HOHE LUFT
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Lebensformen darf man kritisieren

Morgen in drei Wochen ist es wieder soweit: Die neue HOHE LUFT kommt in den Handel! Schon heute können Sie den Leitartikel der nächsten Ausgabe hier lesen.

Eine neue Diskussion über den Status Homosexueller ist entbrannt – ausgelöst durch das Coming-out des Fußballers Thomas Hitzlsperger. Journalist Matthias Matussek verlautbarte vor zwei Wochen über Die Welt: „Wahrscheinlich bin ich homophob […], und das ist auch gut so.“ Auch Journalist Stefan Niggemeier, der sich von Matussek bereits als „Kartonschädel“ und „Trottel“ bezeichnen lassen musste, ließ sich „ein paar notwendige Worte“ nicht nehmen.

Im Zusammenhang damit fragen Thomas Vašek und Tobias Hürter in ihrem Leitartikel, was Homosexuelle fordern können und wo sie sich Kritik gefallen lassen müssen.
Vašek und Hürter meinen: Kritisieren heißt nicht gleich diskriminieren. Kritisieren heißt ernst nehmen.

Noch keinem Leitartikel zuvor sind so viele redaktions-interne Diskussionen vorangegangen.
Auf Ihre Meinung sind wir also umso gespannter!

Viel Spaß beim Lesen!

4 Kommentare

  1. Stephan Vinzelberg sagt

    Diskriminierung verschwindet nicht, wenn man sagt, es handelte sich dabei um Kritik. So nach dem Motto: „und so viel dürfe doch wohl auch gesagt sein…“ Ich bin enttäuscht, dass ihr Magazin für einen Leitartikel nicht mehr drauf hat.
    Daneben vielen Dank für den Folge-Artikel der 3 Redakteurinnen.
    Wie in einem Kommentar bereits stand, liefe das Magazin Gefahr, nicht gekauft zu werden.
    Ich habe das Magazin mit einem versteckt homophoben Artikel tatsächlich nicht gekauft. Und werde es sicherlich auch nicht mehr tun.

  2. Uwe Kaiser sagt

    Aber Diskriminierung verschwindet, wenn Lebensformen kritikfrei gestellt werden? Mal davon abgesehen, dass der Begriff Kritik vielleicht auch anders gebraucht wird, als Sie es darstellen?

  3. Veronika Franz sagt

    Auch wenn ich keinen Dr. o.ä. in Philosophie besitze, nutze ich das Ding da oben recht oft und gern. Gestern habe ich Euer Heft Hohe Luft entdeckt; den Beitrag „Lebensformen darf man Kritisieren“ angelesen und an der Stelle „[Goethe] fordert ‚das Ende der Toleranz‘ und den Beginn der Akzeptanz.“ aufgehört. Warum? Weil ich es gut finde, dass Altes neu überdacht und in Frage gestellt wird und ich wissen wollte, wer „die“ sind.

    In den (2) Kommentaren zum Thema kommt das Wort „diskriminieren“ vor. Wundert mich nicht – da bin ich ehrlich 🙂

    Mir persönlich ist zwischen Homo- und Heterosexuellen kein Unterschied bekannt und selbst wenn… inwiefern sollte das den Menschen in seinem Leben einschränken bzw. hindern? Es sind Menschen wie Du und ich. Nun wünsche ich mir, dass es sich bei dem Artikel „Lebensformen darf man kritisieren“ nicht um einen Aufruf handelt, Lebensformen zu generalisieren, sondern vielmehr ein Aufruf im Sinne von: Wer seine Umwelt schockieren will, muss mit Kritik rechnen. Denn ich finde es moralisch nicht korrekt, die Homosexualität im Allgemeinen ans Messer zu liefern – ob dem so ist, werde ich ja noch für mich herausfinden.

    Kritisieren bedeutet für mich, dass ich etwas in positiver oder negativer Weise in Frage stelle. Und dann gibt es noch „Grauzonen“; wobei man grauen Matsch erzeugt, indem man schwarze Teilchen und weiße Teilchen vermischt. Es bedeutet für mich aber auch, dass ich mit Konter rechne und meine Meinung nicht über die der anderen Stelle.
    Kritik, Meinung und „Wahrheit“ sind drei unterschiedliche Dinge. Deshalb werde ich – trotz des negativen Feedbacks – noch den ganzen Beitrag lesen.

    Durch die Kommentare sind mir einige Fragen durch den Kopf gedingst:

    Nicht jeder Mensch scheint Kritik ertragen zu können? Warum?
    Trauen wir den anderen Menschen nicht zu, „richtig“ kritisieren zu können?
    Warum erwarten wir von anderen, unserer Nase nach zu kritisieren?
    Haben wir vielleicht Angst, dass die anderen Menschen nun nach ihrer Lust und Laune diskriminieren? Befürchten wir, dass die anderen Menschen in ihrer Meinung beeinflussbar sind? Warum?
    Wer sollte denn die Meinung anderer beeinflussen und warum tut derjenige/diejenige so etwas?
    Diskriminierung – richtet sich diese Beurteilung nach meinem persönlichen Empfinden oder nach einem allgemein gültigen Empfinden?
    Wenn eine Person des öffentlichen Lebens eine (aus meiner oder aus Sicht der Gesellschaft) unmoralische Meinung offen kundtut, haben wir Angst dadurch unterdrückt/ übertönt/ nicht mehr akzeptiert/ … ?

    Unsere Gesellschaft ist sehr wohl in der Lage Kritik zu üben, aber ist unsere Gesellschaft denn dafür bereit, Kritik zu üben?

    Ich meine… die ganzen Befürchtungen, die Angst – wenn sie denn existent sind – kommen ja nicht aus dem Nichts.

  4. Pingback: Hohe Luft – “Lebensformen darf man kritisieren” | vero's page

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