Schlagwort: Tod


Zum Tode Frank Schirrmachers

Wir müssen brennen

Wenn der Tod eines Menschen überhaupt etwas lehrt, dann das eine, dass wir das Leben ernst nehmen müssen.  Wir haben die Verantwortung, aus unserem Leben etwas zu machen.  Und wir dürfen unsere Zeit nicht verschwenden, weil das Leben jederzeit vorbei sein kann. Das sind die Gedanken, die mir zum Tod Frank Schirrmachers durch den Kopf gehen.

Der Tod eines Menschen nimmt ihm Chancen, er betrügt ihn um all die Möglichkeiten, die er noch hätte, wenn er weiterleben würde. Schirrmacher hätte noch viele Artikel  und Bücher schreiben und wichtige Debatten anstoßen können. Das Furchtbare seines Todes ist, dass er das alles nicht mehr tun kann; der Tod hat ihn darum betrogen. Tröstlich ist nur, dass er viele Möglichkeiten seines Lebens bereits verwirklicht hat. Dass er viele Menschen mit seinen Gedanken beeinflusst hat, dass er eine Familie und Freunde hatte.

Frank Schirrmacher hat für das gelebt, was er für wichtig (und richtig) hielt; er hat dafür gebrannt, mit seiner ganzen Seele. Wir dürfen annehmen, dass er ein gelungenes Leben gehabt hat, auch wenn er viel zu früh gestorben ist. Von seinem Tod können wir nur das eine lernen: Wir müssen die Chancen unseres Lebens nutzen – und für die Dinge brennen, die uns wichtig sind. Bis zum Ende, wann immer es kommt. Ein ungenütztes Leben ist schlimmer als der Tod.

- Thomas Vašek

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Zum Tode Wolfgang Herrndorfs

In einer Zeit, in der alles potentiell öffentlich wird, scheint der Tod das Persönlichste überhaupt zu sein. Das eine, was einem keiner nehmen kann. Er wird nicht geteilt, er wird nicht geliked, er wird nicht geshared. Das dokumentierte Sterben des Schriftstellers Wolfgang Herrndorf durchbrach diese Grenze. Und stiftete so Sinn im Nebel der Sinnlosigkeit.

Nach der Diagnose eines Hirntumors führte Herrndorf regelmäßig ein bewegendes Blog über sein Leben im Bewusstsein des baldigen Todes. Über Jahre konnten die Leser sein Ringen mitverfolgen. Dabei war es keine exhibitionistische Leidensdarstellung, sondern ein ergreifendes Protokoll, schwankend zwischen Alltag und Verfall, Humor und Depression – und immer bedrückend ehrlich. Nun, am Montag, den 26. August 2013 gegen 23.15 Uhr, setzte Wolfgang Herrndorf seinem Leben ein Ende.

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Den Tod überleben

„Ich will nicht durch meine Werke unsterblich werden“, sagt Woody Allen, „ich will unsterblich werden, indem ich nicht sterbe.“ Doch diesen Wunsch wird er sich aus dem Kopf schlagen müssen. 93 Prozent aller Menschen, die bisher geboren wurden, sind gestorben, und wenn kein Wunder geschieht, werden auch wir, die übrigen sieben Prozent, sterben müssen. Der Tod ist uns sicher. Dennoch glauben viele Menschen daran, dass der Tod nicht das Ende ist. Da ist also einerseits die Gewissheit des Todes, andererseits die hartnäckige Hoffnung auf ein Weiterleben. Was sagt uns das? Worauf kann Woody Allen hoffen? Wenn schon nicht auf Unsterblichkeit, so doch vielleicht auf ein Leben nach dem Tod?

Aus: “Den Tod überleben” von Tobias Hürter und Thomas Vašek (PDF, HOHE LUFT 3/2013)

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Was kommt nach dem Tod?

In wenigen Tagen ist Ostern – das Fest, an dem die Christen die Auferstehung Jesu feiern. Sie glauben, dass er den Tod überwunden hat und dass auf sie ebenfalls ein Leben nach dem Tod wartet. Damit stehen sie nicht allein. Die Überzeugung, dass das Leben nach dem Tod weitergeht, ist uralt und in allen Kulturen verbreitet.

Aber wie funktioniert das? „Kann ein Mensch seinen Tod überleben?“, fragen Tobias Hürter und Thomas Vašek in der aktuellen HOHEN LUFT (erhältlich seit 21.03.). Die Autoren kommen zu einem überraschenden Ergebnis, das hier nicht vorweg genommen werden soll.

Die Frage lautet vielmehr: Gehen Menschen, die an ein Überwinden des Todes glauben, anders mit dem Leben und Sterben um, als Menschen, die nicht daran glauben? Was sind Ihre eigenen Erfahrungen? Welche Haltung haben Sie zum Tod und dem, was eventuell danach kommt? Wie prägt das Ihr Leben?

- Katharina Burkhardt -

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Was verlieren wir, wenn wir sterben?

„Der Tod nimmt uns Chancen, etwas aus dem Leben zu machen“, sagt Ronald Dworkin im Interview mit der HOHEN LUFT (4. Ausgabe, S. 38). Héctor Wittwer, der sich viel mit dem Tod beschäftigt, sieht das ganz ähnlich. Dennoch glaubt er, dass wir „nur dann wissen, dass der Tod schlecht ist, wenn wir auch wissen, was er ist, d. h. was ihn wesentlich ausmacht.“ Mehr dazu in dem Interview “Den eigenen Tod zu verdrängen, ist ein Stück weit vernünftig.”

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