Schlagwort: Zeit


Das dauert ‘mal wieder ewig!

In Wittgensteins Hauptwerk Tractatus logico-philosophicus finden sich Sätze, die auch von einem Zen-Meister stammen könnten. Zum Tod beispielsweise hat der Philosoph Folgendes zu sagen: „Den Tod erlebt man nicht. Wenn man unter Ewigkeit nicht unendliche Zeitdauer, sondern Unzeitlichkeit versteht, dann lebt der ewig, der in der Gegenwart lebt. Unser Leben ist ebenso endlos, wie unser Gesichtsfeld grenzenlos ist.Den ganzen Artikel lesen

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DIE NEUE HOHE LUFT!

Ab heute ist die neue HOHE LUFT im Handel!

In der neuen Ausgabe von HOHE LUFT 03/14 beleuchten wir Erich Fromms Kritik am Haben und stellen fest: Besitz bietet auch Chancen. Im Rahmen unseres Jahres der Werte fragen wir uns: Warum eigentlich gut sein? Was spricht dafür, moralisch zu handeln?

 

 

Dieses Mal im Fokus: Zeit. Unser ständiger Begleiter, der sich doch nicht greifen lässt.
Außerdem im neuen Heft: Was ist Wissen? Die dunkle Seite des Fortschritts.
Zurück zur Natur?
Und im Interview spricht Markus Gabriel darüber, warum es die Welt nicht gibt – und lästert über Platon, Kant & Co.

Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis der neuen Ausgabe.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und freuen uns auf Ihre Anmerkungen!

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Wer hat an der Uhr gedreht?

Zeitmangel scheint ein Charakteristikum unserer Zeit zu sein: Kaum einer wünscht sich nicht mehr Zeit, weil er schlicht „keine Zeit“ hat. Das ist erstaunlich – hat doch der Tag für alle Menschen gleichermaßen 24 Stunden. Und doch kämpfen wir oft um mehr Zeit: Wir planen und organisieren und takten. Aber kann uns ein gutes Zeitmanagement überhaupt zu mehr Zeit verhelfen?

Nicht immer war Zeiteinteilung so wichtig wie heute: In früheren Gesellschaften etwa wurde Bedürfnissen zeitunabhängig nachgegeben. War man hungrig, aß man, war man müde, schlief man. Der Soziologe Norbert Elias unterschied im Zusammenhang damit zwischen passiver und aktiver Zeitbestimmung. Mit der Ablösung der passiven durch die aktive Zeitbestimmung sei die moderne Gesellschaft schließlich dazu gezwungen worden, „ihre physiologische Uhr an einer sozialen Uhr auszurichten“. Die Zeit wurde gewissermaßen zu domestizieren versucht – obwohl sie uns mehr denn je zu dominieren scheint.

Aber was ist Zeit überhaupt? Ist sie etwas, das objektiv, unabhängig von der Bestimmung durch den Menschen, existiert oder ist sie erfunden worden, um das Leben erst strukturieren zu können? Womöglich gibt es die Zeit im engeren Sinne gar nicht. Vielleicht ist unsere Vorstellung von ihr als dreidimensionaler Realität (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) nur ein Trugschluss?! Es wäre doch denkbar, dass die Vergangenheit nichts als Erinnerung ist und die Zukunft einzig als Erwartung in unseren Köpfen existiert. Das würde bedeuten, dass Zeit in nichts als eine ewige Gegenwart zerfällt und alles Sein im „Jetzt“ im Sekundentakt unwiderruflich verloren geht. Das Durchlebte würde fortan nur noch als Erinnerung bestehen und wäre nicht in einer tatsächlich existierenden Vergangenheit bis in alle Ewigkeit archiviert.

Aristoteles geht im Zusammenhang damit davon aus, dass erst Veränderungen, oder in seinen Worten „Bewegungen“, den Eindruck einer Richtung von Zeit erzeugen: „Wir messen nicht nur die Bewegung mittels der Zeit, sondern auch mittels der Bewegung die Zeit und können dies, weil sich beide wechselseitig bestimmen“. Zeit wäre demzufolge bloß eine Abfolge von Bewegungen, also von Veränderungen, die aus dem von uns Erlebten resultieren.

Ob es sie nun wirklich gibt, die Zeit, oder nicht, ob sie nur als Gegenwart besteht oder tatsächlich in drei Dimensionen zerfällt; was uns jedenfalls bleibt sind die Entscheidungen über unser Leben. Letztlich sind sie es, die unsere Vorstellung von Zeit strukturieren – und nicht umgekehrt.

- Christina Geyer

VERANSTALTUNGSHINWEIS

Zeit ist auch das zentrale Thema der diesjährigen Bieler Philosophietage (15.-17.11.):

„Die Bieler Philosophietage 2013 beschäftigen sich mit dem grundlegenden Begriff ‚Zeit‘ in einer Zeit, die die Zeit nutzen will für das, was die Lebenszeit wertvoll macht. Doch von welchen Werten ist die Rede in der ‚gestundeten Zeit‘?“

Das detaillierte Programm kann hier eingesehen werden.

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Time is money

In dieser Nacht werden die Uhren von 3 auf 2 Uhr zurückgestellt. Dadurch gewinnen wir eine Stunde – hurra! Doch stimmt das wirklich? Und wieso können wir überhaupt einfach so entscheiden, dass es jetzt nicht mehr 3 Uhr ist, sondern erst 2? Wer „macht“ denn die Zeit? Den ganzen Artikel lesen

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Sekunden für die Ewigkeit

Heute in Genf entscheidet sich nicht weniger als die Zukunft der Zeit. Die Telekommunikationsbehörde der Vereinten Nationen berät über die Schaltsekunde: Alle paar Jahre halten die Hüter der Zeit für eine Sekunde die Uhren an, um sie im Gleichlauf mit der Sonne zu halten. Das könne die Computer durcheinanderbringen, befürchten die Gegner der Schaltsekunde und wollen sie deshalb tilgen. Eine Lappalie, die nur Pünktlichkeitsfanatiker interessiert, möchte man meinen. Aber tatsächlich geht es um das Wesen des Zeitbegriffs, und um noch mehr. Einst fanden unsere Vorfahren Orientierung und Verlässlichkeit im Lauf der Gestirne. Wir heute schauen kaum mehr auf zu den Sternen. Keine Zeit mehr. Die Maschinen geben den Takt vor.

Update: Die Delegierten haben sich vertagt. Auf das Jahr 2015.

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