Kategorie: Aktuell


Schönheit mit Down-Syndrom

TobiasHuerter_180x180swKolumne Schöne Gedanken

Unser stellvertretender Chefredakteur Tobias Hürter macht sich in seiner neuen Kolumne jeden Monat Gedanken über das Thema »Schönheit«. Wie so oft steckt auch hinter unserem Alltagsverständnis von Schönheit viel mehr als man auf den ersten Blick sieht. Viel Spaß und schöne Gedanken beim Lesen!

Schönheit mit Down-Syndrom

In Australien macht derzeit ein junges Model Furore, wie es bisher noch keines gab: Die 18-jährige Madeline Stuart, genannt »Maddy«, hat das Down-Syndrom. Menschen mit dieser Gen-Anomalie entsprechen eigentlich nicht den üblichen Schönheitsnormen. Doch wie Maddy zeigt, können sie sexy und schön sein. Maddy hat sich anderthalb Jahre auf ihre Model-Karriere vorbereitet und dabei 20 Kilogramm abgenommen – und es hat sich gelohnt: Das Mode-Label Living Dead Clothing hat Maddy engagiert. Bald soll das erste Shooting steigen. Das Beispiel Maddy kann uns die Augen öffnen: für Schönheit, die aus dem Rahmen fällt.

– Tobias Hürter

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HOHE LUFTpost – Das Recht, sich selbst zu schädigen

HOHE LUFTpost vom 26.06.2015: Das Recht, sich selbst zu schädigen

Haben Sie schon mal gekifft? Oder Haschkekse genascht? Falls ja, gehören Sie zu den laut Umfragen rund 50 Prozent der Menschen, die schon einmal selbst die Wirkung von Tetrahydrocannabinol erfahren haben. Der Konsum von Cannabis ist also weit verbreitet, aber verboten, und die Stimmen für eine Legalisierung werden lauter. Die Argumente gehen wild durcheinander: politische, ökonomische, medizinische und ethische.

Auch ich bin für die Freigabe von Cannabis. Aber die Argumente anderer Befürworter weise ich zurück. So argumentiert der Jurist Lorenz Böllinger, jeder Mensch habe das Recht, sich selbst zu schädigen. Es folgt in seinen Augen aus dem Grundrecht auf Handlungsfreiheit.

Ich bestreite das. Ja, es gibt das Recht auf Freiheit, es gibt aber auch die Verantwortung jedes Menschen für sich selbst. Wäre Cannabis eine eindeutig schädliche Substanz, dann wäre ich nicht für ihre Freigabe – so wie ich auch gegen die Freigabe von Heroin wäre. Doch ich bin überzeugt, dass es eine Weise des Umgangs mit Cannabis gibt, die nicht schädlich zu nennen ist.

Das Recht ist dazu da, die Menschen zu schützen. Manchmal auch vor sich selbst.

– Tobias Hürter

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Sonderheft HOHE LUFT kompakt

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In über 20 Ausgaben HOHE LUFT sind zahlreiche Interviews mit den brillantesten Köpfen entstanden. Zeit, eine Sammlung der spannendsten Gespräche aus den letzten Jahren im Rahmen eines Sonderheftes herauszubringen.

Von der Geistesphilosophie Derek Parfits über die Gerechtigkeitstheorien von Ronald Dworkin bis hin zu Axel Honneths Philosophie der Anerkennung erleben Sie in einem Heft, wie vielfältig und inspirierend die großen Denker unserer Zeit sind.

Das Heft ist ab dem 27.06.2015 für drei Monate im Zeitschriftenhandel verfügbar. Hier können Sie es versandkostenfrei bestellen.

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Hohe Luft Leserreise: Philosophie zum Anfassen

19. PHiLOSOPHICUM LECH VOM 16. – 20. SEPTEMBER 2015 – NEUE MENSCHEN! BILDEN, OPTIMIEREN, PERFEKTIONIEREN Den ganzen Artikel lesen

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Catwalk für Akademiker. Antwort auf Per Leo

Der Historiker und Schriftsteller Per Leo veröffentlichte im Mai 2015 in der FAZ einen Artikel über die Heidegger-Tagung in Siegen, bei der sich internationale Heidegger-Experten kritisch mit der Bedeutung der »Schwarzen Hefte« für die Rezeption von Heideggers Gesamtwerk auseinandersetzten. Der Philosoph Gaëtan Pégny vom Marc Bloch Zentrum in Berlin antwortet hier auf Leos Beitrag und stellt sich gegen Leos These, die Frage nach Heideggers NS-Ideologie sei eine „Scheinfrage“. Den ganzen Artikel lesen

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HOHE LUFTpost – Nur nicht den Kopf verlieren

HOHE LUFTpost vom 19.06.2015: Nur nicht den Kopf verlieren

Der italienische Chirurg Sergio Canavero hat angekündigt, in zwei Jahren die erste Kopftransplantation der Geschichte durchzuführen. Mit gewaltigem Aufwand will er den Kopf des Russen Valery Spiridonov, der an einer seltenen tödlichen Muskelkrankheit leidet, von seinem jetzigen Körper auf einen anderen verpflanzen.

Da drängen sich einige ethische und wissenschaftliche Fragen auf: Ist die verwegene Operation das Risiko wert? Kann ein Kopf an einem neuen Körper anwachsen? Auch wenn es klappt, stellt sich eine grundsätzliche Frage: Ist das dann noch Spiridonov? Wer eine gespendete Niere implantiert bekommt, bleibt er selbst, das bestreitet niemand. Doch ein Körper wiegt das Zehnfache eines Kopfes, und seine Funktionen sind in vieler Hinsicht nicht weniger komplex.

Im Kopf sitzt das Bewusstsein, und das Bewusstsein macht den Menschen aus, könnte man nun sagen. Bedeutet das, dass ein Mensch sein Gehirn ist – oder gar nur sein präfrontaler Cortex? Nein. Ein präfrontaler Cortex allein ist gar nichts.
Ich glaube, es gibt kein eindeutiges Ja oder Nein auf die Frage, ob das dann noch Spiridonov ist. Wir können uns entscheiden, ihn weiterhin als Spiridonov zu sehen, aber wir müssen es nicht. Man kann ihn auch als Fortsetzung des Körper-Spenders betrachten, oder als einen ganz neuen Menschen. Es ist zu hoffen, dass die Operation klappt. Natürlich für Spiridonov. Aber auch als beispielloses philosophisches Experiment.

– Tobias Hürter

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Die Heidegger-Gesellschaft muss sich öffnen

Die Heidegger-Debatte geht weiter! Helmuth Vetter, der neue Vorsitzende der Martin-Heidegger-Gesellschaft, nimmt in HOHE LUFT Stellung zur aktuellen Diskussion um Heideggers »Schwarze Hefte«.

Vetter ist Professor für Philosophie an der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaften der Universität Wien. Als letztes erschien von ihm »Grundriss Heidegger. Ein Handbuch zu Leben und Werk«. Im März 2015 übernahm er den Vorsitz der Martin-Heidegger-Gesellschaft von Günter Figal, der aufgrund der Enthüllungen aus Heideggers »Schwarzen Heften« zurückgetreten war. Den ganzen Artikel lesen

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HOHE LUFTpost – Harmonie statt Philosophie

HOHE LUFTpost vom 12.06.2015: Harmonie statt Philosophie

Deutschland hat einen kleinen Philosophie-Skandal: Die Veranstalter der Phil.Cologne, des Philosophie-Festivals in Köln, haben den australischen Philosophen Peter Singer ausgeladen, nachdem dieser in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung einige provokante Dinge über den moralischen Status von Embryonen und Menschen mit Behinderung gesagt hatte. Singer fragte die Veranstalter: “Wie können sie sich als Philosophie-Festival bezeichnen, wenn sie zu ängstlich sind, Fragen zu diskutieren, die einige Menschen stören?”

Und er hat recht. Diese Ausladung ist feige und armselig. Sie widerspricht dem Geist der Philosophie, zu der wesentlich der offene, undogmatische Diskurs gehört. Singer macht es sich mit seinen Thesen keineswegs leicht. Manchmal fällt es ihm selbst schwer zu akzeptieren, wohin seine konsequent utilitaristischen Argumente ihn führen. In Köln hätte es die Gelegenheit gegeben, mit ihm zu streiten. Aber offenbar liegt den Veranstaltern mehr an der Harmonie als an der Philosophie.

– Tobias Hürter

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Leserreise in die Schweizer Alpen

Kurzentschlossene aufgepasst: Für die allererste HOHE LUFT Leserreise vom 17. – 22. August 2015 nach Davos sind noch wenige Restplätze frei!

Unter dem Titel „Richtiges Handeln und gelingendes Leben“ erwartet Sie ein intensives Seminarprogramm, geleitet von dem erfahrenen Reiseveranstalter und Philosophen Peter Vollbrecht. Umgeben von einem wunderschönen Alpenpanorama wohnen Sie im legendären Hotel „Schatzalp„, unternehmen Wanderungen über die Almen und genießen die inspirierende Verbindung von Erlebnisreise und Philosophie. Von Aristoteles über Bentham bis hin zu Habermas werden klassische Texte der praktischen Philosophie gemeinsam erörtert und diskutiert. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – die Reise eignet sich für alle, die Spaß am Denken haben! Am letzten Seminartag gibt HOHE LUFT-Chefredakteur Thomas Vašek dem Thema eine aktuelle Wende und erörtert mit Ihnen die Realitäten hinter dem Schlagwort von der „Work-Life-Balance“.

Seien Sie dabei – Wir freuen uns auf Sie!

Alle Informationen gibt es hier.

Fragen und Anmeldungen unter leserreise(at)hoheluft-magazin.de

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HOHE LUFTpost – Milde Gaben, und schädliche

HOHE LUFTpost vom 05.06.2015: Milde Gaben, und schädliche

Wenn ich einen bettelnden Menschen auf der Straße sehe, gebe ich manchmal was. Ein kleiner Schmeichler fürs Gewissen. Die zwei Euro sind ihm viel mehr wert als mir, sage ich mir. Doch das Gewissen bleibt nicht ungetrübt. Später fällt mir ein, dass ich mit meiner Spende das Betteln lukrativer gemacht habe, und damit Arbeit vergleichsweise weniger lukrativ. Ein guter Effekt und ein schädlicher. Welcher wiegt schwerer?

Ich vermute, der schädliche. Wenn ich nämlich meine zwei Euro jemandem geben möchte, dem sie mehr wert sind, dann sollte ich sie jemandem geben, dem sie möglichst viel wert sind. Und das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gerade dieser Bettler. Ich muss mich also aufraffen und jemanden suchen, dem sie noch mehr wert sind. Das ist nicht schwer in dieser Welt. Es bleibt also vernünftig, zu spenden. Aber nicht aus dem Handgelenk.

– Tobias Hürter

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