Aktuell, HOHE LUFT, HOHE LUFTpost
Kommentare 1

HOHE LUFTpost – Mutterglück mit 65

HOHE LUFTpost vom 17.04.15: Mutterglück mit 65

Die 65-jährige Berlinerin Annegret R. wird Mutter, gleich vierfach, und Deutschland empört sich darüber. Sogar Reproduktionsmediziner schimpfen über das »Experiment am Leben« und nennen es eine »absolute Katastrophe«. Warum eigentlich? Diese Schwangerschaft sei »wider die Natur«, hört man immer wieder.
Stimmt ja auch, die Einpflanzung von fremden, in-vitro-fertilisierten Eizellen ist alles andere als natürlich. Aber sie gehört nun mal zu den Möglichkeiten der Medizin. Unnatürlichkeit ist im Allgemeinen ein schlechtes Argument mit geringer ethischer Kraft. Unser heutiges Leben ist in vieler Hinsicht unnatürlich, und oft ist das gut so.

R.’s Mutterglück zeigt, wie tief die Medizin inzwischen in das innerste Sanctum unserer Art, unsere Fortpflanzung, eingreifen kann. Das gibt uns neue Möglichkeiten, die neue Verantwortlichkeiten mit sich bringen. Dazu gehört zum Beispiel die Frage, wie Kinder, deren Mütter vom Alter her auch ihre Großmütter sein könnten, gut aufwachsen können – eine Frage übrigens, die auch immer mehr Mütter betrifft, die auf »natürlichem« Weg schwanger werden. Ich finde es interessanter und fruchbarer, sich diesen Fragen zu stellen, als sich zu empören.

– Tobias Hürter

1 Kommentare

  1. Da schilt und schmäht man Heidegger und sinniert über die künstliche Schwangerschaft einer 65jährigen. Wenn das mal
    nicht eine Machenschaft im Gestell ist. Kinder der Liebe sind das nicht. Ja es ist kein Wunder, dass unsere Seelenräume leer sind, wie die Psychoanalyse klagt. Kant meinte doch, der Mensch ist Zweck und kein Mittel. Welchem Zweck dienen diese
    Kinder als Mittel? Es dominiert das Seiende über das Sein und verliert sein ontisches Wesen. Oh hl. Gebährmutter!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.