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HOHE LUFTpost – Die Jugend von heute

HOHE LUFTpost vom 18.11.2016: Die Jugend von heute

Gerade sind die Ergebnisse der europaweiten Jugendstudie “Generation What” veröffentlicht worden, in der knapp eine Million junge Europäer aus 35 Ländern nach ihren Einstellungen befragt wurden. Eine Zahl ist mir besonders aufgefallen: Nur ein Prozent der jungen Deutschen zwischen 18 und 34 Jahren glaubt, dass das Leben ihrer Kinder im Vergleich zum eigenen Leben besser sein wird.

Das ist eine grundlegende Veränderung gegenüber früheren Zeiten. “Ihr werdet es mal besser haben als wir damals”, dieser Satz prägte das Denken und Streben ganzer Generationen. Wächst nun also eine Generation von Pessimisten heran? Erstaunlicherweise nicht. Auch im Angesicht aller sozialen, ökonomischen und ökologischen Probleme blicken die jungen Menschen überwiegend optimistisch in die Zukunft. Und wie passt das zusammen? Es zeigt, wie gut es uns heute in Deutschland geht. Den befragten jungen Menschen ist bewusst, in wie außergewöhnlich guten Umständen sie heute leben – wie viel sie und wir alle also zu verlieren haben. Allein schon dieses Bewusstsein gibt tatsächlich Anlass zu vorsichtigem Optimismus: dass wir die Chance haben, die Befürchtungen aus dieser Studie zu widerlegen. Denn es hängt wesentlich von uns ab, wie gut oder schlecht es künftige Generationen einmal haben werden.

– Tobias Hürter

1 Kommentare

  1. K. Simon sagt

    Ich habe mir die Darstellung der Studie im Internet angesehen (http://www.generation-what.de/portrait/data/all) und frage mich, wie Sie auf die Deutung kommen, dass die Jugendlichen positiver in die Zukunft blicken.
    Alles in allem ist die Studie sehr widersprüchlich. Zwar geben die meisten der Befragten an, dass es ihnen besser ginge, als in der vorangegangenen Generationen und sie auch mehr Freiheiten genießen, gleichzeitig finden die meisten jedoch auch, dass Politiker korrupt sind (67%), die Steuern zu hoch sind (50%), es zu viel Gewalt gibt (85%), es zu viele arme Menschen gibt (89%), es zu viel Ungerechtigkeit gibt (90%), es zu viele Drogen gibt (62%), mehr davon ausgehen, dass das Bildungssystem nicht die gleichen Chancen bietet (56%) usw. Gleichzeitig ist die Generation nicht gewillt, sich gegen diese Situation zu stellen, 63% würden einen politischen Umsturz nicht unterstützen.
    Das ist weder Pessimismus, noch Optimismus, es erscheint mir eher wie eine große Resignation. Die Dinge könnten besser stehen, aber was soll es? Es ist wie es ist.
    Da stellt sich die Frage, was „generation what?“ überhaupt bedeuten soll.

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