Kategorie: Politik


Höcke und Heidegger

Björn Höcke erscheint gern als Politiker, der alles im Griff hat, der sich seiner strategischen Einsätze voll bewusst ist. Auf seine Wortwahl – „1000 Jahre Deutschland“ – angesprochen, erläutert er der Reporterin abgeklärt: „Der Politiker muss natürlich manchmal überspitzen, gerade wenn es um Demonstrationsreden geht.“ Der AfD-Politiker will als Stratege erscheinen, der seine Gegner intellektuell in die Tasche steckt. Den ganzen Artikel lesen

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Na logisch! Das Slippery-Slope-Argument

Die Logik-Kolumne von Daniel-Pascal Zorn. Heute: Das Slippery-Slope-Argument.

Im Sommer 2015 warnte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer vor der ‚Homo-Ehe‘, der Einführung des Rechts auf Eheschließung für gleichgeschlechtliche Paare, indem sie auf die Folgen einer Veränderung des bisherigen Verständnisses von Ehe verwies: „Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen.“ Mit dieser Einschätzung ist sie nicht alleine. Auch in den USA warnten radikal-konservative Politiker wie Rick Santorum vor der Legalisierung der ‚same-sex-marriage‘ mit dem Argument, dann könne jeder jeden heiraten, auch fünf Menschen. Einige Kommentatoren wollten sogar Ehen zwischen Menschen und Tieren nicht mehr ausschließen. Den ganzen Artikel lesen

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Verantwortung für Flüchtlinge

Verantwortung für Flüchtlinge. Die moralische Macht der Bilder über das Bewusstsein

Wie ist eine Ethik der Hilfsbereitschaft denkbar? Der französisch-litauische Philosoph Emmanuel Lévinas sah in der Erfahrung des anderen Gesichts eine Grundlage für ethisches Handeln. Hans-Martin Schönherr-Mann, Professor für politische Philosophie an der LMU in München, darüber, wie uns diese Ethik angesichts der Flüchtlingsdramas an unsere Verantwortung erinnert.  Den ganzen Artikel lesen

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Die Perfidie des Pirinçci

Auf der Versammlung anlässlich des einjährigen Jubiläums der islamfeindlichen Pegida hielt der ehemals als Katzenkrimi-Autor bekannte Schriftsteller Akif Pirinçci eine flammende Hassrede. Sein Satz „Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb“ hat heftige Reaktionen ausgelöst. Der Philosoph Daniel-Pascal Zorn ist der Ansicht, das schlimmste an der Rede sei die Verkehrung von Täter und Opfer, die sich in der Rhetorik vieler aufstrebender Rechtspopulisten finden lässt.  Den ganzen Artikel lesen

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HOHE LUFTPOST – Weil halt!

HOHELUFTpost vom 18.09.2015:

Der Fall der amerikanischen Stadtschreiberin Kim Davis wird derzeit heftig diskutiert, und auch Philosophen kann er Kopfzerbrechen bereiten. Es ist ein Testfall für die Frage, was es bedeutet, richtig zu handeln.

Nachdem der Oberste Gerichtshof die Homo-Ehe mit der Hetero-Ehe gleichgestellt hatte, weigerte Davis sich, in ihrem Bezirk noch Ehebescheinigungen auszustellen, und verbot dies auch ihren Mitarbeitern. Das neue Rechtsverständnis widerspreche »Gottes Definition von Ehe«, erklärte Davis, die sich zum apostolischen Christentum bekennt. Sie wurde in Haft genommen, aber nach ein paar Tagen wieder entlassen – und kehrte in ihr Amt zurück. Sie kann nicht gefeuert werden, da sie von den Bürgern gewählt wurde.

Wann also handelt ein Mensch richtig? Wenn er tugendhaft handelt, sagte Aristoteles. Wenn er dem »inneren Gerichtshof« seines geprüften Gewissens folgt, sagte Immanuel Kant. Beides kann man Davis zuschreiben. Sie zeigte sich tapfer und nahm für ihre Überzeugung einiges auf sich. In gewisser Hinsicht ist sie auch gerecht, da sie homosexuelle und heterosexuelle Paare gleich behandelt.

Dennoch glaube ich, dass Davis falsch handelt. Aber nicht, weil sie gegen das Gesetz verstößt, wie ihr manche ihrer Gegner vorwarfen. Ziviler Ungehorsam kann OK sein. Recht, Tugend, Gewissen – nichts davon gibt den letzten Aus-schlag bei der moralischen Bewertung einer Handlung. Gegen Davis kann ich einzig anführen, dass ihr Verständnis von Ehe diskriminierend und daher nicht gerechtfertigt ist. Ich wünschte, der Fall wäre einfacher.

– Tobias Hürter

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Gefühle? Gewissen!

Von Tobias Hürter

Wenn den Berichten und Kommentaren glauben kann, dann ist Deutschland derzeit im emotionalen Ausnahmezustand. Deutschland sei ein »Hippiestaat, der sich nur von seinen Gefühlen leiten lässt«, sagt der englische Politologe Anthony Glees. »Wir erleben in Echtzeit, wie sich die Gefühle eines ganzen Landes synchronisieren«, schreibt der »Zeit«-Wissenschaftsredakteur Ulrich Schnabel. Gemeint sind natürlich die bewegenden Szenen, die sich am Münchner Hauptbahnhof und anderswo abspielen. Deutsche umarmen ankommende Flüchtlinge. Hilfsorganisationen werden überschwemmt von Spenden. Allerdings bezweifle ich, dass man diesen Berichten und Kommentaren wirklich glauben kann. Deutschland wird nicht von seinen Gefühlen geleitet. Sondern vom Gewissen. Das ist ein wesentlicher Unterschied – und gut so.

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Was nützt die Nutzenfrage?

Prognosen über den Arbeitskräftemangel in Deutschland, verursacht durch den demografischen Wandel, begegnen einem gerade in den Beiträgen zur Flüchtlingsdebatte. Werden nicht in den nächsten Jahren tausende Arbeitskräfte aus dem Ausland hinzugezogen, haben wir hier höchstwahrscheinlich ein großes Problem, sagen die Zahlen. Sie werden von den Verfassern verwendet, um auf den volkswirtschaftlichen Nutzen hinzuweisen, den Deutschland aus denen ziehen kann, die hier Zuflucht suchen vor Krieg, Verfolgung, Hunger und Tod. Aber kann die Frage, welchen Nutzen Flüchtlinge bringen, dafür relevant sein, ob sie Hilfe verdienen? Den ganzen Artikel lesen

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»Wenn du etwas kannst, dann hast du Verantwortung«

Van Bo Le-Mentzel bezeichnet sich selbst als »Karma-Ökonom«. Der ausgebildete Architekt hat die »HartzIV-Möbel« erfunden – eine Reihe leicht nachzubauender Möbel, deren Baupläne frei zugänglich sind. Er hat verschiedene Crowdfunding-Projekte wie die Karma-Chakhs oder die Vortragsreihe #dclass ins Leben gerufen und setzt sich für Open Source und Sharing-Konzepte ein.

Am 14. März 2015 war Van Bo Le-Mentzel als Referent beim Hamburger Kongress Work in Progress zu Gast. HOHE LUFT traf ihn dort zum Interview. Darin erklärt er, was sowohl Eigentum als auch persönliche Fähigkeiten mit Verantwortung zu tun haben und wieso man sich an Spiderman ein Beispiel nehmen sollte. Teile aus dem Interview erscheinen außerdem in unserer Sonderbeilage »Verantwortung« (ab 21.05. im Handel).  Den ganzen Artikel lesen

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Der erste Politiker

Er gilt als Lehrer der Despoten – doch er war ein Vordenker des modernen Staats:
Vorgestern vor 500 Jahren schrieb der Florentiner Niccolò Machiavelli sein Buch „Der Fürst“.
Aus gegebenem Anlass haben wir das Interview mit dem Machiavelli-Biograf Herfried Münkler aus der ersten Ausgabe von HOHE LUFT online gestellt.

Viel Spaß!

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Zur Philosophie des Fettnäpfchens

Niemand tritt gern ins Fettnäpfchen – passieren tut es allerdings jedem einmal. Auffällig ist, dass manche Personen öfter ins Fettnäpfchen treten als andere. Sie tun dies nahezu gewohnheitsmäßig und lassen, wie es so schön heißt, kein Fettnäpfchen aus.

Aber kann man den Tritt ins Fettnäpfchen überhaupt vermeiden? Und was genau ist ein Fettnäpfchen eigentlich?
Die Miniatur von Christina Geyer aus der aktuellen Ausgabe von HOHE LUFT kann jetzt online gelesen werden.

Viel Spaß!

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