Wer erkennt den Philosophen?

Welcher Philosoph wird beschrieben? Erkennen Sie ihn? Viel Spaß beim Raten!

Wenn Eminenzen wie Thomas von Aquin, Spinoza, Leibniz und Newton Kommentare zu den Schriften eines Philosophen verfassen, dann muss es ein ganz großer sein. Tatsächlich dürfte er in seiner Epoche der größte seiner Religion gewesen sein. Es war eine Epoche, in der man nicht zweifelte, sondern glaubte, und so ist es erstaunlich, dass sein Hauptwerk ein Ratgeber für religiöse Zögerer ist. Darin zeigt sich, dass er in seinen Gedankengängen seiner Zeit um Jahrhunderte voraus war: Er versuchte, den Glauben mit der Vernunft zu vereinbaren. So argumentierte er gegen das damals vorherrschende anthropomorphe Gottesbild. Wenn in der Heiligen Schrift die Rede davon sei, dass ein Prophet Gott gesehen hat, dann sei sehen mit dem Verstand gemeint, nicht sehen mit dem Auge. Doch er beschäftigte sich auch mit ganz praktischen Dingen, vor allem mit Medizin. Eine seiner Abhandlungen befasst sich mit Hämorrhoiden, eine andere mit dem Beischlaf. Er selbst brachte immerhin einen Sohn zustande, der wie sein Vater ein hervorragender Mediziner wurde.

– Tobias Hürter