Kategorie: Gesellschaft


Was Kunst kann

Kunst ist angenehm, denn Kunst unterhält. Kunst ist der Vergnügungsdampfer, auf dem wir anheuern, wenn wir mal wieder eine Pause von all den wirklich wichtigen Dingen brauchen. Mitnichten, so Immanuel Kant. Als Domäne der Schönheit bedarf die Kunst einer weitreichenden Wertschätzung. Den ganzen Artikel lesen

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„Kreativität ist nur das Verbinden von Dingen.“

Über Kreativität zu schreiben ist so ähnlich wie über das Schreiben zu schreiben. Die berühmte „Kreativität auf Knopfdruck“ macht vor allem denjenigen zu schaffen, die sich beruflich als „Kreative“ verstehen. Sie wollen mit ihrer Kreativität Geld verdienen. Was macht der Kreative denn, wofür man ihn bezahlen sollte? Den ganzen Artikel lesen

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Das dauert ‘mal wieder ewig!

In Wittgensteins Hauptwerk Tractatus logico-philosophicus finden sich Sätze, die auch von einem Zen-Meister stammen könnten. Zum Tod beispielsweise hat der Philosoph Folgendes zu sagen: „Den Tod erlebt man nicht. Wenn man unter Ewigkeit nicht unendliche Zeitdauer, sondern Unzeitlichkeit versteht, dann lebt der ewig, der in der Gegenwart lebt. Unser Leben ist ebenso endlos, wie unser Gesichtsfeld grenzenlos ist.Den ganzen Artikel lesen

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Wenn Fußballer philosophieren

Nach Platon ist jeder ein Philosoph. So auch der Fußballnationalspieler Toni Kroos. Er hält die Philosophie anscheinend sogar für unverzichtbar, um die Weltmeisterschaft zu gewinnen: “Ich denke, dass es bei der WM entscheidend ist, seine eigene Philosophie durchzusetzen” sagt er im Interview mit der Sport Bild. Den ganzen Artikel lesen

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Reich wie nie

Superreiche versus Habenichtse – in Deutschland wird intensiv diskutiert über die Umverteilung von Vermögen, die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich und exorbitant hohe Managergehälter. Es geht um die Verteilungsgerechtigkeit. Nur die Gehälter im Profi-Fußball werden nicht erwähnt. Dabei steht die WM vor der Tür.

Zum Vergleich: Philipp Lahm verdient inklusive Werbeeinnahmen um die 14 Millionen Euro. Volkswagen Chef Martin Winterkorn hat 2013 15 Millionen Euro verdient und  2011 waren es sogar 17,4 Millionen. Das hat in der öffentlichen Diskussion so hohe Wellen der Empörung hervorgerufen, dass sich der VW-Aufsichtsrat auf neue Vergütungsregeln geeinigt hat. Manager Gehälter werden also als ungerecht empfunden, Gehälter im Profi-Fußball hingegen werden akzeptiert.
Wie kann das sein?

Man könnte mit den Utilitaristen argumentieren und nach dem Nutzen fragen: „Richtig ist, was das größte Glück für die größte Zahl von Menschen bewirkt“. Gerechtigkeit ist im utilitaristischen Verständnis wertvoll, wenn sie etwas zur allgemeinen Glücksvermehrung beiträgt. Im Gegensatz zum Manager schafft ein Fußballer keine Arbeitsplätze, produziert keine Güter und hat keine Mitarbeiterverantwortung. Aber ein Millionenpublikum will ihn auf dem Platz spielen sehen. In seinem Fall ergibt sich der Nutzen aus dem Wunsch eines großen Teils der Gesellschaftsmitglieder. Hier werden Ungleichheiten zugelassen, um den Gesamtnutzen maximal zu steigern.

Der Philosoph John Rawls (1921-2002) hingegen betrachtet Fairness als den zentralen Begriff von Gerechtigkeit. Nicht die Maximierung des Allgemeinnutzens steht im Vordergrund wie bei den Utilitaristen, sondern dass alle Gesellschaftsmitglieder den Gerechtigkeitsgrundsätzen in Hinblick auf ihr eigenes Wohlergehen zustimmen können. Für Rawls folgt daraus, dass ökonomische und soziale Ungleichheit in Ordnung sein kann, wenn sie zum maximal zu erwartenden Vorteil der am schlechtesten Gestellten beiträgt. Das impliziert aber nicht, dass Spitzensportler es auch moralisch betrachtet verdienen, mehr Geld zu bekommen als eine Krankenschwester. Und es bleibt die Frage, wie durch überbezahlte Fußballer andere bessergestellt werden?

Und was wenn Lahm zu langsam ist und Schweinsteiger nicht fit genug? Dann erscheinen die hohen Gagen nicht mehr so gerecht. Da man als Fan einen beträchtlichen Anteil am Erfolg eines Fußballers hat, sollte Lahm bei schlechter Leistung, also für den Fall, dass er seine Millionen nicht wert ist, einen Teil seines Verdienstes an die zahlreichen Fans umverteilen. Damit wäre nicht nur der Verteilungsgerechtigkeit sondern auch der ausgleichenden Gerechtigkeit genüge getan. Schließlich sind enttäuschte Erwartungen eine Schädigung, die Wiedergutmachung erfordert. Allerdings stößt hier die Theorie an die Grenzen der Realität.
Doch bei aller (berechtigten) Kritik an den Millionenverdiensten eines Profifußballers, wünschen wir uns, dass Deutschland gewinnt und werden mitfiebern, wenn Philipp Lahm und seine Kollegen auf dem Platz stehen. Geld hin oder her.

- Pia Jaeger

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Die Würde des Menschen

“Jeder Mensch erwartet instinktiv oder im Unterbewusstsein, dass man Respekt für seine Menschenwürde aufbringt”
(Fjodor Dostojewski)

Die Achtung vor der Menschenwürde ist eines der heiligsten Gebote unserer Zeit. Sie zu wahren gilt als oberstes Gesetz. So heißt es auch in Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Eine Forderung, die unter die Ewigkeitsklausel fällt und daher weder abgeschafft noch verändert werden darf. Was genau aber ist diese „Würde des Menschen“ und wie kann ihre Wahrung sichergestellt werden?

Die sogenannte Objektformel versucht Antworten zu geben und den Begriff der Menschenwürde näher zu bestimmen. Sie konzentriert sich dabei vor allem auf den Anspruch des Menschen, stets als Subjekt und nie als bloßes Objekt behandelt zu werden. Nicht umsonst gilt Immanuel Kant als geistiger Vater der Objektformel, greift diese doch auf die Selbstzweckformel des Königsberger Philosophen zurück. Kant sieht im Menschen einen Zweck an sich – dieser Zweck ist absolut und darf nie missachtet werden: „Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als auch in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchtest“, schreibt Kant in seiner Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Dabei ist es durchaus legitim, sein eigenes Glück zu suchen, sofern dieses nicht die Würde anderer Menschen tangiert. Der persönliche Zweck darf sich also nicht über den Gebrauch von Menschen als Mittel erfüllen, denn diese sind selbst zweckgebend: Sie dürfen somit nicht zum reinen Mittel degradiert werden.

Im Hinblick auf die Wahrung der Menschenwürde in Interaktionen heißt das, sein eigenes Wollen ständig mit der Moral abzugleichen – als Frage an sich selbst formuliert: Ist mein Wollen tugendhaft? Die Antwort soll unsere innere Stimme, die Stimme der Vernunft, einflüstern – ihr müssen wir Folge leisten.

Versuche, Artikel 1 des Grundgesetzes zu konkretisieren, wie die Objektformel sie etwa unternimmt, rücken meist negative Formulierungen in den Mittelpunkt. Philosoph Julian Nida-Rümelin spricht in der Serie ZEIT Akademie Philosophie über die Ethik der Menschenwürde und rückt sie in Anlehnung an Autor Avishai Margalit (Politik der Würde) in die Nähe der Achtung. So heißt es, dass demütigende Praktiken vermieden werden müssen, um die Würde Anderer nicht zu beschädigen. Hier geht es also weniger um die Wahrung, als um die Nicht-Verletzung von Würde.

Kant hingegen sieht die Wahrung der Menschenwürde als „enge Pflicht“, also als eine unnachlässige Pflicht – im Gegensatz zu verdienstlichen Pflichten, wie sie sich bei den weiten Pflichten finden. Im Interagieren mit anderen Menschen müsse als Leitmaxime immer die eigene Vollkommenheit sowie die fremde Glückseligkeit im Vordergrund stehen. Die Stimme unserer Vernunft soll unsere Partikularinteressen dabei in Übereinstimmung mit den Interessen Anderer durchsetzen. Sie ist gewissermaßen unsere innere Gesetzgebung, der zu folgen unsere moralische Verpflichtung ist. Und mal ehrlich: Wenn alle diesen Selbstzwang befolgen würden, bräuchten wir dazu nicht einmal mehr einen Artikel im Grundgesetz.

- Christina Geyer

Hinweis zum aktuellen Essaywettbewerb von philosophie.ch:

Dem Homo sapiens vorbehalten und unantastbar: die Menschenwürde. Durch Themen wie Folter, Abtreibung und Sterbehilfe verliert sie nicht an Brisanz.
Doch was ist sie genau? Woher haben wir sie? Wo fängt sie an und wo hört sie auf? Und wieso ist sie überhaupt schützenswert?

Zu diesen und weiteren Fragen können sich Jugendliche im Alter zwischen 15 und 21 Jahren äußern.
Die besten drei Essays werden am 07.08.2014 auf der Veranstaltung “Philosophische Perspektiven zum Thema Menschenwürde“ im Forum Altenberg in Bern prämiert.
Einsendeschluss ist am 15.06.2014!

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Unkultur?

In den Bergen Nordvietnams ist die Zeit stehen geblieben. So fühlt es sich zumindest an, als ich ein Dorf der Hmong erreiche. Frauen in traditionellen Trachten aus indigofarbenen Leinen verkaufen bestickte Jacken und Röcke, Männer rauchen Bambus-Bong und Kinder spielen mit einem Ball aus Rattan. Ein Volk, das sich seine ursprüngliche Kultur bewahrt hat – denke ich, bis in der Schürze einer der zahnlosen Stammesfrauen ein Handy klingelt. Das zeigen sie nie auf den Postkarten, indigene Omas mit Smartphone. Jetzt habe ich sechs Stunden auf dem Motorrad auf mich genommen und bekomme nicht einmal hier eine unverfälschte Kultur zu sehen. Doch was macht eine Kultur eigentlich zu einer authentischen Kultur?

Als einer der ersten Philosophen versuchte der Aufklärer Johann Gottfried Herder das Wesen von Kulturen zu beschreiben. Seiner Ansicht nach handelt es sich bei Kulturen um nichts anderes als eine Kugel – also eine in sich geschlossenen Einheit. Diese Kulturkugeln können entweder friedlich nebeneinander her rollen oder sich stoßen wie beim Billard. In beiden Fällen bleiben sie jedoch klar voneinander unterschieden. Ein Smartphone im Bergdorf wäre also ein Stoß einer fremden, in diesem Falle westlichen, Kugel, den es abzuwehren gilt.
Doch das Bild der Kulturen als Kugeln ist äußert zweifelhaft, wenn man die Beschaffenheit moderner Kulturen bedenkt. Durch Internet, Flugverkehr und andere Neuerungen ist die Welt um einiges kleiner geworden. Alles befindet sich zumindest in mittelbarer Reichweite, egal ob es sich um Sushi handelt oder das indische Farbenfest Holi. Anstatt in einer Welt der Kugeln leben wir in einem kulturellen Netz, in dem alles Fremde immer schon mögliches Eigenes ist – ein Phänomen, dass der deutsche Philosoph Wolfgang Welsch als Transkulturalität beschreibt. Doch für Welsch ist Transkulturalität nicht bloß eine moderne Erscheinung, sondern ein essentieller Bestandteil von Kulturen an sich.

Dies wird deutlich anhand der Geschichte der deutschen Kultur (was auch immer diese genau beinhalten mag). Deutsche Kultur, mit ihren Bräuchen und Institutionen, ließe sich nicht begreifen ohne Rückgriff auf zahlreiche fremde Traditionen. Ihrem prägenden Einfluss verdanken wir dasjenige, was wir heute als ursprünglich Deutsch verstehen. Unsere Verfassung etwa wäre in ihrer Form undenkbar ohne die Errungenschaften der französischen Revolution. Gleiches gilt für die Kunst ohne die Renaissance oder unsere Vokabeln und Grammatik ohne Einflüsse aus West- und Osteuropa.
Kulturen verharren nicht als isolierte Inseln, sondern bilden sich erst im Austausch mit anderen. Die technischen und ökonomischen Entwicklungen der Moderne haben diese Prozesse lediglich beschleunigt. Was früher Generationen brauchte, geschieht heute in wenigen Jahren – was erklärt, weshalb die Hmong-Frauen überwiegend Trachten tragen und gleichzeitig Handys besitzen.

Man kann das betrauern und über den Wandel klagen, doch muss man dann an sich selbst die gleichen Standards anlegen – zum Beispiel wenn man Spaghetti isst, Tango tanzt, Yoga übt, amerikanische Serien schaut oder Flip-Flops trägt (deren kulturelle Wurzeln eigentlich in Japan liegen). Wenn wir ehrlich sind, leben wir alle transkulturell – und wollen es auch nicht anders. Wir lieben es, dass wir die Wahl haben und nicht mehr ausschließlich auf die traditionelle Lebensweise unseres Geburtsortes festgelegt sind. Warum sollten wir Angehörigen anderer Kulturen diese Freiheiten nicht zugestehen?

- Robin Droemer

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Der Gott des Lasters

Vom Marquis de Sade kann man halten, was man will. Man kann ihn krank und pervers nennen, einen Fürsten der Schmerzen, Gotteslästerer oder Porno-Philosophen. Nur eines war de Sade nicht: unglaubwürdig. Was er predigte, das lebte er auch – und war dabei so konsequent wie die wenigsten Philosophen.

Der Artikel aus der aktuellen Ausgabe von HOHE LUFT ist jetzt online und kann hier gelesen werden.
Viel Spaß!

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Das ist Kunst

Für die einen ist schon ein an die Wand geschraubter Mülleimer Kunst, für andere erst da Vincis »Mona Lisa«. Für manche zählt DJ Bobo dazu, für andere nur Bach. Was also macht Kunst aus? Wann ist ein Werk ein Kunstwerk?

Redakteur Robin Droemer sucht in seinem Artikel aus der aktuellen Ausgabe von HOHE LUFT nach Antworten. Sein Artikel kann jetzt auch hier online gelesen werden.

Viel Spaß!

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Mehr Wein für mehr Wahrheit

Das Gute am Wein ist, dass man so gut über ihn philosophieren kann. Das stellten Thomas Vašek und Tobias Hürter bereits in ihrem Artikel aus HOHE LUFT 01/14 fest. Sie gehen darin der Frage auf den Grund, was es mit Eigenschaften wie “Tiefe”, “Fülle” oder “Maracuja-Note” auf sich hat. Ist das alles Bullshit? Die Antwort darauf können Sie hier lesen.

Wer im Anschluss an die Theorie nach Antworten in der Praxis suchen möchte, dem sei das eigens für HOHE LUFT geschnürte Paket “Philosophie des Weines” von VIPINO, der neuen Sommelier-Plattform, ans Herz gelegt.

 

 

“Vergeblich klopft, wer ohne Wein ist, an der Musen Pforte”
(Aristoteles)

 

 

Sie erhalten 3 Flaschen Wein, die jeweils von 3 Sommeliers zusammengestellt wurden, um nur 27,95€ (inkl. Versand) – statt um 43,80€.

Ihr Paket umfasst:

  • 1 Flasche Zio Porco – Porcheria 2010
    (ausgewählt von Marco Giovanni Zanetti)
  • 1 Flasche Lornano – Rosso Toscano 2009 Commendator Enrico
    (ausgewählt von Michael Liebert)
  • 1 Flasche Bodega HABLA – Habla de la Tierra 2011
    (ausgewählt von Anna-Lena Junge)

 

Viel Spaß!

 

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