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Gegen den Terror denken: Ein Aufruf

Wir müssen den Terror besser verstehen. Das ist eine Aufgabe für Philosophen, Soziologen, Psychologen, Politikwissenschaftler und viele andere. Der Kampf gegen den Terror ist nicht nur die Aufgabe der Politiker und Sicherheitsbehörden. Es ist eine Aufgabe für alle denkenden Menschen. Es geht darum zu zeigen, dass die Vernunft der Unvernunft gewachsen ist. Dass die Vernunft am Ende siegt. Dass das Menschliche siegt über das Unmenschliche, über die Sehnsucht nach Transzendenz, über Ideologie und Fanatismus, im Namen welcher Glaubenslehren auch immer.

Der islamistische Terror ist vom Terror der Nazis nicht so weit entfernt, wie manche vielleicht denken. Gerade aus der historischen Erfahrung könnte, ja sollte uns eine neue Aufgabe erwachsen: die Aufgabe, uns an die Spitze des Kampfes gegen den Terrorismus zu stellen – eines Kampfes, der nicht allein mit polizeilichen oder militärischen Mitteln zu gewinnen ist.

Der Kampf gegen den Terror ist auch eine intellektuelle Aufgabe – eine Aufgabe des Denkens.

Dies ist ein Aufruf: Denken wir gemeinsam gegen den Terror, der uns alle erschüttert. Es genügt nicht, unsere Werte zu beschwören. Es genügt nicht, sich nicht einschüchtern zu lassen. Was die Aufklärung, was die Vernunft wert ist, muss sich erweisen im Kampf gegen den Wahnsinn. Wir werden die Wahnsinnigen nicht überzeugen können. Aber wir können dazu beitragen, sie effektiver zu bekämpfen. Dazu müssen sich auch die Philosophen aus ihrer Komfortzone herausbewegen – und sich für zuständig erklären für die vielleicht größte Bedrohung unserer Zeit. Was sind Ihre Ideen? Bitte schreiben Sie uns. Thomas Vašek   

 

2 Kommentare

  1. E. Gal sagt

    Ich bin der Meinung, dass die Freiheit in unserer Gesellschaft, für die, um sie zu erreichen, wir einen so langen Weg zurück gelegt haben, das ist, was den Untergang unserer Zivilisation bedeuten könnte. Dazu Scipio:

    „[…] dieser allzu großen Zügellosigkeit, die jene für die einzige Freiheit halten, sagt Platon, entwachse und entstehe gleichsam der Tyrann wie aus einem Stamm. Denn wie aus der Übermacht der führenden Männer ihr Untergang entsteht, so stürzt gerade die Freiheit das allzu freie Volk in die Knechtschaft. So schlägt alles Übermäßige, immer wenn es im Wetter oder auf den Feldern oder in den Körpern zu üppig geworden ist, in der Regel ins Gegenteil um, und hauptsächlich geschieht dies in der Politik, und jene übermäßige Freiheit schlägt für Völker und Privatpersonen in allzu große Knechtschaft um.“

  2. Der Mensch ist von Genese ein archaisches Geschöpf, dem seine Urtümlichkeit ab Kindergarten und Grundschule ausgetrieben wird. Das ist nichts schlimmes, aber Fakt.

    „Der islamistische Terror ist vom Terror der Nazis nicht so weit entfernt, wie manche vielleicht denken.“

    In dieser Hinsicht doch: der Terror der Nazis fand statt in einer Situation ihrer Stärke – sie waren gewählt und hatten künftige Wahlen weg optimiert, konnten also nach gusto walten – während der islamistische Terror geschieht aus einer Situation der Schwäche und Ausgesetztheit. Irgendwo fand ich den Begriff der asymetrischen Kriegführung. Deren Terror ist zu verstehen als Ausbruch des archaischen Wesens des Menschen, wenngleich kulturell eingekleidet in den Begriff des Dshihad, und auf dem Weg der kulturellen Überhöhung entwickelt deren Terror Eigenleben.

    Die Selbstmordattentäter sind übrigens ganz schön arme Schweine.

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