usw.) erheblich geschädigt, jedoch wurde mit Snowden diese Spionage nicht gestoppt bzw. eingeschränkt und wir gehen davon aus, dass die NSA trotz Snowden und zahlreicher Proteste, weiterhin nicht viel Wert auf Privatsphäre setzen wird, da es sie schlicht und einfach nicht interessiert. Sie handeln bloß nach eigenen „Bedürfnissen“, ungeachtet von der Tatsache, dass er den Bürgern und den anderen Ländern Schaden hinzufügt.

    Ausgehend von dieser Auseinandersetzung, sind wir der Meinung, dass Snowden weder Held noch Verräter ist, weil er den Menschen vielleicht mehr Licht in der Dunkelheit gab, die von der US-Regierung verursacht wurde, trotz seiner Aktion wurde weder die Spionage , noch eine andere Menschenrechtsverletzung verhindert.

  18. Daniel A. sagt

    Edward Snowden ist meiner Meinung nach ganz klar der Robin Hood unserer Zeit.

    Diese These lässt sich vor allem dadurch bestätigen, dass er seine Taten vorrangig begangen hat, um der Gesellschaft einen großen Dienst zu erweisen und dafür seine Existenz und sein Leben aufs Spiel gesetzt hat. Man könnte natürlich sagen, dass Snowden eine erhebliche Straftat begangen hat, aber wenn sich die NSA in die Lage der Bürger versetzen würde, könnten sie deren Situation möglicherweise nachvollziehen und Edward Snowdens Handeln durchaus begreifen. Auch wenn die NSA behauptet, dass die Spionage dazu dient, um Gefahren, wie z.B. Terroristen, zu unterbinden und sie nicht an den Daten der Zivilisten interessiert ist, ist es ganz klar, dass dies als Vorwand genutzt wird, um Kontrolle über jegliche Informationen der Bevölkerung zu erlangen. Ein Beispiel dafür ist das Spionage-Programm PRISM, welches die Gesellschaft 24/7 überwachen sollte.

    Wie Jürgen Habermas sagt, ist “ziviler Ungehorsam ein moralisch begründeter Protest […] [und] ein öffentlicher Akt”. Dem stimme ich vollkommen zu und bin dementsprechend auf Snowdens Seite. Snowden behauptet selber er habe ein schlechtes Gewissen beim Umgehen dieser Daten gehabt und hat deshalb diese Daten an die Öffentlichkeit gebracht. Zudem hat er nach seinen Enthüllungen seine Identität preisgegeben, was ein mutiger Schritt war. An dieser Stelle könnte man behaupten, dass Snowdens Flucht nach Hongkong, trotz seiner Stellung, feige war, allerdings bin ich der Meinung, das jeder andere Bürger das GleicheSnowden ist meiner Meinung nach ganz klar der Robin Hood unserer Zeit.
    Vor allem liegt es daran, das getan hätte und das Streben nach der Erhaltung seines Lebens ein vollkommen nachvollziehbarer Schritt ist. Dies ist auch ein Grund dafür, dass kaumZivilisten ihn verabscheuen, da er ja auch seine Taten für die Bürger getan hat (s.o).

    • Maurice Saile sagt

      W:Im namen des Sensts der galaktischen Republik, ihr steht unter Arrest Kanzler
      P:Wollt ihr mir etwa drohen Meister Jedi?
      W:Der Senat wird über euer Schicksal entscheiden.
      P:Ich bin der Senat!
      W:Noch nicht
      P:Dann handet es sich um Verrat.rraaaaaaarrr

  19. Phollum sagt

    Snowden ist und bleibt einer der wenigen Helden der heutigen Gesellschaft. Er handelte nicht in seinem Sinne, sondern im Sinne der Gesellschaft. Er riskierte sein Leben, nur um der Allgemeinheit zu zeigen, in welchem Maße die NSA die Bürger systematisch ausspioniert. In den Augen vieler Amerikaner ist er dennoch ein Verräter und gehört rechtmäßig bestraft. Snowden in Deutschland Asyl zu gewähren halte ich deshalb für falsch, da dies die deutsch- amerikanischen Verhältnisse dauerhaft schädigen könnte. Alles in allem ist zu sagen, dass Edward Snowden ein Robin Hood der heutigen Gesellschaft ist, da er den Unwissenden hilft und die Wissenden beklaut.

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