Kategorie: Gesellschaft


Die Luxusphilosophen

»Schöne Gedanken« von Tobias Hürter

Ein neuer Trend hat die Pariser Luxusindustrie erfasst: eine neue Nachdenklichkeit. Laut der Zeitung »Le Monde« lassen Unternehmen wie Hermès, Chanel, Guerlain und Yves Saint Laurent neuerdings Philosophen für sich arbeiten. So hat Hermès nun einen vollamtlichen Hausphilosophen mit der Aufgabe, »Sinn zu formulieren, zu artikulieren, in Perspektive zu setzen, bewusstzumachen«. Der bekannte französische Philosoph Gilles Lipovetsky, der gleich mehrere große Häuser berät, verspricht, »wieder Abstand zu schaffen, eine aristokratische, extrem abstrakte Sprache zu verwenden, die justament am Luxus des Denkens teilhat«. Kommt nun eine neue Generation von Produkten auf uns zu – gedankliche Tiefe statt Oberflächlichkeit? Oder sind die Philosophen nur bessere Kommunikationsberater mit gelehrtem Anstrich? Ich bin gespannt.

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Philosophie hat keine Voraussetzungen zu akzeptieren

Welchen Stellenwert hat Populärphilosophie? Nach dem Beitrag des Wuppertaler Universitätsprofessors Peter Trawny widersprach HOHE LUFT-Chefredakteur Thomas Vašek dessen These, die Popularisierung stelle eine Gefahr für die Philosophie dar. Peter Trawny antwortet hier abermals auf Thomas Vašek: Populärphilosophie verliere die Fähigkeit, Voraussetzungen infrage zu stellen und zu kritisieren. 

Thomas Vašek hat mit seiner Antwort auf meinen Artikel auf bemerkenswerte Weise verdeutlicht, worin der Unterschied besteht zwischen Philosophie und Populärphilosophie, eben jener Unterschied, der der Ausgangspunkt meiner Überlegungen ist.
Bevor ich mich seiner Antwort widme, möchte ich ihm meine Achtung aussprechen. Anders als andere Vertreter einer sich popularisierenden Philosophie ist er bereit, ein Gespräch über Probleme, die mit ihr zusammenhängen, öffentlich zu führen. Wo andere sich im Glanz ihres Produktes unangreifbar machen wollen, bezieht er Stellung. Den ganzen Artikel lesen

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Die philosophische Checkliste für die engagiert-dynamische Führungskraft

Meine Position, meine Rolle, mein Selbst: Die philosophische Checkliste für die engagiert-dynamische Führungskraft

»Was heißt Führung?« dieser Frage widmet sich die neue HOHE LUFT-Beilage. Unsere Redakteurin Rebekka Reinhard stellt hier die philosophische Checkliste vor für alle, die Führung modern und reflektiert gestalten wollen. Wie viele Punkte können Sie abhaken?

1 Was ist Ihnen wichtiger: Geliebt oder respektiert zu werden?

2 Wenn Sie für einen Moment von Ihrem Terminkalender absehen und die Endlichkeit des Lebens bedenken: Welche Entscheidungen sollten Sie unbedingt treffen, bevor es zu spät ist?

3 Können Sie aus dem Stand aufzählen, wie viele Segmente Ihre Körpers weder verspannt noch von unkontrollierbaren Zuckungen betroffen sind?

4 Wissen Ihre Mitarbeiter, was sie Ihnen wert sind?

5 Glauben Sie ernsthaft, dass Sie zwischen Fakten und Meinungen unterscheiden können und wenn ja, was berechtigt Sie zu dieser Annahme?

6 Die Gestalt, die da nächtens Ihren Träumen auftaucht: Ist das Ihr Hund, Ihr Partner oder Ihr Coach?

7 Wovor haben Sie Angst?

8 Wer hält Baby Boomer für narzisstisch und Generation Yler für labil und meint,  Frauen könnten nicht argumentieren? Sie doch nicht?!

9 Wann haben Sie Ihr Team zuletzt in nennenswerter Weise zum Lachen gebracht?

10 Wie viele Karrieren haben Sie gefördert?

11 Wie heißt nochmal der kleine Blonde aus Abt. IIa4 (der mit dem Schnauzer, der neulich für Sie die Kohlen aus dem Feuer geholt hat)?

12 Wer sind Sie wirklich?

Und zum Abschluss möchten wir noch diesen Aufruf mit Ihnen teilen, weil Frauen immer noch an allen Orten der Welt für ihre Gleichberechtigung kämpfen müssen – Und diese Schlacht nur gemeinsam gewonnen werden kann! #ShareTheLoad

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Die Große Frage #1

»Auf welche Frage hätten Sie gern eine Antwort?«

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Dr. Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray

Diese Frage stellen wir in der neuen Ausgabe HOHE LUFT (04/2016) sieben bekannten klugen Köpfen. Sie bildet den Auftakt für die neue Rubrik »Die Große Frage«, die ab sofort regelmäßig in HOHE LUFT erscheinen wird.
Vom Physiker über den Stardirigenten bis hin zur Rapperin haben wir die verschiedensten Persönlichkeiten ausgewählt, denn wir sind der Ansicht: Große Fragen zeichnen sich dadurch aus, dass jeder sie auf seine Weise beantwortet.

»Warum wird Deutschland zunehmend rechtspopulistisch, islamophob und frauenfeindlich? Warum finden Parteien wie die AfD zunehmend Anhänger*innen in Deutschland?«

– antwortet Reyhan Şahin aka »Lady Bitch Ray«.
Alle Antworten gibt’s im neuen HOHE LUFT-Magazin, das ab 19. Mai im Handel und hier erhältlich ist.

Auf welche Frage hätten Sie gern eine Antwort? Wir sind gespannt auf Ihre Meinung!

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HOHE LUFTpost – Künstliche Dummheit

HOHE LUFTpost vom 13.05.2016: Künstliche Dummheit

Künstliche Intelligenz ist ein »Megatrend«. Den Begriff gibt es bereits seit 60 Jahren, aber jetzt scheint die Sache wirklich abzuheben. Die meisten großen Konzerne, von der Rückversicherung bis zum Autohersteller, haben inzwischen KI-Abteilungen. Einen Vorgeschmack auf die »intelligenten« Dinge, die da kommen, geben unsere Smartphones: die Sprachassistenten Siri, Google Now & Co. sind schon ziemlich geschickt darin, Fragen nach dem Wetter oder der Verkehrslage zu beantworten.

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»Die Philosophie muss ihre Popularisierung reflektieren«

Peter Trawny lehrt an der Bergischen Universität in Wuppertal und ist Herausgeber der Heidegger-Gesamtausgabe. Er ist unter anderem Autor der Bücher »Technik.Kapital.Medium« sowie »Heidegger. Eine Einführung« und »Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung«. Er äußerte sich hier im Rahmen der Enthüllung der »Schwarzen Hefte« zu Heideggers nationalsozialistischem Gedankengut.

Heute nimmt er Stellung zur aktuellen Entwicklung der akademischen Philosophie und spricht die Warnung aus: Die Philosophie droht, sich selbst abzuschaffen, wenn sie immer mehr zum Massenphänomen wird. Von unserem Chefredakteur Thomas Vašek wird hier in Kürze eine Antwort erscheinen. 
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Na logisch! Der assoziative Fehlschluss

Kolumne über Logik, Argumentation und Rhetorik von Daniel-Pascal Zorn. Dieses Mal: Der assoziative Fehlschluss

Die Welt um uns herum ist komplex. Wir haben jeden Tag Bürogespräche mit Kollegen, Familiengespräche am Küchentisch und Kneipengespräche mit den Kumpels am Abend. Wir erfahren aus den Medien jeden Tag von politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Ereignissen, von Hochzeiten und Todesfällen, historischen Begebenheiten und aktuellen Sensationen – Unfällen, Anschlägen, Demonstrationen und Presseerklärungen. ‚Die Medien‘ – das ist die Tagesschau, die BILD-Zeitung, Twitter, ‚alternative‘ Nachrichtenportale im World Wide Web; das ist Facebook, das Radio, die Zeitung und YouTube. Den ganzen Artikel lesen

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HOHE LUFTpost – Wir und unsere Wurzeln

HOHE LUFTpost vom 22. April 2016: Wir und unsere Wurzeln

Inge Lohmann (66) wüsste gern, wer ihr Vater ist. Sie ist bis vor das Bundesverfassungsgericht gegangen, um Gewissheit darüber zu erhalten, ob der Mann, den sie für ihren Vater hält, sie wirklich gezeugt hat. Das Gericht hat diese Woche entschieden: Frau Lohmann hat kein Recht auf diese Gewissheit.

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Das Schöne darf glatt sein

Kolumne »Schöne Gedanken«

Er ist ein Star der deutschen Denkerszene: der Berliner Philosoph Byung-Chul Han. Seine Spezialität ist die Provokation. Mit seinen Büchern will er, das ist sein erklärtes Ziel, seine Leser wachrütteln, und er schreibt nicht für seine gelehrten Kollegen, sondern wendet sich an uns alle.

In seinem neuen Werk »Die Errettung des Schönen« will er unseren Sinn fürs Schöne kurieren, der, wie er überzeugt ist, gründlich verdorben ist. »Warum finden wir heute das Glatte schön?«, fragt er. »Das Glatte ist die Signatur der Gegenwart. Es verbindet Skulpturen von Jeff Koons, iPhone und Brazilian Waxing miteinander. Über die ästhetische Wirkung hinaus spiegelt es einen allgemeinen gesellschaftlichen Imperativ wider. Es verkörpert nämlich die heutige Positivgesellschaft. Das Glatte verletzt nicht. Von ihm geht auch kein Widerstand aus. Es herrscht Like. Der glatte Gegenstand tilgt sein Gegen. Jede Negativität wird beseitigt.« Alles wolle nur noch gefallen, aber nicht mehr wirklich schön sein. Es fehlten das »Doppelbödige«, die »Innerlichkeit«, die »Rückseiten«, beklagt Han. 

Leben wir wirklich in einer armseligen Zeit, in der das Schöne nur noch Oberfläche ist? Ich widerspreche Han. Selbst seine eigenen Beispiele sprechen gegen ihn. Ein enthaarter Körper mag glatt sein, aber seine Ästhetik ist keineswegs oberflächlich, ebenso wenig wie das vollendete Design des iPhones. Und wer es ein wenig rauer oder doppelsinniger mag: Die Künstler von heute sind so einfallsreich und schaffensfreudig wie eh und je. Nicht unser Sinn für Schönheit ist verzerrt, sondern der Blick von Byung-Chul Han.

– Tobias Hürter

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Na logisch! Der Fehlschluss der goldenen Mitte

Logik-Kolumne von Daniel-Pascal Zorn: Der Fehlschluss der goldenen Mitte

Stellen Sie sich vor, Sie sind König eines kleinen, aber fruchtbaren Landes in grauer Vorzeit im Nahen Osten. Eines Tages kommen zwei Frauen mit einem Baby vor Ihren Thron und behaupten jeweils, die wahre Mutter des Kleinen zu sein. Wie würden Sie entscheiden? Den ganzen Artikel lesen

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