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»Das Grundeinkommen weitet Sinn und Verstand«

Die Idee eines »bedingungslosen Grundeinkommens« gibt es schon seit Jahrhunderten, doch so aktuell wie heute war sie noch nie. Die Corona-Krise hat Millionen Menschen in existenzielle Bedrängnis gebracht. In absehbarer Zukunft könnte der digitale Wandel massenhaft Jobs vernichten. Ein Grundeinkommen würde Menschen nicht nur materiell absichern, meinen die Befürworter. Es könnte uns auch ein für allemal vom Arbeitszwang befreien, der weite Teile unseres Lebens bestimmt. Ein solches Einkommen wäre nicht finanzierbar, meinen die Gegner, zudem würde es die Arbeit entwerten.

Ist die Zeit jetzt reif, das Experiment zu wagen, wie es einige Petitionen auch für Deutschland fordern? Der gemeinnützige Verein „Mein Grundeinkommen e.V.“ startet nun ein Pilotprojekt: 120 Menschen erhalten drei Jahre lang 1200 Euro im Monat. Das Experiment wird mit einer Studie begleitet, die die Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens untersuchen will. Um Teilnahme bewerben kann man sich hier.

Wäre das Grundeinkommen gerecht? Und wie würde es unsere Einstellung zur Arbeit verändern? Die beiden Philosophen und Ökonomen Philip Kovce, 33, und Birger P. Priddat, 70, haben sich zu diesem Thema für HOHE LUFT die Köpfe heißgeredet. Beide lehren an der Universität Witten/Herdecke. Gemeinsam haben sie ein Buch mit Grundlagentexten zum bedingungslosen Grundeinkommen herausgegeben. Und doch haben sie ganz unterschiedliche Positionen. Ein Streitgespräch.

HOHE LUFT: Die Corona-Krise bedroht Millionen Menschen in ihrer wirtschaftlichen Existenz. Viele glauben, ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte helfen. So hat die Modedesignerin Tonia Merz eine Petition für ein sechsmonatiges »testweises« Grundeinkommen gestaret und bisher rund eine halbe Million Unterschriften gesammelt. Ist die Zeit jetzt reif für ein solches Experiment?

BIRGER P. PRIDDAT: Ökonomisch gesehen hat Frau Merz zwar recht, derzeit eine Art Überbrückungsgeld für alle zu fordern. Aber diese Forderung ist mit der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens nur insofern identisch, als bedingungslos gezahlt werden soll. Abgesehen davon unterscheidet sich das Grundeinkommen grundsätzlich von krisenbedingten Sofortmaßnahmen, weil es auf Dauer angelegt ist. Man soll sich mit dem Grundeinkommen ja gerade entscheiden können, ob man arbeitet oder lieber anderen Tätigkeiten nachgeht. Diese Wahl besteht mit einer zeitlich befristeten Existenzsicherung nicht.

PHILIP KOVCE: Gerade weil das bedingungslose Grundeinkommen auf Dauer angelegt ist, sollte es nicht überstürzt eingeführt werden. Das Grundeinkommen ist ein neues Grundrecht, kein akutes Schmerzmittel. Das heißt natürlich nicht, dass wir derzeit kein Notfall-Grundeinkommen benötigen. Schließlich gilt es, unverschuldete Einkommenseinbußen möglichst schnell und unbürokratisch abzufedern. Das gelingt leider nur mehr schlecht als recht, weshalb immer klarer und deutlicher wird: Hätten wir bereits jetzt ein Grundeinkommen, würde uns jede Menge sozialstaatlicher Flickschusterei erspart bleiben. Das sollte uns für die Zukunft eine Lehre sein: Wer das Existenzminimum jedes Einzelnen wirklich garantieren will, der muss sobald wie möglich ein Normalfall-Grundeinkommen etablieren.

Wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe: Würden Sie beide dann noch arbeiten gehen?

PRIDDAT: Ich würde weiterhin arbeiten, ja. Ich kann gar nicht anders. Für mich ist Arbeit eine Lebensform.

KOVCE: Obwohl ich anders könnte, würde auch ich weiterhin arbeiten. Ich will einen Beitrag zum großen Ganzen leisten. Wobei ich schon heute versuche, nichts zu tun, wovon ich mich mit einem bedingungslosen Grundeinkommen befreien müsste.

PRIDDAT: Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde uns tatsächlich vom Arbeitszwang befreien. Doch genau da fängt bei mir die Skepsis an: Was passiert, wenn Arbeit auf einmal nur noch Freiwilligendienst ist? Wie ändert sich dann das Verhalten der Gesellschaft? Würden dann noch alle notwendigen Aufgaben erledigt? Diese Fragen sind für mich ungeklärt.

KOVCE: Seien wir doch froh, dass uns das bedingungslose Grundeinkommen endlich vom Arbeitszwang befreit! Was, bitte schön, sollte am Arbeitszwang gut sein? Ich halte ihn sowohl politisch als auch psychologisch und ökonomisch für längst überholt. Politisch deshalb, weil das Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums, das vom Bundesverfassungsgericht immer wieder gestärkt wurde, eigentlich keine Leckerei für fleißige Arbeitstiere, sondern eben ein Grundrecht ist. Psychologisch konditioniert Arbeitszwang eher brave Befehlsempfänger als mündige Bürger und motivierte Mitarbeiter. Das ist nicht zuletzt ökonomisch gesehen ebenso absurd wie die Tatsache, dass wir weiterhin ein Trauerspiel des Mangels inszenieren, obwohl der Überfluss – Krise hin oder her – zumindest bei uns aus allen Nähten platzt.

»Arbeit hat für viele etwas Heiliges.«

PRIDDAT: Das kann man natürlich so sehen, und es klingt auch sympathisch. Aber unterschätzen Sie nicht die kulturelle Bedeutung der Arbeit. Arbeit hat für viele etwas Heiliges. Deshalb wird der Arbeitszwang auch nicht unbedingt als Zwang, sondern eher als Pflicht wahrgenommen. Mit dem Grundeinkommen wird Arbeit plötzlich zu einer Option. Wer gewohnt ist, dass Arbeit den Alltag strukturiert und Sinn stiftet, der ist mit dieser optionalen Freiheit womöglich überfordert. Sie stellt jedenfalls die Grundfesten der Arbeitsgesellschaft infrage. Abgesehen davon spielt die Höhe des Grundeinkommens eine entscheidende Rolle: 1000 Euro monatlich, wie häufig diskutiert wird, sind in meinen Augen zu wenig. Das ist ja nicht viel mehr als Hartz IV plus Wohngeld heute. Das setzt den Verheißungen der Freiheit klare Grenzen.

KOVCE: Ich will weder die Arbeit unter- noch das Grundeinkommen überschätzen. Natürlich ist das Grundeinkommen kein Lottogewinn, der schnurstracks ins Schlaraffenland führt. Das Grundeinkommen soll ein bescheidenes, aber menschenwürdiges Leben ermöglichen. Wer sich dafür in Deutschland an der Pfändungsfreigrenze, der Armutsgrenze oder dem Grundfreibetrag der Einkommensteuer orientiert, der landet aktuell bei rund 1000 Euro im Monat. Wer sich damit nicht zufriedengibt, der wird schon allein aus diesem Grund mit einem Grundeinkommen weiterhin arbeiten. Aber er wird nicht länger zu der Verzweiflungstat genötigt, sich in sinnlosen Bullshit-Jobs ausbeuten zu lassen. Lohnsklaverei, wie wir sie heute noch kennen, wird mit einem Grundeinkommen endgültig abgeschafft. Das repressive Hartz-IV-Regime ebenso.

Was würden die Menschen denn wirklich tun, wenn sie ein bedingungsloses Grundeinkommen hätten?

KOVCE: Entsprechende Umfragen kommen immer wieder zum gleichen Ergebnis: Die allermeisten geben an, dass sie selber mit einem Grundeinkommen weiterhin arbeiten würden. Anderen wird dagegen weitaus häufiger Faulheit unterstellt. Ich bin fleißig, du bist faul: Selbstbild und Fremdwahrnehmung klaffen auf diese Weise eklatant auseinander. Wenn man jedoch bedenkt, dass Studien schon heute zeigen, dass Zwang ein schlechter Motivator und Freiwilligkeit die beste Voraussetzung guter Leistung ist, dann gibt es aus meiner Sicht wirklich keinen Grund, den schwarzpädagogischen Arbeitszwang aufrechtzuerhalten. Ich halte es da ganz mit dem großen Aphoristiker Elazar Benyoëtz, der schreibt: »Was getan werden muss, wird auch ohne Müssen getan.«

PRIDDAT: In der aktuellen Diskussion wird eines zu wenig beachtet: Wenn alle ein Grundeinkommen erhalten, dann ändern sich sämtliche Relationen auf dem Arbeitsmarkt. Der Arbeitgeber, der weiß, dass der Staat jedem Bürger bedingungslos 1000 Euro überweist, zahlt natürlich nicht mehr den gleichen Lohn wie zuvor. Statt bisher beispielsweise 3000 Euro sind es dann nur noch 2000 Euro. Die Kapitalisten klatschen mit einem Grundeinkommen in die Hände: Endlich können die Löhne im großen Stil gedrückt werden! Wer intrinsisch motiviert ist, der ist das erste Opfer dieser Form von Ausbeutung – gerade weil es ihm nicht ums Geld geht.

KOVCE: Wer freiwillig bereit ist, umsonst zu arbeiten, der wird doch nicht ausgebeutet. Ansonsten müsste jede ehrenamtliche Tätigkeit schon heute die reinste Ausbeutung sein! Was den Arbeitsmarkt betrifft, so gilt natürlich grundsätzlich: Damit die Preise nicht in Höhe des Grundeinkommens steigen, müssen die Löhne in Höhe des Grundeinkommens sinken. Wohlgemerkt: Das Individuum verliert dabei unterm Strich kein Geld. Es gewinnt vielmehr an Macht. Die Macht der Bedingungslosigkeit des Grundeinkommens verleiht je nach Ausgangslage auch die Marktmacht, deutlich höhere Arbeitseinkommen zu beziehen. Das gilt vor allem für Branchen, die systemrelevant und strukturell unterbezahlt sind. Sie würden mit einem Grundeinkommen auch finanziell besser gestellt.

PRIDDAT: Warum glauben Sie das?

KOVCE: Wo heute die Arbeitsbedingungen schlecht sind, während die Nachfrage groß ist, da werden sich mit einem Grundeinkommen sowohl bessere Arbeitsbedingungen als auch höhere Löhne durchsetzen lassen. Beispiel Pflege: Der Personalbedarf ist riesig, Arbeitsbedingungen und Bezahlung sind dagegen miserabel. Das Grundeinkommen würde professionelle Pflege aufwerten und zugleich die Pflege eigener Angehöriger erleichtern helfen.

PRIDDAT: So einfach ist das leider nicht mit den Löhnen. Die Margen im Pflegebereich sind nicht so üppig, dass es Spielraum für deutliche Lohnerhöhungen gibt. Vielmehr würde sich mit einem Grundeinkommen das Arbeitsangebot verknappen. Das wäre der Beginn eines Teufelskreises: Wer zahlt nun die steigenden Pflegekosten? Das Grundeinkommen allein genügt dafür nicht. Also landen wir am Ende wieder beim heutigen Arbeitszwang oder bei einem Grundeinkommen, das so hoch sein müsste, dass es sich nicht finanzieren lässt.

Ein klassisches Argument gegen das bedingungslose Grundeinkommen lautet: Ohne Leistung kein Anspruch auf Gegenleistung, das wäre ungerecht. Der Philosoph John Rawls meinte einmal, wer in Malibu surfen wolle, der solle das tun, aber er müsse es sich eben selbst finanzieren.

PRIDDAT: Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wird der Wohlfahrtsstaat in der Tat abgewickelt. Der Wohlfahrtsstaat garantiert jedem Bürger Unterstützung in Notlagen. Anstelle der Nothilfe treten mit dem Grundeinkommen bedingungslose Transfers für alle. Ein Transfer ist eigentlich ein Geschenk, eine Gabe. Ich gebe etwas, ohne dafür etwas zurückzufordern. Jeder kann mit seinem Grundeinkommen tun und lassen, was er will. Das entspricht nicht mehr dem Wohlfahrtsstaat, der die Bürger zur Solidarität verpflichtet, sondern einem Transferstaat, der ihnen die freie Wahl zwischen Egoismus und Altruismus lässt. Ökonomisch gesehen muss der Transferstaat ein leistungsstarker Staat sein, der genügend Wertschöpfung hervorbringt, um ein Grundeinkommen zu finanzieren.

KOVCE: Das klassische gerechtigkeitstheoretische Argument für ein bedingungsloses Grundeinkommen stammt aus der Aufklärungsphilosophie, unter anderem von Thomas Paine: Jeder Mensch, so Paine, habe jenseits von Leistung und Bedarf ein Anrecht auf einen Teil der Früchte der Natur, da kein Mensch die Erde erschaffen habe und sie somit ursprünglich allen gleichermaßen gehöre. Der Gegenwartsphilosoph Philippe Van Parijs fordert, daran anknüpfend, dass auch Malibu-Surfern ein Grundeinkommen zugestanden werden müsse, wenn wir reale Freiheit für alle garantieren und grundsätzlich keine Lebensform diskriminieren wollen.

»Wer im Hamsterrad gefangen ist, der kann nicht über den eigenen Tellerrand schauen.«

PRIDDAT: Eine historische Epoche endet gerade. Wir haben Arbeit und Einkommen so eng miteinander verkoppelt, dass wir bei denen, die nicht arbeiten, im Grunde genommen bezweifeln, dass sie berechtigte Einkommensansprüche haben. Das ändert sich im Zuge zunehmender Digitalisierung und Individualisierung weitgehend. Wobei es für viele Leute sehr schwer ist, sich auf diesen Wandel einzulassen. Sie haben jenseits der Lohnarbeit keine Vorstellung vom gelingenden Leben und definieren sich deshalb über ihre Arbeit. Arbeit ist in diesem Falle eine Schrumpfform gelingenden Lebens.

Könnte das bedingungslose Grundeinkommen nicht die nötige existenzielle Sicherheit bieten, um aus dem Hamsterrad herauszukommen – und sich überhaupt einmal bestimmte Fragen zu stellen?

KOVCE: Gewiss. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen lauten die drängendsten Fragen ja nicht mehr: Wie komme ich am besten über die Runden? Und wie spanne ich andere möglichst geschickt dafür ein? Sie lauten vielmehr: Was will ich eigentlich? Und was brauchen eigentlich die anderen? Diese Fragen sind bestimmt nicht weniger krisenhaft, aber ganz sicher weniger perspektivlos. Wer im Hamsterrad gefangen ist, der kann nicht über den eigenen Tellerrand schauen. Das Grundeinkommen weitet Sinn und Verstand. Das hat auch ökologische Konsequenzen: Wer Erfüllung in sinnvollen Jobs findet, der ist weniger auf verzweifelte Shopping-Selbstverwirklichung angewiesen.

PRIDDAT: Mag sein. Wobei es genauso gut sein könnte, dass die Leute mit dem bescheidenen Sicherheitsversprechen eines Grundeinkommens herumwurschteln, ohne sich mit großen Fragen und andauernden Ungewissheiten auseinanderzusetzen. Zwar gewährleistet das Grundeinkommen ein gewisses Maß an Existenzsicherheit, aber die Unsicherheit freier Märkte und der permanente Abstimmungsbedarf offener Gesellschaften bleiben ja bestehen. Je weniger sich dafür interessieren, weil sie mit dem Grundeinkommen der Biedermeierei verfallen, desto eher erodiert das Gemeinwesen.

Aber wenn das Grundeinkommen von wirtschaftlichen Existenzsorgen befreien könnte – wäre damit dann nicht viel erreicht?

PRIDDAT: Ja und nein. Ich halte das Grundeinkommen für ein Dispositiv, das eine Zwischenlösung darstellt. Arbeit wird ihren hohen Stellenwert über kurz oder lang nicht behaupten können. Viele Tätigkeiten, die heute noch Menschen ausführen, werden künftig maschinell erledigt. Das ist ein gewaltiger Vorgang, der nicht einfach durch Konjunkturprogramme oder Substitutionsprozesse aufzuhalten ist, wie uns manche Beschwichtiger weismachen wollen. In diesem Kontext stellen sich die Fragen, was wir tun, wenn wir nicht mehr arbeiten, und welches Einkommen wir dann beziehen.

KOVCE: Sie werden nicht müde, lieber Herr Priddat, den hohen Stellenwert von Arbeit zu betonen. Das ist im ausklingenden Industriezeitalter sicherlich nicht falsch. Aber es lenkt zugleich davon ab, dass Arbeit schon heute keineswegs alternativloser Garant gesellschaftlicher Anerkennung ist. Die Bundesrepublik ist beispielsweise entgegen allen Behauptungen gerade nicht als Arbeitsgesellschaft verfasst. Arbeit spielt in den 146 Artikeln des Grundgesetzes so gut wie keine Rolle – außer in Artikel 12, der die freie Berufswahl und das Verbot von Zwangsarbeit regelt. Staatsbürgerliche Anerkennung muss hierzulande nicht erarbeitet werden, sondern geschieht um ihrer selbst willen. Dies ist nicht zuletzt insofern bedeutsam, als das Grundeinkommen exakt dieser Anerkennungsstruktur entspricht: Es geht dabei nicht um Leistung und Gegenleistung, sondern um Freiheit und Menschenwürde.

Besteht der eigentliche Wert des Grundeinkommens also darin, dass es über sich selbst hinausweist – und dazu führt, dass wir grundlegende Fragen unseres Zusammenlebens diskutieren?

KOVCE: Das kann man so sagen. Das Grundeinkommen erschöpft sich nicht in seiner bloßen Forderung. Es geht nicht nur ums individuelle Einkommen, sondern auch um ein neues gesellschaftliches Übereinkommen – darum, wie wir künftig miteinander leben und arbeiten wollen. Die Diskussionen darüber, die im Zuge der Einführung eines Grundeinkommens geführt werden müssen, verlebendigen unsere Demokratie …

PRIDDAT: … und thematisieren auch spannungsreiche soziale Statusdifferenzen, etwa zwischen denen, die arbeiten, und jenen, die nicht arbeiten. Worauf Sie abzielen, lieber Herr Kovce, das ist ja eine Art Sharing Economy: Wir werfen alles, was wir produzieren, in einen Topf und teilen – zumindest in Höhe des Grundeinkommens – nach Kriterien der Lebensqualität, nicht der Arbeitsleistung. Das setzt voraus, dass sich die Gesellschaft gesellschaftlicher denkt. Und das ist keineswegs sicher.

Könnte man das Grundeinkommen nicht graduell einführen?

KOVCE: Viele Wege führen zum Grundeinkommen. Dementsprechend gibt es neben der Big-Bang-Theorie der sofortigen Einführung auch zahlreiche Stufenmodelle. Ich würde sogar sagen, dass wir uns längst auf dem Weg der stufenweisen Einführung eines Grundeinkommens befinden. Mit Kindergeld und Grundrente kennen wir mehr oder weniger bedingungslose Leistungen am Lebensanfang und Lebensende. Außerdem werden zunehmend ursprünglich beitragsfinanzierte Sozialleistungen steuerfinanziert. Der Staat sorgt also nicht nur für öffentliche Daseinsvorsorge, sondern auch für individuelle Einkommen. Das ist kein Wunder, denn in Zeiten fortschreitender Digitalisierung und Individualisierung lassen sich gerade auf diese Weise sowohl die Freiheit des Einzelnen als auch der Zusammenhalt der Gesellschaft ermöglichen.

PRIDDAT: Wenn wir das bedingungslose Grundeinkommen früher oder später tatsächlich einführen wollen, dann müssen wir seine Finanzierung kapitalistischer angehen. Es geht nicht nur um Umverteilung, sondern auch um Investments. Ich würde für einen großen Staatsfonds plädieren, der selber Aktien platziert und aus den Erträgen ein Grundeinkommen finanziert. Das missfällt zwar vielen Befürwortern eines Grundeinkommens, weil sie antikapitalistisch eingestellt sind und Kapitalmärkte nicht mögen. Aber wir müssen Grundeinkommen und Kapitalismus zusammendenken, wenn das Grundeinkommen keine Ersatzlösung für die verpasste Revolution, sondern eine Weiterentwicklung der modernen Gesellschaft sein soll.

Moderation: Thomas Vašek

Lektüre: Birger P. Priddat, Philip Kovce (Hrsg.) Bedingungsloses Grundeinkommen. Grundlagentexte. (Suhrkamp, 2019): Sammlung von Grundlagentexten zur Idee des Grundeinkommens von Bertrand Russell bis John Maynard Keynes.

Dieses Gespräch ist in HOHE LUFT Ausgabe 5/2020 erschienen. Hier können Sie das Heft sowie ältere Ausgaben versandkostenfrei bestellen.

112 Kommentare

  1. Fünfpluseins sagt

    Die Diskussion dreht sich um Vorteile, gesellschaftlichen Nutzen und Möglichkeiten der Selbstverwirklichung durch das bedingungslose Grundeinkommen, dann um natürliche Rechte des Einzelnen auf Dies und Das und vorhandene Einschränkungen durch den Zwang zur Erwerbstätigkeit. Niemand schert sich darum, in welcher Höhe das Einkommen ausfallen sollte, welche Leistungen des Sozialstaats dann wegfallen dürfen und welche Beträge überhaupt finanzierbar sind bzw. wo das Geld herkommen soll. Fällt das eigentlich niemandem auf? Mich interessiert an dieser Frage zuallererst die nach dem Gesamtkonzept. Wie soll das denn aussehen?

    • Koenig sagt

      @Fünfpluseins
      „wo das Geld herkommen soll“

      Ganz einfach: Die Konzerne, Millionäre und Milliardäre endlich konsequent und gerecht besteuern, und schon wären allein durch diese Maßnahme Milliarden zusammen.

      • Fuenfpluseins sagt

        Hört sich toll an, ist aber Blödsinn. Deutschland hat bereits die weltweit zweithöchste Staatsquote. Außerdem arbeite ich einem Konzern, der weltweit 380.000 Menschen Arbeit gibt. Und er zahlt Steuern auf seine Gewinne, und zwar reichlich. Kann man im Geschäftsbericht nachlesen. Was sollen diese billigen Polemiken? Diese zerstören nur die inhaltliche Auseinandersetzung. Aber an der haben Sie aus ideologischen Gründen möglicherweise kein Interesse.

        • Ruedi sagt

          Vielleicht haben Sie es nicht bekommen: am 5. Juni 2016 haben wir Schweizer über ein bedingungsloses Grundeinkommen abgestimmt, das nach einer interessanten Diskussion mit 76.9% Nein-Stimmen abgelehnt wurde. Aber immerhin, fast ein Viertel der Eidgenossen waren dafür. In diesem Zusammenhang wurden für unser Land auch entsprechende Berechnungen gemacht. Diskutiert wurde, dass alle Erwachsenen 2500 Franken und alle Kinder und Jugendlichen 625 Franken pro Monat erhalten. Auf dieser Basis hat der Bund berechnet, wie viel das Grundeinkommen kosten würde und wie es finanziert werden könnte. Insgesamt würden jährlich 208 Milliarden Franken als Grundeinkommen an damals über 6,5 Millionen Erwachsene und gegen 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche ausbezahlt. Da das Grundeinkommen einen Teil der bisherigen finanziellen Leistungen der Sozialleistungen ersetzen würde, könnten mit den entsprechenden Einsparungen rund 55 Milliarden finanziert werden. Von den übrigen 153 Milliarden könnten rund 128 Milliarden Franken gedeckt werden, indem von jedem Erwerbseinkommen 2500 Franken abgezogen würden, bei Einkommen unter 2500 Franken entsprechend das ganze Einkommen. Für die restlichen rund 25 Milliarden Franken müsste eine Finanzierung gefunden werden, wie zum Beispiel die Erhöhung der Mehrwertsteuer.
          In Deutschland muss man sicherlich andere Zahlen diskutieren, aber Hartz IV, Arbeitslosengeld, Grundrente und vieles, vieles mehr kann man ersatzlos streichen und damit wohl auch ein paar Beamtenstellen. Die Überlegungen von Koenig über die Besteuerung von Superreichen sind sicherlich nicht falsch und Ihre Polemik diesbezüglich nicht angebracht. Was halten Sie zum Beispiel von einer Transaktionssteuer für die Finanzmärkte? Bei uns wird zu dem Thema gerade eine Microsteuer diskutiert, die wohl auch zur Abstimmung kommen wird. Es lebe die direkte Demokratie!

          • Hans sagt

            Verstehe ich das richtig? 2500 Franken Grundeinkommen, Verrechnung mit Erwerbseinkommen. Wenn also jemand 5000 Franken im Monat als Erwerbseinkommen hatte, bekommt er jetzt lediglich noch 2500 Franken (für seine Arbeit) und 2500 Franken Grundeinkommen. Er hat schlussendlich das gleiche Einkommen zur Verfügung, muss/geht aber weiterhin dafür auf Arbeit. Nur dafür dass der „Faule“ jetzt eben Anspruch auf ein selbiges Grundeinkommen von 2500 Franken hat, OHNE dafür etwas tun zu müssen??? Und das soll gerecht sein?

            Von nichts kommt nichts. Und ich wünsche mir, dass das auch so bleibt. Wer nichts tut, soll auch nichts bekommen. Ich schaffe doch nicht 200 Stunden im Monat, im Schichtdienst, an Wochenenden, und erarbeite dann damit auch noch des Faulen seine Freizeit.
            Ich kann mir nicht vorstellen, dass früher einer aus der Sippe etwas von den Jägern und Sammlern abbekommen hat, wenn er nicht in irgendeiner Art und Weise in der Sippe beigetragen hat.

          • QAlexander von >Hohentramm sagt

            Wer auch nur ansatzweise über einen solchen katastrophalen Schwachsinn ernsthaft nach“denkt“, hat jeglichen Anspruch verloren, als vernunftbegabtes Wesen betrachtet zu werdeen.

        • Paul Sommer sagt

          @Fuenfpluseins: Dass nur wenige Prozent (oder Promille?) der Menschen die Hälfte des gesamten Vermögens besitzen haben Sie aber schon mitbekommen, oder? Meinen Sie, die hätten das durch ihrer Hände Arbeit verdient? Nein, die haben ihr Geld (sprich: andere Leute) für sich arbeiten lassen. Zur „Belohnung“ wird dieses leistungslose Einkommen mit lächerlichen 25% besteuert, während jemand, der selbst arbeitet mit einen Grenzsteuerersatz von 45% belastet wird.
          Seltsam, diese Leute, die vom Vermögen ihrer Eltern und der Arbeit anderer leben werden im Gegensatz zu Hatz IV-Beziehern nie als Sozialschmarotzer bezeichnet.
          Ja, natürlich gibt es auch Firmen die Steuern bezahlen, aber man kann schon sagen: Je größer und internationaler ein Konzern aufgestellt ist, desto weniger Steuern bezahlt er in der Regel.

        • Arno Dübel sagt

          @5+1
          Sehe ich ähnlich, wenn man mal eine kurze Berechnung Aufstellt (1000€/monat; 60Mio Bürger beziehen Grundeinkommen) kommt man auf 720 Mrd €/a. Der Bundeshaushalt beträgt in 2019 UND 2020 rund 720 Mrd zusammen.
          Wie soll das finanziert werden?

          • Hans-Florian Hoyer sagt

            Die Berechnung ist eben kurz, zu kurz. Eine der typischen Milchjungenrechnungen.

        • Chenzy sagt

          Was ist das denn für ein Witz? Die Steuern welche die Global Player zahlen sind meistens das Minimum und davon abgesehen investieren diese Unternehmen Millionen jährlich in eigene Steuerabteilungen die nichts anderes tun als so viel Geld wie möglich vom Staat zu erhalten und so viel wie möglich vom eigenen Geld zu verheimlichen / zu verstecken. Darüber hinaus werden die entrichteten Steuern abgesetzt.

          Muss ich jetzt hier erwachsenen Menschen erklären dass das Grundprinzip Kapitalismus nicht aufgeht ohne massive Verluste bzw. Verlierer?

          Reich werden ist an sich nicht schwer, ist kein Kunststück gute Kontakte zu China aufzubauen und dort für wenig Geld Produkte entwerfen und produzieren zu lassen. Hier wird dann eine deutsche Schraube am Produkt angebracht oder in Italien oder wo auch immer und dann heißt es Made in Italy oder Germany und wird für den dreifachen Wert an Hipster verschachert. Einen Kredit bekommt man als Unternehmer immer und auch Investoren finden sich leicht.

          Letztlich sind es Gewinne auf Pump und das Ausnutzen von billigen Produktionsorten / Outsourcing usw. das ist flächendeckend so, da kann sich doch kein Idiot dieser Welt mehr wundern dass es in einem derartig irrationalen System in dem kaum was der Gesellschaft zugute kommt sondern so viel Geld wie möglich nur noch selbst verwaltet wird alle paar Jahre zu einer enormen Wirtschaftskrise oder Weltwirtschaftskrise kommt und auch immer wieder kommen MUSS.

          In vielen Ländern, allen voran den skandinavischen gibt es bereits Grundeinkommen und ähnliche Maßnahmen. Deutschland aber bleibt wie bei den Nazis und auch sonst immer beim alten festgefahrenen System hängen mit dem wir in den letzten Jahren sicherlich nicht nur die Digitalisierung völlig verschlafen haben.

          Weiter so! Fahren wir nur immer wieder auf die Spitze des Eisberges zu mit gehissten Segeln und machen uns dann noch über die Leute lustig die das fordern, was in anderen, fortschrittlicheren Ländern bereits erfolgreich umgesetzt wurde..

          Typisch Otto Kartoffel.

          • Das Grundeinkommen hat meiner Meinung nach einen genetischen Fehler. Den Fehler kann man schon in der Bezeichnung erahnen: beim Grundeinkommen handelt sich um eine von der Wirtschaftsleistung abgekoppelte, aber doch wirtschaftliche Forderung. Damit ist es sehr leicht, einem Teil der Gesellschaft diese Idee als naives, arrogantes Gespinst darzustellen, weil der wichtigste Aspekt, die Finanzierung, als nachrangig abgestempelt wird. Ein frommer Wunsch mag im Hintergrund die Motivation sein, aber das ist zu wenig, um einen breiten Konsens zu erreichen.

            Eine „Staatsdividende“ dagegen (oder eine regionale Dividende) deutet schon in der Bezeichnung die Kopplung der „Ausschüttung“ an eine momentane, regionale Wirtschaftsleistung an. Bei der Staatsdividende würden die Bürger als „Miteigentümer“ des „größten Betriebes: des Staats“ (oder der Region) behandelt und honoriert. Die Höhe der Staatsdividende würde sich nicht nach dem wirtschaftlich arroganten Anspruch „was ein Mensch zum Leben braucht“ richten (was unglaublich subjektiv und nicht einheitlich bestimmbar ist), sondern die momentane Wirtschaftslage der Region widerspiegeln. Damit ist diese Lösung auch für die Mehrheit nachvollziehbar und machbar.
            http://www.evolte.eu

      • Budde sagt

        Wenn niemand arbeitet wird nichts hergestellt und folgerdesen sind auch keine Steuereinahmen da wo man das Grund einkommen finanzieren müßte! Da beißt sich die Katze in eigenen Schwanz oder anders ausgedrückt von nichts kommt nichts!

        • Paul Sommer sagt

          Ja, und wenn uns der Himmel auf den Kopf fällt sind wir alle tot. WENN…

          Warum wollen Sie nicht mehr arbeiten gehen, wenn Sie ein Grundeinkommen erhalten? Möchten Sie kein neues Auto, keinen neuen Fernseher, keine Urlaubsreisen mehr? Oder gar ein eigenes Haus? Das ist mit dem BGE nicht zu haben. Dafür muss man sich auch dann schon noch ein bisschen selbst bemühen.

          • Lutz sagt

            Wir leben in einer Zeit, wo Selbstverwirklichung über allem zu stehen scheint. Propangiert in den Medien und auch von vielen schon praktiziert. Die meisten Menschen würden sich wohl entschleunigen wollen und werden beruflich kürzer treten. Wir haben eh schon ein Nachwuchs Problem in Zukunft, meinen Sie dies lässt sich mit einem Grundeinkommen beheben?
            An vielen Hartz 4 Beziehern kann man dies doch schon sehen, die zweite Generation hat sich größten Teils mit Ihrer Situation arrangiert und kommt gut mit angezogener Handbremse durchs Leben. Auch ohne Stress.

          • Iris sagt

            Es gibt viele Menschen in diesem Land, die trotz 40 Stunden Woche nicht mehr als den genannten Betrag verdienen. Und sich trotzdem kein neues Auto oder einen neuen Fernseher kaufen können. Und das sind auch gerade diejenigen, die Arbeiten tun, die keiner gern tut. Wollen wir riskieren, dass die alle nicht mehr arbeiten gehen? Eine Pflegekraft, Küchenhilfe, Putzfrau. Auch Frisöre und Verkäuferinnen sind teilweise extrem schlecht bezahlt. Die werden sich dann überlegen, ob sie für 1200 Euro zu Hause bleiben oder für 1400 40 STunden arbeiten. Abgesehen davon gibt es auch menschen die einfach minimalistisch leben wollen und sich dem ganzen Konsum verweigern. Mal ehrlich; Braucht man ein neues Auto oder einen neuen Fernseher? Wenn das die Einige Lebensqualität sein soll neben einer 60 Stunden Woche, dann sollte man sich fragen, was das Leben ausmacht. Auch dazu müsste eine Lösung gefunden werden. Nicht jeder verdient 4000 Netto und hat Spaß an der Arbeit.

          • Chenzy sagt

            Schwachsinn. Kein Mensch bezahlt heute noch die volle Summe beim Kauf eines Autos oder einer Immobilie, das läuft doch alles auf Pump und das seit Jahrzehnten.

            Deutschlands Autobahnen und Innenstädte wären fast leer wenn da nur Leute fahren oder leben dürften die ihr Auto oder ihre Immobilie abbezahlt bzw. komplett bezahlt, nicht per Kredit / Darlehen finanziert oder geleast haben.

          • Das Grundeinkommen hat meiner Meinung nach einen genetischen Fehler. Den Fehler kann man schon in der Bezeichnung erahnen: beim Grundeinkommen handelt sich um eine von der Wirtschaftsleistung abgekoppelte, aber doch wirtschaftliche Forderung. Damit ist es sehr leicht, einem Teil der Gesellschaft diese Idee als naives, arrogantes Gespinst darzustellen, weil der wichtigste Aspekt, die Finanzierung, als nachrangig abgestempelt wird. Ein frommer Wunsch mag im Hintergrund die Motivation sein, aber das ist zu wenig, um einen breiten Konsens zu erreichen.

            Eine „Staatsdividende“ dagegen (oder eine regionale Dividende) deutet schon in der Bezeichnung die Kopplung der „Ausschüttung“ an eine momentane, regionale Wirtschaftsleistung an. Bei der Staatsdividende würden die Bürger als „Miteigentümer“ des „größten Betriebes: des Staats“ (oder der Region) behandelt und honoriert. Die Höhe der Staatsdividende würde sich nicht nach dem wirtschaftlich arroganten Anspruch „was ein Mensch zum Leben braucht“ richten (was unglaublich subjektiv und nicht einheitlich bestimmbar ist), sondern die momentane Wirtschaftslage der Region widerspiegeln. Damit ist diese Lösung auch für die Mehrheit nachvollziehbar und machbar.
            http://www.evolte.eu

      • W.E. sagt

        Genau!
        Konzerne, Millionäre und Milliardäre endlich konsequent und gerecht besteuern!
        Es wären aber nicht Millarden die da zusammen kommen würden.
        Es wären Billionen!

      • Wenn ich hier die geplanten Besteuerungswünsche lese, wird es wohl hierzulande bald keine Unternehmen mehr geben. Die hauen alle ab.
        Ich würde übrigens sofort aufhören zu arbeiten und Alkoholiker werden.
        So wie die meisten meiner Mitmenschen.
        Auch wenn jetzt jeder behauptet, weiter zu arbeiten.
        Das wäre ja ökonomischer Unsinn.

        • MikeW sagt

          Wieso sollte niemand mehr arbeiten (wollen)?
          Es wird viele geben, die mehr haben wollen, als sie sich vom BGE leisten können. Dazu kommt, dass es viele gibt, die gerne arbeiten, wenn sie was für sie sinnvolles machen können. Wenn die Grundbedürfnisse abgesichert sind, ist auch die Bezahlung nicht mehr der wesentlich Antriebsfaktor ……
          Gibt seriöse Berechnungen, wie das finanziert werden kann, u.a. von erfolgreichen Unternehmern!

    • MikeW sagt

      Das Thema hatte ich auch nicht verstanden und die übliche Frage gestellt – wo soll denn das Geld dafür herkommen.
      Hielt ich für eine unausgegorene Idee der Linken oder der Grünen.
      Bis ich auf einen Zeitungsartikel gestossen war -in dem ein Unternehmer sich dafür aussprach.
      Da dieser ein Unternehmen mit weltweit über 90.000 Mitarbeitern aufgebaut hatte, musste sich der schon was dabei gedacht haben. Da ich wissen wollte, wie er sich das vorgestellt hat, hab ich sein Buch gekauft.
      Mühsam zu lesen – aber ich habe jetzt verstanden, wie das gehen könnte und kann jedem, der sich mit dem Thema ernsthaft auseinander setzt empfehlen, es zu lesen.

      „Einkommen für Alle“ von Götz W. Werner

    • Das Grundeinkommen hat meiner Meinung nach einen genetischen Fehler. Den Fehler kann man schon in der Bezeichnung erahnen: beim Grundeinkommen handelt sich um eine von der Wirtschaftsleistung abgekoppelte, aber doch wirtschaftliche Forderung. Damit ist es sehr leicht, einem Teil der Gesellschaft diese Idee als naives, arrogantes Gespinst darzustellen, weil der wichtigste Aspekt, die Finanzierung, als nachrangig abgestempelt wird. Ein frommer Wunsch mag im Hintergrund die Motivation sein, aber das ist zu wenig, um einen breiten Konsens zu erreichen.

      Eine „Staatsdividende“ dagegen (oder eine regionale Dividende) deutet schon in der Bezeichnung die Kopplung der „Ausschüttung“ an eine momentane, regionale Wirtschaftsleistung an. Bei der Staatsdividende würden die Bürger als „Miteigentümer“ des „größten Betriebes: des Staats“ (oder der Region) behandelt und honoriert. Die Höhe der Staatsdividende würde sich nicht nach dem wirtschaftlich arroganten Anspruch „was ein Mensch zum Leben braucht“ richten (was unglaublich subjektiv und nicht einheitlich bestimmbar ist), sondern die momentane Wirtschaftslage der Region widerspiegeln. Damit ist diese Lösung auch für die Mehrheit nachvollziehbar und machbar.
      http://www.evolte.eu

  2. frelma sagt

    Man sollte einmal alles durchrechnen. Es sollte dann keinen Steuerfreibetrag mehr geben. Also jeder zusätzlich verdienter Euro soll versteuert werden. Die Sozialhilfe fällt weg. Die Rente und Arbeitslosengeld brauchen wir nicht mehr. Wer will und kann darf eine private Rentenversicherung abschließen. Die Krankenversicherung wird wohl teuerer, weil das Personal im Krankenhau besser bezahlt werden muss. Wenn dann jeder 1000,- oder 1500,- Euro bekommt muss man ausrechnen wieviel die Steuern angehoben werden müssen um alles zu bezahlen.

    • Karsten Reimers sagt

      Es werden hier mit sehr großen Summen jongliert, für die man schwer ein Gefühl entwickeln kann.
      Deshalb versuche ich das mal etwas aufzudröseln:
      Gehen wir mal von einem BGE von 1250€ aus. Soviel kostet ein Sozialhilfeempfänger den Staat auch etwa monatlich (Sozialhilfe, Wohngeld, Krankenkasse, sonstiges). Das BGE für diese Gruppe trägt sich durch den Wegfall der Sozialhilfe also tatsächlich selbst. as Das sin etwa 5,5 Mio.
      Wir haben etwa 1Mio Arbeitslosengeldempfänger. Gehen wir mal von einer durchschnittlichcn Listung von 2500€ aus, dann deckt dessen Wegfall das BGE für etwa 2Mio.
      Wir haben gut 21 Mio. Rentner in Deutschland mit einer Durchschnittsrente von 3250€. Das würde etwa 50 Mio BGE Empfänger finanzieren.
      Wir haben etwa 83 Mio Einwohner. Bleibt die Finanzierung von ca 25Mio BGE-Bezieher offen. Das sind jährlich 25mio*12Monat*1250€ = 375 000 Mio oder 375 MILLIADREN.
      Bei 45Mio Erwerbstätigen (gehen wir mal optimistisch davon aus, das das mit BGE so bleibt), müssten Sie also jeden Erwerbstätigen oder dessen Arbeitgber durchschnittlich mit ca 8500€ besteuern.
      Und ob man das Arbeitslosengeld und die Rente dafür einfach so streichen kann möchte ich ganz, ganz stark bezweifen. schliesslich wurde duch jahre-/arbeitslebenslange Einzahlung ja ein Anspruch darauf erworben.

      • Uwe Knüpfer sagt

        Da haben Sie aber etwas verwechselt – das durchschnittliche Renteneinkommen liegt zwischen 1487 EUR (west) und 1445 EUR (ost) – 3250 EUR sind das durchschnittliche Monatseinkommen, von dem ca. 45% dasRenteneinkommen ergeben.

        • Ethel Plum sagt

          Danke für diese Klarstellung. Als Rentnerin habe ich eine selbstbestimmte eheramtliche Tätigkeit viele Jahre ausgeführt, (Ausstellungen organisiert). Es ist so viel schöner arbeiten zu dürfen als arbeiten zu müssen! Mit einem Grundeinkommen, wie mit einer Rente kann man sich sozial und kreativ engagieren.

          • Das Grundeinkommen hat meiner Meinung nach einen genetischen Fehler. Den Fehler kann man schon in der Bezeichnung erahnen: beim Grundeinkommen handelt sich um eine von der Wirtschaftsleistung abgekoppelte, aber doch wirtschaftliche Forderung. Damit ist es sehr leicht, einem Teil der Gesellschaft diese Idee als naives, arrogantes Gespinst darzustellen, weil der wichtigste Aspekt, die Finanzierung, als nachrangig abgestempelt wird. Ein frommer Wunsch mag im Hintergrund die Motivation sein, aber das ist zu wenig, um einen breiten Konsens zu erreichen.

            Eine „Staatsdividende“ dagegen (oder eine regionale Dividende) deutet schon in der Bezeichnung die Kopplung der „Ausschüttung“ an eine momentane, regionale Wirtschaftsleistung an. Bei der Staatsdividende würden die Bürger als „Miteigentümer“ des „größten Betriebes: des Staats“ (oder der Region) behandelt und honoriert. Die Höhe der Staatsdividende würde sich nicht nach dem wirtschaftlich arroganten Anspruch „was ein Mensch zum Leben braucht“ richten (was unglaublich subjektiv und nicht einheitlich bestimmbar ist), sondern die momentane Wirtschaftslage der Region widerspiegeln. Damit ist diese Lösung auch für die Mehrheit nachvollziehbar und machbar.
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      • frelma sagt

        Eine Durchschnittserente von 3250 € kann wohl nicht stimmen. Die meisten die ich kenne währen froh sie hätten 2000 €

    • Budde sagt

      wer soll den die Steurn bezahlen wenn ein Großteil nicht mehr arbeiten geht und somit keine Steurn bezahlt??? Das ist doch eine Milchmädchen Rechnung ohne Sinn und Veerstand

      • MikeW sagt

        Habe den Eindruck, Sie haben sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt.
        Aber sie fangen an darüber nachzudenken.
        Das ist gut und mehr, als die Mehreit tut.
        Falsch ist die Annahme, dass dann niemand mehr arbeiten gehen würde.
        Es gibt genug Daten die naheliegen, dass sich die Anzahl der Personen, die trotzdem arbeiten würden durch das Grundeinkommen kaum ändern würde, wie es auch aus vielen Kommentaren zu entnehmen ist.
        Wenn Sie wirklich an dem Thema interessiert sind, lesen Sie doch das Buch von Herrn Götz W. Werner, einem sehr erfolgreichen Unternehmer, der sich darüber Gedanken gemacht hat.
        Er ist übrigens nicht der einzige erfolgreiche Unternehmer, der sich Gedanken gemacht hat, wie das gehen könnte.
        Mich hatte sehr überrascht, dass die Finanzierung, deren Berechnungen nach überhaupt kein Problem darstellt!

    • Volland sagt

      Grundsätzlich befürworte ich das Bedingungslose Grundeinkommen. Bei einer moantlichen Summe von 1200 Euro bräuchte man für alle Bezieher im Jahr ca. 370 Milliarden. Der Bundeshaushalt beträgt 490 Milliarden. Also machbar! Steuern sind abgeschafft. Alles finanziert sich aus der Verbrauchssteuer (MwSt). Wenn Sie erkennen, dass wir keine Jobcenter, Finanzämter brauchen, Subventionen und alle Beihilfen gestrichen werden, bleibt eine große Menge Geld zur Verfügung. Die Löhne werden nicht sinken sondern steigen!
      Alleine geschätzt aus der Verbrauchssteuer werden 390 Milliarden zurück in den Haushalt geführt. Und die Kosten für Krankheit und Alter zahlt der Staat. Ein Blick nach Dänemark hilft. Wenn Sie die Vorteile suchen wollen, bitte: Keine soziale Ungerechtigkeit, Verbesserung der Demokratie. Schon überlegt was mit der 9 Milliardenhilfe für Lufthansa geschied? Die Aktioäre kriegen Ihre fetten Tantiemen, Jobs werden rigoros abgebaut und

      • Joachim sagt

        Warum sollten die Löhne steigen?
        Der Mindestlohn war schon Schwachsinn. Da er Branchengerecht hätte berechnet werden müssen. Zudem gibt es weiterhin zig Schlupflöcher und viele auf Mindestlohn arbeiten ohne Sozialabgaben. Da die Frmen sich diese kosten ebenfalls ersparen wollen.

        Grundnahrungsmittel, Strom, Mieten, Wasser und Heizen. Die wichtigsten Dinge sind über die Jahre immer teurer geworden. Wohneigentum derzeit für viele nicht finanzierbar. Oder führt zu deren ruin. Da Städte gerne die Anlieger mit viel zu teuren Anteilen abzocken.

        Die idee ist zwar das Sozialabgaben wegfallen und in Theorie mehr Geld über bleibt. Am Schweizer Beispiel sieht man aber das 2500 Franken abgezogen werden müssten.
        Das heist, Alle die unter 2500 Franken bekommen wäre es egal wieviel sie bekommen. Eine Obligatorische Franke im Monat wäre gleich mit 2500 Franken. Sie können sich sicher sein das dort das Einkommen sinkt. Da es dem Arbeitnehmer sowieso egal ist. Was allerdings die Finanzierung des ganzen kippen läst.

        Bei uns würden viele Arbeitgeber auch nicht mehr zahlen als sie müssten. Wiegesagt. Selbst das tun viele nicht. Gerade in der Gastronomie ist die Steuermoral niedrig und Überstunden werden gern einbehalten. Die Systeme sind auch interresant. Es werden Chips gesammelt. Und diese verschwinden nach und nach immer mal wieder aus dem Topf des Mitarbeiters…

        Eine Besteuerung der Superreichen und Firmen wäre was. Aber die besteuern sich ja nicht selbst. Die größten Firmen haben auch ihre Leute in den Politischen Ämtern oder fungieren als teure Berater.

  3. Ralf Spinoza sagt

    Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Beamte bekommen in Deutschland doch schon seit Jahrzehnten das bedingunglose Grundeinkommen. Was ist daran neu?

    • MikeW sagt

      Dünns Spässla, sagt man in Franken!
      Wo ist da ein Zusammenhang?
      Die Beamten (sollten) dafür ja arbeiten.
      Aber, sollte wohl wirklich ein Scherz werden!

  4. Torben sagt

    Haha – wo das Geld herkommen soll. Wo kommen denn Rohstoffe für die heutige Industrie und das Handwerk her? Gehören die Rohstoffe denen, die sie einfach nur aufheben und dann teuer verkaufen? Das jetzige System funktioniert nicht, nur auf Kosten der Umwelt und der Zukunft. Es muss was neues her. Einen Versuch ist es alle mal wert.

  5. sego sagt

    Das BGE wird nur kurzfristig funktionieren. Mittel und Langfristig wird es zu massiver Inflation führen. Wie schon beim Mindestlohn geschehen. Zumindest in den betroffenen Branchen. Vorm Mindestlohn kostete mich ne mittelgroße Pizza vom Lieferdienst 7€. Jetzt 10€, teilweise sogar noch mehr. Auf die gesamte Gesellschaft bezogen, wird das am Ende ein Rohrkrepierer. Nach kurzer Zeit werden 1200€ schon nichtmal mehr zum Überleben reichen. Ergo Lohnerhöhrungen in Jobs etc …
    Unterm Strich eine populistische Volksverarsche. Das Leben selbst ist nunmal nicht bedingungslos. Für jede Bequemlichkeit muss gearbeitet werden. Daher existiert Reichtum immer nur dort, wo andere die Reichen quasi paraditär mit durchfüttern. Reichtum für alle funktioniert in so einem System nicht. Das ist dieser typische, linke Populismus, der immer Reichtum verspricht und Elend liefert.

    • MikeW sagt

      Linker Popolismus?
      Schön, dass Du Dich mit dem Thema auseinandersetzt! Es fiel mir auch nicht leicht, das Thema zu verstehen.
      Bin dann auf einen Zeitungsartikel gestossen und habe mit Staunen festgestellt, dass auch nicht wenig erfolgreiche Unternehmer das Thema unterstützen und darstellen könnten, wie das funktionieren könnte. Die Finanzierung wäre demnach das kleinere Problem

  6. Hans sagt

    Stellt Euch vor:
    Es gäbe ein Recht auf Arbeit – der Staat würde jedem Bürger ein Grundgehalt gewähren. Der Staat hätte Interesse daran seine Arbeitskräfte gesund zu erhalten.
    Arbeitgeber müssten ihre Arbeitskräfte vom Staat zu einem fairem Lohn kaufen. Arbeitende würden fair entlohnt.
    Steuern wären einfacher händelbar. Steuerhinterziehung oder Steuerflucht nicht möglich.
    Steuererklärungen, Rentenversicherung, Krankenversicherung, Sozialamt, obsolet.
    Genug Arbeit gibt es, da momentan eine Unverhältnismäßigkeit zwischen Rohstoffen und deren Preis/Wertgkeit im Rahmen der Industrialisierung gibt.
    Ressourcen würden vom Staat verwaltet und sinnvoll genutzt. Umwelt geschützt. Schwere Arbeit besser bezahlt.
    Für gleiche Arbeit muss kein Arbeiter von Leipzig nach Stuttgart und kein Stuttgarter nach Dresden fahren – Arbeitsplätze wären wohnortnah.
    Andere Länder würden mitmachen wollen – Lebensraum mit gleichem System würde friedlich wachsen.
    Eigentum könnte begrenzt werden, da sowieso nicht vom Einzelnen nutzbar (ist ja heute schon nicht nutzbar) – wer braucht für sich mehr als angenommen 1 Mill € plus Grundeinkommen? Wofür? Wer benötigt mehr als 10ha Land persönlich für sich alleine. (viele schaffen aus Langweile tote Steingärten, wofür?) Warum muss Wald Privatleuten gehören? Zum Absperren und andere ausschließen? Der Krieg gegen Drogen könnte beendet werden – niemand muss Kummer unterdrücken aus Existenzängsten – Kranken kann rechtzeitig geholfen werden. Alte hätten ein gesichertes Einkommen für Ihren Ruhestand. Niemand müsste aus Vorsorgeängsten betrügen, anhäufen, raffen oder verzweifeln.
    Hunger würde weltweit vergessen werden können. Waffen wären sinnlos. Kriege Geschichte. Waffen und Militär gehörten der Vergangenheit an. Immobilienblasen nicht möglich. Keine Spekulanten weit und breit.
    Weltwirtschaft, unser Ökosystem und Gier unter Kontrolle.
    Ein Streben nach Reichtümern wäre nicht mehr Lebensinhalt.
    uvm.
    Man muss nur wollen und Vorbild sein.

    • Lutz sagt

      Ehrlich? Das Experiment nannte sich schon mal Sozialismus, in seiner Steigerung Kommunismus. Ist unter anderem an den Menschen gescheitert, weil wir alle Individuen sind, die sich nicht gleichschalten lassen. Ein jeder hat halt andere Vorstellungen vom Leben als der andere. Wenn man das Geld Abschaffen und aus freien Stücken Arbeiten geht, zum Wohle der Gemeinschaft (Kommunismus), was glauben Sie was passieren würde, wenn draußen tolles Wetter ist? Alle werden ihrem Job nachgehen? Never ever…es ist naiv zu glauben, das dies auf dieser Welt funktionieren könnte.

      • MikeW sagt

        Du hast Dich wohl mit dem Thema auseinandergesetzt, aber noch zu wenig Informationen. Das Ganze hat mit Sozialismus wenig zu tun. Nicht umsonst wird das Thema von etlichen erfolgreichen Unternehmen unterstützt.

      • Chris sagt

        Susanne schrieb: „Gab es so ähnlich schon in der DDR – die war pleite – hat nicht funktioniert“

        Immer wieder wird dieses Argument gebracht von Menschen, die sich nicht die Bohne mit den tatsächlichen Gegebenheiten beschäftigt haben. DDR und BRD sind nicht mit gleichen Voraussetzungen gestartet. Die BRD hat einen Marshallplan bekommen, die DDR durfte die Reparation des Krieges in Höhe von 10 Milliarden US Dollar (heutige Kaufkraft 810 Milliarden Dollar) alleine stemmen. die letzten funktionierenden Fabriken wurden demontiert und nach Russland gebracht.
        Die Menschen in der DDR haben nicht weniger hart gearbeitet, als in der BRD, aber historisch bedingt an schlechteren Maschinen, mit gerineren Investitionen. Der Sozialismus war nicht heilbringend, aber er war nicht die primäre Ursache für die Peite der DDR. Diese würde ich in der Hegemonie der UdSSR sehen.

        • Stephan Zahn sagt

          @Chris: „Der Sozialismus war nicht heilbringend, aber er war nicht die primäre Ursache für die Peite der DDR.“
          – Du hast es ganz sicher selbst erlebt und theoretisierst hier nicht nur herum?

          Ich habe es erlebt und mein Bild ist leider ein völlig anderes. Wenn Du über Jahrzehnte die Leistungswilligen frustrierst und außer Landes oder in den Rückzug ins Private aus der Wertschöpfung regelrecht verjagst, funktioniert am Ende einfach nichts mehr. Mittelmaß ist zu wenig. Deshalb waren Trabbi und Wartburg ja auch Weltspitze in der Technologie. Und fürs Denken brauchst Du keinen Marshall-Plan. Dafür brauchst Du „nur“ Freiheit. Dass die DDR keine Hochtechnologie auf Weltniveau mehr hervorgebracht hat, hatte eben Ursachen.

          Witzigerweise war die DDR auf Warschauer-Pakt-Niveau technologisch eher führend… 🙂

          Das sagt IMHO etwas aus über die Überlebensfähigkeit des Sozialismus.

          • Das Grundeinkommen hat meiner Meinung nach einen genetischen Fehler. Den Fehler kann man schon in der Bezeichnung erahnen: beim Grundeinkommen handelt sich um eine von der Wirtschaftsleistung abgekoppelte, aber doch wirtschaftliche Forderung. Damit ist es sehr leicht, einem Teil der Gesellschaft diese Idee als naives, arrogantes Gespinst darzustellen, weil der wichtigste Aspekt, die Finanzierung, als nachrangig abgestempelt wird. Ein frommer Wunsch mag im Hintergrund die Motivation sein, aber das ist zu wenig, um einen breiten Konsens zu erreichen.

            Eine „Staatsdividende“ dagegen (oder eine regionale Dividende) deutet schon in der Bezeichnung die Kopplung der „Ausschüttung“ an eine momentane, regionale Wirtschaftsleistung an. Bei der Staatsdividende würden die Bürger als „Miteigentümer“ des „größten Betriebes: des Staats“ (oder der Region) behandelt und honoriert. Die Höhe der Staatsdividende würde sich nicht nach dem wirtschaftlich arroganten Anspruch „was ein Mensch zum Leben braucht“ richten (was unglaublich subjektiv und nicht einheitlich bestimmbar ist), sondern die momentane Wirtschaftslage der Region widerspiegeln. Damit ist diese Lösung auch für die Mehrheit nachvollziehbar und machbar.
            http://www.evolte.eu

          • Sacratti Langnese sagt

            Dein Bild mag ja „ein Anderes“ sein, liegt wohl aber daran, dass du nicht auf Fakten reflektieren kannst. Aus der DDR kamen nach der Wende sehr gut ausgebildete Fachkräfte, sicher nicht auf dem Niveau der Zeit, das liegt aber an der Tatsache, dass der „Warschauer Pakt“ von der gesamten „westl. demokratischen-hahaha“ Welt boykottiert wurde, was lediglich dem „Antisozialismus“- aktuell wieder die Geheimwaffe des Trampel wie in den 50er Jahren- der USA zu „verdanken“ ist.
            Die Ursachen sind jedenfalls nicht „Sozialismus“, den es in der DDR nur marginal gab, ansonsten war es ein faschistoides Regime. Das einzig sozialistische Land ist Kuba, und dieses Land wird ebenfalls von der gesamten „freien Welt“ vollkommen boykottiert. Trotzdem gibt es dort ein kostenloses Gesundheitswesen, das sogar Ausländern offen steht. Hier bedienen sich gern Bürger des Klassenfeindes, die in ihrem Land die Kosten nicht aufbringen können- Beinbruch 100tsd. US$-. Wer nicht bezahlen kann, wird in ein Taxi gesetzt und ein paar Häuser weiter ausgesetzt. Das ist der Kapitalismus, den du für so viel besser versuchst darzustellen.
            Dass Deutschland nach dem Krieg keine Reparationszahlungen leistete, ausser an die Juden, vergisst du ebenfalls geflissentlich, Das Land wurde komplett von den USA aufgebaut- von wegen Trümmerfrauen, eine faule Legende- und dafür ist Deutschland noch heute in Abhängigkeit. Nur so erklären sich die dt. Beteiligungen an den völkerrechtswidrigen Angriffskriegen und Kriegsverbrechen der USA, denen sich nicht einmal ein „grüner Aussenminister“ verschliessen konnte (mochte). Dafür ist er nun mit einer Ehrendoktormerkwürde ausgestattet sowie einem Firmenkonsortium der ehem. US Aussenkriegsministerin Albright. Jetzt du…..

      • MikeW sagt

        Du hast Dich wohl mit dem Thema auseinandergesetzt, aber noch zu wenig Informationen. Das Ganze hat mit Sozialismus wenig zu tun und schon garnichts mit dem System in det DDR.
        Nicht umsonst wird das Thema von etlichen erfolgreichen Unternehmen unterstützt.

    • Mario sagt

      Das nennt man in der Theorie Kommunismus, in der Praxis haben wir gesehen wohin das führt …

    • Volland sagt

      Sehr gut und klug erklärt, aber da sind die EWIG Gestrigen, genau die Corona-Leugner oder anderen Klugscheißer welche sich das nicht mal richtig ansehen und schon im Vorfeld mit dem einzigen Satz den sie kennen: „Wer soll das bezahlen“, ablehnen.
      Es bräuchte viel, viel mehr Leute mit unserem Engagement, mit dieser Einstellung.
      Aber von Frau Merkel kommt nur der Satz:“ Mit mir wird es kein BGE geben“:

  7. Kinglouis sagt

    Mich würde mal interessieren, wer dann wohl die ganzen ungeliebten, stressigen Jobs machen würde, wie z.B. Müllabfuhr, Paketdienste, landwirtschaftliche Ernte, Schlachten, Altenpflege, … , die schon jetzt teilweise von ausgebeuteten Arbeitskräften aus dem Ausland getan werden muss, weil viele Deutsche sich schon jetzt mit Hartz4 besser stellen, oder sollen das dann komplett die Sklaven aus Osteuropa übernehmen, weil es da ja kein Grundeinkommen gibt ?

    • Sacratti Langnese sagt

      Stressige Jobs…..Müllabfuhr, Paketdienste….
      Das sind doch die aktuell beklatschten Systemrelevanzen, oder etwa nicht. Dann „müssen“ diese Jobs nicht von ausgebeuteten Arbeitskräften aus dem Auslang gemacht werden, sondern man „bedient sich billiger, ausbeutbarer Arbeitskräfte aus dem Ausland“, um satte Gewinne einzufahren. Es ist ja nicht so, dass bspw. Pflegedienste günstiger abrechnen, weil sie „billigere Arbeitskräfte“ einsetzen. Sie rechnen zum vollen Satz ab, der auf Basis der geltenden Tariflöhne vorgegeben ist. Werden also Pflegekräfte ausgebeutet, dann doch nur, um höhere Gewinne zu realisieren. Niemand ist gezwungen, ein Altenheim zu bauen oder anderweitig mit „Sozialdiensten“ seine Gewinne zu machen. Da aber die grossen Organisationen an der Börse notiert sind, scheint es doch ein lukratives Geschäft zu sein, ergo sind auch gute Löhne bezahlbar. Hier hakt es bei euch „Scheuklappenkapitalisten“. Ihr habt die Verkommenheit verinnerlicht, was sich auch in der Behauptung, Hartzer stellten sich besser, als wenn sie arbeiteten. Ein Hartzer hat genau den Mindestsatz von 435.-€ im Monat. Davon muss er noch Strom bezahlen, den er nicht erstattet bekommt. Lediglich Heizkosten und Warmwasser werden „anteilig“ bezahlt. Den „Ukrainer“ muss man nicht auf Basis dt. Verhältnisse messen, sondern nach den Umständen der „Ukraine“. Wenn der Lohn dort durchschn. 300.-€ beträgt, dann ist der LKW Fahrer mit 1000.-€, die er komplett „nach Hause“ schicken kann, dort Spitzenverdiener- verglb. mit einem 8-10tsd.Euro Verdiener in D! Wer diese „Möglichkeiten der Ausbeutung“ geschaffen hat, muss man nicht fragen, daran sind die 3 „Volksverarscherparteien“ CDU-SPD-FDP beteiligt. Die Grünen schicken sich aktuell an, die FDP an Asozialität zu überholen…..nur als „Geheimtipp“ für die nächste Wahl! *
      Erst wenn der letzte Ukrainer den „Job“ nicht mehr mach(en)t muss, gehen die
      Zitat Kinglouis:“Müllabfuhr, Paketdienste, landwirtschaftliche Ernte, Schlachten, Altenpflege…..“ pleite oder besinnen sich eines Besseren! Kein Bauer ist verpflichtet, an Aldi, Lidl und Co. zu liefern….Niemand ist verpflichtet, Bauer zu werden….
      Wer nur so ( https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.rottweil-schweinezucht-stillgelegt-schockierende-bilder.609c245c-6da0-4350-9ea5-2cc9c78f1453.html) einen Betrieb „führen“ kann- und dazu noch Bauernfunktionär in BW ist- der muss weg vom Markt und ohne über Los ins Gefängnis!!! Da er Funktionär ist und mit dem CDU „Landwirtschaftsminister“ bestens kann…..you name it

  8. Richard Michael sagt

    Empfehle dringend „Das bedingungslose Grundeinkommen: Pathologie und Wirkung einer sozialen Bewegung“ von Johannes Mosmann zu lesen. Er bezweifelt nicht die guten Absichten der meisten Mitstreiter, kann jedoch zeigen, weshalb das Streben nach einem BGE genau die Verhältnisse stabilisiert, welche die Bewegung eigentlich überwinden möchte. Dazu bräuchten wir jedoch ein völlig neues Verständnis . Siehe Eske Bockelmann (beide Bücher) zur Problematik des Begriffs und Wilhelm Schmundt (1975!) zu seiner praktischen Überwindung und den dazu erforderlichen rechtlichen Rahmen
    (https://www.dropbox.com/s/2pm44wm5nfrv3pw/Zeitgem%C3%A4%C3%9Fe%20Wirtschaftsgesetze%20-%20Wilhelm%20Schmundt%201975%2C%202.%20Aufl.%201980%20-%20Print.pdf?dl=0)

    • Richard Michael sagt

      Dazu bräuchten wir jedoch ein völlig neues Verständnis VON GELD, hätte es richtig heißen müssen.

  9. Peter sagt

    Die allermeisten geben an, dass sie selber mit einem Grundeinkommen weiterhin arbeiten würden.

    Ja, ich würde auch weiter arbeiten gehen. Von Vollzeit auf 20% runter. Zählt das auch als „weiter arbeiten gehen“?

  10. cat-61 sagt

    Grundeinkommen …..
    vor vielen …vielen Jahren …
    da gab es schon mal ein ganz gut funktionierendes System in Deutschland …
    gestaffelt nach dem persönlichen „Eigenheiten“ …. der Betroffenenen …
    Sozialhilfe – Arbeitlosenhilfe – Arbeitslosengeld…
    das war ja quasi schon ein bedingungsloses Grundeinkommen
    (das ALG ist hier nicht mit einbezogen, da zeitlich begrenzt – und das Thema Bedürftigkeitsprüfung / Arbeitsvermittlung hat wohl nebenher erhebliches Einsparpotential bei der BA )

  11. me@blah.com sagt

    Es wäre auch sinnvoll, mal darüber nachzudenken, jedem Kind bei Geburt 30′ € z.B. in ETF‘ zu zahlen, die mit 60 ohne Verzehr auszuzahlen wäre(Staatsfont wie in Norwegen, wo jeder Bürger schon jetzt 3/4-Millionär ist, ähnlich die Scheichstaaten, die bei Heirat 300′ $ zahlen; der Staat dürfte natürlich wie bei uns geschehen nicht in die Kasse greifen).
    Derzeit erhalten die Österreicher bei gleicher Arbeitsleistung wie die Deutschen ca 500 € mehr, weil der Staat zuzahlt; man kann den Konservativen + der Provinzpartei aus Bayern nur danken.
    Derzeit orientieren sich die Hartz4-Gesetze am Sozialrecht dank Schröder, er soll angeblich nur die jahrzehntelangen Versäumnisse der Konservativen korrigiert haben???
    Ein Fall, der mal durch die Presse ging, war eine alte Frau, die Sozialhilfe bezog und 500′ Mark im Lotto gewonnen hatte:
    Sie musste letztendlich das Geld an das Sozialamt überweisen, von wegen würdevoller Lebensabend.
    Grundsätzlich bin ich für eine Grundleistung/Grundrente, da viel Arbeit unbezahlt wird(Kindererziehung, aber auch ehrenamtliche Tätigkeiten
    Geld ist erstens genug da:
    Warum sollte jemand mehr als 30 Mio besitzen?
    Die Internetriesen sind sehr gut in Steuervermeidung, Apple nur als Beispiel zahlt 0,05 % Steuern in Europe, Google gar nichts, alles Firmen, die man einfach auch in Europe verbieten könnte, oder wie wäre es mit Microsoft oder Amazon?
    Oder nehmen wir den Bankenverkehr, Billionen und mehr werden täglich gehandelt, völlig abgekoppelt von der Realwirtschaft
    Weg mit Betrügern!

  12. sputnik-hh sagt

    Über Jahrtausende war man sich einig das jeder, der es kann, die Verantwortung dafür hat das er sein Leben, so wie er es will, auch finanzieren kann. Mit seiner Hände Arbeit, oder heute auch mit geistiger Leistung. Und nun wird von zig Menschen diskutiert das man das zukünftig nicht mehr muss sondern einfach tut wozu man lustig ist, evtl. auch garnichts, und es anderen zu überlassen das zu tun was für das funktionieren der Gesellschaft notwendig ist und in jedem Fall noch etwas mehr arbeiten sollen um solche Nichtstuer zu unterhalten?
    Da wird dem ich, ich, ich bin der wichtigste, ich will mich ausleben, auf Kosten anderer das Wort geredet und das auch noch als sozial definiert. Unglaublich wie hier dem Egoismus weiter Bahn geebnet, die zunehmende Polarisierung noch forciert werden soll. Das nenn ich asozial. Ich bin sicher das ich und diese beiden Philosophen und ihre Mitstreiter dann nicht in der gleichen Gesellschaft leben werden. Aber ich wünsche denen viel Glück in deren Gesellschaft.

    • Sacratti Langnese sagt

      Über Jahrtausende war sich „wer“ einig…..? Hast du in der Schule nicht aufgepisst oder was hat man dir weiss gemacht?
      Fakt ist, seit der Mensch sesshaft wurde- weil er das Bier entdeckte- hat sich der „Feudalismus“ entwickelt und haben sich „Führer“ etabliert, die „gottgegeben“ den Untertanen gezeigt- vorgeschrieben- haben, wofür sie Verantwortung zu tragen haben und wofür sie zur Verantwortung gezogen werden. Mit ihrer Hände Arbeit durften sie das Land bewirtschaften, das ihnen von den Herrschenden „zugeteilt“ wurde und wovon sie den grössten Teil abliefern mussten. Von wegen „im Wald“ ein Tier erlegen, um die Familie „mit seiner Hände Arbeit zu ernähren“, das ist bis heute „Wilderei“ und wurde mit dem Tode bestraft- teilweise sogar vorrangehende bestialische Folter, wie ans Scheunentor nageln, bis der Tod eintritt-. Heute darf man nicht einmal ein Vogelfeder vom Boden aufheben und mit nach Hause nehmen, das ist „Jagdfrevel“. “
      „Das zu tun, was für das Funktionieren einer Gesellschaft notwendig ist“….was wäre denn dies bspw. Du weisst es ja, also nicht faseln, Fakten. Für die „Nichtstuer“ mehr arbeiten müssen, ja, bspw. die Börsenspekulanten, die kriminellen Banken, Organisationen, wie Chemie-Pharmakartelle, „Krankenkassen“ und andere „Verwaltungswasserköpfe“……you name it… aber sicher nicht für die „paar Nichtstuer“, die meist krank sind auf Grund asozialer Diffamierer, die nur ihr eigenes Wohl auf Kosten der „Nichtstuer“ im Sinn haben.
      Dieses Land wird von kriminellen Organisationen dominiert und hält Politiker am Laufen, die teilw. im Pingpongverfahren von Industrie zur Politik und zurück wechseln und ihre eigenen GEsetze schreiben. Davon stellt sich Einer aktuell zur Wahl des „grossen Vorsitzenden“ und angehenden Bundesfatzkes….

  13. Mein Mann will und kann noch nicht in Rente gehen, weil wir davon alleine nicht leben können. Dabei ist er gesundheitlich sehr angeschlagen. Das Grundeinkommen würde es uns ermöglichen, in die Nähe der 500 km entfernt wohnenden (Ffm) Kinder samt Enkel zu ziehen, um dort Großeltern-Aufgaben zu übernehmen. Auch für die Kleinen bestimmt eine prägende Zeitspanne. Seufz.

  14. Martin Drechsler sagt

    Ein Aspekt, der mir hier, zumindest in der öffentliche Debatte, zu kurz kommt, ist die Tatsache, dass meist in Form von – wirtschaftwissenschaftlich ausgedrückt – Partialanalysen gedacht wird, also angenommen wird, dass außer der Einführung des BGE die Welt (“ceteris paribus”) gleich bleibt, wobei dann mittel- und langfristige Rückkopplungen des BGE auf das Wirtschaftsystem vernachlässigt werden (wer es schafft, solche Rückkopplungen in ein quantitativ valides Vorhersage (!)-Modell einer Volkwirtschaft einzubauen, darf von mir aus gern alle zukünftigen Wirtschafts-Nobel-Gedächtnispreise für sich beanspruchen). In eine ähnliche Richtung fällt auch meine leichte Skepsis gegenüber den aktuellen verhaltensökonomischen Studien zu der Frage, ob Menschen auch ohne Arbeitszwang (also bei Auszahlung eines BGE) arbeiten würden. Zum einen macht es, wie in der Diskussion schon angesprochen, einen Unterschied, ob die Befragten davon ausgehen, dass das BGE für eine begrenzte Zeit (Studiendauer 3 Jahre) ausgezahlt werden wird oder lebenslang. Zum anderen wird vernachlässigt, dass Präferenzen von Menschen – im Gegensatz zu der klassischen Annahme in der Wirtschaftswisschenschaft – veränderlich sind. Bin ich heute also bereit, für x Euro pro Stunde eine bestimmte Arbeit aufzunehmen (oder im Interesse der Gemeinschaft diese Arbeit gar ohne Bezahlung zu machen), kann dies einige Jahre später, selbst wenn sich an meiner (objektiv wahrnehmbaren) Lebensumgebung nicht das geringste verändert hat, völlig anders aussehen. Diese Argumente sprechen nicht gegen das BGE, sie sollen nur andeuten, wie schwierig es ist, die langfristigen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des BGE einigermaßen abzuschätzen. Was angesichts der durchaus validen Argumente pro BGE meiner Meinung nach dafür spricht, Elemente desselben wie etwa Stipendien, Startkaptitale o. ä. durchaus einzuführen, dies jedoch eher schrittweise.

    • Sacratti Langnese sagt

      …..“aktuellen verhaltensökonomischen Studien zu der Frage, ob Menschen auch ohne Arbeitszwang…. arbeiten würden“
      Es gibt zigtausend Menschen die nicht arbeiten und sehr sehr wohlhabend sind. Sie arbeiten deshalb nicht, weil sie ihre Tätigkeit nicht als Arbeit verstehen sondern ihrer „Berufung“ nachgehen. Daher kommt das Wort Beruf! Das sind zumeist Fussballer, Künstler etc., also Jene, mit denen sich dieses Land als „kulturelle Wertegemeinschaft“ zu definieren versucht. Diese Kategorie mault aktuell sehr sehr laut, offenbar haben sich einige mit ihren Millionen an den Rand des Ruins getrieben… so jedenfalls hört es sich bei Vielen an- und da bin ich besonders von Hallervorden, Lisa Fitz etc. schwer enttäuscht-, die Lachnummern vom Ballermann, die 3 mal die Woche für je 6tsd. Euro Gage Betrunkene Deutsche weiter ins Koma krakeelt haben, muss ich gar nicht erst reden.
      Auch Soziologen, Philosophen und anderes unproduktives (Gesindel) arbeiten nur an ihrem eigenen „Werdegang“, gesellschaftspolitisch sind sie in „Krisenzeiten“ grundsätzlich verzichtbar, ansonsten leistet man sie sich oder eben nicht. Sie stehen alle nicht unter „Arbeitszwang“ und tun trotzdem, was sie nicht lassen können. Auch steht niemand unter Zwang, zur Müllabfuhr zu gehen- um mal in dem völlig abstrusen Kontext zu bleiben, Müllabfuhr sei etwas Minderwertiges“-, Ärzte, die bis 22 Uhr nachts in der Praxis sitzen, tun dies auch mehr oder weniger freiwillig, …..ich berücksichtige hier grunds., dass sich der „Staat“ seit Jahren dahingehend entwickelte, dass Ärzte nur noch überleben können, wenn sie sich den geschaffenen Zwängen (Dokumentationspflichten bspw.) unterordnen- weil es ihre Berufung ist- altruist. Gendeformation-. Hingegen begehst du einen schweren Irrtum- Zitat: „…oder im Interesse der Gemeinschaft diese Arbeit gar ohne Bezahlung zu machen“. Diese Tätigkeiten gibt es nicht- ausser du kannst sie zweifelsfrei benennen-. Gleich vornweg: Dienste als „RK Helfer, freiw. Feuerwehr etc.“ sind nicht im Interesse der Gemeinschaft. All diese „Organisationen“ rechnen trotz mehr oder weniger „Freiwilligendienst“ zu vollen Bezügen ab!!!! Es gibt steuerfreie Sitzungsgelder etc. für Funktionäre- meist kleine Lokalpolitiker, Gewerbetreibende etc., die sich zudem noch mit oder über diese „Tätigkeit“ profilieren wollen. Das Profilierungssuchtgen darf man nicht unterschätzen. Es tritt besonders krass hervor, wenn man die Süchtigen enttarnt…..ex BuKa „Roulade“, gross. bayr. Vorsitzende etc.
      Ja, zustimmen muss ich, dass es nicht „einfach“ ist, Vorraussagen zu treffen. Offenbar ist es aber einfach, dahingehend Vorraussagen zu treffen, dass man mit Hartz IV- wie es die CDU/FDP zu verantworten haben- Menschen in Zwangsjacken stecken und ausbeuten kann und darauf eine ganz neue Branche- Leiharbeit- aufbauen kann. Das war nicht nur vorhersehbar, das war gewollt. Auch die eigentl. verbotene Einführung neuer „Gewerkschaften“ zur Umgehung von geltenden Tariflöhnen, wurde gezielt angegangen. Ob Cum-Cum, Cum-Ex etc. Geschäfte, Subventions- Umsatzsteuerbetrug im grossen Stil geplant oder sich ergeben haben….jedenfalls wird bis dato nichts „effektiv“ dagegen unternommen, wie auch die Mr. EU Subventionsbetrüger der organ. Regierungskriminalität nicht im Geringsten bekämpft werden, weil die „Geschäfte“ mit diesen Ländern für die dt. (EU) organ. Kriminalität ein Vielfaches dessen versprechen!
      „Stipendien etc. einführen“…??? Ein Verwaltungsaufwand, der nur Funktionäre hervorbringt. Mit einem BGE bedarf es keiner Stipendien und das „Startkapital“ gab es am Anfang von Hartz IV in Höhe von glaub ich 14tsd. Euro. Das haben sich organ. „Erwachsenenbildungs- etc. Vereine“ unter den Nagel gerissen……..
      Schrittweise…. wird allenfalls gegen Betrug etc. vorgegangen, auch weil Scholz und Co offenbar involvierter sind, als bspw. Hartzerdiffamierer gerne glauben mögen.

  15. Anmerkung sagt

    Wie soll das für eine offene Gesellschaft gehen? Dann wollen noch mehr nach Deutschland. Aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern. Mieten steigen dann dauerhaft noch mehr. Mehr bauen? Deutschland ist bereits eines der am dichtesten besiedelten Industrieländer. Und wer baut bei schlechtem Wetter, wenn er nicht muss? Für viel Geld. Noch höhere Kosten.

    82 Millionen Menschen mal 1.000 Euro monatlich macht 82 Milliarden pro Monat, macht rund 1 Billion pro Jahr. Steuereinnahmen Bund und Länder in 2019: 735 Milliarden. Steuererhöhung rund 40%. Damit würden viele Geschäftsmodelle bereits an Attraktivität verlieren. Auch würde die Steuer, die durch Bullshit-Jobs entstehen, wegfallen, weil die Jobs keiner mehr machen wollte. Das bedeutet, die Steuer müsste mehr als 40% erhöht werden. 50, 60, 70%? Aber auch das hat wieder Auswirkungen auf die Bemessungsgrundlage für die Steuererhöhung.

    Bedingungsloses Grundeinkommen = Utopia.

    „Jeder Mensch, so Paine, habe jenseits von Leistung und Bedarf ein Anrecht auf einen Teil der Früchte der Natur, da kein Mensch die Erde erschaffen habe und sie somit ursprünglich allen gleichermaßen gehöre.“

    Die gebratenen Tauben fliegen einem aber nicht von Natur aus in den Mund. Dafür muss man etwas tun. So wie die Tiere in der Natur auch den ganzen Tag mit Nahrungssuche beschäftigt sind. Meine Güte.

  16. Philippe L. sagt

    Ich bin auch schon seit Jahren für das BGE, weil es ein nicht-tragendes Vorwand-Argument ist „Das BGE würde zum Nichts-Tun verleiten“ und „Ohne Leistung kein Geld“. Suggeriert denn Hartz IV etwas Anderes? Ich denke nicht, dass H4-Empfänger sich mehr anstrengen wieder Arbeit aufzunehmen als jemand der BGE erhalten würde, wenn er für sein empfinden zu wenig Geld zur Verfügung hat. Und es gibt zahlreiche Belege von Empfängern die das auch beweisen mit ihrem Handeln und Kommentaren. Abgesehen davon können viele sehr genau rechnen was mich zu Punkt 2 führt.
    Eine knapp über Mindestlohn bezahlte in Vollzeit arbeitende Person mit 2 Kindern, alleinstehend hat grob über den Daumen geschlagen am Ende des Monats das gleiche Netto verfügbar wie ein nicht arbeitender H4-Empfänger. Das ist keine Verunglimpfung, das ist FAKT! Also wieso, außer der Ehrenhalber, sollte jemand der sich um seine Kinder kümmern muss neben dem Erhalt von „Lohn“ und minimalen Lebenstandards noch 40 Stunden aufbuckeln, wenn er das auch mit 4 Bewerbungen pro Monat und ein paar Besuchen im Jobcenter bekommen kann?
    Das BGE würde hier die Schere einfach weiter aufspannen, so dass der Unterschied zwischen „ich arbeite“ und „ich arbeite nicht“ entsprechend der getätigten Arbeitsleistung weiter auseinander geht und SOMIT auch den Anreiz zu arbeiten aktiv erhöht. Heiß: Bekämen alle Menschen BGE (auch Punkt 3: der Fairness halber werden alle gleich behandelt) so bekommt ein ehem. H4-Empfänger sagen wir 1.500 Euro (BGE + 2x Kindergeld) und eine vollzeit arbeitende Person das Gleiche und seinen Lohn aber on top. Und nicht Lohn anstatt H4-Leistung. Das ist Fairness und steigert den Anreiz doch zu arbeiten. Das Argument, dass das mehr Geld kosten würde ist genauso Käse, denn man könnte sich die ganzen unnötigen Beamten und Ämter einsparen, Gebäudekosten, Schulungskosten, Erstausstattungen u.s.w. Wenn man das mal real alles zusammenrechnen würde, dann wäre die Differenz vielleicht ein Promill des Bundes-Jahresbudget. Lachhafte und schlecht geführte Argumentation gegen ein sinnvolles System. Aber Hauptsache man ändert den Namen „Riester-Rente“ und nimmt die namentlichen Ehren von einem inzwischen inaktiven Minister. Als ob so ein Mist wichtig wäre.

    • Sacratti Langnese sagt

      Na ja, was du als „Fakt“ darzustellen versuchst, ist lange verbreiteter vorsätzlicher Unsinn.
      Eine knapp über Mindestlohn bezahlte Person erhält bei 40Std. Wo 1600.-€ brutto. Steuern entfallen darauf bei 2 Ki i. d. R. Keine, also gehen „nur“ Sozialvers. ab. Es bleiben ca. 1200.-€, zzgl. KiGeld 400.-€. Eine alleinerz.Person erhält 435,-€, Kinder um die 200,-, da KiGeld abgezogen wird. Miete, KV und Kleinigkeiten eingerechnet bleibt das unter 1000.-€, zur Verfügung stehen aber sowieso nur die Barleistungen. Das geht in Ballungsräumen schlecht, in Randlagen kann man davon über die Runden kommen. Ergo hat der/die Hartzer etwa die Hälfte zur Verfügung, zusätzlich die Schikane vom „Jobcenter“, die unwillkürlich zu Krankheit, Depression etc. führt. Also die Märchen vom sagenhaften Reichtum der Hartzer nicht glauben, das ist i. d. R. Springer- Merzenhetze.

      • Toddy sagt

        Keine Ahnung in welchem Land sie leben, aber eine alleinerziehende Person mit zwei Kindern hat hier mit Miete und sonstigen Leistungen einen Anspruch von 1339,52€ und beid er Berechnung bin ich von einer Kaltmiete von nur 500€ augegangen, eine solche Bude müssen erst mal finden für drei Personen.

        Selbst wenn die Kinder je 150€ Unterhalt bekommen würden, wäre der Anspruch immer noch bei 1233,79€ pro Monat, ich sehe da keinen nennenswerten Unterschied und schon gar keinen Grund für max. 367€ im Monat zum Mindestlohn buckeln zu gehen, rechnet man da jetzt noch die Wegekosten zur Arbeit ab wird es sogar noch weniger.

        Ein monetärer Anreiz arbeiten zu gehen ist hier absolut keiner vorhanden, von dem ganzen Stress mit Kinderunterbringung und einem enormen organisatorischen Aufwand mal ganz abgesehen.

        Wer in der Situation arbeiten geht, macht das auch ganz anderen persönlichen Beweggründen ,aus falschem Pflichgefühl oder schlicht aus Dummheit.

        Harz IV sichert vieleicht die Grundbedürfnisse, arbeit zum Mindestlohn ist im Vergleich und auch im Verhältnis dazu pure Ausbeutung.

        • Sacratti Langnese sagt

          Toddy Ich würde gern mal die konkrete BErechung des Anspruchs auf dem Tisch haben, also wie eine Einzelperson mit 2 Kindern auf 1339.-€ kommt.
          Achtung: wenn 2 Kinder je 150.-€ Unterhalt bekommen…..bleiben nur 1039.-€!!!
          Ich weiss jetzt nicht die Unterhaltsätze, aber sie dürften um die 250.-€ liegen! Dann blieben 839.-€. Aber wie gesagt, ich warte auf die konkrete Berechnung! Und bitte nicht verwechseln, das was behauptet wird- 435.-€ Erwachsene, 400.-€ je Kind, ist graue Theorie! Das Kindergeld geht als „Einkommen“ davon ab, Miete ist gedeckelt…. ja, 500.-€ wäre für Berlin ein Witz, aber auf dem Land gibts dafür ein Häuschen… das ist alles relativ, denn das Häuschen hätte ggfs. zuviel Wohnfläche und würde dann nicht bezahlt werden, obwohl eine kleinere Wohnung ggfs. teurer würde.

  17. Maura sagt

    Die Beiträge für z.B. Arbeitslosengeld, ggf. gibt es noch weitere gemeinsame Zahlungen die jeder Arbeitnehmer tätigt sollten in dem Topf landen der für das Bedingungslose Grundeinkommen nötig ist. Natürlich reicht dieses alleine noch nicht. Aber sicherlich könnte so manche Steuer (z.B. Hundesteuer) zumindest anteilig in diesen Topf mit einfließen. Ich denke so manch ein Mensch der heute zuhause sitzt und Harz IV empfängt würde eine Tätigkeit beginnen. Er hat nun die Perspektive eine Tätigkeit anzunehmen die ihn/ sie erfüllt und Freude bereitet. Es sitzen sicherlich jede Menge Menschen auf einer Tätigkeit fest, die ihm regelrecht verhasst ist. Manche wären in der Lage eine Umschulung zu beginnen die aktuell seitens der Agentur für Arbeit verweigert hat, z.B. wenn man mit etwa 18 Jahren einen Job wie „Arzthelfer/in“ gewählt hat in dem man nahezu immer arbeitsfähig ist, egal welche Beschwerden man hat. Allerdings ist man manchmal aufgrund der Lebenserfahrung eben icht mehr dafür geeignet diese Tätigkeit durchzuführen. Man kann sich also nur noch auf eigene Kosten „Umschulen“. Das ist allerdigns schwierig wenn das nötige Kleingeld fehlt. Schon sitzt man in einem sich ewig drehenden Hamsterrad. Ich denke schon, dass man einen Unterschied spüren sollte wenn man garnicht arbeitet. Allerdigns müsste hier auf die Hintergründe geschaut werden. Manch einer der jahrelang keine Perspektive hatte, benötigt vermutlich psychologische Unterstützung um wieder auf die Beine zu kommen und sich wieder in einem“geregelten“ Tagesablauf widerfinden zu können. Es würde Familien mehr Entscheidungsfreiheiten geben. Es müssten nicht so viele Kinder in irgendwelche Aufbewahrungsstellen gegeben werden. Die Eltern (die das wünschen) wären in der Lage sich selbst um ihre Kinder zu kümmern . Auch wären sie möglicherweise auch wieder in der Lage ihre Kinder tatsächlich zu erziehen, da fühlt sich in der „Kinderbetreuung für Arbeit“-Politik scheinbar keiner mehr für zuständig. Elternteile die mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen und weniger (nicht garnicht) arbeiten leisten auch so schon eine ganze Menge. Aktuell lohnt es sich für das Elternteil, das sich in Lohnsteuerklasse V befindet oftmals garnicht zu arbeiten. Denn sobald man zuviel verdient, knallt der Lohn teilweise sogar unter 450 €. Und trotz der, im Verhältnis zum Lohn extremen Abgaben, hat man keine gescheite Rente. Zusätzlich kommt, dass jeder Arbeitgeber, der im Mindestlohnsektor (oftmals passiert das auch in der Pflege, wo ausgebildete Pflegefachkräfte aus verschiedenen Pflegebereichen nicht als Fachkraft bezahlt werden und trotz der miserablen Arbeitsbedingungen lediglich einen Mindestlohn erhalten) tätig ist, aufgrund der Lebenshaltungskosten nicht in der Lage ist zusätzlich für eine bessere Rente zu sparen. Wenn es also keinen Mindestlohn gibt sollte zumindest sichergestellt sein, dass man als Rentner nicht noch Harz 1V beantragen muss, auch dann wenn man aufgrund von Kinderbetreuung (z.B. bis zu einem Alter von 16 Jahren) lediglich in Teilzeit tätig war. Pflegekräfte die in Schichten arbeiten können zudem mit den angebotenen OGS-Zeiten garnichts anfangen. Da könnte ich endlos weiterschreiben. Es hakt an allen Ecken und Kanten,

    • Sacratti Langnese sagt

      Rentner können kein Hartz IV beantragen…..
      Hundesteuer ist abzuschaffen, sie ist ein „Feudalismusrelikt“….. „wer das Fresseh für einen Köter finanzieren kann, soll dafür Steuer bezahlen“…. Ausnahmen Jagdhunde der Feudalistenwasserträger(Treiber, Jäger etc.).
      Für eine „Rente sparen“ erübrigt sich mit einem BGE, der gesamte Wasserkopf der Verwaltung entfällt, dto. KV etc. Das spart Mrd. an Gehältern für unnützes Verwaltungsgesindel, das einem das Leben schwer machen will…. vorsätzlich!!
      Wer bspw. der KVers. nicht nachweist, dass er kein Einkommen hat und damit „wovon er lebt“- Angaben zu Partnern etc. sind DSGVO geschützt, interessiert die KV nicht, wird automatisch zum Höchstsatz von über 800.- € p. M. zwangsversichert und das Geld eingezogen resp. für 30 Jahre durch „Bescheid“ festgeschrieben!

  18. Janko Vieweg sagt

    Um es kurz zu machen: Grundeinkommen braucht Grundlagen. Und die liegen in mir selbst, die inneren Parameter, also welche Ziele und Visionen treiben mich an – und dann wird jeder aktiv. Davon bin ich fest überzeugt und hier haben Elternhaus, Schule und irgendwann ich selbst eine Verantwortung zum Leben. Zum anderen müssen die äußeren Parameter stimmen, also eine neue und bessere Geld- und Wirtschaftspolitik ohne irrwitzigen Wirtschaftswachstumswahn, eine Gesundheitspolitik, die nicht nur dem Mammon hinterherläuft, sondern alternative und längst erforschte Heilmethoden zulässt, z.B. die Frequenztherapie nach Rife etc. und nicht ins Reich der Mythen verbannt wird, eine tatsächlich freie Wissenschaft, die auch frei forschen darf ohne den ethisch-moralischen Korridor zu verlassen, eine Familienpolitik ohne unwissenschaftlichem Gender-Tamtam, feie Meinungsäußerung, eine Energiepolitik, die auch neue und alte Denkansätze, z.B. freie Energie nach Nikola Tesla zulässt und wissenschaftlich vernünftig untersucht und eine vernünftige Zuwanderungspolitik, die mit Herz, Hirn und Verstand agiert und sich nicht willkürlich gebärdet und jeden Kritiker zum Rechten oder gar Nazi stigmatisiert. Dann, und nur dann, macht das Grundeinkommen wirklich Sinn und kann zu seiner schöpferischen Blüte kommen – in einer sozialen, solidarischen, friedlichen, freiheitlichen Kultur- und Wertegemeinschaft, die wir aber nicht mit jedem Menschen und seiner Ideologie/Religion herstellen können und nicht herstellen werden. Die aktuellen politischen Entwicklungen (Pegida, AfD, IB etc.) sind eben kein Produkt des Zufalls, sondern Folge einer abgehobenen und realitätsverweigernden Politik.

  19. Biggi sagt

    Ich wäre für ein bedingungsloses Grundeinkommen ab 65 Jahre, analog den Niederlanden. Dort kann man während des Arbeitslebens tun und lassen, was man möchte, Kinder groß ziehen, ehrenamtlich arbeiten usw. und bekommt doch eine Rente von, glaube ich, 1.200 € im Alter. In Deutschland muss man Punkte sammeln, mühsam teils durch prekäre Arbeitsverhältnisse und endlosen Berufsjahren, Frauen sind benachteiligt und bekommen im Alter so gut wie nichts.
    Bisher hat mir noch niemand erklärt, wie es dann mit der Krankenversicherung läuft: Von allem irgendwie gearteten Einkommen, ob selbst angesparte Privatrenten, Selbständigkeit, manchmal auch Familienversicherung, wird für die Berechnung des Kassenbeitrags ein Einkommen zugrunde gelegt. Das würde bedeuten, dass von den 1.000 € vielleicht 750,00 € bleiben, da in Deutschland eine Pflichtversicherung besteht? Und davon kann dann wiederum niemand leben, besonders bei dem anhaltenden Druck auf dem Wohnungsmarkt.
    Drittens denke ich schon, wenn der Arbeitszwang entfällt, dass viele Arbeit nicht mehr gemacht wird, die unangenehm ist: Vom Kanalbauer und Arbeit in Kläranlagen bis hin zur Pflege oder Brötchen backen, weil man da um 4 Uhr in der Nacht aufstehen muss. Durch Dumpinglöhne und Hartz-IV-Sanktionen hat man in Deutschland die Bürger in Zwang gesetzt, arbeiten gehen zu müssen – außer denen, die Anspruch auf Familienunterhalt haben, die nehmen sich ein Stück weit aus dem System heraus. Eins greift ins andere. Aber da selbst die neue Grundrente abhängig ist von Bedingungen (35 Jahre berufstätig) – ein bedingungsloses Grundeinkommen im Alter wäre auch in jüngeren Jahren eine enorme Erleichterung.

  20. Esther Gisler Fischer sagt

    Ich muss gestehen, dass ich mir dieses Gedönse von zwei männlichen Ökonomen schon nach ein paar Sätzen gehörig auf den Geist ging: „Arbeitszwang“! Ja, welcher Begriff von Arbeit liegt dem wohl zugrunde? Mit den verschiedensten Arbeiten, welche neudeutsch unter dem Begriff ‚Care‘ subsumoert werden gibt es Arbeit, welche auch bei Existenz eines Grundeinkommens zwingend getan werden muss: Scheisse vom Kinderpo muss ZWINGEND weggewischt werden, der kranke Vater muss ZWINGEND gepflegt werden etc. etc.!
    Interviewen Sie doch mal, was Frauen zum Grundeinkommen zu sagen haben; da werden Sie staunen. Hier mal ein Anfang: https://www.boell.de/de/2015/02/19/wirtschaft-ist-care-oder-die-wiederentdeckung-des-selbstverstaendlichen

  21. Sylvia Gerlach sagt

    Ich denke auch, dass ein Grundeinkommen ganz leicht finanzierbar wäre. Es muss natürlich in einer Höhe ausgezahlt werden, die sich nicht an den, jetzt wirklich unwürdigen ALG II oder Sozialhilfe-Sätzen, orientiert.
    Aber man bedenke nur den Wegfall der ganzen Bürokratie. Nur die Finanzämter hätten dann wohl um einiges mehr zu tun. Zusätzliches Einkommen muss dann natürlich anders besteuert werden und Vermögen sowieso. Vorallem das ererbte. Ich werde nicht einmal mehr Omas kleines Häuschen erben, weil einem im Moment auch noch der letzte € weg genommen wird, während Millonärserben, die einfach mal nichts tun für diese Gesellschaft, ihren Blattgldüberzogenen Schokopudding im Privatjet genießen.
    Das hat nichts mit Neid zu tun. Es ist einfach nur ungerecht, das ein Teil sich krank arbeiten muss und andere dem schönen Leben frönen.
    Ich würde z.B. noch einmal gern etwas neues lernen, aber die Freiheit habe ich nicht und erst recht nicht die finanziellen Mittel. Ein Grundewinkommen würde mir die Freiheit dafür geben, mich zu verwirklichen. Ein Recht das jedem Menschen zustehen sollte. Mir fällt auch im Moment kein einziger Job ein, der dann nicht mehr gemacht werden würde. Erst recht nicht wenn man solche kritischen Jobs dann auch auf mehrere Menschen aufteilen würde und somit wieder viel mehr Menschen arbeit hätten. Alles eine Frage des Wollens. Und ich würde damit anfangen, allen Soloselbsständigen, Rentnern, ALG II/Sozialhilfe-Empfängern schon mal so ein Grundeinkommen zu zahlen. Wir wären sicher überrascht, wieviel Kreativität und Mehrwert für unsere Gesellschaft dabei rum kommt. Angefangen bei Ehrenamt bis hin zur eigenen Initiative für Weiterbildung.
    Jene die dann faul vor der Glotze sitzen, die haben wir auch jetzt schon. Ich glaube aber auch das selbst davon ein großer Teil den Hintern hoch bekommen würde, wenn es sich für sie gut anfühlt.

    • Sacratti Langnese sagt

      Nein, die Finanzämter hätten nicht mehr zu tun…. die Steuern werden automatisiert- Elster- abgerechnet!!
      Der gesamte Verwaltungswasserkopf fällt weg, das brächte Einsparungen in zig Mrd. Höhe. Wegfallen würde damit auch das ganze unnütze Funktionärsgesindel…….also Kassen- etc. vorstände etc., die ja mit „irrwitzigen Gehältern“ nach Hause gehen. Die Rentenversicherung ist ja auch mitverantwortlich für die Minirenten, weil die Verwaltung extrem aufwendig ist. Wer später mal Rente will, muss sich erst mal darauf gefasst machen, dass er „seine Ansprüche“ nachweist, nicht etwa umgekehrt!!!

    • Sacratti Langnese sagt

      „Erst recht nicht wenn man solche kritischen Jobs dann auch auf mehrere Menschen aufteilen würde und somit wieder viel mehr Menschen arbeit hätten“……
      Wie ist das zu verstehen…..? Erschliesst sich mir nicht?
      „Kritische Jobs“ können nur noch durch gute Bezahlung besetzt werden, dass jemand ein Geschäftsmodell über Ausbeutung und Dumpingpreise – Spargel- etc. Anbau, Paket- und Postzustellung, Spedition, Viehzucht……etc.- aufbaut, wird der Vergangenheit angehören, und das ist gut so. Wenn ich mir keine Erntehelfer leisten kann, muss ich kein „Bauer“ sein. Das ist das „vielgepriesene Prinzip der freien Marktwirtschaft“, wie es bspw. die FDP vorgaukelt. Trotzdem hetzen die Funktionäre gegen „angebl. faule Hartzer- die könnten doch für 1.-€ Spargel stechen gehen-! Freiheit ist nicht relativ……Ich konnte auch nur die Waren produzieren, die verkäuflich waren, eine „Subvention“ fand nie statt und bringt erkennbar nur Betrug ins Spiel. Wenn bspw. ein Bauer eine Fläche stilllegt, bekommt er dafür satt Kohle, wenn er sie bewirtschaftet ggfs. einen kleinen Zuschuss. Er legt dann also Fläche still, kassiert Prämie und produziert nichts — oder schwarz! Im Sommer bekriegen sich bspw. „Bauern“ mit „Wiesenmähen“, weil es dafür Flächenprämien gibt. Diese sind offenbar so hoch, dass damit die notwendigen „teuren“ Gerätschaften angeschafft werden können! Das ist m. E. Irrsinn….. und diese Subventionierten schimpfen mit am Lautesten wegen Arbeitslosen „Subventionen“….

  22. Martin Arger sagt

    1.
    Die BRD hat ein BIP von über 3 Billionen EUR.
    Ein BGE z.B. a la R.D.Precht von 1.500 EUR pro volljährigem Bürger (ca. 60 Mill.) kostet ca. 1 Billion pro Jahr (1.500 x 60.000.000 x 12).
    Folglich erwirtschaftet die Volksgemeinschaft der 80 Millionen Bundesbürger mehr als das Dreifache eines BGE.
    Soviel zur angeblichen „Nichtfinanzierbarkeit“.

    Natürlich wären dann gesellschaftliche Perversionen wie Spitzengehälter in zweistelliger Millionenhöhe und jährliche Dividenden von 1 Milliarde (Fam. Quandt) etc. für ein paar wenige Ultrabevorzugte nicht mehr drin.

    Es soll Menschen geben, die das als gerecht erachten würden…

    2.
    Kaum etwas ist langweiliger und auf Dauer frustrierender als nicht arbeiten.

    Und unbequeme und weniger beliebte aber unverzichtbare Arbeit müsste anstatt durch Lohnzwang durch höhere und wohl erstmals gerechte Löhne attraktiver gemacht werden.

    Mit anderen Worten:
    Anstatt z.B. Herrn Wiedeking von Porsche 100.000.000 EUR Profit oder der Familie Quandt 1.000.000.000 EUR an jährlichen Dividenden ohne das Erbringen jeglicher Arbeitsleistung zu ermöglichen sollte diese Summen z.B. besser an Straßenbauarbeiter oder PflegerInnen ausgezahlt werden.

    Sorry, aber der ganze Nichtfinanzierbarkeitsquatsch ist pure Lüge…

    • Sacratti Langnese sagt

      Frag dich mal, warum das BIP von Deutschland in US$ ausgewiesen wird……..
      Ansonsten ist die Finanzierbarkeit nur eine Frage für Jene, die von der aktuellen Situation profitieren und sei es nur dadurch, sich an vermeintlich Schwachen selbst zu erhöhen.
      Das mit Wiedeking- Quandt etc. sollte man differenzierter betrachten, die Arbeitsleistung von BMW- Porsche etc. ist nicht zu leugnen und die Führung erst mal nicht rundweg anzuzweifeln. Details (bspw. zur organ. Kriminalität etc.) erspar ich mir aber hier……deshalb dies nur nebenbei.

      • Martin Arger sagt

        Nun ja, so gut wie alles wird auf dieser Welt letztlich in US$ be- und verrechnet.
        Auch „unser“ Euro ist letztlich nur US$-gedeckt…das muß man sich mal vorstellen.
        Früher gab es mal ein Goldstandard, doch seit WW2 gilt nach wie vor ein weltweiter US$-Standard.

        BMW und Porsche sind lediglich Markennamen und erbringen keine Arbeitsleistung, die Arbeit wird von den Menschen erbracht.

        Ich bin SEHR dafür, dass Fleiß und hochwertige Arbeit (z.B. von eine CEO) auch entsprechend hoch entlohnt wird, aber bitte nicht um den Faktor 10.000.
        Die Lohnschere zwischen dem Portier im Empfang und einem CEO ist mittlerweile völlig pervertiert.
        Ich sehe es nicht ein, dass der eine mit 1.500 € netto kaum eine Familie versorgen kann und der andere (z.B. Winterkorn) mit 30.000.000 € im Jahr (=2,5 Mio € pro Monat!!) wie ein Kaiser lebt.
        Der Portier soll bitte bei den momentanen Lebenshaltungskosten mindestens 3.000 € netto verdienen und der CEO wäre mit 300.000 € netto / Jahr bestimmt kein armer Mann. Immerhin würde er dann fast 10 mal mehr verdienen…

        Doch das genügt den Gierigen nicht und sie nehmen billigend die relative Armut der anderen in Kauf, um selber Ihren unermesslichen Appetit nach MEHR, MEHR, MEHR zu stillen…

        Es ist sowas von Zeit, dies wieder wenigstens ein Stück weit zu korrigieren!
        Ein BGE von 1.500 € / Monat wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung.

  23. Nina Janovich sagt

    Was hier völlig fehlt ist die Tatsache dass Arbeit und Einkommen bzw. Vermögen schon längst entkoppelt sind. Laut diesjähriger DIW Studie besitzen in Deutschland zehn Prozent der Bevölkerung zwei Drittel des Nettovermögens. Ihr „Einkommen“ ist meist ererbtes Vermögen und eben nicht durch „ehrliche“ Arbeit „verdient“. Die protestantische Ethik dass nur wer hart arbeitet Anspruch auf Leistungen hätte gilt also für die Vermögenden des Landes ohnehin nicht. Am anderen Ende der Skala hat sich in Deutschland die Erwerbsarmut in den letzten 10 Jahren verdoppelt und schritt schneller als in allen anderen EU Staaten voran. 1,2 Millionen Erwerbstätige verdienen (2019) so wenig, dass sie auf zusätzliche Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind. Der Anteil derjenigen, die Anspruch auf Hartz IV haben und diesen aus Scham nicht in Anspruch nehmen, ist noch höher. Ein immer höherer Anteil der Erwerbstätigen erlebt also tagtäglich dass ihre Arbeitsleistung nicht mal so viel wert ist dass sie damit überleben könnten. Ursächlich für den Anstieg ist die Agenda 2010 und der erhöhte Zwang jede Arbeitsgelegenheit auch unterbezahlte anzunehmen. Sprich der Staat bzw. wir alle die Steuern zahlen subventionieren derzeit den Niedriglohnsektor der auch mit dem Mindestlohn nicht abgenommen hat sondern durch die Zunahme von Sub- Subunternehmen umgangen wird. Da wäre das Geld sehr viel besser in einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle angelegt und ich würde all jenen Firmen die nur im Wettbewerb um immer billigere Löhne und schlechtere Arbeitsbedingungen Gewinne machen keine Träne nach weinen wenn sie dann Pleite gehen. Die Bedingungen sind mit dem Grundeinkommen dann auch für sogenannte unattraktive Arbeit für alle gleich und könnten sehr wohl durch ein bewusst attraktiv gestaltetes Arbeitsklima und höhere Löhne attraktiv werden für viele Menschen die zeitweise oder für länger auch ohne Hochqualifikation in einem netten kollegialen Team sinnvolle Arbeit leisten wollen.

  24. Walter Gräbeldinger sagt

    Wir sind nicht geboren, um zu arbeiten und uns zu plagen. Sonst wären wir eine Strafkolonie. Ich jedenfalls fühle mich nicht als Sträfling! Sie vielleicht ? Vielmehr sind wir geboren, uns höherzuentwickeln, zu wachsen an Freude, Glück, Intelligenz und Herzenseigenschaften.
    Die Begriffe WIRTSCHAFT und FINANZ streichen wir. Dahinter verbergen sich die blödsinnigen UNTERDRÜCKER unseres AUFWÄRTSWEGS zu MENSCHLICHEM WACHSTUM, nicht zu MATERIELLEM, o HOSENTASCHEN-GELDVOLLSTOPFER !
    UNSERE PERSÖNLICHE Entwicklung, aber doch nicht die forcierte ENTWICKLUNG DER ÄUSSEREN DINGE nützt uns direkt! IM BEWUSSTSEIN kommt doch letztlich ALLES ERLEBEN zusammen. ENTWICKLUNG des BEWUSSTSEINS heißt MENSCHSEIN, o Herr und Frau KNOCH, LEBER, DICK- UND DÜNNDARM, auch SCHLAPPOHR und BIZEPS meinetwegen! Was dem BEWUSSTSEIN SCHADET, ist zu MEIDEN, was ihm am meisten nützt, zu wählen! – als KIND weiß man’s noch, sehr wählerisch interessiert. Dann aber pflegt man’s einem ABZUDRESSIEREN. Soll das so WEITERGEHEN, eine GENERATION trainiert’s der anderen ab und macht sie unglücklich! Zwingt sie auch, IRGENDETWAS zu tun, anstatt das, was einem die NATUR dem blanken INTERESSE nach ja MITGEGEBEN hat.
    NATUR und GOTT kotzen, ihr LEBENSSÜNDER !
    GRUNDEINKOMMEN für ein NORMALES, nicht exzentrisch LUXURIÖSES Leben einer GANZEN FMILIE, selbstverständlich, was sonst ! Leben muß man doch wohl DÜRFEN, oder ? Auf dieser SELBSTVERSTÄNDLICHEN BASIS baut man in Ruhe und voll erhaltener GESUNDHEIT alles Weitere auf, und es wird BESSER ALS JE ZUVOR, nämlich von GESUNDEN und SELBSTBEWUSSTEN MENSCHEN aufgebaut !
    WER – bitte Namen nennen! – will das erst noch blödsinnigerweise einem TEST unterziehen? … Jedem NEUGEBORENEN – sonst wäre es nicht geboren worden! – sagt GOTT oder die NATUR : DU SOLLST LEBEN ! … Keineswegs aber: Du sollst arbeiten und dich plagen! GOTT ist KEIN SADIST ! Sonst wäre ich sicher nicht HIER !
    Walter Gräbeldinger.

  25. Zenkner Marcus sagt

    Sind wir mal ehrlich! Dieses Einkommen wird von Zeit zu Zeit eingesetzt und das schon seit vielen Jahrzehnten! Da gibt es bei der Dt. Postbank diese „Fensterarbeitsplätze“! Was ist das? Ganz einfach…. du kommst um 7 Uhr zum „Dienst“ und schaust bis 15 Uhr aus dem Fenster. Danach ist Dienstschluss! Gibt es!!! Oder Du arbeitest im Bergbau und baust subventionierte Steinkohle ab (pro Arbeitsplatz ca. 50.000 Euro umgerechnet.. früher DM) und nach einer gewissen Zeit und bei Vollendung des 50. Lebenjahres wirst Du als Privatier! Ich kenne da einen Saarländer, der jetzt das 80. Lebensjahr vollendet hat und ab dem 45. Lebensjahr im“Ruhestand“ (80 Jahre), ist BESSER als dieser gewünschte Lottogewinn.

  26. ingo kunz sagt

    Hallo, 500.000 -0,5 mio- Personen haben geantwortet. Wir haben 81 mio Einwohner, d.h. ca. 0.5 % haben geantwortet. Lässt sich auf dieser Basis eine gesellschtliche Interpretation bzw. Grundentscheidung ableiten? Ich glaube nicht!

  27. Martin Arger sagt

    Herr Kunze,

    Ihre kritische Aussage setzt voraus, dass alle 81.000.000 Bundesbürger inklusive der rund 20.000.000 Minderjährigen, x Millionen ohne Internetzugang (alte Menschen, arme Menschen etc.) sowie der rund 10.000.000 erwachsenen Analphabeten von der Petition wissen und Zeit und Muse haben, darauf einzugehen.

    500.000 Menschen für eine relative wenig bekannte online-Petition sind tatsächlich sehr viel. Stellen Sie sich mal vor, diese Petition wäre wie z.B. seinerzeit die Telekom-Aktie (oder noch viel besser: das Corona-Virus) wochen- und monatelang mit prominenter Besetzung zur Hauptsendezeit beworben worden…ich behaupte, sie wäre schon längst jenseits der 10.000.000.

  28. Marx18 sagt

    Man müsste auch mal gucken welche Familien davon am meisten provitieren. Das sind diese mit einer hohen Familienmitgliederzahl. Heißt eine 3 köpfige Familie hat weniger Einkommen als eine 8 oder 12 köpfige. Welche folgen das hat kann man nur erahnen.

  29. Mario sagt

    „Thomas Paine: Jeder Mensch, so Paine, habe jenseits von Leistung und Bedarf ein Anrecht auf einen Teil der Früchte der Natur, da kein Mensch die Erde erschaffen habe und sie somit ursprünglich allen gleichermaßen gehöre.“

    Was für abstruse Argumente … Natürlich hat Jeder ein Recht auf die Früchte der Natur, aber wie in der Steinzeit auch ist jeder Mensch selbst in der Verantwortung die Früchte zu ernten. Ein Grundeinkommen ist gleichzusetzen mit dem Service, dass dem Steinzeitmenschen die Früchte in die Höhle gebracht wurden. Nur durch Fortschritt und Arbeitsteilung muss nicht mehr jeder Mensch die gleiche Arbeit verrichten, aber Jeder muss durch seinen Job beitragen, dass Jeder mit allem versorgt wird.

    Dann so Begriffe wie Arbeitszwang und BullShit-Jobs. Unfasssbar. Wenn der Urmensch nicht gearbeitet hätte, wären wir längst ausgestorben. Jagen und sammeln ist auch Arbeit, ohne diesen „Arbeitszwang“ wären unsere Urahnen verhungert.
    Und wenn niemand mehr Herrn Kovce’s Bullshit-Jobs ausüben will und soll, wer räumt unseren Müll weg, wer erntet unser Getreide, Obst und Gemüse, wer baut unsere Straßen, wer putzt unseren Alten den Hintern usw. ?

    Das sind pseudointellektuelle Vorstellungen und sozialromantische Träumereien. Alle haben sich lieb und alle können sich mit einem Grundeinkommen selbtverwirklichen. Die Wahrheit ist eine andere, auch heute schon. Viele Hartz IV Emfpänger haben sich mit ihrer sozialen Hängematte arrangiert. Einen produktiven Beitrag für die Gesamtgesellschaft können die Meisten nicht mehr leisten, weil sie sich mittlerweile von einem funktionierenden Alltag abgekoppelt haben. Und Nein nicht alle Hartz IV Empfänger, aber sehr viele. Nicht zu vergessen die, die das System gnadenlos ausnutzen.

    Außerdem haben wir schon eine millionenfache Zuwanderung in unseren Sozialstaat. Das ist jetzt schon nicht einzudämmen, wie will man das erst bei bei einem bedingungslosen Grundeinkommen aufhalten ? 200-300 €/Monat für einen Vollzeitjob im ehemaligen Ostblock mit dem man die ganze Familie ernähren muss oder 1000 € pro Person für’s Nichtstun. Man muss kein Prophet sein, um zu erahnen welche Auswirkungen das bei der Zuwanderung hätte.

  30. Sacratti Langnese sagt

    Dass jemand mit seiner Arbeit einen Beitrag zum Gesamten leisten will, halte ich für überheblich, arrogant, selbstüberschätzend, insbesondere, wenn seine „Arbeit“ aus gedanklichen Beiträgen über Sinn und Unsinn des Lebens bestehen. Die Natur ist der grösste „Arbeitgeber und Arbeitsmarkt“, das Grundproduktionssystem überhaupt. Zum Dank wird sie kontinuierlich zerstört, ausgebeutet, misshandelt und missbraucht, aber sie ist stärker, als das „mikrige menschliche Würstchen“, das sich an allem vergeht, was aus vermeintlicher Schwäche zur Verfügung zu stehen scheint. Aber dies nur „nebenbei“.
    Die dümmste Frage zur „Finanzierung“ des Grundeinkommens kommt ausgerechnet immer von sogen. „Ökonomen“, die nur ein System kennen, das seit zig Jahren nachweislich überholt scheint, das „Wachstum“, ohne das es „keine Wertschöpfung“ geben könne. Hinzu treten meist die ebenfalls seit Langem überholten „trickle down Theoristen“- ja, Theorieterroristen-, die behaupten, wenn man den Reichen ihr Geld belasse, also nicht oder nur marginal besteuere, ergebe sich daraus eine Kettenreaktion aus Beschäftigung und steigendem Wohlstand. Dabei verkennen sie- mglw. vorsätzlich wahrheitswidrig-, dass Wohlstand sich nur über Armut definieren lässt, das älteste Prinzip seit der Sesshaftwerdung des „modernen Menschen“. Die „Währung und Motivation “ hiess ausschliesslich „Bier“, zu dessen „Herstellung“ man sich für mind. längere Zeit an einem Ort aufhalten sollte, um den Gärungsprozess abwarten zu können. Dazu kam, dass man das notwendige Getreide anzubauen lernte und vor unbefugtem Zugriff schützen musste.
    „Findige Köpfe“ entwickelten im Rausch dann Theorien darüber, dass der „Wirt“ ein gottgewolltes Wesen sein müsse und ……na ja, wir wissen, wo die Religionen hinführten.
    Zurück zur „Finanzierung“ und der Frage, was ist Finanzierung oder was bedeutet Geld- Währung. Bislang nahm man wohl an, dass der Wert des Geldes von „Versicherungen“ abhängen müsse, bspw. in Form des bekannten „Währungsgoldes“, das jeder Staat im „Bunker“ lagerte. Spätestens seit den 20er Jahren des vor. Jhdts. müssen daran Zweifel bestehen. Damals begannen die insolventen USA ihre Bürger zu verpflichten, alles Gold zu einem vorher festgelegten Kurs an den Staat zu „verkaufen“. Dass der Kurs manipuliert war, versteht sich von selbst. Durch massive Verkäufe wurde der Kurs gedrückt, wie das an der Börse üblich ist. „Befreundete“ Staaten wurden veranlasst, ihre Währungsreserven in den USA zu lagern, angeblich sicher in Fort Knox bewacht. Damit wurden die Staaten erpressbar- seit den 50er Jahren gibt es keinerlei Inventur mehr- und offensichtlich ist das „Währungsgold“ an der Börse „verliehen“. Staaten, die ihr Gold nicht in den USA haben, werden mit Revolutionen, Krieg und Sanktionen überzogen- Venezuela bspw., Hugo Chavez holte das venezl. Währungsgold 2012 zurück, seitdem wird das Land von den USA/CIA wirschaftlich komplett sanktioniert, „Bürger“krieg inszeniert und die faschistische Opposition Guaidos finanziert“. Hinzu kommt, dass Venezuela die grössten Ölvorkommen weltweit hat- die Gaspipeline durch Afghanistan genügte den USA für einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg-, die USA aber nur teures Frackingöl. Deshalb bemüht man sich, Ölstaaten unter US Kontrolle zu bringen- Krieg, Revolution, IS etc.-, um das „umweltschädliche“ Fracking rentabel zu machen, indem man den Ölpreis kontrolliert. Nord Stream 2….. Sanktion Russlands wegen angebl. Giftmordversuchs…
    Man kann demnach „alles finanzieren“, wenn man nur die nötigen Mittel einsetzt und die Mehrheit „bezahlen“ lässt. Stellt man also bspw. jedem Deutschen/Bürger einen „zu bestimmenden Betrag“ zur Alimentierung zur Verfügung, bewirkt dies logischerweise eine Stimulation des Binnenmarktes, also des einzigen Realmarktes jeden Landes, der zu staatlichen Einnahmen über Steuern etc. führt. Das Gros des Geldes wird als in einen stetigen Fluss versetzt- zumal sofort 19% über die Ust. in den Staatshaushalt zurückgelangen- und nur „Geld“, das im Fluss ist, stellt einen „Wert“ dar- wie man am US Präser erkennt, der angebl. mrd.schwer ist, aber ebensohoch verschuldet und deshalb keine Steuern bezahl(t)en muss. Für den Markt bedarf es Produkten, die der Produktion bedürfen und deshalb einen Bedarf an „Arbeitenden“ sowie „Verteilern“ hervorrufen werden. Wer also etwas „produzieren“ möchte, muss dafür nicht wie heute, Sklaven rekrutieren, sondern um versierte Arbeitskräfte buhlen. d. h. bessere Bedingungen schaffen, als die „Konkurrenz“. Einen solchen Wandel in der Arbeitswelt verzeichnet gerade das Handwerk, das seit Jahren Auszubildenden hinterherrennen muss, statt wie noch vor geraumer Zeit, Ansprüche an Zeugnisse zu stellen, welche die „Chefs“ selbst nicht erfüllen konnten!! Vorbei die Zeit, jahrelang „Bier holen und Werkstatt fegen“, statt dessen, qualifizierte Ausbildung, gute Bezahlung und statt Ohrfeigen das „Du“ mit dem Chef, was ja lediglich eine Begegnung auf Augenhöhe darstellt und damit Raum für natürliche Autorität (Kompetenz) lässt. Es wird Wertschätzung hergestellt, wenn niemand vorsätzlich abqualifiziert wird- Bildungsmisere bspw.-, um ihn ausbeuten zu können. (Man wird keinen Ukrainer mehr zwingen können, 6/24 im LKW zu „wohnen“, nur um der anständigen Konkurrenz durch Dumping Kunden wegzuschnappen). Das Wichtigste Produkt jedoch wird die innere Ruhe der Menschen sein, die nicht um ihre Existenz bangen müssen und damit sozialadäquat leben und nicht so häufig krank sein werden, etc.
    Es wird immer einen Bodensatz geben, der durchs „Raster“ fällt, egal wie grob- oder feinmaschid Dieses „gestrickt“ wird. Der Grund für angebl. „Faulheit“, wie es ein künftiger Bundeskanzler nennt, ist mangelnde Motivation, die von Perspektivlosigkeit bis Depression reicht, und die ist wohl ein fast ausschliesslich gesellschaftl. Problem. Wer alt genug ist, hat noch die „Schulmeister“ in Erinnerung, die „unbeliebten“ Schülern täglich ihre Nutzlosigkeit vor Augen führten, notfalls mit Gewalt eintrichterten, von den „staatl. Anstalten zur Besserung“ ganz zu schweigen. Diese Menschen „belasten“ das System unnötigerweise und werden seit den „Hartz IV“ Reformen zusätzlich und häufig betrügerisch durch Staatsbedienstete ausgebeutet und gleichzeitig vorsätzlich gesellschaftlich distanziert, um den „Mittelstand“ in Schach zu halten- nicht gewahr werden zu lassen-, nicht so zu werden, „wie Die“. Tatsächlich hat der Grossteil der Bevölkerung ein rel. „gutes“ Auskommen, was u. A. auch an der steigenden Verschuldung liegt, die ja der Masse so einfach wie nur möglich gemacht wird- bis die Blase platzt. Aktuell droht kaum jemandem die Zwangsvollstreckung, der Hammer hängt jedoch ganz weit oben und wird zu ggb. Zeit herunterprasseln und ein Chaos ungeahnten Ausmasses anrichten, wenn „Corona“ je besiegt sein wird. Noch kann man sich „theoretisch“- praktisch erhält man keinen wesentl. Kredit mit 0,5 % Minuszins- durch Kreditaufnahme entschulden, die Banken etc. halten aber „Strafzinsen“ für vorzeitig abgelöste Kredite bereit, so dass diese Absurdität des „Marktes“ künstlich aufgehalten wird. In der „Wertschöpfungskette“, die ja in er Hauptsache nicht mehr auf produktiven, sondern viralen „Werten“ basiert, dominieren nur die Giganten, die jedoch auf Grund ihrer Gigantomanie nicht überlebensfähig sein werden. Letztlich waren und sind es die anpassungsfähigsten Schaben, Ameisen und Ratten, die überleben.

  31. Heinrich Munsberg sagt

    Die Finanzierung des BGE ist kein Problem. Die Sozialausgaben Deutschlands betrugen 2019 ca. 1.040 Milliarden Euro (1,04 Billionen Euro!!!). Tendenz steigend. Das reicht bereits heute für 1.000 Euro monatlich für jeden (vom Kleinkind bis zum Greis) in einem Deutschland mit 83 Mio Einwohnern. Eine Familie mit 2 Kindern hätte somit 4.000 Euro netto pro Monat.
    Zur Finanzierung fallen sämtliche – und ich meine wirklich: sämtliche! – Sozialleistungen des Staates weg. Es gibt keine Rente mehr, kein Kindergeld, kein Wohngeld, kein ALG I, kein ALG II, kein BaFöG, zusätzlich Streichung sämtlicher Steuervorteile bei der Einkommensteuererklärung (auch Werbungskosten oder Fahrtkostenpauschale). Außer dem BGE gibt es von Kommune, Kreis, Land oder Bund nichts.
    Für die Krankenversicherung muss jeder selbst Sorge tragen – das Solidarprinzip kann nicht aufrecht erhalten werden (wer arbeiten geht, zahlt die Gesundheitsversorgung der Nichtarbeitenden mit – das funktioniert nicht mehr). Daher muss sich jeder eine private KV zulegen (vom Kleinkinf bis zum Greis – ist schon mal ein Teil des BGE weg, so wie beim Althaus’schen Bürgergeld).
    Arbeitgeber wissen nicht mehr, wie sie ihre Arbeitnehmer einplanen können. Ein falsches Wort, ein schiefer Blick, eine unpassende Arbeitszeit, ein kleiner Streit mit dem Kollegen und der AN geht nach Hause (Einkommen hat er ja). Oder der AN geht, weil er einfach keinen Bock mehr hat, noch ein, zwei Stunden in der Fabrik zustehen.
    Wenn Deutschland das BGE einführt, wie verhindert man den Zuzug ins BGE? Wer in der EU lebt und arm/arbeitslos ist, wird sich auf den Weg nach D machen. Und das darf er/sie, weil es die EU-Verträge so vorsehen. Also EU-Verträge kündigen? Oder austreten und Deutschland zur Insel der Glückseligen machen? Die Zuwanderung aus dem außereuropäischen Raum wird stark zunehmen. Deutschland abriegeln, einen Stacheldrahtzaun hochziehen und Schießbefehl erteilen am „Anti-Zuwanderungs-Schutzwall“?
    Was ist mit jenen BGE-Beziehern, die nur pro forma in D leben, sich tatsächlich aber in anderen Ländern aufhalten (BGE inD, Leben in Thailand, weil’s billiger ist)? Gibt es wieder den Blockwart, der genau kontrolliert und meldet, wer wo ist, oder werden die Menschen für Prämie zum IM des BGE-Amtes, damit die „illegalen BGE-Bezieher“ verpfiffen werden?
    Wie bringt man pubertierenden Jugendlichen bei, dass Schulbildung – nein, Bildung allgemein – wichtig für das Leben ist, wenn man später auch ohne Schreib-, Lese- und Rechen-Kenntnisse mit Frau, vier Kindern, Kasten Bier und Proll-Fernsehen bei 6.000 Euro netto garantiertem Monatseinkommen prima durch das Leben kommt?
    Die Finanzierung oder generelle Machbarkeit ist längst nicht mehr das Thema beim BGE. Es sind die gesellschaftlichen Verwerfungen. Interessanterweise wird nur über Dinge wie Selbstverwirklichung und gesellschaftlicher Mitwirkung diskutiert (wo natürlich jeder unbedingt mitmacht, unabhängig vom IQ, EQ oder von der gesellschftlichen Schicht, aus der er kommt), niemals aber über die vermutlich tatsächlichen Folgen eines BGE. Vgl. die Reaktion von Hartz-IV-Empfängern, wenn sie zu gesellschaftlich relevanten Aufgaben herangezogen werden sollen als Gegenleistung für die gezahlten staatlichen Bezüge.
    Diskutiert endlich mal realitätsbezogen. Politik scheitert deshalb, weil Menschen sich anders verhalten, als es in all der schönen Theorie zu erwarten ist.

    • Peter sagt

      Sie rechnen hier die Rentenzahlungen als Sozialleistungen weil sie vom Sozialministerium verwaltet werden. Tatsächlich werden Rentenzahlungen aber aus Beiträgen finanziert, ja es wird sogar aktiv damit geworben, das man Rentenabschläge mit freiwilligen Zusatzleistungen kompensierfen kann. Wie wollen Sie jemanden erklären, der mit 60 beschliesst, einen 6-stelligen Betrag auf freiwilliger Basis auf SEIN Rentenkonto einzuzahlen, dass dieses Geld nun durch ein BGE abgelöst wird? Dürfte sozialrechtlich schwer werden… Und dann gibt es noch einen erheblichen Anteil jener Rentenbeitragszahler, die sich durch hohe Beiträge eine Anwartschaft deutlich oberhalb der BGE-Beträge, die hier genannt werden, erworben haben (Stichwort Rentenbescheid). Diese Renten auf BGE zu deckeln dürfte zu enormen Verwerfungen führen.

    • Sacratti Langnese sagt

      Das ist echter Unsinn. Man darf nicht die heutigen Gegebenheiten in das „Paradies“ mitrübernehmen. Angebliche „Bildungsfaulheit“-ferne- ist eine Zuschreibung, die der Alternativlosigkeit der heutigen gesellschaftl. Zustände entspringt. Wir erinnern uns, wenn wir „alt genug“ sind, wie in den Nachkriegsjahren die alten Nazen mit „Schlagstock“ uns die Untauglichkeit einprügelten, anstatt durch Motivation Bildung zu vermitteln. Stumpfsinniges auswendiglernen, wann Dieser und Jener „Bildungsbürger- Krieg- Revolution“ etc. stattgefunden hat- dieser Bildungsauftrag war für das Porzellan-, heute steht jedem das nahezu gesamte Weltwissen zur Verfügung, der Kopf bleibt für nützliche Dinge frei! Der IQ ist auch keine statische Grösse, sondern abhängig von der Verknüpfung der Synapsen, die widerum abhängig von den ersten Monaten bis Lebensjahren ist. Die „gesellschaftlich relevanten Aufgaben“ kannst du dir komplett in die Haare geelen. Fakt ist, der gesellschaftl. relevante Auftrag bspw. von früheren Zivildienstleistenden wurde zum vollen Satz von den entspr. Organisationen abgerechnet-bspw.Krankenfahrt ab 0,1 km 300.-€ aufwärts, Pflegedienste etc., Jugendbetreuung, alles wird von der „organisiserten Caritative“- zu dt. OK- voll abgerechnet. Dies trifft auch auf die 1.-€ Jobs zu- Lama spazieren führen, die Arge „kauft die „Leistung“ von dem entspr. „Verein e. V.“ zum festgelegten Preis ein, dto. Erwachsenen“bildung“, die aus PC Grundkurs und 1 monatig. Bewerbungs“training“ besteht, wobei strafrelevant „Einsicht in das Briefgeheimnis“ genommen wird. Die Vereine sind meist von „Lokalpolitikern“ der CDU mit besten Verbindungen in die „Verwaltungsstruktur“ gegründet und durch e. V. steuerfrei. Damit schaffen sich die entspr. „Herrschaften“ steuerfreies „Zubrot“ durch bspw. „Sitzungsgelder“, etc. Nee, nee, das ist die Realität…. nicht Menschen verhalten sich anders, als in der schönen Theorie, sie werden dazu gebracht, sich so zu verhalten, damit man sie gängeln kann- bis zum Suizid…….ich erinnere an Petra Kelly, eine der ersten, vor allem aber echten Grünen!

    • Thomas Hufnagl sagt

      @Hr Munsberg: Ich kann Ihnen nur zustimmen – lassen Sie uns die Fakten anschauen!

      Was mir hier in der ganzen Diskussion fehlt ist außerdem: Warum schaut keiner darauf, was passiert wenn die Menschen heutzutage vom Arbeitsleben (Arbeitszwang werden viele sagen) in das bedingungslose Einkommen wechseln? Die RENTE ist ab dem Zeitpunkt des Bezugs so ziemlich bedingungslos. Mein Vater ist gerade in Rente gegangen und ich denke viele Rentner werden das auch so sehen: Dieser Übergang ist oft sehr schwierig und es stellen sich für viele existenzielle Fragen – vor allem für diejeigen die vorher (brav) Jahrzehnte gearbeitet haben und sich diese grundsätzlichen Fragen nicht gestellt haben. Das KANN toll sein – oder eben auch nicht. Ich hingegen habe schon viele verschiedene Lebenssituationen erleben dürfen: Gründer, Harz4 (weil Kapitalakquise ewig gedauert hat), Geschäftsführer, Manager mit über 100k Jahreseinkommen, Solo-Selbstständiger, veheiratet, geschieden, usw…
      Meiner Meinung nach macht es absolut Sinn die Auswirkungen nicht zu verallgemeinern sondern auf Basis des Persönlichkeitsprofils (zb Myer Briggs) spezifische Analysen vorzunehmen. Ich komme dabei zu dem Schluss: für mein Vater hätte sich in seinem Arbeitsleben nix geändert, weil er seinen Job so oder so gemacht hätte mit summa sumarum am Ende dem etwa gleichen Gehalt (genauer gesagt Lebensstandard). Für mich jedoch hätte es dramatisch POSITIVE Konsequenzen, da ich viele (gesellschaftlich wertvolle) Ideen umsetzen würde. Und in diesem Punkt glube ich liegt ein Schatz vergraben, gerade in Deutschland: wir sind ein extrem risikoaverses Volk – etwa 2/3 der tollen Ideen werden nicht umgesetzt weil die Menschen das finanzielle Risiko scheuen. Dieser Ausbruch an Kreativität wird zwar oft beschrieben – aber es ist kein Ausbruch an Kreativität, sondern ein AUSBRUCH DER UMSETZUNG VON IDEEN BEI VIELEN ABER NICHT DER MEHRHEIT. Diesen Effekt zu bemessen, dabei können nur Zahlen aus dem Gründungsbereich helfen: und diese sagen eindeutug, dass der Effekt gesellschaftlich und wirtschaftlich sehr positiv ist. GLEICHZEITIG wird es viele Menschen hart treffen auf einmal selbstbestimmt leben zu müssen. Jeder kann es lernen – oder besser gesagt es nicht verlernen, denn jedes Kind hat es grundsätzlich in sich, da ja (zum Glück) fast jedes Kind in Deutschland ersteinmal aus einem bedingungslosen Einkommen kommt bis zum Ende des Studiums bzw der Ausbildung.

      Ich plädiere also dafür es sukzessive sowohl in der Höhe als auch dem Alter nach einzuführen – insofern macht eine Grundrente schon einmal Sinn. Noch sinnvoller wäre es das Grundeinkommen z.B. zunächst bis 26 Jahre einzuführen und ggf schrittweise auslaufen zu lassen bis zum Sockelbetrag der dann zu dem Zeitpunkt gilt. Lasst uns mit 600€ Sockelbetrag anfangen und alle bisherigen Transferleistungen um diesen Betrag senken und lasst uns mit 1.000€ von 16 – 26 Jahren anfangen damit die jungen Erwachsenen Selbstbestimmung etwas länger beibehalten können. Mein Sohn ist 10, und ich denke er würde seinen Lebensweg genauso weitergehen wie bisher und müsste nicht wie bisher sich irgendwann der „harten Realität“ wie wir es nenne stellen, sondern würde ganz natürlich den Job machen den er machen möchte. Punkt. Wir Erwachsenen sind einfach allzuoft zu sehr geprägt vom unserer bisherigen Welt, sie wie die Nachkriegsgeneration auch, sodass wir ohne extreme Nebenwirkungen solch einen Wechsel womöglich nicht schaffen würden – so sehr ich persönlich es mir wünschen würde.

      • Sacratti Langnese sagt

        Typisch, „ich plädiere für….“ einen Verwaltungswasserkopf, der ist „sinnvoller“ und auch ab 26 „muss“ man arbeiten gehen…..oder „sich der harten Realität stellen“…..
        Die „harte Realität“ sieht mit BGE ganz anders aus, als die Realität heute. Unzufriedenheit, Perspektivlosigkeit, Existenzangst, das ist nicht angeboren. Selbstbestimmung legt man nicht mit 26 ab, man erwirbt sie erst mit zunehmender Reife, die Vorraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben ist. Gerade daran mangelt es, der „Staat“ ist losgelöst vom eigentlichen Staat, man sitzt dem Denken auf, „die Politiker“ wüssten schon, was gut für das Land ist, dabei weiss im Grunde Jeder, dass dies die hohlste Phrase im Wahlkrampf ist und Politiker nur ihr eigenes Wohl in der Blase im Kopf haben. An Merz wird dies sehr sehr offensichtlich, wenn man sich anschaut, was er von sich gibt, wenn er nicht „konzentriert genug“ ist. Warum nahezu alle Politiker Anwälte und Kirchenfunktionäre sind, fragt sich kaum Einer. Was Amthor geritten hat, als er sich auf die windigen 5 eingelassen hat, steht noch aus. Die Deppen haben vmtl. Einen ins Boot geholt, der mehr drauf hat, als sie alle zusammen- dachten sie jedenfalls.
        Ebensowenig denkt man beim „Giftanschlag“ auf Nawalny- einem Rechtsextremen aus Russland-, warum das „stärkste Gift der Welt“ nicht seine Wirkung entfachen konnte und warum „Russland/ Moskau“ angeblich solch einen „spektakulären“ Weg wählt, wo doch so ein Verbrecher einfach im Gefängnis bei einer übl. Schlägerei getötet werden könnte.
        Wer über seinen 10Jährigen „denkt“, dass er seinen Lebensweg „genau so weitergehen würde“ wie bisher…… mal nachdenken!
        Über die Nachkriegsgeneration sollte man nicht spekulieren, wenn man gerade mal die „Hälfte oder weniger“ hinter sich hat. Wir waren, wie offenbar die DDRler auch, zufriedener, nachbarschaftlicher und „erfinderischer“ als die Meisten heute. Dass immer die Gleichen ruderten und die Selben steuerten, war nebensächlich für die Mehrheit, die sich über „Die da oben“ keinen Kopf machten. Die hatten sie schon auf dem „Schwarzmarkt“ beschissen, was könnte man da ausrichten, es war doch schon immer so. Die Mehrheit hatte auch gar nicht begriffen, dass es nun „auf zu neuen Ufern ging“. Man schwadronierte über „Arbeitslager für Studenten, Gammler, Hippies“, während man die schwangere jugendl. Tochter in den Tod trieb- ich habe viele Suizide in der näheren Umgebung erlebt und man kennt heute zunehmend die traurigen Geschichten von damals jungen Mädchen, die, wenn sie sich nicht selbst töteten, ihre Kinder zur Adoption freigeben mussten oder bestialisch abgetrieben haben…..etc. In der Schweiz gab es dafür spezielle Heime für „Asoziale“, meist kirchl. betrieben und mit Misshandlung und Missbrauch einhergehend. Von der DDR weiss man auch, wie Kinder in Heimen „ihr Erbrochenes immer und immer wieder aufessen mussten“, missbraucht und misshandelt wurden. Es waren die „Linken“, die den Umbruch bewirkten, die „Studenten“, die von „konservativen“-bewahrenden, hahaha- Politikern der Sorte „Geheimdienst, furchtbare Richter“ beschimpft und bedroht wurden, denen man wegen „langer Haare“ mit Gewalt und „Heckenschere“ drohte, ohne dass sich der „Rechts“staat dafür interessierte, ausser, dass bei Gewaltszenen die Angegriffenen zum Revier gebracht wurden, nicht die Angreifer……die Folgen dieser fehlenden Entnazifizierung erleben wir heute bei Polizei und Bundeswehr und in der Politik, wo der Kadavergehorsam „Staatsräson“ ist.

    • Sacratti Langnese sagt

      Zum Grundeinkommen aus Aktienfonds muss ich noch dringend etwas loswerden. Gemeinhin funktioniert der Aktienmarkt nur durch Manipulation, wie ein Staat(sfond)- also wir alle, nicht die Funktionäre, die wir „gewählt aber nicht gewollt haben“- Aktien selbst plazieren sollte, denn zum Einen steht da die Verfassung entgegen-staatl. Betriebe dürfen keinen Gewinn erzielen, weshalb die ehem. Bürgerbetriebe enteignet und privatisiert wurden. Damit können Mio.gehälter bezahlt werden, durch die teilw. 100%ige Staatsbeteiligungen aber die Verluste „sozialisiert“ werden. Das ist zum Einen schäbig, zum Anderen eine abartige Umschichtung von Vermögen nach oben und die Enteignung entzieht dem Bürger bspw. die Netze- Strom, Telefon, Schienen- die wir täglich durch unsere horrenden Preise beim Strom bspw. teuer nachfinanzieren. Ja, jeder Telefonkunde musste früher das Netz bezahlen, eine Anschlussgebühr wurde fällig und zudem Netzentgelte, die auch heute noch bei den Stromtrassen auf den Preis schlagen- Zählermiete!! Aktien sind im Grunde Beteiligungen an Unternehmenserfolgen, es ist heute jedoch ein „Schwarzmarkt“ dazugekommen, der das Geschehen konterkariert, wenn man bspw. auf Verluste spekuliert, statt auf Gewinne. Würden sich Staaten daran beteiligen, wäre die Hölle los und Betrug in höchstem Ausmaß Gang und Gäbe.

  32. nun ich wäre einer derjenigen der beim grundeinkommen nicht mehr arbeiten gehen würde und ich gehe davon aus das es noch viele andere so machen würden.
    ein grundeinkommen würde dann noch weitere menschen aus aller welt anlocken, denn wieso soll man nicht geld fürs nichttun annehmen?
    ein argument: eine industrie verdient ihr geld durch rohstoffe die jedem zustehen weil es aus der natur und der welt kommt.
    prinzip:wenn du dich bückst dann kommst du auch an die 5€ die auf der straße liegen, ich hebe diese nicht auf um anschließend einen teil davon an dich abzugeben.

    diskussion ist lächerlich, obwohl es gute aspekte gibt aber schlicht unrealistisch

  33. Hans-Florian Hoyer sagt

    Wir leben in einer Gesellschaft, nicht in einer Ökonomie.
    Leider sind wir alle schon mental monetarisiert, was wir uns wieder abgewöhnen sollten.
    Es gibt nichts, was „sich“ rechnet. Rechnen tun immer Menschen. Sinn, Glück, Nachhaltigkeit kommt in den Formeln nicht vor, Formeln die Konventionen sind und keine Naturgesetze:
    Grundauskommen ist ein Konzept, das über sich hinaus weist. Z.B. auf den Soll/Haben Monotheismus beim Geld. Das ist „Geld“, was irgendwo her kommen muss. Da bekommt man natürlich Angst, dass einem etwas weggenommen wird dabei.
    Geld ist das Distributionsmittel des kooperativ arbeitsteilig erstellten Sozialprodukts. Arbeitsteilung heisst auch Teilung des Arbeitsergebnisses. Dies ist die betriebswirtschaftliche Konsequenz der Arbeitsteilung.
    Monetäres Einkommen ist der Anteil am Ertrag dessen, wobei man beteiligt war.
    Insofern kann es kein Grundeinkommen für alle geben. Es waren nicht alle beteiligt.
    Leider fehlt die begriffliche Schärfe, man bleibt lieber bei dem Wort, was sich eingebürgert hat und lebt mit den sich daraus ergebenden Missverständnissen und Widerständen.
    Grundauskommen ist das bessere Wort.
    Wer arbeitsteilig tätig wird, muss Zeit dafür haben, Zeit in der er/sie nicht für seine eigene Versorgung tätig werden kann. Deshalb muss er/sie ein Grundauskommen haben.
    Das ist die zweite, gesellschaftliche Konsequenz der Arbeitsteilung.
    Man kann nicht erwarten, dass betriebswirtschaftlich agierende Wirtschaftseinheiten das leisten können.
    Es gibt nicht nur BIP relevante Tätigkeiten, die für die Gesellschaft und ihren Zusammenhalt systemrelevant sind. Menschen, die sich in Care-Arbeit, Ehrenamt und Freiwilligenarbeit engagieren für andere ohne dass ein Preis dabei anfällt, brauchen das Einkommen auch.
    „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“ – er kann aber ihr Zustandekommen ermöglichen. Das tut er mit dem Grundauskommen für die Bürger*innen, die dann auf unterschiedlichste Weise tätig werden können, auch um in non-Bullshit Jobs ein Einkommen zu erzielen.

  34. Jurek Kawalek sagt

    Wir moderne Menschen entfernen uns immer mehhr von der Realität und glauben daran, dass die zum Leben notwendige Produkte und Leistungen von Robotern (umsonst) für uns gemacht werden. (Recht auf Faulheit v. P. Lafarge übrigens Schwiegersohn von K. Marx) Die Realität ist anderes und es reicht nachzufragen, ob den Gegendstand den wir genau in diesem Moment in der Hand halten, sich selbst oder von jemanden gemacht wurde, der auf sein negative Freiheit ( Freiheit nicht zu Irgendwas gezwungen zu werden = zu nichts tun, verzichhtet hat (egal freiwillig oder aus Hungersnot) und seine Zeit der negativen Freiheit zur Produktion von diesen Gegenständn ( oder Leistungen oder im Allgemeinen nützlicher Güter) geopfert hat. Auf der anderen Seite stehen Leute, welche diesen Verzicht weder schätzen noch ihn auf sich gleichzeitig nehemen wollen, um für die anderen Menschen nützliche Güter herzustellen und trotzdem erheben Anspruch darau, diese „kostenfrei (verzichtsfrei) zu benutzen. Seit einigen Tausend Jahren nennen wir es Sklaverei…..

  35. hubermichl sagt

    Toll, wenn so enorm viel Polemik auf so enorm wenig Inhalt stösst.
    Ich bin nicht sicher, wer dann meinen Müll wegräumt, die Abwasserkanäle reinigt oder bspw., auch die Straßen saniert. Das eine ist lästig und stinkt, das nächste beides und darüber hinaus auch noch ungesund, während letzteres darüber hinaus noch körperlich extrem anstrengend ist.
    Aber weiters frage ich mich, wie die Gesellschaft den lieben Menschen, die das alles für uns tun, ihnen in ihrer Tätigkeit auch noch Sinnerfüllung einreden will, wenn sie vom nichts tun ebenso gut leben können.
    Für mich selbst gesagt, machen diese Tätigkeiten zwar gesellschaftlich Sinn, kein Frage, für mich persönlich aber kann ich ausschließen, dass ich darin Sinnstiftung oder Glücksempfindung finden würde.
    Ach ja zu den Milliardären: Geld ist bekanntlich recht fungibel und schon alleine Staaten wir Luxemburg, England, Monaco, Irland, Liechtenstein, Schweiz,…. haben bereits bewiesen, dass es immer irgendeinen von denen geben wird, der das Steuerkarussell für die Milliardäre nach unten drehen wird.
    Zusammengefasst: Die Theorie des Grundeinkommens macht solange Sinn, als dass diese nicht auf mit der Realität des menschlichen Eigennutzes konfrontiert wird.

    • Sacratti Langnese sagt

      Hubermichl….. immer falsch, von seiner eigenen „Unzulänglichkeit“ auf Andere zu schliessen. Auch heute ist KEINER gezwungen, Müll wegzuräumen oder Kanäle zu reinigen und es tun trotzdem Welche. Warum wohl, das sind ja nicht die bisher „sprichwörtlichen Schulabbrecher“, wie auch „geschundene Pflegekräfte“ i. d. R. nicht Menschen sind, die zu „nichts Anderem taugen“. Es gibt einen, dir wohl eher fremden, angeborenen „Empathikus“, auch Altruismus genannt, ohne den der Mensch überhaupt nicht sozialisationsfähig geworden wäre. Ich betrachte dies zwar als „Behinderung“, weil es zu den Zuständen geführt hat, die wir seit „jeher in der Welt“ ertragen, aber wie gesagt, eine Sozialisation kann ohne dies nicht stattfinden, auch, wenn die Wenigen Asozialen die Regierenden sind. Die scheren sich einen Dreck um „gesellschaftl. Sinn“, je nach asozialem Stand fordern sie zunehmend „Bundesfreiwilligendienste“, die nur dazu dienen, die entspr. Organisationen der OK noch reicher zu machen, da sie jeden „Dienst“ voll abrechnen, auch wenn der „Fahrer ein Zivi“ war…..

    • Volland sagt

      Hallo hubermichl fragen Sie doch mal den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein. Der hatte am Zieleingang seiner Wahl versprochen, dass er das BGE einführen wird. Nun dafür gabs noch ein paar Stimmen für den guten Mann mehr. Nach der Wahl erkennbar, alles nur leere Sprüche.
      Und nach dem Gleichheitsprinzip bekommt auch der Millionär und auch der Milliadär sein BGE.
      Aber kommt es zu Wahlen geht das Feilschen los. Welcher am meisten zahlt, wird gewählt.
      Das und nur wenige Situationen müssten gekärt werden.
      Und Glück: Ist die Sache eines Augenblicks- Dauernd Gück haben nur Idioten.
      Das sind aber nur Nebensächlichkeiten und haben mit dem BGE gar nichts, aber auch gar nicht gemein.

      • Sacratti Langnese sagt

        Volland, wer glaubt schon einem CDU Kandidaten……hahaha. Dass er dies versprochen haben soll, kann ich schon nicht glauben, ist doch von der asozialen CDU…. ja, die haben Hartz IV verbrochen, zusammen mit der FDP. Daran erinnert sich nur kaum jemand. Deshalb heisst es ja IV, weil CDU/FDP Opposition das an sich gute Gesetz im Bundesrat so lange blockierten, bis „Schröder“ die heutige Form der „Sozialhilfe“- es ging damals nur um die Zusammenlegung des Arbeitslosengeldes und der Sozialhilfe auf vereinfachtem Niveau-, wo vordergründig nur gefordert und nicht gefördert wird, ausser durch „Vereine e. V.“ die sich damit eine goldene Nase verdienen und meist von Lokalpolitikern mit guten Verbindungen in die Argen gegründet wurden. Da fliessen satt steuerfreie (e.V.) Sitzungspauschalen, etc. Häufig sind Ehefrauen „angestellt“. Wers nicht glaubt, sollte sich mal an die Gewerkschaften erinnern, die früher einen florierenden Handel mit „Stapler- und Schweisserscheinen“ hatten. Nannte man „Erwachsenenbildung“, so konnte man den letzten Deppen als „Schweisser“ auf die Baustelle schicken.
        Dass jeder, also auch Millionäre, ein BGE bekommen, ist doch selbstverständlich. Die müssen dann ja auch ihre „Abschreibungen“ weitgehend abschreiben…….und reale Steuern bezahlen. Allein schon deshalb wird es ein BGE nie geben und , nach Corona, sofern es das auf absehbare Zeit gibt, wird der Druck immens. Immerhin hat man dafür dann „plausible Argumente“, auch wenn der Mob wieder nur geschröpft wird und Jene, die heute Mrd. erhalten, davon nicht betroffen sein werden.

  36. Frauke Kafka sagt

    Immer diese Unsinnsdebatten. Ja es ist Finanziertbar. Daran ist die Mathematik schuld.
    Ja die Leute würden weiter arbeiten. Daran ist Gott schuld.

    Kommen wir mal auf das echte Problem:

    Niemand hat eine Idee wie man die Turbo aus dem BGE heraus bekommt. Weil 80% der Menschheit unvernünftige Konsumidioten sind. Wenn die ab morgen Kreditwürdig sind geht die Konjunktur von Solarkraft-Niveau auf Supernova über. Wir vernichten jetzt schon fast alles was es so an Natur gibt, weil es wirtschaftlich ist. Das BGE ist soetwas wie Euthanasie für die Erde. „Wir machen dich ja ehh Kaputt warum nicht sofort ?!“

    Dies ist das eigentliche Problem vom BGE und keiner spricht darüber. Warum nicht? Weil sich der Pöbel dann nicht gegenseitig angiften könnte. Teilen und herrschen auf höchsten Niveau.

    • Sacratti Langnese sagt

      Könnte man meinen, Frau Ke, muss aber nicht. Man kann das BGE loslösen von der „Kreditwürdigkeit“ ebenso wie von der Pfändbarkeit. Und, nein, wir vernichten nicht „fast alles, was es in der Natur gibt“, das sind Jene, die sich davon Macht versprechen, in etwa der selbe Anteil wie der des asozialen rechten Bodensatzes, also die vielbesprochenen „niemand würde mehr arbeiten gehen“- warum die von sich auf Alle schliessen?-, der Afdersumpf und Jene, die ob ihrer Perspektivlosigkeit- die sich m. E. mit einem BGE von selbst auflösen wird-lieber obdachlos sind, als sich permanent von irgend welchen Verwaltungsaffen gängeln zu lassen. Ja, die „Zuwanderung“ würde ein Problem sein, wenn man das BGE auf Zuwanderer ausweitet, was nicht zwangsläufig geschehen muss. Aber da wir weiter denn je davon entfernt sind- nach Corona wird der Zwang immens, sofern es ein Danach gibt- ein BGE zu bekommen, wird der „Afder weiter klaffen“, denn die „Reichen sind nur reich in Relation zu den Armen“! Es gab irgendwo Muscheln als Zahlungsmittel, Gold, Diamanten, alles sehr sehr relativ und nur durch Manipulation „wert“ig. Wer einen Diamanten verkaufen will, wird sich darüber wundern, dass er nahezu unveräusserlich zu dem Preis, den man ihm allgemein zubemisst!

  37. Werner sagt

    Kommunistische Ideen sind nicht kaputt zu kriegen, weil die Menschen von einer großen Familie träumen und meinen, so wie die Eltern einmal für sie gesorgt haben, solle dies fortan ein Staat machen. Aber die Wahrheit ist: niemand arbeitet gerne für andere ohne Gegenleistung, und wenn man das Geld abschaffen will als Anreiz, dann müssen andere Dinge her wie normative Zwänge, Kollektivgeist, Parteiaufsicht, Gullag etc. Ob das BGE finanzierbar wäre ist völlig wurscht. Die Frage ist, welche Zwänge wir bereit sind zu akzeptieren, den Psychoterror der normativen Intervention oder die Angst vor dem leeren Geldbeutel. Ohne jedweden Druck sinkt die Produktivität auf 10% dessen was wir momentan genießen.

    • Sacratti Langnese sagt

      Wieder Einer, der seine eigene Unzulänglichkeit auf Andere überträgt. Nein, die Produktitvität steigt in dem Maße, wie der Druck abnimmt. Dies zeigt u. A. ausgerechnet das in weiten Teilen asoziale silicon valley. Da kann Tischtennis gespielt werden, es gibt von Allem reichlich und man kann nach „Lust und Laune“ sein Pensum erfüllen. „Die Wahrheit“ ist, der Mehrheit der Menschheit ist das „altruistische Gen“ gegeben, ohne das es nie eine „Menschheit“ gegeben hätte. Die Spuren reichen sichtbar noch weit in die heutige Tierwelt, wo Affen ihre toten Artgenossen bspw. aus dem fliessenden Verkehr (Indien) herausbringen wollen und um sie trauern, Elefanten, die gemeinsam Artgenossen versuchen, aus einer Notlage zu befreien, etc. pp. Nur manchen Menschen ist das Gen abhanden gekommen, so, wie es undefinierbare Geschlechtsmerkmale gibt, siamesische Zwillinge, andere „Gendefekte“. Mglw. hängt dies mit der Vermischung mit Neandertalern zusammen, die aus unerfindlichen Gründen ausgestorben sind- mussten! Corona treibt es mit dieser Spezies offenbar heftiger, als mit Anderen……..natürliche Auslese???

      • Lutz sagt

        Naja, der Vergleich mit dem Silicon Valley hinkt ein wenig. So wie Sie es beschreiben, läuft es höchstens bei den hippen Startups und überbewerteten Hightec’s ab. Bei den anderen, normalen Firmen, ist der Gabentisch und die Freiheiten des Einzelnen wieder auf normales, unteres Niveau zurück gekommen. Hire-and-Fire, wie es in den USA halt Standard ist.

        • Sacratti Langnese sagt

          Silicon besteht doch aus „hippen Startups“, auch wenn die in die Jahre gekommen sind. Apple etc. haben damit Erfolg und … wer macht die meiste Kohle?
          Hire and fire ist etwas Anderes, das sind die „Freiheiten“ der USA.
          Aber ihr dürft das gern anders sehen, die Realität holt jeden ein.

          • Das Grundeinkommen hat meiner Meinung nach einen genetischen Fehler. Den Fehler kann man schon in der Bezeichnung erahnen: beim Grundeinkommen handelt sich um eine von der Wirtschaftsleistung abgekoppelte, aber doch wirtschaftliche Forderung. Damit ist es sehr leicht, einem Teil der Gesellschaft diese Idee als naives, arrogantes Gespinst darzustellen, weil der wichtigste Aspekt, die Finanzierung, als nachrangig abgestempelt wird. Ein frommer Wunsch mag im Hintergrund die Motivation sein, aber das ist zu wenig, um einen breiten Konsens zu erreichen.

            Eine „Staatsdividende“ dagegen (oder eine regionale Dividende) deutet schon in der Bezeichnung die Kopplung der „Ausschüttung“ an eine momentane, regionale Wirtschaftsleistung an. Bei der Staatsdividende würden die Bürger als „Miteigentümer“ des „größten Betriebes: des Staats“ (oder der Region) behandelt und honoriert. Die Höhe der Staatsdividende würde sich nicht nach dem wirtschaftlich arroganten Anspruch „was ein Mensch zum Leben braucht“ richten (was unglaublich subjektiv und nicht einheitlich bestimmbar ist), sondern die momentane Wirtschaftslage der Region widerspiegeln. Damit ist diese Lösung auch für die Mehrheit nachvollziehbar und machbar.
            http://www.evolte.eu

  38. Hans schrieb einen Kommentar. Darauf ist hier niemand eingegangen.

    Wäre das BGE gerecht? Und wie würde es unsere Arbeitswelt verändern??
    Waren die Fragen von hohe luft.

    Gerecht ist es auf jeden Fall. Nenne ich es hier Grundauskommen (Buch: Nachhaltigkeit braucht Entschleunigung braucht Grundein/Auskommen ermöglicht Entschleunigung ermöglicht Nachhaltigkeit. Von Adrienne Goehler).
    Es wird ein Auskommen werden ohne jegliche Prüfung. Damit gesunden die Menschen. Zeit als Faktor wird sich entschleunigen.
    Das BGE hat die Kraft zur Transformation hin zu Menschenwürde, GG 1, Vertrauen, echtem Miteinander.
    In welcher Gesellschaft will ich denn leben?? Ich möchte, dass wir weniger Neid und vor allem weniger Schuldzuweisungen haben werden.
    Wie erreiche ich dies? Indem wir gemeinschaftlich uns – Alle für Alle – etwas gönnen. Vertrauen in jeden Menschen, z.b., in sehr gute Beziehungen, z. B., in freundliches Miteinander in sämtlichen Arbeitsfeldern etc etc.
    Das sehr hohe Gut Bildung wird sich grundsätzlich ändern.
    Das wird auch leichter werden in der Zukunft. Denn KI, Technologie werden die Zukunftsfelder heissen. Es wird noch schneller werden das Leben und werden dadurch auch mehr Zeit haben für mich, meine Kreativität, meine Hobbys, für Familie.
    Menschen aus anderen Staaten werden nicht einwandern. Eines Tages wird es ein BGE oder english UBI auf der ganzen Welt geben. Südkorea macht gerade den ersten Schritt dazu. Vorstellbar ist auch ein BGE auf EU Ebene. Vorstellbar!
    http://www.basicincome.org.

    • Das Grundeinkommen hat meiner Meinung nach einen genetischen Fehler. Den Fehler kann man schon in der Bezeichnung erahnen: beim Grundeinkommen handelt sich um eine von der Wirtschaftsleistung abgekoppelte, aber doch wirtschaftliche Forderung. Damit ist es sehr leicht, einem Teil der Gesellschaft diese Idee als naives, arrogantes Gespinst darzustellen, weil der wichtigste Aspekt, die Finanzierung, als nachrangig abgestempelt wird. Ein frommer Wunsch mag im Hintergrund die Motivation sein, aber das ist zu wenig, um einen breiten Konsens zu erreichen.

      Eine „Staatsdividende“ dagegen (oder eine regionale Dividende) deutet schon in der Bezeichnung die Kopplung der „Ausschüttung“ an eine momentane, regionale Wirtschaftsleistung an. Bei der Staatsdividende würden die Bürger als „Miteigentümer“ des „größten Betriebes: des Staats“ (oder der Region) behandelt und honoriert. Die Höhe der Staatsdividende würde sich nicht nach dem wirtschaftlich arroganten Anspruch „was ein Mensch zum Leben braucht“ richten (was unglaublich subjektiv und nicht einheitlich bestimmbar ist), sondern die momentane Wirtschaftslage der Region widerspiegeln. Damit ist diese Lösung auch für die Mehrheit nachvollziehbar und machbar.
      http://www.evolte.eu

  39. Rob Oehme sagt

    Wir gehen bei den meisten Annahmen immer von (zukünftig) mehr Freiheiten für den Einzelnen und die Gesellschaft aus. Es wird aber umgekehrt kommen: Die Einschränkunen werden zunehmen, siehe Corona-Krise. Weitere werden kommen: Wasserverbrauch im Sommer wird rationiert, Unwetter erfordern mehr Schutzbauten, bestimmte Rohstoffe werden teurer (mal keine Auto-Batterien – z. B. Phosphat als unverzichtbarer Dünger), der Welthandel wird eingeschränkt (wir haben aktuelle Anzeichen), wir werden in 5 Jahren 1 Tag im Monat verpflichtet, im Wald zu helfen, Bäume pflanzen, gießen, pflegen, Holz aufarbeiten. Klar ist, dass die hohe Produktion und übermäßiger Verbrauch unsere Lebensgrundlagen zerstören (ökologischer Fußabdruck 2 fach zu hoch im weltweiten Durchschnitt!). Also geben wir uns jetzt selbst eine Einschränkung, bevor die Natur uns weiter einschränkt: wir dürfen nur noch halb so viel arbeiten und produzieren und erhalten auch nur halb so viel Geld. Aber viel Zeit und damit Freiheit! Geld brauchen wir auch weniger, weil sich unsere Arbeitswege halbieren oder weiter reduzieren (home office) und wir dadurch nur noch halb so viel Auto und Treibstoff brauchen. Weiter nur ein Beispiel: Warum brauchen wir heute ein Wohnmobil für 50.000 EUR, das 130 km/h fährt? Um schnell an den Urlaubsort zu kommen – und schnell zurück zur Arbeit (und aus Konkurrenzdenken auf der Autobahn). Also werden wir nun unser eigenes Ferienhäuschen für 5.000 EUR selbst bauen in der freien Zeit, und dann auch viel zufriedener darin schlafen. Und da wir nicht immer am gleichen Ort Urlaub machen wollen, tauschen wir unsere Häuschen per Internetbörse aus. Da wir nun mehr Zeit haben, können wir per Bahn/Bus in 2-3 Tagen zum Tauschhäuschen nach Spanien oder Bulgarien oder Finnland fahren, statt per Auto dorthin zu rasen – und zurück. Zum Finanziellen: Da sich das Einkommen halbiert, müssen einkommensschwache Jobs reichlich gestützt werden. Über das BGE. Nahezu alle Sozielleistungen und Steuern, außer MWSt. fallen weg. Letztere wird erhöht, wobei auf angemessene Lebensmittel, Kleidung, Wohnung keine entfällt. Nur darüber hinaus gehender Verbrauch wird besteuert. Einkommen nicht. Vorteil: es muss nicht aufwändig berechnet werden! All das setzt weitere enorme Arbeitskräfte frei. Diese arbeiten dann (natürlich auch nur 50 %) vor allem in der Bildung junger Menschen und z. B. regional im (ökologischen) Obst und Gemüseanbau (oder Tierhaltung) im Umfeld der Städte auf bisher ungenutzen Flächen – und teure Importe fallen weg! Diese Gedanken kann man immer weiter spinnen. Ich vermute: die Gesundheit, Lebensqualität, Zufriedenheit, sozialer Zusammenhalt … wird drastisch steigen! Geht natürlich alles nicht in einer Wettbewerbs-und Wirtschafts-Gesellschaft klassischer Art.

    • Das Grundeinkommen hat meiner Meinung nach einen genetischen Fehler. Den Fehler kann man schon in der Bezeichnung erahnen: beim Grundeinkommen handelt sich um eine von der Wirtschaftsleistung abgekoppelte, aber doch wirtschaftliche Forderung. Damit ist es sehr leicht, einem Teil der Gesellschaft diese Idee als naives, arrogantes Gespinst darzustellen, weil der wichtigste Aspekt, die Finanzierung, als nachrangig abgestempelt wird. Ein frommer Wunsch mag im Hintergrund die Motivation sein, aber das ist zu wenig, um einen breiten Konsens zu erreichen.

      Eine „Staatsdividende“ dagegen (oder eine regionale Dividende) deutet schon in der Bezeichnung die Kopplung der „Ausschüttung“ an eine momentane, regionale Wirtschaftsleistung an. Bei der Staatsdividende würden die Bürger als „Miteigentümer“ des „größten Betriebes: des Staats“ (oder der Region) behandelt und honoriert. Die Höhe der Staatsdividende würde sich nicht nach dem wirtschaftlich arroganten Anspruch „was ein Mensch zum Leben braucht“ richten (was unglaublich subjektiv und nicht einheitlich bestimmbar ist), sondern die momentane Wirtschaftslage der Region widerspiegeln. Damit ist diese Lösung auch für die Mehrheit nachvollziehbar und machbar.
      http://www.evolte.eu

  40. ulrich sagt

    Glücklicherweise hat frelma es verstanden. Durch das Grundeinkommen wird kein zusätzlicher Euro benötigt, wenn alle Gelder, die auf Bundes-, Landes-, Kreis und Kommunaler Ebene für die Hartz Bürokratie ausgegeben werden, entfallen. Das Grundeinkommen ersetzt Hartz 4, das muß Konsenz sein. Außerdem, könnte durch die verzehnfachung der Finanztransaktions Steur ein weiterer Baustein zur Fianzierung geschaffen werden, Börsen Akteure werden es kaum merken. Das Geld da holen, wo es ist, sagte mal ein wohlgesonnener Vordenker

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