Alle Artikel in: Curiosa

Die Faszination des Hässlichen

Kolumne »Schöne Gedanken« Das Schöne fasziniert und bannt uns. Erstaunlicherweise gilt das auch für das Gegenteil des Schönen: das Hässliche. Der Blobfisch, der als das hässlichste Tier der irdischen Biosphäre gilt, übt eine ganz eigene Faszination auf den Betrachter aus. Auch Kunstwerke wie die Gemälde von den »schreienden Päpsten« von Francis Bacon – sie gehören zu Bacons höchstgehandelten Werken – beeindrucken vor allem durch ihre Hässlichkeit. Die Ästhetik des Hässlichen und die des Schönen treffen sich in den Extremen. Vielleicht kann man sogar sagen: Auch perfekte Hässlichkeit ist Schönheit. – Tobias Hürter

Die Philosophie des Eierkraulens

Die Philosophie des Eierkraulens Wie kann man sich nur vor Fernsehkameras an den Eiern kraulen – und dann auch noch an der eigenen Hand schnüffeln? Das fragen sich seit einigen Tagen alle, die dieses Video von Bundestrainer Jogi Löw gesehen haben. Und das sind weltweit eine ganze Menge. Zu sehen ist, wie der deutsche Bundestrainer am Spielfeldrand gründlich in seiner Bügelfaltenhose herumstochert und die Hand anschließend an die Nase führt. Das ist unappetitlich und unangemessen. Dennoch ist es nicht nur die Handlung selbst, die den Vorfall so brisant macht. Vielmehr staunt die Welt darüber, dass sich der Bundestrainer so verhält, als säße er unbeobachtet zu Hause auf der Couch, obwohl er stattdessen vor Millionen von Zuschauern steht. Dabei müsste Jogi Löw eigentlich ein Medienprofi sein. Seit 2006 trainiert er die deutsche Nationalmannschaft, unter seiner Führung wurden wir Weltmeister. Wie viele Live-Interviews, Nachgespräche, öffentliche Trainings und Länderspiele muss ein Mensch absolvieren, um zu wissen, dass alles genauestens beobachtet wird, was er tut? Wie Lukas Podolski in seiner direkten Art anmerkt, kraulen sich wahrscheinlich viele Männer mal an den Eiern. Allerdings zu Hause, …

Na logisch!

Daniel-Pascal Zorn ist Philosoph mit Schwerpunkt Argumentationstheorie und philosophischer Dialektik. Er schreibt einen Blog über reflexive Logik und ab jetzt jeden zweiten Freitag auf dem HOHE LUFT-Blog eine Kolumne über die Tücken der Argumentation, Denkfehler und logische Fallstricke. Hier kommt Folge 1! Philosophie als Kunst der Rechtfertigung Wir alle sind tagtäglich in Diskussionen mit anderen Menschen verstrickt. Wir diskutieren über das Essen, das Wetter oder das letzte Fußballspiel. Wir diskutieren über tagespolitische Ereignisse, wissenschaftliche Entdeckungen oder Gerüchte, die wir gehört haben. Und wenn es ernst wird – oder spät ist oder wir ein wenig über den Durst getrunken haben –, dann diskutieren wir die grundlegenden Fragen: religiöse Überzeugungen und philosophische Thesen oder Positionen, denen wir zustimmen oder die wir ablehnen.

Die tiefe Schönheit der Natur

Kolumne »Schöne Gedanken« Physik und Schönheit – für viele Menschen ist das kein harmonisches Paar. Doch für die besten Physiker ist Schönheit eine wichtige Wegweiserin bei der Enträtselung der Natur. Albert Einstein wehrte einmal einen Vorschlag eines Fachkollegen mit »Oh, wie hässlich« ab. Der Nobelpreisträger Frank Wilczek hat nun ein Buch geschrieben, in dem er dem Zusammenhang von Schönheit und Naturgesetzen genauer nachgeht: »A Beautiful Question« ist sein Titel. Darin erzählt Wilczek, wie er und seine Kollegen sich von Idealen wie Einfachheit, Harmonie, Gleichmäßigkeit und Symmetrie leiten lassen, wenn sie ihre Theorien entwickeln. Warum funktioniert das? Weil die Natur in ihrem Wesen schön ist, vermutet Wilczek, und wir Menschen einen Sinn für diese Schönheit haben. Daher sind die Physiker auch überzeugt, noch lange nicht am Ende ihrer Suche nach den letzten Naturprinzipien angelangt zu sein. Ihre aktuellen Theorien sind ihnen noch nicht schön genug. – Tobias Hürter

Die Latte von Richard David Precht

„Precht hat die Latte so hoch gelegt, dass ich jetzt nur versuchen kann, mit Anstand darunter durchzugehen.“ So begann Peter Strasser gestern seinen Vortrag auf dem Philosophicum. Mit Anstand unter Prechts Latte durchgehen – es sollte nicht die letzte Anzüglichkeit des Tages bleiben. Die größte Dichte sexueller Anspielungen hatte sicherlich die Laudatio, die Professorin Ursula Pia Jauch, Expertin für „Damenphilosophie“, auf Tractatus-Preisträger Kurt Bayertz hielt. Precht-Disser Peter Strasser und Greta Lührs (mit Bier) Jauch gelang es, dem eigentlich sexualitätsfernen Thema der Anthropologie des aufrechten Gangs eine schlüpfrige Note zu geben. Am Ende ihres Vortrags dachten wirklich alle Zuhörer bei „aufrecht“ an Erektion. „Wobei das mit dem Aufrichten ja auch nicht immer klappt“, rief Jauch den männlichen Zuhörern zu. Wenn sie vom Menschen als einem besonderen Fall sprach, fügte sie gleich hinzu, dass dieser „Fall“ nicht mit PH zu schreiben sei. Preisträger Bayertz zeigte sich freundlich überrascht über diese neue Deutung seines Werks. (HL)   Mit Blogsy veröffentlicht