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Können Tiere denken?

Können Tiere denken? Mit dieser Frage beschäftigte sich Reinhard Brandt, Kant-Experte aus Marburg, in seinem Vortrag heute auf dem Philosophicum in Lech.

Brandt ist etwas erkältet (im Vordergrund Ulrich C. Schmeisser)

Tiere können nicht denken! Mit dieser Antwort auf seine eigene Frage widerspricht Brandt radikal dem „inklusiven Humanismus“, der derzeit in der Philosophie (und auch hier in Lech) angesagt ist. Um sie zu begründen, muss er zunächst erklären, was er unter Denken versteht. Er grenzt das Denken ab gegen psychologische Prozesse, die er auch Tieren zugesteht. Auch Tiere haben Wahrnehmungen, Gefühle, ein Bewusstsein – vielleicht sogar ein Selbstbewusstsein. Aber nur Menschen können mentale Operationen wie zum Beispiel logische Schlüsse durchführen. Tiere verstehen den Satz vom Widerspruch nicht, sie können nicht argumentieren, nicht urteilen.

Und was ist mit all den experimentellen Befunden, die Tieren eine Theory of mind und intentionale Zustände zugestehen? Das interpretieren wir in sie hinein, sagt Brandt, tatsächlich sind es unsere Theory of mind und unsere intentionalen Zustände. Sein Vortrag stieß auf beträchtlichen Widerspruch – und gerade deshalb war er der bisherige Höhepunkt des Philosophicums (soweit wir es mitbekommen haben). Endlich ein Referent, der den Mut hat, eine eigene These zu entwickeln und originell für sie zu argumentieren, statt nur Philologie vorzutragen.

Wer hat Anmerkungen dazu? Können Tiere denken oder nicht?

– Hugo Gomille

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