Aktuell HOHE LUFT Veranstaltung

Im Zweifel für den Zweifel?

Im Fackelschein eines olympischen Feuers und unter den wachsamen Augen einer bronzenen Platon-Büste fand am 27.08. in der Modern Life School wieder einmal HOHE LUFT_live […]

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Aktuell Gesellschaft Veranstaltung

Was Kunst kann

Kunst ist angenehm, denn Kunst unterhält. Kunst ist der Vergnügungsdampfer, auf dem wir anheuern, wenn wir mal wieder eine Pause von all den wirklich wichtigen […]

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„Kreativität ist nur das Verbinden von Dingen.“

Über Kreativität zu schreiben ist so ähnlich wie über das Schreiben zu schreiben. Die berühmte „Kreativität auf Knopfdruck“ macht vor allem denjenigen zu schaffen, die sich beruflich als „Kreative“ verstehen. Sie wollen mit ihrer Kreativität Geld verdienen. Was macht der Kreative denn, wofür man ihn bezahlen sollte? Den ganzen Artikel lesen

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Das dauert ‘mal wieder ewig!

In Wittgensteins Hauptwerk Tractatus logico-philosophicus finden sich Sätze, die auch von einem Zen-Meister stammen könnten. Zum Tod beispielsweise hat der Philosoph Folgendes zu sagen: „Den Tod erlebt man nicht. Wenn man unter Ewigkeit nicht unendliche Zeitdauer, sondern Unzeitlichkeit versteht, dann lebt der ewig, der in der Gegenwart lebt. Unser Leben ist ebenso endlos, wie unser Gesichtsfeld grenzenlos ist.Den ganzen Artikel lesen

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Die neue HOHE LUFT ist da!

HL_fb_profilbild_0514Geld regiert die Welt – dabei war es doch nur als Mittel zum Zweck gedacht. In der neuen Ausgabe gehen wir der Frage nach, was das Geld mit uns macht und wie es unsere gesellschaftlichen Werte korrumpiert.
Lesen Sie außerdem im neuen Heft, warum das Leben keinen Sinn hat und trotzdem lebenswert ist. Außerdem im neuen Heft: Die kluge Denkerin Elisabeth von Böhmen. Max Weber und seine Ethik der Verantwortung. Er ist bekannt wie ein bunter Hund – aber was leistet der gesunde Menschenverstand? Wie arbeiten eigentlich philosophische Praktiker? Und zum großen Interview haben wir dieses Mal den amerikanischen Hip-Hop-Philosophen Cornel West getroffen.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Sie lesen nicht nur gern, sondern haben auch Spaß am Schreiben? Heute startet unser HOHE LUFT Schreibwettbewerb 2014 in Kooperation mit Philosophie.ch und Philogreissler.

Bis zum 31.10.2014 können Sie hier Ihre Essays zum Thema “Der Wert der Werte” hochladen. Einmal angemeldet können Sie alle Texte der Community lesen, kommentieren und diskutieren.

Seien Sie dabei! Wir freuen uns auf viele kreative Beiträge!

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Tractatus

Der Verein Philosophicum Lech hat die Shortlist für den Tractatus – Preis für philosophische Essayistik bekannt gegeben.

Die Verkündung des Preisträgers erfolgt Anfang September, die Preisverleihung findet am 19.09. im Rahmen des 18. Philosophicum Lech statt.

Die Nominierung erfolgte durch die Philosophen Ursula Pia Jauch, Rüdiger Safranski und Franz Schuh.
Der vom Philosophicum Lech ins Leben gerufene Essay-Preis wird 2014 zum sechsten Mal vergeben und gehört mit 25.000€ Preisgeld zu den höchstdotierten im deutschsprachigen Raum.

Folgende 6 Werke sind für die Shortlist zum Tractatus nominiert:

 

„Prämiert werden herausragende deutschsprachige kulturwissenschaftliche Publikationen, die philosophische Fragen in erweitertem Sinne ambitioniert und einer breiten Öffentlichkeit verständlich auf dem immer wichtiger werdenden Feld geistiger Auseinandersetzungen und Standortbestimmungen diskutieren. Die Originalität des Denkansatzes, die Gelungenheit der sprachlichen Gestaltung und die Relevanz des Themas sollen dabei besonders berücksichtigt werden“
Konrad Paul Liessmann

Das diesjährige Philosophicum Lech findet vom 17.-21.09.2014 zum Thema „Schuld und Sühne. Nach dem Ende der Verantwortung“ in Lech am Arlberg statt. Hier geht es zum Programm.

 

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Das Prinzip Anerkennung

Axel Honneth ist die wichtigste Figur der Frankfurter Schule in ihrer dritten Generation. Wir sprachen mit ihm über Kapitalismuskritik einst und jetzt, über das Verhältnis zwischen Philosophie und Ökonomie – und über seine Lieblingsbegriffe.

Das ganze Interview aus unserer aktuellen Ausgabe können Sie ab sofort auch hier online lesen.

Viel Spaß!

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Die Ethik des Stil

Guter Stil ist mehr als eine Art, sich zu kleiden oder zu geben. Er ist eine Frage der Haltung. Es geht um Anstand, Respekt und Würde. Denn Stil hat nicht nur mit Geschmack zu tun, sondern auch mit Moral.

Der ganze Artikel zur Ethik des Stils aus unserer aktuellen Ausgabe ist jetzt online und kann hier gelesen werden.

Viel Spaß!

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Du musst dein Leben surfen!

Auch auf Hawaii kann man die Spiele der deutschen Mannschaft verfolgen – allerdings meist um neun Uhr morgens. In der bekanntesten Sportbar findet sich dann lediglich eine Hand voll Fussballfans ein, die Mehrheit davon Touristen. Das Herz der Einheimischen hingegen schlägt für einen ganz anderen Sport: Wellenreiten. Die Anzahl der Surfer am Strand von Waikiki übersteigt die der Fussballfans schon bei Sonnenaufgang um das dreifache. Doch auch wenn Surfen heute genauso wettbewerbsorientiert ausgeübt wird wie traditionelle Sportarten, ist es doch nur schwer mit diesen zu vergleichen. Der französische Philosoph Gille Deleuze erkannte im Umgang mit Energie die entscheidende Besonderheit des Wellenreitens. Im Ballsport oder der Athletik liefert der Akteur eine ausgehende oder blockierende Kraft. Er schießt den Ball, wirft den Speer oder pariert den Schlag des Gegners. Wellenreiten hingegen lebt vom Eintritt in eine entstehende Bewegung und dem Experimentieren mit dieser Energie. Wenn man Wellenreiten jedoch so charakterisiert, könnte man es durchaus als ein gelebtes Beispiel für Bergsons Philosophie der Intuition begreifen.

Der Lebensphilosoph und Nobelpreisträger Henri-Louis Bergson war nämlich der Ansicht, dass sich uns die Welt normalerweise nur in ihrer unbewegten Form erschließt, weil wir uns ausschließlich auf Analysen des Verstandes verlassen. Dabei entgeht uns jedoch die sogenannte “Dauer”, also der Prozess des Werdens der Dinge selbst. Dieses Werden können wir nicht analytisch erfassen, da unser Geist immer nur das bereits Entstandene erkennt – als blickten wir durch ein Kaleidoskop. Obwohl dessen Teilchen in flüssiger Bewegung ihre Positionen ändern, erfassen wir doch nur die bizarren Muster am Anfang und Ende der Drehung. Genau so ergeht es uns, wenn wir versuchen, die Welt ausschließlich intellektuell zu erfassen. Wir untersuchen ein herausgehobenes Standbild, während uns das eigentliche Geschehen entgeht. Weil das radikale Entstehen nicht geschaut werden kann, muss es erfühlt werden. Deswegen stellt Bergson dem Intellekt die Intuition als eines der wichtigsten Instrumente unserer “Einsicht” an die Seite. Diese Intuition darf jedoch nicht als antiintellektuelle Esoterik missverstanden werden. Der Surfer etwa befindet sich mitten in der realen Welt des Ozeans.

Fokussiert wartet er auf die richtige Welle, welche sich scheinbar plötzlich und zufällig aus dem Meer erhebt. In Wirklichkeit ist die Welle jedoch ein Produkt komplexer Interaktionen von Wind, Wasser und Meerestiefe, die sich durchaus in mathematischen Graphen darstellen lassen. Diese Graphen repräsentieren nichts anderes als das Werden der Welle. Wenn der Surfer nun die Welle reitet, steigt er ein in das angehende Werden der Welle. Hier ist verloren, wer die Situation theoretisch erfassen will. In der Welle regiert die Intuition. Der Surfer erfühlt die Kräfte des Werdens im Moment ihrer Entstehung. Er fühlt den Sog, die Strudel um seine Finne, das Brechen der Röhre – und reagiert darauf mit Gewichtsverlagerung und Tempovariationen. Der Ritt auf der Welle gelingt nur durch dieses intuitive Erfassen der Dauer – und dem freien Spiel mit ihm. Doch irgendwann wird auch der erfahrenste Surfer ins Wasser stürzen. Er wird fallen, sich zurück aufs Brett ziehen und erneut hinaus paddeln. Sein Verstand analysiert den vorangegangenen Ritt – und korrigiert so die Intuition nachträglich. Nur diese Verbindung von analytischer Reflexion und intuitivem Erfühlen des Werdens lässt einen zum wahren Kern der Dinge vordringen – nicht der einseitige Fokus auf Verstand oder Gespür. Vielleicht würde daher sogar Bergson heute zustimmen, dass ein wirkliches Streben nach Erkenntnis nichts anderes heißt, als das Leben zu surfen.

- Robin Droemer

 

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Wenn Fußballer philosophieren

Nach Platon ist jeder ein Philosoph. So auch der Fußballnationalspieler Toni Kroos. Er hält die Philosophie anscheinend sogar für unverzichtbar, um die Weltmeisterschaft zu gewinnen: “Ich denke, dass es bei der WM entscheidend ist, seine eigene Philosophie durchzusetzen” sagt er im Interview mit der Sport Bild. Den ganzen Artikel lesen

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Reise in die Welt der Wahrnehmungen

„Ohne Worte“ können Gedanken schwerlich gefasst, Wahrnehmungen nicht geschildert werden. Doch das Sprachwerkzeug hilft nicht nur, es schränkt auch ein. Nur eine Realität existiert, aber sie wird von Benutzern verschiedener Muttersprachen bereits unterschiedlich wahrgenommen, und wir tragen vielerlei zusätzliche „Brillen“, die wir nicht einfach ablegen können. Wissbegierige mögen eine Methode der Beobachtung verfolgen, um Grade von Objektivität zu erreichen. Schaulustige mögen sich an der Subjektivität erfreuen, der Vielfalt, der kreativen Anreicherung ihrer Wahrnehmungen.

Jede Wahrnehmung ist teils Beobachtung (stärker kognitiv, stärker aktiv), teils Schauen (eher emotional, eher passiv), stets aber konstruktorisch, und die Schilderungen fallen mehr oder weniger artifiziell aus. Eine Reise, die aus gewohnter Umgebung herausführt, kann uns hier zur philosophisch-psychologischen Selbstwahrnehmung verhelfen – eine Schiffsreise zwischen Wellen, Küsten und Städten, zwischen Berufstätigen und Urlaubern, zwischen Natur und Technik, Gesellschaft und Kunst. Die schönste Landschaft vermag uns nur begrenzt zu faszinieren, solange wir noch unser Gleichgewicht auf schwankendem Deck suchen. Ist der Genuss dann vollkommen, kann die Hochstimmung auf das Bild abfärben, das wir uns von der Kreuzfahrt-Society machen. Wir witzeln über die Banausen, denen allein das Buffet etwas bedeutet. Doch sind „Naturschönheit“ und „Banausen“ nicht bereits von uns mitgebrachte Klischees, die unsere Wahrnehmung prägen, deren Interpretation vorwegnehmen? Wir geben unser Biografie auch nicht am Eingang zur fiktionalen Welt der Lichtkunst ab, wo versucht wird, uns hinsichtlich des Verhältnisses von Realität und Konstruktion zum Staunen zu bringen (oder gar zu verwirren): Gibt es hier etwas zu beobachten oder sind wir von vornherein aufs Schauen beschränkt?

Eine philosophische Mini-Kreuzfahrt „Kiel-Oslo-Kiel“ unter dem Motto „Wahrnehmen – Beobachten – Schauen“ versucht vom 14.-16.10.2014, an Bord eines Color-Line-Schiffs, Antworten auf die Frage „Wie verarbeiten wir unsere Sinneseindrücke?“ zu finden. Urlaub ist das nur am Rande, vielmehr ein anspruchsvolles geistiges Abenteuer: Studien in James Turrells Lichtkunstpark, Einführungen in Natur-, Technik-, Gesellschafts- und Kunstphilosophie, Denkarbeit in der Schiffsbibliothek.

- Helmut Stubbe da Luz

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Zum Tode Frank Schirrmachers

Wir müssen brennen

Wenn der Tod eines Menschen überhaupt etwas lehrt, dann das eine, dass wir das Leben ernst nehmen müssen.  Wir haben die Verantwortung, aus unserem Leben etwas zu machen.  Und wir dürfen unsere Zeit nicht verschwenden, weil das Leben jederzeit vorbei sein kann. Das sind die Gedanken, die mir zum Tod Frank Schirrmachers durch den Kopf gehen.

Der Tod eines Menschen nimmt ihm Chancen, er betrügt ihn um all die Möglichkeiten, die er noch hätte, wenn er weiterleben würde. Schirrmacher hätte noch viele Artikel  und Bücher schreiben und wichtige Debatten anstoßen können. Das Furchtbare seines Todes ist, dass er das alles nicht mehr tun kann; der Tod hat ihn darum betrogen. Tröstlich ist nur, dass er viele Möglichkeiten seines Lebens bereits verwirklicht hat. Dass er viele Menschen mit seinen Gedanken beeinflusst hat, dass er eine Familie und Freunde hatte.

Frank Schirrmacher hat für das gelebt, was er für wichtig (und richtig) hielt; er hat dafür gebrannt, mit seiner ganzen Seele. Wir dürfen annehmen, dass er ein gelungenes Leben gehabt hat, auch wenn er viel zu früh gestorben ist. Von seinem Tod können wir nur das eine lernen: Wir müssen die Chancen unseres Lebens nutzen – und für die Dinge brennen, die uns wichtig sind. Bis zum Ende, wann immer es kommt. Ein ungenütztes Leben ist schlimmer als der Tod.

- Thomas Vašek

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